mini|Die Gemarkung von Külsheim-Nordrahmenlosund Külsheim-Süd, 1931 mini|Külsheim von Westen mini|Luftbild von Hundheim (2008) mini|Luftbild von Hundheim und Steinbach Külsheim (, im Dialekt Külse) ist eine Stadt im Main-Tauber-Kreis, im fränkischen Nordosten Baden-Württembergs. Külsheim trägt den Beinamen Brunnenstadt, weil es im Stadtgebiet 18 Brunnen gibt.Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014 Der Dreischalenbrunnen, mitten im Zentrum gelegen, ist auch im Wappen der Stadt Külsheim zu finden.
Geographie Stadtgliederung Zu Külsheim gehören neben der Kernstadt Külsheim die ehemals selbstständigen Gemeinden und heutigen Stadtteile Eiersheim, Hundheim, Steinbach, Steinfurt und Uissigheim:Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 324–328.
Zu Eiersheim gehört nur das Dorf Eiersheim (), das im Jahr 1233 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Eingemeindung von Eiersheim in die Stadt Külsheim erfolgte am 1. September 1971. Zur ehemaligen Gemeinde Hundheim gehören außer dem Dorf Hundheim () die Höfe Birkhof () und Tiefental(erhof) () und der Wohnplatz Denkmalsiedlung (). Die erste Erwähnung von Hundheim erfolgte 1214. Im Deutschen Krieg zwischen Preußen und Österreich fand hier am 23. Juli 1866 im Rahmen des Mainfeldzuges eine Schlacht statt. Die Eingemeindung von Hundheim in die Stadt Külsheim erfolgte am 1. Juli 1971. mini|hochkant|Sandsteinfigur des kreuzbeladenen Jesus von 1889 am Ortseingang Steinbachs Zur Altgemeinde Külsheim gehören schon vor den Gemeindereformen ab 1971 neben der Kernstadt Külsheim () der aufgegebene Weiler Wolferstetten(er Hof) () und die Wohnplätze Gewerbepark () und Roter Rain () sowie die abgegangenen Ortschaften Betzwiesen und Hildbrandszell. Zur ehemaligen Gemeinde Steinbach gehören außer dem Dorf Steinbach () die Höfe Hinterer Meßhof () und Vorderer Meßhof () sowie die abgegangenen Höfe Gickelhof () und Otterhof (). Steinbach wurde, genauso wie Hundheim, 1214 erstmals urkundlich erwähnt. Die Eingemeindung von Steinbach in die Stadt Külsheim erfolgte zusammen mit der Gemeinde Steinfurt am 1. Januar 1975. Zu Steinfurt gehört das Dorf Steinfurt (), das 1245 erstmals urkundlich erwähnt wurde, und der Wohnplatz Eichwaldsiedlung (). Zunächst zu Hardheim gehörend, wurde der Ort erst 1882 selbständig. Die Eingemeindung von Steinfurt in die Stadt Külsheim erfolgte zusammen mit der Gemeinde Steinbach am 1. Januar 1975. Zu Uissigheim gehört neben dem Dorf Uissigheim () noch die Maisenbachsiedlung (). Uissigheim wurde bereits 1165 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit nach der Kernstadt der älteste Stadtteil. Die Eingemeindung von Uissigheim in die Stadt Külsheim erfolgte am 1. Dezember 1972.
Geologie Quer durch das Gebiet der Verwaltungseinheit Stadt Külsheim verläuft, Südwest-Nordost streichend, die Grenze zwischen dem Buntsandstein des Odenwaldes und dem Muschelkalk des Bau- und Tauberlandes. Der eigentliche Ort Külsheim liegt nahezu vollständig noch im Ausbiss des Oberen Buntsandsteins. Der Untere Muschelkalk baut im südöstlichen, weitgehend unbesiedelten Teil der Verwaltungseinheit eine bewaldete Hochfläche auf, deren höchster Punkt sich mit ()Digitale Topographische Karte von Baden-Württemberg, 1:25.000, Geoportal Baden-Württemberg (Link zum entspr. Kartenausschnitt) nördlich des Weilers Wolferstetten nahe dem früheren Standort des LandturmsKurzer historischer Abriss zum Weiler Wolferstetten, „nach einer Broschüre des Heimatvereins Brehmbachtal, Königheim“ ( 50 kB), gehostet auf der Lokalgeschichtsseite hardheim.info, S. 3 befindet.
Schutzgebiete In Külsheim gibt es ein Europäisches Vogelschutzgebiet, ein Landschafts- und ein Naturschutzgebiet.
