mini|300px|Blick auf Großrinderfeld im Winter (2017) Großrinderfeld () ist eine Gemeinde in Tauberfranken, gelegen im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014

Geographie mini|Gemarkung und Lage der Gemeinde Großrinderfeld

Geographische Lage Der Ort liegt am äußersten westlichen Rand des Ochsenfurter Gaus etwa 8 km nordöstlich von Tauberbischofsheim und etwa 24 km südwestlich von Würzburg an der L 578, die in diesem Abschnitt parallel zur Bundesautobahn 81 verläuft.

Gemeindegliederung mini|Kreuzung in Großrinderfeld, Abzweigung zum Ortsteil Hof Baiertal Zur Gemeinde Großrinderfeld gehören neben dem Hauptort Großrinderfeld die bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden und heutigen Ortsteile Gerchsheim, Ilmspan und Schönfeld.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 348–350

Zur ehemaligen Gemeinde Gerchsheim gehören das Dorf () und die Wohnplätze Altertheimer Weg () und Gewerbegebiet Gerchsheim (). Zur Gemeinde Großrinderfeld in den Grenzen von 1971 gehören das Dorf Großrinderfeld (), der Weiler Hof Baiertal () und der Wohnplatz Siedlung () sowie die abgegangenen Ortschaften Bickelhof, Bösehof und Frohehof. Zur ehemaligen Gemeinde Ilmspan gehört das Dorf Ilmspan (). Zur ehemaligen Gemeinde Schönfeld gehören das Dorf Schönfeld () und der Wohnplatz Beund () sowie die abgegangenen Ortschaften Irtenberg und Rohrensee.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Großrinderfeld.

Schutzgebiete Das FFH-Gebiet Nordöstliches Tauberland liegt teilweise auf der Gemarkung von Großrinderfeld. Daneben gibt es auf dem Gebiet der Gemeinde Großrinderfeld insgesamt neun als Naturdenkmal geschützte Objekte.

Geschichte Mittelalter 1312 gab Graf Ludwig von Rieneck den Ort an das Stift Aschaffenburg. Später kam Großrinderfeld an das Bistum Würzburg.

In Großrinderfeld gab es eine Besonderheit, wie man sie eher von Städten kennt. Ein „Haag“ umgab als geschlossene Ortsbefestigung die Ortschaft vollständig. Der Verlauf ist in der Dorfchronik von Behringer genau beschrieben. Die Befestigungsanlage bestand aus einem Graben mit angrenzendem Holzzaun bzw. aus einem Erdwall mit Holzzaun. Es gab zwei Öffnungen, das Untere und das Obere Tor. Heute weisen nur noch Straßenbezeichnungen auf den ehemaligen Bestand hin. Die beiden Tore wurden um 6 Uhr von einem Nachtwächter geöffnet und um 22 Uhr wieder geschlossen.

Neuzeit mini|Gemarkung des Hauptortes Großrinderfeld, um 1899, daneben die damals noch eigenständige Gemarkung von Hof Baiertal, die heute in der Gemarkung von Großrinderfeld aufgegangen ist Im Jahre 1583 gelangte Großrinderfeld an das Kurfürstentum Mainz, wo es zunächst zum Amt Tauberbischofsheim und später zum Oberamt Bischofsheim an der Tauber gehörte. 1806 fiel es an das Großherzogtum Baden. In Baden gehörte das Amt wiederum zum Oberamt Tauberbischofsheim, aus dem später der Landkreis Tauberbischofsheim wurde, mit dem Großrinderfeld 1973 im heutigen Main-Tauber-Kreis aufging. 1866 fand bei Gerchsheim eines der letzten Gefechte des Deutschen Krieges statt.

Großrinderfeld erhielt am 16. März 1699 Marktrecht. Die vom Mainzer Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn unterzeichnete Originalurkunde befindet sich im Rathaus der Gemeinde. Sie erlaubt der Gemeinde Großrinderfeld, auf „ewige Zeiten“ zwei Jahr- und Viehmärkte abzuhalten.

