Das Deckenfresko im Deutschen Pavillon des Dresdner Zwingers wurde im Jahre 1725 von Giovanni Antonio Pellegrini gemalt. Beim Brand von 1849 wurde das Fresko vernichtet.

Beschreibung Thema war die Darstellung „Die vier Erdteile“, deren Kunstschätze August sammelte. In der Mitte saß Apollo als Führer der Musen und Lichtbringer. Er war als Gegenstück zum Herkules im Marmorsaal gedacht. Die dargestellte Fama, verkündet mit einer Posaune den Ruhm des Herrschers, ebenso eine erhöht sitzende Saxonia.Fritz Löffler: Der Zwinger in Dresden. 2. Auflage. Leipzig 1976, S. 56. Nach George Knox huldigt das Deckengemälde, gegenüber den Fenstern, die Verdienste von August und der sächsischen Regierung. Im Vordergrund ist auf der linken Seite eine Allegorie der Kardinaltugenden mit einer Säule zu sehen, wodurch „Kraft, Pracht und Stärke“ symbolisiert wird. Daneben befindet sich eine Allegorie mit Spiegel, wodurch „Selbsterkenntnis, Klugheit und Wahrheit“ dargestellt wird.

Am linken Ende der Decke steht „Europa“ zusammen mit einer Allegorie der verschiedenen Künste, hier die der „Malerei“ stehend an einer Staffelei. „Malerei“ wird dabei durch die Allegorie der „Besonnenheit, Bescheidenheit und Mäßigung“ („Nobility“ (Gravity)|George Knox) beobachtet. Am rechten Ende der Decke befindet sich „Asien“. Über der Fensterwand befindet sich „Afrika“ rechts und „Amerika“ links.George Knox: Antonio Pellegrini 1675–1741. Oxford University Press Inc., New York 1995, S. 185.

An der Wand des Deutschen Pavillons zwischen dem Eingang zum Redoutensaal befanden sich Rundbogennischen, in die Pellegrini mythologische Szenen in einer Grisaille-Malerei setzte. George Knox beschreibt die acht Nischen der Wand, in denen jeweils zwei Figuren standen. Eine der beiden Figuren stellte ein Gott oder Göttin aus der Antike dar.

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Kunstgeschichtliche Bedeutung Das Deckengemälde war laut George Knox der Prototyp für die späteren Arbeiten von Giovanni Battista Tiepolo: Deckengemälde Die vier Erdteile in der Residenz, Würzburg. Deckengemälde Der Lauf des Sonnenwagens im Palazzo Clerici, Mailand. Deckengemälde im Sommerpalast, St. Petersburg.

Rezeption Von diesen Arbeiten haben sich verschiedene Abbildungen erhalten. So eine in Dresden befindliche Zeichnung,Antonio Pellegrini: The Four Continents (drawing). 1725, Dresden, Institut für Denkmalpflege. die einen Entwurf für eine Wand und das darüberbefindliche Deckengemälde wiedergibt. Eine in Köln befindliche Entwurfsskizze in Öl zeigt ein Teil des Deckengemäldes.Antonio Pellegrini: The Four Continents (sketch). 1725, Museen der Stadt Köln, Sammlung Hagen. Auf einer bekannten, aber verschollenen Zeichnung sind auf zwei Teilen alle Details zu sehen.Antonio Pellegrini: The Four Continents (drawing, left half). 1725, Holstein & Pappel sale, Nov. 1927.Antonio Pellegrini: The Four Continents (drawing, right half). 1725, Holstein & Pappel sale, Nov. 1927.

Literatur Harald Marx (Hrsg.): Die dekorativen Monumentalmalereien im Dresdener Zwinger. In: ders. (Hrsg.): Zur dekorativen Malerei des 18. Jahrhunderts in Sachsen. (Kunstgeschichtliche Dissertation). Halle/Saale 1971, S. 121–127.

Einzelnachweise

Kategorie:Zwinger (Dresden) Kategorie:Fresko (Gemälde) Kategorie:Gemälde von Giovanni Antonio Pellegrini Kategorie:Gemälde (18. Jahrhundert) Kategorie:Kunstverlust Kategorie:Zerstört in den 1840er Jahren Kategorie:Allegorie Kategorie:Deckengestaltung Kategorie:Griechische Mythologie in der bildenden Kunst