Das Geheimnis der schwarzen Koffer ist ein deutscher Kriminalfilm, der vom 17. November bis 22. Dezember 1961 unter der Regie von Werner Klingler in West-Berlin gedreht wurde. Die Verfilmung des Romans Der Tod packt seinen Koffer (Originaltitel: Death Packs a Suitcase) von Bryan Edgar Wallace war zugleich der erste von insgesamt zehn Bryan-Edgar-Wallace-Filmen von Artur Brauners CCC-Film, mit denen der Filmproduzent am Erfolg der 1959 gestarteten Edgar-Wallace-Serie der Konkurrenz teilhaben wollte. Der Schwarzweißfilm (Originalaufnahme auf 35 mm im Format 1,66:1 in MonoFilmportal.de) wurde am 23. Februar 1962 in den bundesdeutschen Kinos gestartet.
Handlung
Eine makabere Mordserie schreckt die Bürger Londons auf. Alle Opfer finden kurz vor ihrem Ableben ihren fertig gepackten Koffer. Danach lässt ein maskierter Messerwerfer nicht lange auf sich warten.
Mord an Forester Der Film beginnt nicht mit dem ersten Mord der Serie, sondern zeigt einen Mann (Mr. Forester), welcher sich auf dem Weg zu seinem Hotel (Bishop's Hotel) befindet. Vor der Tür kauft er schnell noch Streichhölzer von einem im Rollstuhl sitzenden Bettler (Ponko), der später auch an weiteren Orten auftauchen wird. Forester will abreisen und gibt entsprechende Anweisungen an die Rezeption. In seinem Zimmer angekommen stellt er überrascht fest, dass seine beiden Koffer bereits gepackt worden sind. Er will sich bei der Zimmerdame bedanken, die gerade zur Hilfe kommt, diese rennt jedoch entsetzt zur Rezeption. Auch der Portier erkennt die bedrohliche Lage seines Gastes, von der dieser allerdings nichts ahnt. In der Vergangenheit wurden Personen in London, denen kurz zuvor ebenfalls die Koffer unerwartet gepackt wurden, umgehend ermordet. Der Portier bestellt sofort ein Taxi (Minicab) um Forester in Sicherheit zu bringen, aber beim Einstieg wird dieser von einem Wurfmesser tödlich in den Rücken getroffen. Täter ist ein maskierter Mann, der spurlos verschwindet.
Sergeant Cannings im Scotland Yard, der Portier hatte die Polizei verständigt, versucht den zuständigen Inspektor Robert Finch zu Hause zu erreichen. Dabei orakelt Chefinspektor Ellison darüber, dass die Nicht-Aufklärung der Mordserie Finch seine Karriere kosten könnte. Finch, der in der Badewanne sitzt und eigentlich seinen Vetter aus Schottland erwartet, kann endlich informiert werden. Dann taucht auch noch Curtis bei Finch auf, der sich gerade eilig ankleidet und den gemeinsamen Reitausflug fürs Wochenende absagen muss.
Inspektor Finch trifft endlich vor dem Hotel (Bishop's Street) ein und sieht dort an der Leiche Dr. Bransby, der zufällig am Tatort vorbeigekommen sein will und die Leiche in Augenschein genommen hatte. Auch Vetter Arnold Wickerley war bereits länger am Tatort und trägt ein Tonbandgerät mit sich, da er zum Tonjäger geworden sein will. Reporter sind am Tatort erschienen und so erfährt der Zuschauer, das der Tote das vierte Opfer der Serie ist. Es fällt nun auf, dass ein Gepäckstück des Opfers fehlt und nicht mehr aufgefunden werden kann.
Wer ist Curtis? Ein kleiner Ganove steigt durch ein offenes Fenster in die Villa von Curtis und findet im Schreibtisch umgehend dessen Pass, der diesen als Humphrey Curtis aus Texas ausweist. Curtis überrascht den Eindringling, der seine Identität in Frage stellt, da er den richtigen Curtis als kleinen Mann (außerdem sei ein Bein kürzer) in Texas kennengelernt habe. Für dieses Geheimnis soll Curtis Schweigegeld zahlen. Dieser geht jedoch nicht auf den Erpressungsversuch ein und bestätigt die Vorhaltung auch nicht. Vielmehr gibt er zu erkennen, das er die zurückliegenden Ausspähungen bereits bemerkt habe und spricht nun seinerseits den Erpresser mit seinem Namen Tom Garnett an. Er hält diesem nun vor, ein Ausbrecher aus Dartmoor zu sein. Mit diesem Wissen verunsichert Curtis Garnett, der sich nun seiner Sache nicht mehr sicher ist. Da Curtis vorgibt Kriminalschriftsteller zu sein und gute Kontakte zur Polizei zu haben, wobei er durch ein Fenster auf den eintreffenden Inspektor Finch zeigt, zieht Garnett es vor kleinlaut zu verschwinden.
