Kemmathen ist ein Gemeindeteil des Marktes Arberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Kemmathen liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Arberg, teils auf dem gemeindefreien Gebiet von Unterer Wald. Sie hat eine Fläche von 6,018 km² und ist in 669 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8995,58 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Goldbühl.

Geographie Das Dorf liegt rund 1,1 Kilometer südlich von Arberg. Kemmathen liegt in einer Lichtung mit Acker- und Grünland und ist allseits von Waldgebieten umgeben: Im Westen Schenkenholz, im Südwesten Arberger Holz, im Süden Ohholz, im Südosten Eiburger Holz und im Osten Unterer Wald. 0,5 km nordöstlich erhebt sich der Eichelberg (), 0,5 km südwestlich der Grabenberg (). Beim Ort entspringt der Markgrafengraben, der weiter südlich in den Dennenloher See mündet.

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Arberg (1 km nördlich) bzw. nach Großlellenfeld zur Kreisstraße AN 60 (2,7 km südöstlich).

Geschichte Der Ortsname Kemathen ist besonders im süddeutschen Raum weit verbreitet.Siehe dazu: Kemnat, Kemnath, Kemnaten, Kemnathen, daneben auch als Kompositum, z. B. Dorfkemmathen. Er leitet sich von dem lateinischen Wort „calminata“ ab und bezeichnete ursprünglich ein mit einer Feuerstätte versehenes Gemach.

Konrad Ozenberger kaufte 1336 von Konrad Lauterbach zu Arberg zwei Güter in Kemathen und schenkte sie dem Kloster Heilsbronn. 1348 erhielt das Kloster 60 Pfund Heller Gült auf einem Gut von den Kemmather Brüdern geschenkt. Im Ganzen erwarb es 4 Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 451f.

1517 verlief die Fraischgrenze zwischen dem Hochstift Eichstätt und dem Markgrafentum Ansbach am Südrand des Ortes in Richtung Heideforst. Im Jahr 1615 wurden in Kemmathen 15 Anwesen genannt. Die Grundherren waren das Hochstift Eichstätt (12 Anwesen, davon drei zur Eybburg und dem Erbschenkenamt gehörige Anwesen) und das Markgraftum Ansbach (drei Anwesen). Zum Vergleich: 2002 hat Kemmathen 28 Anwesen.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Kemathen dem Steuerdistrikt Arberg zugeordnet. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Kemmathen, zu der Goldbühl gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herrieden zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Herrieden zugeordnet (1919 in Finanzamt Herrieden umbenannt). Ab 1862 gehörte die Gemeinde Kemmathen zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und seit 1929 zum Finanzamt Ansbach, zwischenzeitlich von 1931 bis 1973 zum Finanzamt Gunzenhausen. In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Herrieden zuständig (1879 in Amtsgericht Herrieden umbenannt), von 1931 bis 1973 das Amtsgericht Gunzenhausen, seit 1973 ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,627 km². 1870 wurde die Gemeinde von Kemathen nach Kemmathen umbenannt. Am 1. Januar 1971 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Arberg eingemeindet und gehörte ab dem 1. Juli 1972 zum Landkreis Ansbach.

Baudenkmal Die Kapelle im Ort ist ein kleiner fensterloser Bau mit Putzgliederung aus dem 18. Jahrhundert.Hans Wolfram Lübbeke, Otto Braasch: Mittelfranken: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler. Band 5 von Denkmäler in Bayern, hrsg. von Michael Petzet, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1986, ISBN 3-486-52396-1. S. 217.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Kemmathen gibt es acht Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Kemmathen Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 150 241 264 256 248 225 220 204 217 205 204 216 224 229 244 241 210 200 178 258 229 202 158 167HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 32 45 51 49 50 47 42 42 42 Quelle Für die Gemeinde Kemmathen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Goldbühl (S. 31).

Ort Kemmathen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2010 Einwohner 95 158 169 148 125 142 124 127 92 91 96 84Häuser 20 28 31 30 26 26 26 25 Quelle

Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach Beatae Mariae Virginis (Großlellenfeld) gepfarrt. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach Dreifaltigkeitskirche (Unterschwaningen) gepfarrt.

Persönlichkeiten Franz Josef Strauß sen. (1875–1949), Metzger und Vater des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (1915–1988)Thomas Schuler: Strauß. Die Biografie einer Familie. Scherz Verlag, 2. Auflage Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-502-15026-5, S. 19

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Arberg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1970 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach