Die Winnipeg Jets (IPA: ) waren ein kanadisches Eishockeyfranchise aus Winnipeg in der Provinz Manitoba. Sie spielten von 1972 bis 1979 in der World Hockey Association und von 1979 bis 1996 in der National Hockey League. Die Teamfarben waren Blau, Rot und Weiß. Im Sommer 1996 zog das Team aufgrund anhaltender finanzieller Probleme nach Phoenix im US-Bundesstaat Arizona um und änderte seinen Namen in Phoenix Coyotes. Von 2003 bis 2024 spielte es im Großraum Phoenix in unterschiedlichen Spielstätten. 2014 benannte es sich in Arizona Coyotes um, ehe der Spielbetrieb 2024 vorübergehend eingestellt wurde. Zudem gibt es seit Sommer 2011 nach 15-jähriger Pause wieder ein Franchise dieses Namens in der NHL, das aber lediglich denselben Beinamen trägt und sonst in keinerlei Verbindung mit den damaligen Jets steht.

Ihre erfolgreichste Zeit durchlebten die Jets während ihrer Zeit in der World Hockey Association. Dort gewannen sie zwischen 1976 und 1979 dreimal innerhalb von vier Jahren die Avco World Trophy. Mit dem Wechsel in die National Hockey League blieben die Erfolge aus.

Geschichte Die Zeit in der WHA (1972 bis 1979) 1972 wurde in Winnipeg ein Franchise der World Hockey Association gegründet, dass sich Winnipeg Jets nannte und eines der zwölf Gründungsmitglieder der WHA war. Die National Hockey League hatte sich mittlerweile auf 16 Teams vergrößert, sodass Teams in Los Angeles, Oakland und Atlanta neugegründet wurden, es jedoch nur drei kanadische Teams gab. Die World Hockey Association hingegen brachte hochklassiges Eishockey nach Edmonton, Québec, Ottawa, Winnipeg und später auch Calgary.

Der Gründer und erste Besitzer der Jets war Ben Hatskin, ein kanadischer Geschäftsmann. Beim WHA General Player Draft im Februar 1972 in Anaheim, Kalifornien, wählte er mit dem ersten Wahlrecht den NHL-Star Bobby Hull und wenig später unter anderem mit Ted Green, Ted Irvine und Ernie Wakely weitere NHL-Spieler aus. Zunächst meist als Wunschdenken belächelt, hatte sich Hatskin konsequent für Bobby Hull, der zu diesem Zeitpunkt zweitbester Torschütze in der NHL-Geschichte war, mit dem ersten Wahlrecht entschieden. Dieser zeigte sich unzufrieden mit dem Management der Chicago Black Hawks und die Vertragsverhandlungen waren wie in den Vorjahren stets langwierig, da die Verträge nahezu jährlich neu ausgehandelt werden mussten. Schnell gelang es Hatskin, den Stürmer zur Vertragsunterschrift als Spielertrainer für zehn Jahre mit einer Gesamtsumme von 2,5 Millionen US-Dollar inklusive eines Unterschriftsbonus von einer Million Dollar zu bewegen. Hull unterschrieb diesen Vertrag im Juni 1972. Seine Verpflichtung garantierte, dass die WHA zumindest die Premierensaison überstehen würde. Hulls Verpflichtung und viele weitere dieser Art zeigten, dass sich die WHA als ernsthafte Konkurrenz zur NHL etablierte.

Am 12. Oktober 1972 bestritten die Jets ihre erste Partie in der World Hockey Association, die sie mit 6:4 bei den New York Raiders gewannen. Das erste Heimspiel wurde drei Tage später ausgetragen und endete mit einer 2:5-Niederlage gegen die Alberta Oilers. In der Premierensaison bildete Star Bobby Hull eine effektive Angriffsreihe mit Christian Bordeleau und Norm Beaudin. Das Trio war entscheidend am erfolgreichen Abschneiden der Jets beteiligt, denn alle drei erzielten jeweils über 100 Punkte. In den hinteren Reihen mangelte es jedoch an Durchschlagskraft und kein weiterer Akteur kam auf mehr als 20 Tore. Die gute Defensivarbeit sowie das ausgeglichen besetzte Torwartduo Joe Daley und Ernie Wakely ermöglichten es, dass die Jets die Saison 1972/73 auf dem ersten Platz in der Western Division beendeten. Bobby Hull, der 51 Tore zu diesem Erfolg beisteuerte, wurde zum wertvollsten Spieler der regulären Saison gewählt und mit dem Gary L. Davidson Award ausgezeichnet. In den Playoffs setzten sich die Jets zunächst gegen die Minnesota Fighting Saints und Houston Aeros durch. In der Finalserie um die Avco World Trophy unterlagen die Jets in fünf Begegnungen den New England Whalers. Als entscheidend für den Sieg der Whalers erwies sich deren ausgezeichnetes Ausnutzen von Torchancen, während die Jets in vier der fünf Partien mehr Torchancen besaßen.

