Florian Micoud Cossen (* 3. Januar 1979 in Tel Aviv, Israelvgl. bei kino-news.de, 25. Oktober 2010 (aufgerufen am 12. März 2010)) ist ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor. Bekanntheit erlangte er durch sein mehrfach preisgekröntes Spielfilmdebüt Das Lied in mir (2010).
Leben Florian Cossen wuchs als Sohn eines deutschen Diplomaten in Israel, Montreal und Barcelona auf. Im Jahr 1994 übersiedelte er nach Deutschland. Dort legte Cossen in Bonn sein Abitur ab und absolvierte seinen Zivildienst. Mit dem Film kam er relativ spät, während seiner Zivildienstzeit, durch den befreundeten Kanadier und Filmemacher Antonin Monmart in Berührung. Daraufhin folgten ab 1999/2000 Praktika in den Bereichen Regie, Drehbuchentwicklung und Produktion, die ihn nach Köln und Costa Rica führten.Profil bei firststeps.de (aufgerufen am 12. März 2011) Nachdem er an der Filmhochschule in Berlin abgelehnt worden war,vgl. Interview bei mehrtexte.de, 7. Februar 2011 (aufgerufen am 12. März 2011) begann Cossen im Jahr 2002 ein Studium mit dem Schwerpunkt Regie / Szenischer Filmvgl. (PDF; 624 kB) bei filmakademie.de (aufgerufen am 12. März 2011) an der staatlichen Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Dort arbeitete er anfänglich als Regieassistent.
Während seines Studiums inszenierte Cossen mehrere Kurzfilme, darunter Wolfsnacht (2005) und gemeinsam mit Antonin Monmart L’Oubli – Das Vergessen (2006), der in Kanada gedreht wurde.vgl. von hofer-filmtage.com (aufgerufen am 12. März 2011) Mit seinen Regiearbeiten fand er unter anderem bei den Internationalen Hofer Filmtagen oder dem World Film Festival in Montreal Aufnahme. Stipendien führten Cossen unter anderem an die UCLA in Los Angeles und 2006 an die Universidad del Cine in Buenos Aires.Debütfilm „Das Lied in mir“ von Florian Cossen bei den Hofer Filmtagen ausgezeichnet bei filmakademie.de, 3. November 2010 (aufgerufen am 12. März 2011) bei swr.de, 10. Februar 2011 (aufgerufen am 12. März 2011)Jessica Schwarz dreht Low-Budget-Film bei focus.de, 1. März 2009 (aufgerufen am 12. März 2011) Sein sechsmonatiger Studienaufenthalt in der argentinischen Hauptstadt ging mit dem Jahrestag der Militärdiktatur und der Berichterstattung um verschwundene und zwangsadoptierte Babys einher,Anke Sterneborg: Zwischen zwei Leben. In: Süddeutsche Zeitung, 10. Februar 2011, S. 15 die von den Abuelas de Plaza de Mayo gesucht und in ihre Ursprungsfamilien zurückgeführt werden. Dies inspirierte Cossen zur Recherche für seinen Diplomfilm Das Lied in mir (2010). Die Geschichte handelt von einer 30-jährigen Deutschen (gespielt von Jessica Schwarz), die durch das Hören eines spanischen Wiegenliedes in Buenos Aires zufällig herausfindet, dass sie die Tochter zweier während der argentinischen Militärdiktatur verschwundener Regime-Gegner („Desaparecidos“) ist.
Bei der Realisierung von Das Lied in mir vermied es Cossen einen dokumentarischen Ansatz zu verfolgen. „Als Filmemacher bin ich Manipulator. Ich bin ein Geschichtenerzähler und da wäre altes Doku- oder Fotomaterial fehl am Platze gewesen.“, so Cossen. Sein Langfilmdebüt, in weiteren Rollen mit Michael Gwisdek und Beatriz Spelzini besetzt, brachte dem Deutschen großes Lob seitens der Kritik sowie mehrere internationale Festivalpreise ein. Zwar würden die historisch-politischen Dimensionen der Geschichte eher in den Hintergrund treten, doch sei Das Lied in mir ein „ästhetisch und erzählerisch konzentrierte[s] Drama“, so der film-dienst, der auch ausgefeilte Bildkompositionen und eine bewundernswerte Fokussierung auf die nuanciert gespielte Hauptfigur bemerkte.Josef Lederle: Das Lied in mir. In: film-dienst 3/2011 (aufgerufen via Munzinger Online) Cossen selbst wurde für seinen Abschlussfilm an der Filmhochschule mit einer Nominierung für den Deutschen Filmpreis als bester Regisseur belohnt.
Zur Finanzierung seines Studiums drehte Cossen unter anderem Imagefilme für diverse deutsche Unternehmen. Als einen ihn prägenden Film nennt er Wim Wenders’ Paris, Texas.
Filmografie (Auswahl) Regisseur 2002: Stiller Ozean (Kurzfilm) 2003: Der andere Blick – Vier Gewinnt (Kurzfilm) 2003: Zweistimmig (Kurzfilm) 2004: Eistag (Kurzfilm) 2005: Wolfsnacht (Kurzfilm) 2006: L’Oubli – Das Vergessen (L’Oubli; Kurzfilm) 2010: Das Lied in mir 2015: Coconut Hero 2016: Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch ab 2017: Deutschland 86 (Fernsehserie) 2024: Mary & George (Miniserie)
Drehbuchautor 2010: Das Lied in mir
Auszeichnungen 2010: Publikumspreis des Montréal World Film Festivals für Das Lied in mir 2010: FIPRESCI-Preis sowie eine Lobende Erwähnung der Ökumenischen Jury Montréal World Film Festival für Das Lied in mir 2010: Goldenes Auge auf dem Zurich Film Festival für Das Lied in mir (Bester Film im deutschsprachigen Spielfilmwettbewerb) 2010: Eastman-Förderpreis auf den Internationalen Hofer Filmtagen für Das Lied in mir 2010: Berndt-Media Preis für den besten Filmtitel auf dem Kinofest Lünen für Das Lied in mir 2010: Debütfilmpreis des Filmfests Biberach für Das Lied in mir 2011: nominiert für den Deutschen Filmpreis für Das Lied in mir (Beste Regie)
Weblinks Porträt und Radio-Interview bei swr.de, 10. Februar 2011 Internet-Radiointerview zu Das Lied in mir bei detektor.fm, 5. Februar 2011
Ulrich E Bach: 'The Day I was Not Born' In: "Film & History: An Interdisciplinary Journal of Film and Television Studies" 42.2 (Fall 2012): 122–125.
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Geboren 1979 Kategorie:Mann