Finch, der seinen Vetter im Schlepptau hat, will das kriminologische Wissen von Curtis anzapfen und fragt nach Mördern aus dem Artistenumfeld, da der Täter offenbar in der Lage war, seine Opfer aus bis zu 15 m mit den eingesetzten Wurfmessern tödlich ins Herz zu treffen. Curtis zeigt sein Buch Artisten und ihre Verbrechen vor, mahnt aber an, dass der Mörder nicht automatisch auch Artist sein müsse. Curtis weist auch auf einen weiteren modus operandi hin: die gepackten Koffer. Auf seine Frage, ob in diesen Koffern etwas gefunden worden sei, verneint Finch und verweist auf das verschwundene Gepäckstück beim aktuellen Fall. Vetter Wickerly fällt nun ein, dass der Arzt am Tatort sich augenscheinlich für die Koffer interessiert habe. Nebenbei erfährt der Zuschauer, dass der US-Amerikaner Curtis sich seit einem Jahr in London aufhält, da hier die Kriminalfälle interessanter seien.
Dr. Bransby Finch sucht die Arztpraxis des Arztes auf. Dieser ist überhaupt nicht bei der Sache, wimmelt eine Patientin geradezu ab und schließt ein Gepäckstück in einen Schrank ein. Währenddessen erkennt Finch im Vorraum in der Praxishelferin eine Frau (Susan Brown) wieder, die er vor drei Wochen an einer Haltestelle kennengelernt und ein Taschentuch gegeben hatte. Finch fragt den Arzt direkt nach dem verschwundenen Gepäckstück, dieser gibt vor von nichts zu wissen und wirkt vergesslich und alt. Susan unterrichtet Dr. Bransby von einem per Telefon avisierten Notfall, woraufhin Dr. Bransby die Praxis verlässt. Finch würde nun gerne die Räumlichkeiten inoffiziell in Augenschein nehmen, aber Susan Brown stört ihn und auch der Versuch sie zum Essen einzuladen scheitert.
Dr. Bransby erreicht seinen Patienten an der angegebenen Adresse. Der Patient (Mr. Kudernacz) verlangt eine Spritze, hat aber nicht nur Fieber, sondern vor allem Todesangst. Er vermutet das nächste Opfer der Mordserie zu werden, wie einer seiner Freunde (vermutlich Forester). Ein weiterer Freund (Mr. Beach) habe ihn auf den Arzt aufmerksam gemacht; von diesem will er fit gespritzt werden um in einer Stunde per Dampfer fliehen zu können. Während dieser Unterhaltung wird im Nebenzimmer ein Koffer durch einen Unbekannten gepackt. Als Kudernacz seine Abreise beginnen will, erschrickt er über diesen gepackten Koffer und flieht in Panik. Zunächst scheint alles gut zu gehen und nach ängstlichen Minuten der Flucht zu Fuß, bringt ihn ein Minicab zu einem Zubringerboot am Fluss.
Beim Betreten des Bootes wird er allerdings doch noch von einem Wurfmesser tödlich getroffen. Finch verfolgt die Spur des neuen Opfers bis zurück zu dessen vormaligen Aufenthaltsort; es ist gleiche Adresse (Fisher Street 11), zu der Dr. Bransby gerufen worden war. In der Praxis findet Finch aber nur noch Susan Brown vor, die er diesmal erfolgreich zum Essen einladen kann. Finch vermischt dabei privates und berufliches, da er Susan nach Dr. Bransby ausfragt, den er verdächtigt. Curtis, der Finch das Restaurant empfohlen hat, betritt (eher zufällig) ebenfalls die Lokalität in Soho, stutzt und verlässt den Gastraum ohne von beiden bemerkt zu werden. Davor trifft er auf den rollstuhlfahrenden Ponko, den er offensichtlich schon länger kennt und es dabei eine Zusammenarbeit gibt. Curtis erteilt ihm einen Beobachtungsauftrag; er will insbesondere wissen, wo Inspektor Finch heute noch hingeht.
Von der Soho-Bar in die Themse In derselben Nacht besucht Curtis die verruchte Soho-Bar, um dort die Droge Meskadrin zu kaufen. Er wird dabei vom Geschäftsführer heimlich beobachtet, dem die ständigen Besuche von Curtis bereits aufgefallen sind. Curtis ist dabei offenbar offensiv als Drogenabhängiger aufgetreten und konnte dabei die Sängerin Lissy von seiner Sucht überzeugen. Dabei scheint die Drogen starke Nebenwirkungen zu entfalten. Als eine Tänzerin sich wegen der Drogen aus dem Fenster stürzt, beruhigt Curtis die besorgte Lissy mit dem Hinweis nur wenig von der Droge zu nehmen und mit dem Konsum bald aufzuhören.
