Die 214. Infanterie-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Geschichte

Aufstellung Die 214. ID wurde als Division der 3. Aufstellungswelle im August 1939 aus dem Frankfurter Raum in Hanau im Wehrkreis IX aufgestellt.

Westwall Die Division diente dann unter dem XXX. Armeekorps zum Grenzschutz in der Saarpfalz. Während der begrenzten französischen Saar-Offensive 1939 war die 214. ID in der Verteidigung eine der zentralen Einheiten mit der 79. ID zur Rechten und der 34. ID zur Linken.

Unternehmen Weserübung Im April 1940 nahm die Division an der Invasion Norwegens teil, wurde nach Stavanger verladen und gelangte bis nach Kristiansand und Arendal, wo sie sich mit der 163. ID vereinigte.

Besatzungstruppe Norwegen Nach dem Ende der Kämpfe blieb die 214. ID als Besatzungstruppe in Norwegen.

Umgliederung für den Einsatz an der Ostfront Anfang 1944 bereitete man die 214. ID für ihren bevorstehenden Einsatz an der Ostfront im Bereitstellungsraum Ostpreußen vor. Um feldverwendungsfähig zu werden, wurden ihr von der Schatten-Division Mielau das Grenadier-Regiment 568, das Reserve-Grenadier-Regiment 311 und das I. Bataillon/Artillerie-Regiment Mielau unterstellt.

Heeresgruppe Nordukraine Im Frühjahr 1944 bezog die 214. ID Stellung an der Narwa, um dort die 227. ID abzulösen, und wurde später der Heeresgruppe Nordukraine unterstellt. Dort wurde sie 1944 in die Schlacht um den „Festen Platz“ Kowel in der Ukraine verwickelt, konnte sich danach jedoch mit der Masse der fliehenden Wehrmachtsverbände nur noch zurückziehen.

Weichsel Es folgten die Kämpfe um den Baranow-Brückenkopf an der Weichsel, aus dem die 1. Ukrainische Front im Januar 1945 ihren Angriff während der Weichsel-Oder-Operation startete.

Breslau 1945 Von der 214. ID verblieben lediglich kleinere Kampfgruppen, die sich nach Breslau in Schlesien zurückzogen.

Vernichtung Eine Neuaufstellung der Division erfolgte nach der Vernichtung der verbliebenen Divisionskampfgruppe vor Kriegsende nicht mehr.

Kriegsverbrechen der 214. ID Am 20. November 1942 befahl Oberst Alfred Petry, später Generalmajor, den Soldaten des III. Bataillons des von ihm kommandierten Infanterie-Regiment 355 die Erschießung von 14 britischen Kommandosoldaten, die sich während der Operation Freshman nach einer Notlandung ergeben hatten und gefangen genommen worden waren. Während eines späteren Prozesses wurde auch General Nikolaus von Falkenhorst, der Befehlshaber der deutschen Truppen in Norwegen, wegen Weitergabe des Kommandobefehls verurteilt.

Personen

+ Divisionskommandeure der 214. ID:Dienstzeit Dienstgrad Name 26. August 1939 bis 30. Januar 1940 Generalleutnant Theodor Groppe 30. Januar 1940 bis 31. Dezember 1943 Generalleutnant Max Horn 31. Dezember 1943 bis 15. Februar 1944 Generalmajor Carl Wahle 15.–28. Februar 1944 Generalleutnant Max Horn 28. Februar 1944 bis 18. Januar 1945 Generalleutnant Harry von Kirchbach

+ Generalstabsoffiziere (Ia) der 214. ID:Dienstzeit Dienstgrad Name 1939 bis März 1941 Major Hans Fromberger 10. März 1941 bis 20. April 1944 Oberstleutnant Hans-Wilhelm Tilgner 20. April 1944 bis Januar 1945 Oberstleutnant Heinrich Gehm

Gliederung + Veränderungen in der Gliederung der 214. ID von 1939 bis 19441939 1944 Infanterie-Regiment 355in Büdingen durch Ausbildungsleiter Wetzlar Grenadier-Regiment 355 Infanterie-Regiment 367in Bad Orb durch Ausbildungsleiter Hanau Grenadier-Regiment 367 Infanterie-Regiment 388in Aschaffenburg durch Ausbildungsleiter Aschaffenburg Grenadier-Regiment 568Artillerie-Regiment 214Pionier-Bataillon 214 Panzerabwehr-Abteilung 214 Panzerjäger-Abteilung 214 Aufklärungs-Abteilung 214 Divisions-Füsilier-Bataillon 214Nachrichten-Abteilung 214Nachschubtruppen 214

Literatur

Weblinks (PDF; 461 kB), Nafziger Collection, Combined Armed Research Library.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Kategorie:Division der 3. Aufstellungswelle Kategorie:Gegründet 1939 Kategorie:Aufgelöst 1945