Das Gebiet Made und Taubenloch ist ein 5,9 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet. Dieses liegt auf den Gemarkungen Eiersheims und Külsheims.Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007. Das Landschaftsschutzgebiet Wertheim mit einer typischen mainfränkischen Buntsandsteinlandschaft liegt teilweise auf der Gemarkung Külsheims. Seit 2007 umfasst das europäische Vogelschutzgebiet Heiden und Wälder Tauberland (Schutzgebietskennung DE-6323-441) Teile der städtischen Fläche.Verordnung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum zur Festlegung von Europäischen Vogelschutzgebieten (VSG-VO) vom 5. Februar 2010.
Die FFH-Gebiete Unteres Taubertal, Nordwestliches Tauberland und Brehmbach und Odenwald und Bauland Hardheim liegen teilweise auf der Gemarkung von Külsheim. Daneben gibt es auf dem Gebiet der Stadt Külsheim insgesamt zehn als Naturdenkmal geschützte Objekte (siehe auch Liste der Naturdenkmale in Külsheim).
Das mit Rechtsverordnung vom 23. September 2003 ausgewiesene Wasserschutzgebiet Pfaffenbrunnen Külsheim mit der WSG-Nr. 128139 umfasst eine geschützte Fläche von 1.477,37 Hektar. Es ist damit eines der größeren Wasserschutzgebiete im Main-Tauber-Kreis. Daneben liegt noch das Wasserschutzgebiet Tiefental beim namengebenden Wohnplatz Tiefental in der Gemarkung des Stadtteils Hundheim sowie ein kleiner Teil des Wasserschutzgebiets Seewiesen- und Mainbergquelle in der Gemarkung des Stadtteils Steinfurt.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Külsheim.
Geschichte Mittelalter Külsheim wurde erstmals 1144 unter dem Namen Cullesheim urkundlich erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer gehörte es zum Herzogtum Franken. Es fiel 1255 an Kurmainz. Im Jahre 1292 verlieh Adolf von Nassau Külsheim Stadtrecht. 1346 schloss die Stadt sich dem Neunstädtebund an. Nach wechselndem Besitz – unter anderem gehörte der Ort zeitweilig auch den Grafen von Wertheim – fiel Külsheim 1480 durch einen Schiedsspruch des Pfalzgrafen endgültig an Kurmainz.
Neuzeit Im Bauernkrieg besetzte Götz von Berlichingen mit einem Bauernheer den Ort. Überfälle mit Plünderungen während des Dreißigjährigen Krieges ereigneten sich vor allem ab Herbst 1631 durch marodierende Söldner.Max Döllner (1950), S. 234–238. Im Rahmen der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam Külsheim 1803 an das neugebildete Fürstentum Leiningen und schließlich 1806 an das Großherzogtum Baden.
Während der Revolution 1848/49 herrschte auch in Külsheim materielle Not und es regte sich Widerstand gegen die Einschränkungen der Freiheit. Der Unmut entlud sich gegen das Fürstenhaus Leiningen und es wurden Verwaltungen überfallen und Unterlagen öffentlich verbrannt, sodass auch hier schließlich Truppen einmarschierten und sich einquartierten. Da jedoch nur eine Woche später das Ende der mittelalterlichen Agrarverfassung beschlossen wurde, war der Aufstand damit beendet. Zwar wurde auch in Külsheim ein Volksverein gegründet, der bald 30 Mitglieder hatte; der politische Aufstand fand hier jedoch nicht so statt wie im Rest des Landes, daher wurden hier auch nur zehn Bürger „kriegsrechtlich verfolgt“, des Weiteren acht aus Hundheim, sechs aus Steinbach sowie einer aus Uissigheim. Külsheim wurde militärisch besetzt und drei Gemeinderäte verloren ihr Amt, da sie als nicht mehr zuverlässig eingestuft wurden. Als Rädelsführer galt der steckbrieflich gesuchte Distriktnotar Eugen Fecht.Peter Riffenach: Schwarz, Rot, Gold wehte auch in Külsheim. In: Wertheimer Zeitung vom 13. September 2011