Diesmal will Curtis direkt beim Geschäftsführer der Bar kaufen, in dem er vorgibt, die gerade erworbene Menge beim Kellner würde ihm diesmal nicht ausreichen. Damit macht er sich aber weiter verdächtig, da dieser ihm vorhält, die Droge gar nicht zu konsumieren. Dabei zieht er Curtis das Taschentuch aus dem Revers, indem sich die gerade erworbenen Drogen befinden, obwohl Curtis bereits an der Bar konsumiert haben will. Curtis versucht diese Menge als seine private Eiserne Reserve auszugeben.
Der Geschäftsführer beauftragt seinen Handlanger Jack sich Curtis vorzunehmen. Diesem wird eine Falle gestellt, bei der die betäubte Sängerin Lissy auf die Straße gelegt wird. Curtis steigt aus, wird zusammengeschlagen und in den Fluss geworfen. Am nächsten Morgen wird Wickerley ihn an der Themse völlig durchnässt auffinden.
Zuspitzungen Am nächsten Tag kündigt Dr. Bransby seiner Assistentin Susan das baldige Ende seiner Praxis an und macht ihr einen Heiratsantrag; diese weicht einer Antwort aus. Finch erscheint erneut in der Praxis für weitere Fragen und Susan erzählt ihm von diesem Heiratsantrag. Finch – selbst interessiert – fragt Susan weiter aus, und die aus den Vereinigten Staaten stammende Susan berichtet von ihrem Bruder Oliver, an dessen Tod sie nicht glaube.
Etwa zur gleichen Zeit entführt Curtis den Geschäftsführer der Soho-Bar, den er im Keller seiner Villa an einen Stuhl fesselt und einem Dauerverhör aussetzt. Dadurch will Curtis herausfinden, von wem das Rauschgift Meskadrin stammt und wie es ausgeliefert wird. Gleichzeitig findet sich in der Villa eine Gesellschaft ein. Unter den Gästen befindet sich auch ein gewisser Beach, ein Freund des vorherigen Opfers. Er ist offenbar das nächste Opfer des Messerwerfers, da er in seinem Hotel gepackte Koffer vorgefunden hatte.
Inzwischen ist Finch informiert, dass sich an der Kleidung des ermordeten Kudernacz die Droge Meskadrin befand, und fragt Curtis nach dieser Droge, dabei fällt ihm auch die Anwesenheit von Beach auf, nicht aber, dass Curtis nur ausweichende Antworten gibt. Beach wird dann auch später auf seiner Heimfahrt in seinem Auto von dem Messerwerfer getötet, obwohl er von Finchs Beamten observiert wurde. Keiner der Gäste ahnt, was währenddessen im Keller des Hauses vor sich geht. Vetter Wickerley, der auch diesmal Finch begleitet, aber vor dem Haus geblieben ist, macht durch Zufall Aufnahmen von dem Verhör im Keller. Beim Versuch, Ratten in einem Kellerfensterschacht aufzunehmen, senkt er sein Mikrofon in den Schacht ab, ohne zu bemerken, was er wirklich mit seinem Tonband aufnimmt. Der Geschäftsführer der Soho-Bar macht gerade Angaben darüber, welche Lieferwagen ihn mit den Drogen versorgen.
Finch fragt inzwischen in seiner Wohnung Susan weiter nach ihrem Bruder aus und wie sie selber nach London gekommen sei. Susan gibt ihm bereitwillig Auskunft, aber Finch bemerkt nicht, dass Susan ihm einige Informationen vorenthält. Dabei werden beide von Wickerley gestört, der gerade im Nebenzimmer laut seine Tonbandaufnahmen abspielt. Auf diese Weise kommt aber heraus, was Wickerley wirklich auf den Bändern aufgenommen hatte und Finch erkennt Curtis Stimme. Wie aufs Stichwort erscheint Sergeant Cannings und berichtet vom vergangenen Meskadrin-Vorfällen in den USA. Da das FBI aber so keine Auskünfte geben will, will Finch vor Ort Erkundigungen einholen. Vor seinem Abflug nach New York ordnet er die Überwachung von Susan an, da er sie in Gefahr wähnt. Am Folgetag seines Abfluges trifft sich Susan mit Curtis im Park, dieser hatte sie am Vorabend angerufen, obwohl er sie bereits im Restaurant bei Finch erkannt hatte: Susan ist seine Schwester und er ist somit Oliver Brown. Er bittet sie nach Hause zurückzukehren, da niemand in London wissen dürfe, das er noch lebe. Er erfährt nun, dass Finch gerade beim FBI vorstellig geworden ist und ahnt, dass er nicht mehr viel Zeit hat.