Eingemeindungen 1924 wurde Hof Baiertal und am 31. Dezember 1972 Ilmspan eingemeindet. Die heutige Gemeinde entstand am 1. Januar 1975 durch die Vereinigung der Gemeinden Gerchsheim, Großrinderfeld und Schönfeld.

Wappen der ehemaligen Gemeinden:

Einwohnerentwicklung Die Bevölkerung der Gemeinde Großrinderfeld (1961 und 1970 mit den später eingegliederten Orten) entwickelte sich wie folgt: Jahr Bevölkerung 1961 3045 1970 3161 1991 3813 1995 4107 2005 4148 2000 4110 2010 4045 2015 3920 2020 4033

Quellen: Gemeindeverzeichnis und Angaben des Statistischen Landesamtes

Laut Bevölkerungsfortschreibung vom 30. September 2022 lebten 4.116 Personen in Großrinderfeld, davon 2077 männliche und 2039 weibliche Personen. Eine genaue Aufteilung auf die Teilorte wurde in dieser Fortschreibung nicht mitgeteilt.

Religion Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch geprägt. Die katholischen Kirchen der Gemeinde gehören zur Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach im Dekanat Tauberbischofsheim des Erzbistums Freiburg.

Politik Bürgermeister Am 10. November 2019 wurde Johannes Leibold im zweiten Wahlgang mit 65,1 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Er setzte sich damit gegen insgesamt drei Mitbewerber durch.

Gemeinderat In Großrinderfeld wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate (Ausgleichssitze) verändern. Der Gemeinderat in Großrinderfeld hat nach der letzten Wahl 13 Mitglieder (vorher 17). Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart

Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 IMB Initiative Mündiger Bürger 47,53 6 45,2 8 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,71 4 36,4 6 FW Freie Wähler 22,76 3 18,4 3gesamt100,013100,017Wahlbeteiligung69,28 %69,6 %

Verwaltungsgemeinschaft Die Gemeinde Großrinderfeld bildet mit der Stadt Tauberbischofsheim sowie mit den Gemeinden Königheim und Werbach zur gemeinsamen Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Tauberbischofsheim.

Wappen Die Blasonierung des neuen Großrinderfelder Wappen lautet: In Gold auf grünem Boden ein schreitendes schwarzes Rind, links oben eine gestürzte rote Pflugschar.

Die Blasonierung des alten Wappen lautet: In Silber auf grünem Boden ein schreitendes schwarzes Rind, darüber ein rotes Rad.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Ein privat betriebenes Landwirtschaftliches Museum befindet sich in Großrinderfeld.

Bauwerke und Kulturdenkmale

mini|Schloss Schönfeld mini|hochkant|St. Laurentius in Ilmspan

Bildstöcke In allen vier Ortsteilen gibt es zahlreiche Bildstöcke. Diese sind in der Liste der Kulturdenkmale in Großrinderfeld aufgeführt.

Pfarrkirche St. Michael In der Großrinderfelder Ortsmitte steht die barocke Pfarrkirche St. Michael.Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach: Gemeinde Großrinderfeld, die Pfarrkirche, die Friedhofskapelle und die Kapelle im Hof Baiertal Online auf www.kath-grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.

Schloss Schönfeld Im Ortsteil Schönfeld befindet sich das spätgotische, aus zwei Gebäuden bestehende Schloss Schönfeld aus dem Jahre 1376.