Die Winnipeg Jets waren eines der ersten Teams aus Nordamerika, das Europa als Quelle für talentierte Eishockeyspieler nutzte. Das Team konnte die schwedischen Stürmer Anders Hedberg und Ulf Nilsson verpflichten. Außerdem nahm das Franchise auch Verteidiger Lars-Erik Sjöberg, später Kapitän der Jets und einmal als bester Verteidiger der WHA mit der Dennis A. Murphy Trophy ausgezeichnet, unter Vertrag. Ab 1977 kam mit Kent Nilsson ein weiterer schwedischer Topscorer zum Kader.

Nach der Auflösung der WHA 1979 wurden die Winnipeg Jets zusammen mit den New England Whalers, den Edmonton Oilers und den Québec Nordiques in die NHL aufgenommen.

Die Zeit in der NHL (1979 bis 1996) mini|120px|Winnipegs zweites Logo (1974–1990) Nach den großen Erfolgen in der WHA mussten die Ansprüche runtergeschraubt werden. In den ersten zwei Jahren wurde der Einzug in die Play-offs verfehlt, konnte aber im NHL Entry Draft 1979 mit Dale Hawerchuk ein großes Talent ins Team holen.

mini|links|Dean Kennedy im Trikot der Jets 1992/93 Mitte der Achtziger hatte das Team einen soliden Mannschaftskern mit Hawerchuck, Thomas Steen, Paul MacLean und vielen weiteren und das Potenzial um den Stanley Cup mitzukämpfen. Zum Nachteil wurde, dass die Mannschaft mit den Edmonton Oilers in einer Division spielte, die mit Wayne Gretzky insgesamt fünf Mal bis zum Ende der achtziger Jahre den Stanley Cup gewinnen konnten. Die Jets schieden regelmäßig gegen die Oilers aus den Play-offs aus.

1987 war das letzte Mal, dass die Winnipeg Jets eine Playoff-Runde gewinnen konnten. Eine Negativserie des Franchise, die erst im Jahr 2012 in Phoenix endete.

Die NHL breitete sich immer weiter in den Vereinigten Staaten aus, es entstanden immer höhere Kosten, und besonders die Spielergehälter stiegen rapide. Die Jets bekamen finanzielle Probleme und mussten die besten Spieler abgeben. Es gab mehrere Versuche, die Jets durch Darlehen der Provinz Manitoba oder von Banken zu retten, doch die Probleme nahmen nicht ab. Am 28. April 1996 absolvierten die Winnipeg Jets ihr letztes Spiel in Winnipeg.

Das Team wurde verkauft und im Sommer 1996 wurde ein neuer Standort für das Team in Phoenix, Arizona gefunden. Verbunden mit dem Umzug war auch eine Namensänderung in Phoenix Coyotes. Die gesperrten Trikotnummern 9 (Bobby Hull) und 25 (Thomas Steen) wurden aus Winnipeg übernommen und hängen in der Glendale Arena. Zu Beginn der Saison 2005/06 wurde die Nummer 9 von Bobby Hull freigegeben, damit sein Sohn Brett sie tragen kann. Nachdem Brett Hull fünf Spiele für Phoenix bestritten hatte, gab er seinen Rücktritt bekannt und die Nummer ist seither wieder gesperrt.

