__NOTOC__ Marie Gordon, geb. Calafati (* 20. Juli 1811 in SchottenfeldTaufbuch Schottenfeld, tom. XI, fol. 80 (Faksimile).; † 13. November 1863 in Triest) war eine österreichische Schriftstellerin.

Leben mini|hochkant|Ludwig Viktor von Österreich in der Posse Eine Vorlesung bei der Hausmeisterin (Foto nach 1861)Katrin Unterreiner: Luziwuzi: das provokante Leben des Kaiserbruders Ludwig Viktor. Molden, Wien 2019, S. 156–159 (Kapitel: Posierte Erzherzog Ludwig Victor in Frauenkleidern?). Die Tochter des Eustach(ius) Calafat(t)i, Agent für Österreichischer Lloyd in Korfu, wuchs in Wien und Triest auf. Am 25. Juli 1829 heiratete sie in Korfu den britischen Leutnant William Frederick Gordon (* 21. Januar 1800 in Chelsea), mit dem sie nach London ging. Genau eine Woche nachdem der Gatte am 9. August 1831 zum Captain befördert worden war, kam er bei der Fahrt mit einem Phaeton (Fuhrwerk) bei Waltham Abbey zu Tode, als sein Pferd vor einem Drehorgelmann scheute und er daraufhin aus dem Wagen sprang.

Marie erhielt eine Witwenpension von 50 Pfund SterlingConstance Oliver Skelton & John Malcolm Bulloch: Gordons under Arms. A Biographical Muster Roll of Officers named Gordon in the Navies and Armies of Britain, Europe, America and in the Jacobite Risings. Printed for the University, Aberdeen 1912, S. 365–366 (archive.org). und kehrte nach Wien zurück. Sie schrieb unter dem Pseudonym Alexander Bergen und arbeitete hauptsächlich für die Bühne. Sie bearbeitete zahlreiche Bühnenwerke aus dem Englischen und Französischen. Gordon war langjährig befreundet mit Moritz Gottlieb Saphir und hatte mit diesem eine gemeinsame Tochter, die Übersetzerin Maria Theresia Calafati (* 13. Jänner 1837 in Wien; † 5. Juni 1913 ebenda); sie verwendete für ihre Übersetzungen den Namen Marie Saphir.

Der mit Saphir verfeindete Johann Nestroy trat am Carltheater in drei Stücken von Gordon auf, so in ihrer Posse Eine Vorlesung bei der Hausmeisterin (1859), bei der stets alle Frauenrollen von Männern gespielt wurden (siehe: Crossdressing im Theater), in der Titelrolle der Hausmeisterin Maxl. Das Stück war eines der populärsten seiner Zeit. Harry Walden feierte mit ihm später Erfolge als „Fräulein Trude Horak“, Hans Moser 1920 im Rolandtheater als „Frau Czerditak“.

Zitat Hausmeisterin Maxl befragt Wohnungsbewerber: „Sind Sie ledig? … Haben’s Kinder? … Schlagen’s Klavier? … Haben’s an Hund oder an Kanari? … Hab’n Sie wen, der für Ihnen gut steht weg’n den Zins? … Was haben’s denn für einen Stand?“ (zitiert nach Wiener Geschichtsblätter, Beiheft 4/1996).

Literatur s:BLKÖ:Gordon, Marie

Weblinks

Eine Vorlesung bei der Hausmeisterin (PDF) bei archive.org Leopold Rosner: Fünfzig Jahre Carl-Theater (1847–1897). Ein Rückblick. Wien 1897, S. 15 (Google Buch).

Quellen

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Österreich) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur des Biedermeier Kategorie:Drama Kategorie:Alt-Wiener Volkstheater Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Geboren 1811 Kategorie:Gestorben 1863 Kategorie:Frau