mini|hochkant|Hoyte van Hoytema, 2012 Hoyte van Hoytema (* 4. Oktober 1971 in Horgen, Schweiz) ist ein niederländischer Kameramann.

Leben Hoyte van Hoytema wurde im Schweizer Kanton Zürich geboren, wo sein Vater als Architekt arbeitete, wuchs allerdings in den Niederlanden auf.Susanne Roger: auf filmnyheterna.se vom 7. Mai 2010 (schwedisch), abgerufen am 22. März 2011. Nachdem er zweimal eine Ablehnung auf seine Bewerbung an einer niederländischen Filmhochschule erhalten hatte, ging er mit seinem Bruder ins polnische Łódź an die renommierte Staatliche Hochschule für Film, Fernsehen und Theater, an der bereits Größen wie Roman Polański, Krzysztof Kieślowski oder Andrzej Wajda unterrichtet worden waren. Da er nicht intensiv Polnisch lernen wollte, entschied er sich von den beiden angebotenen Studienrichtungen Regie und Kamera für den letzteren.Emma Gray Munthe: Hoyte van Hoytema-intervju auf shootmewhileimhappy.blogspot.com vom 5. Mai 2010 (schwedisch), abgerufen am 22. März 2011. Die Hochschule war jedoch zu jener Zeit derart unterfinanziert, dass man zu Übungszwecken nur mit alten Arri-Kameras auf 35-mm-Film arbeiten durfte, die die Deutschen während des Zweiten Weltkrieges zurückgelassen hatten.Chris Gardner: auf blogs.sweden.se vom 7. November 201 (englisch), abgerufen am 22. März 2011. Allerdings hatten diese den Nachteil, dass sie permanent laute Nebengeräusche produzierten. Doch van Hoytema betrachtete es eher als Vorteil, da dadurch eine Notwendigkeit gegeben war, Filme ohne viel Dialog zu drehen (Med de där kamerorna var det också en ren nödvändighet att göra filmer utan så mycket dialog) (Der vorherige Text ist in schwedisch nicht in niederländisch geschrieben!). Bereits während des Studiums inspirierten ihn Ein jeglicher wird seinen Lohn empfangen… von Claude Lelouch und eine Retrospektive aus dem niederländischen Fernsehen von Nicolas Roeg sowie die Kameraarbeit von Robby Müller. Bereits nach drei Jahren verließ er allerdings die Hochschule wieder, um arbeiten zu gehen. Über Stationen in Polen und den Niederlanden kam er nach Norwegen, wo er den Produzenten Malte Forsell kennenlernte, der ihn nach Schweden brachte, um dort mit ihm Die Rückkehr des Tanzlehrers zu drehen.

Nachdem er einige Filme, Werbespots und Fernsehepisoden gedreht hatte, wurde Tomas Alfredson auf ihn aufmerksam. Beide trafen sich, um über den Dreh von So finster die Nacht zu sprechen, und verstanden sich auf einer intuitiven Ebene sehr gut (Op intuïtief niveau kunnen wij heel goed met elkaar opschieten). Van Hoytema wurde verpflichtet und konnte durch aufwendige Szenen, in denen sowohl analoge als auch digitale Techniken verwendet wurden, sowohl Kritikerlob als auch zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten, darunter den schwedischen Preis Guldbagge für die beste Kamera.Lodi Meijer: auf movie2movie.nl vom 19. Januar 2009 (niederländisch), abgerufen am 22. März 2011.

Nachdem er auch für Das Mädchen zum zweiten Mal in Folge eine Guldbagge für die Beste Kamera erhalten hatte, wurden die Produzenten von The Fighter auf ihn aufmerksam, sodass er die Kameraarbeit in seinem ersten Hollywood-Film übernahm. Allerdings war die Arbeit für ihn ungewohnt, da er laut dortigen Gewerkschaftsregeln mit zwei zusätzlichen Kameramännern zusammenarbeiten musste. Er selbst hatte zuvor bei seinen Filmen jede Arbeit selbst übernommen.

Nach einer weiteren Zusammenarbeit mit Tomas Alfredson bei dem Spionagefilm Dame, König, As, Spion filmte van Hoytema für Spike Jonze das Drama Her. Im Jahr 2013 folgte mit Christopher Nolans Science-Fiction-Film Interstellar sein bis dahin größtes Projekt, bei dem er Nolans Stammkameramann Wally Pfister ersetzte. Im Anschluss wurde er als Kameramann für den 24. James-Bond-Film Spectre engagiert, der von Sam Mendes inszeniert wurde. Danach folgten weitere Arbeiten für Christopher Nolan an den Filmen Dunkirk, Tenet und Oppenheimer. Für Dunkirk und Oppenheimer wurde er jeweils für den Oscar in der Kategorie Beste Kamera nominiert und gewann ihn für Oppenheimer.

Van Hoytema bezeichnet sich selbst als Filmfetischist (Jag är fortfarande en filmfetischist) und bevorzugt die Arbeit mit Filmmaterial gegenüber digitaler Technik.

Er lebt mit seiner schwedischen Frau und seiner Tochter in Stockholm.Arbin Ahlander: Hoyte van Hoytema. In: thedaysofyore.com vom 22. April 2013.

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen Oscar 2018: Nominierung für die Beste Kamera für Dunkirk 2024: Auszeichnung für die Beste Kamera für Oppenheimer

British Academy Film Award 2012: Nominierung für die Beste Kamera mit Dame, König, As, Spion 2015: Nominierung für die Beste Kamera mit Interstellar 2018: Nominierung für die Beste Kamera mit Dunkirk 2024: Auszeichnung für die Beste Kamera mit Oppenheimer

Critics’ Choice Movie Award 2015: Nominierung für die Beste Kamera für Interstellar 2018: Nominierung für die Beste Kamera für Dunkirk 2021: Nominierung für die Beste Kamera für Tenet 2024: Auszeichnung für die Beste Kamera für Oppenheimer

American Society of Cinematographers 2012: Nominierung für die Beste Kameraarbeit bei einem Kinofilm für Dame, König, As, Spion 2018: Nominierung für die Beste Kameraarbeit bei einem Kinofilm für Dunkirk 2024: Auszeichnung für die Beste Kameraarbeit bei einem Kinofilm für Oppenheimer

Guldbagge 2009: Beste Kamera für So finster die Nacht 2010: Beste Kamera für Das Mädchen 2013: Beste Kamera für Call Girl

Chlotrudis Award 2009: Bestes Visuelles Design für So finster die Nacht

New York Film Critics Circle Award 2023: Beste Kamera für OppenheimerTweet bei twitter.com/nyfcc, 30. November 2023 (abgerufen am 30. November 2023).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Kameramann Kategorie:Guldbagge-Preisträger Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Mann Kategorie:Oscarpreisträger