Weitere Baudenkmale Friedhofskapelle in Großrinderfeld Kirche St. Johannes der Täufer in GerchsheimSeelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach: Gerchsheim St. Johannes d.T. Online auf www.kath-grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Februar 2018. Kapelle Maria Königin des Friedens (auch Kriegergedächtniskapelle) in GerchsheimKatholische Kirchengemeinde Großrinderfeld-Werbach: Gerchsheim Kapelle „Maria Königin des Friedens“. Online auf www.kath-grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Februar 2018. Pfarr- und Rathaus Gerchsheim (Herrenstraße) Rathaus und Pfarrhaus am Marktplatz in Großrinderfeld Rokokokirche St. Laurentius in Ilmspan (Johann Michael Fischer, Schüler Balthasar Neumanns)Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach: Geschichte von Ilmspan. Online unter www.kath-grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Februar 2018. Kirche St. Vitus in SchönfeldSeelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach: Schönfeld, St. Vitus. Online auf www.kath-grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Februar 2018. Marienkapelle in Hof Baiertal

Tourismus Durch die Gemeinde Großrinderfeld führen zwei bekannte Ferienstraßen, zum einen die Romantische Straße, die von Würzburg nach Füssen führt, zum anderen die Siegfriedstraße von Worms nach Würzburg.

Wanderwege In der Gemeinde Großrinderfeld gibt es über 80 Kilometer Rundwanderwege. Diese sind in einem Buch des Heimat- und Kulturvereines Großrinderfeld mit dem Titel Sagenhafte und wahre Großrinderfelder Geschichten beschrieben. Die Wanderwege verbinden kulturell bedeutsame Kleindenkmale.

Regelmäßige Veranstaltungen In Großrinderfeld findet alle zwei Jahre der Bauernmarkt statt.

Sport Im Ortsteil Großrinderfeld gibt es einen Sportverein, der die Schweizer Nationalsportart Hornussen als einziger Verein in ganz Deutschland betreibt.

Weitere Sportvereine sind: TUS Großrinderfeld TSV Gerchsheim SV Schönfeld

Wirtschaft und Infrastruktur Wasserversorgung Das in Dittigheim von 2015 bis 2017 errichtete Wasserwerk Taubertal versorgt rund 40.000 Menschen aus drei Städten und drei Gemeinden sowie Industrie und Gewerbe im mittleren Taubertal mit Trinkwasser. Betreiber ist der Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber, dem neben den Gemeinden Großrinderfeld, Werbach und Wittighausen auch die Städte Tauberbischofsheim, Lauda-Königshofen und Grünsfeld angehören.Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber: Startseite. Online unter www.wvmt.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.Main-Post: . 28. Oktober 2016. Online unter www.mainpost.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.

Ansässige Unternehmen In Großrinderfeld gibt es keine größeren Unternehmen. Im März 2007 wurde eine Müllverbrennungsanlage im Industriepark A 81 geplant, gegen deren Bau sich eine Bürgerinitiative wendete.

Bildung

In Großrinderfeld gibt es eine Grundschule, die Freiherr-Von-Zobel-Schule Grundschule.Gemeinde Großrinderfeld: Schulen. Online unter www.grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Juli 2019.

Weinanbau An der Grenze zu Werbach gibt es ein kleines Weinbaugebiet (Beilberg).

Verkehr

Großrinderfeld liegt an der Landesstraße L 578 (in Bayern: Staatsstraße 578), die von Tauberbischofsheim nach Kist führt und ehemals Teil der Bundesstraße 27 (Mosbach–Würzburg) war, dann aber wegen der parallel verlaufenden A 81 (Würzburg–Stuttgart) zur Landesstraße herabgestuft wurde. Der Ortsteil Gerchsheim verfügt über eine Ausfahrt an der A 81.

Persönlichkeiten

Literatur Siegfried Schultheiß: Sagenhafte und wahre Großrinderfelder Geschichten. Heimat- und Kulturverein Großrinderfeld, Großrinderfeld 2012. Autorenteam des Heimat- und Kulturverein Großrinderfeld: „In Wanderschuhen durch die Heimat“ – HKV Großrinderfeld, Großrinderfeld 2015. Großrinderfeld im Wandel der Zeit: Geiger-Verlag, Horb am Neckar ISBN 3-89264-586-8

Weblinks

Website der Gemeinde Großrinderfeld LEO-BW, Landeskunde entdecken online, Großrinderfeld

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Main-Tauber-Kreis

Kategorie:Ersterwähnung 1312 Kategorie:Gemeindegründung 1975