Zur Zeit des Nationalsozialismus fand am 2. September 1939 am Brunnen beim Alten Rathaus, der am Sabbat als Treffpunkt für die jüdischen Männer diente, die „Brunnentaufe“ statt. Dabei wurden die in Külsheim verbliebenen männlichen Juden gewaltsam in den Rathausbrunnen getunkt.Auf den Spuren jüdischer Bürger. In: Fränkische Nachrichten vom 20. Juli 2002 Im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion wurden am 22. Oktober 1940 die letzten 13 Juden aus der Stadt in das KZ Gurs im französischen Baskenland deportiert.„Weil Auschwitz noch nicht fertig war.“ In: Fränkische Nachrichten vom 16. Oktober 2010
Den persönlichen Aufzeichnungen des Pfarrers Ludwig Hofmann zufolge sei Ende März 1945 „ein ganzer Generalstab“ in Külsheim einquartiert worden. Eine Funkstation des Flugplatzes Wertheim sei im Schloss Külsheim untergebracht und ein Teil des Mannheimer Telegrafenamts in die Stadt verlegt worden. Bis zum 30. März 20 Uhr hätten jedoch alle deutschen Soldaten wieder die Stadt verlassen. Um 2 Uhr in derselben Nacht seien bereits die ersten amerikanischen Panzer an der Bronnbacher Straße eingetroffen. Die Bürger Lorenz Göbel und Max Knapp seien ihnen mit einer weißen Fahne entgegengegangen, wodurch dem Ort vermutlich Beschuss erspart geblieben sei. Am 31. März hätten deutsche Flugzeuge kurz die amerikanischen Kolonnen beschossen, die Richtung Uissigheim fuhren, ohne eine Wirkung zu erzielen. Auch in der Nacht zum 1. April sowie am Nachmittag des nächsten Tages hätten über Külsheim Angriffe durch deutsche Flugzeuge stattgefunden, die jedoch durch amerikanische Jagdflugzeuge wieder vertrieben worden seien.Külsheim 1945 – Die letzten Tage des Krieges und der Einzug der Amerikaner. Augenzeugenbericht des Pfarrers Ludwig Hofmann aus Külsheim auf der Website des Hobby-Genealogen Otto Karl Spengler, veröffentlicht unter dem Titel Beim Einzug der Amerikaner fiel kein einziger Schuss in den Fränkischen Nachrichten vom 2. April 2005 mini|Das Schloss Külsheim Külsheim war Standort der Bundeswehr und Garnisonsstadt. Im September 2006 endete die langjährige Geschichte Külsheims als Garnisonsstadt, die letzten hier beheimateten Einheiten, namentlich das Panzerbataillon 363, die Panzerpionierkompanie 300 und das Sanitätszentrum Külsheim wurden aufgelöst und mit ihnen die Prinz-Eugen-Kaserne geschlossen.
Einwohnerentwicklung Die Gesamtbevölkerung der Stadt Külsheim entwickelte sich wie folgt: Jahr Bevölkerung 1961 4778 1970 5870 1991 5712 1995 5986 2005 5743 2010 5437 2015 5187 2020 5219
Quellen: Gemeindeverzeichnis und Angaben des Statistischen Landesamtes
Stadtarchiv Das Archiv der Stadt Külsheim wurde in das Teilarchiv des Main-Tauber-Kreises im Archivverbund Main-Tauber eingebracht. Der Archivverbund wurde im Jahre 1988 im ehemaligen Spital des Klosters Bronnbach unter der Trägerschaft des bereits 1978 gegründeten Staatsarchivs Wertheim eingerichtet.
Religion mini|hochkant|Stadtkirche St. Martin Christentum An Külsheim ist die Reformation weitgehend vorbeigegangen, so dass die Stadt auch heute noch überwiegend römisch-katholisch geprägt ist. Neben den insgesamt fünf katholischen Kirchen gibt es heute aber auch eine evangelische Gemeinde in der Stadt. Die katholischen Kirchen gehören zur Seelsorgeeinheit Külsheim-Bronnbach im Dekanat Tauberbischofsheim des Erzbistums Freiburg.
Judentum In Külsheim bestand eine jüdische Gemeinde seit dem Mittelalter (Judenverfolgungen 1298, 1337 und 1348/49) und in der Neuzeit bis 1940.Alemannia Judaica: Külsheim (Main-Tauber-Kreis) / Jüdische Geschichte / Betsaal / Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 1. Dezember 2015. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 13 jüdischen Einwohner aus Külsheim ins KZ Gurs deportiert.
Politik Bürgermeister mini|hochkant|Altes Rathaus (1522) mit Rathausbrunnen mini|Nächtlicher Blick vom Kattenberg auf Külsheim Seit 2011 ist Thomas Schreglmann (CDU) Bürgermeister.
Gemeinderat In Külsheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate (Ausgleichssitze) verändern. Der Gemeinderat in Külsheim hat seit der letzten Wahl 19 Mitglieder (2019: 20). Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.