Erfolge und Ehrungen Sportliche Erfolge Avco World Trophies Saison 1975/76, 1977/78, 1978/79 Regular Season Championships Saison 1977/78 Division Championships Saison Western Division 1972/73 Canadian Division 1975/76

Awards und All-Star-Team-Nominierungen Auszeichnung Name Saison Calder Memorial Trophy Dale HawerchukTeemu Selänne 1981/821992/93 Dennis A. Murphy Trophy Lars-Erik Sjöberg 1977/78 Gary L. Davidson TrophyGordie Howe Trophy Bobby Hull 1972/73, 1974/75 Jack Adams Award Tom WattBob Murdoch 1981/821989/90 King Clancy Memorial Trophy Kris King 1995/96 Lou Kaplan Trophy Kent Nilsson 1977/78 Paul Deneau Trophy Kent Nilsson 1978/79 Robert Schmertz Memorial Trophy Bobby Kromm 1975/76 WHA Playoff MVP Ulf NilssonBob GuindonRich Preston 1975/761977/781978/79 NHL First All-Star Team Teemu Selänne 1992/93 NHL Second All-Star Team Dale HawerchukAlexei SchamnowKeith Tkachuk 1984/851994/951994/95 NHL All-Rookie Team Iain DuncanBob EssensaTeemu SelänneBoris Mironow* 1987/881989/901992/931993/94 WHA First All-Star Team Bobby HullUlf NilssonAnders HedbergJoe DaleyLars-Erik Sjöberg 1972/73, 1973/74, 1974/751975/76, 1977/781975/76, 1976/77, 1977/781975/761977/78 WHA Second All-Star Team Larry HornungAnders HedbergBobby HullJoe DaleyUlf NilssonBarry LongMorris Lukowich 1972/731974/751975/76, 1977/781976/771976/771977/781978/79 *wechselte während der Saison zu den Edmonton Oilers

NHL All-Star-Game-Nominierungen Jahr Name 1980 Morris Lukowich 1981 Morris Lukowich 1982 Dale Hawerchuk 1983 Dave Babych 1984 Dave Babych 1985 Randy Carlyle Dale Hawerchuk Paul MacLean 1986 Dale Hawerchuk 1988 Dale Hawerchuk Jahr Name 1989 David Ellett 1990 Doug Smail 1991 Phil Housley 1992 Phil Housley 1993 Randy Carlyle Phil Housley Teemu Selänne 1994 Teemu Selänne 1996 Teemu Selänne Insgesamt wurden 19 Spieler der Winnipeg Jets von den Fans aufgrund ihrer Beliebtheit ins All-Star Game gewählt oder aufgrund ihrer Leistungen von den Trainern nominiert. In den Jahren 1985 und 1993 nahm jeweils die Rekordzahl von drei Akteuren am Auswahlspiel teil.

Saisonstatistik World Hockey Association Abkürzungen: GP = Spiele, W = Siege, L = Niederlagen, T = Unentschieden, Pts = Punkte, GF = Erzielte Tore, GA = Gegentore, PIM = Strafminuten Saison GP W L T Pts GF GA PIM Platz Playoffs 1972/73 78 43 31 4 90 285 249 757 1., Western Sieg im Viertelfinale, 4:1 (Minnesota)Sieg im Halbfinale, 4:0 (Houston)Niederlage im Finale, 1:4 (New England) 1973/74 78 34 39 5 73 264 296 673 4., Western Niederlage im Viertelfinale, 0:4 (Houston) 1974/75 78 38 35 5 81 322 293 869 3., Canadian nicht qualifiziert 1975/76 81 52 27 2 106 345 254 940 1., Canadian Sieg im Viertelfinale, 4:0 (Edmonton)Sieg im Halbfinale, 4:1 (Calgary)Sieg im Finale, 4:0 (Houston) 1976/77 80 46 32 2 94 366 291 991 2., Western Sieg im Viertelfinale, 4:3 (San Diego)Sieg im Halbfinale, 4:2 (Houston)Niederlage im Finale, 3:4 (Québec) 1977/78 80 50 28 2 102 381 270 988 1., WHA Sieg im Viertelfinale, 4:1 (Birmingham)Freilos im HalbfinaleSieg im Finale, 4:0 (New England) 1978/79 80 39 35 6 84 307 306 1342 3., WHA Freilos im ViertelfinaleSieg im Halbfinale, 4:0 (Québec)Sieg im Finale, 4:2 (Edmonton) Gesamt 555 302 227 26 630 2270 1959 6560 6 Playoff-Teilnahmen14 Serien: 11 Siege, 3 Niederlagen70 Spiele: 48 Siege, 22 Niederlagen

National Hockey League Abkürzungen: GP = Spiele, W = Siege, L = Niederlagen, T = Unentschieden, Pts = Punkte, GF = Erzielte Tore, GA = Gegentore, PIM = Strafminuten