Die 212. Infanterie-Division und spätere 578. Volksgrenadier-Division bzw. 212. Volksgrenadier-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte Einsatzgebiete: Westwall: September 1939 bis Mai 1940 Frankreich: Mai 1940 bis November 1941 Ostfront, Nordabschnitt: November 1941 bis September 1944
Aufstellung Die 212. ID wurde als Division der 3. Aufstellungswelle im August 1939 in München im Wehrkreis VII aufgestellt.
Westwall Unmittelbar danach wurde sie nach Sigmaringen und danach nach Freudenstadt an den Oberrhein verlegt und der 7. Armee unterstellt.
Westfeldzug Zu Beginn des Westfeldzugs lag die Division einsatzbereit auf dem Truppenübungsplatz Heuberg. In der Schlacht um Frankreich kämpfte die 212. ID im Verband mit der 16. Armee bei Nancy.
Vom Juli 1940 bis Februar 1941 war die Division inaktiv.
Im Februar 1941 wurden die Soldaten der 212. ID erneut einberufen und mussten bis zum November 1941 an der Kanalküste Küstenschutz verrichten.
Deutsch-Sowjetischer Krieg Im Winter 1941 wurde die 212. ID an die Ostfront zur Heeresgruppe Nord abgestellt, um an der Belagerung Leningrads teilzunehmen. Ihr zugeteilter Einsatzraum war zunächst die östliche Flanke des Oranienbaumer Brückenkopfes bei der Stadt Peterhof. Zu Beginn des Jahres 1942 war sie an der Schlacht am Wolchow beteiligt, bevor sie zum Oranienbaumer Kessel zurückkehrte, wo sie beim Angriff auf das Fort Krasnaja Gorka eingesetzt wurde. Später im gleichen Jahr kämpfte sie auch im Leningrader Einschließungsring, bevor sich die Gefechte im Januar 1943 auf Nowgorod.
Im Winter 1943/44 kämpfte die Division bei Tschudowo. Dort hatte die 212. ID so große Ausfälle, dass sie im Februar 1944 nur noch die Stärke einer Kampfgruppe besaß.
Als der Druck der Roten Armee größer wurde, um Leningrad endgültig zu befreien, setzte sich die 212. ID über den Fluss Luga nach Pskow an der Grenze zu Estland ab. Von dort musste sie sich über Lissino und Korpus zur Narwa zurückziehen.
Die 212. ID wurde von der vorstoßenden Roten Armee im Zuge der Offensive Operation Bagration bei Lepel gestellt, nachdem sie Ende Juni 1944 als Verstärkung in den Bereich der Heeresgruppe Mitte verlagert worden war. Sie musste sich fluchtartig über Wilna nach Olita zurückziehen, wo sie vernichtet wurde.
Die offizielle Auflösung erfolgte am 15. September 1944. Am 17. September 1944 wurden die Überlebenden der Division in die 212. Volksgrenadier-Division überführt, die auf dem Truppenübungsplatz Schieratz im Warthegau aufgestellt wurde.
212. Volksgrenadier-Division Aufstellung Auf dem Truppenübungsplatz Schieratz wurde im September 1944 aus den Resten der 212. ID die 578. Volksgrenadier-Division aufgestellt, die kurze Zeit später in 212. Volksgrenadier-Division umbenannt wurde. Die personelle Verstärkung erhielt diese Division überwiegend aus Bayern.
Wie viele Volksgrenadier-Divisionen hatte die 212. VGD kaum Funk-Ausrüstung und Sturmgeschütze. Sie besaß nur vier anstatt der vorgesehenen 28 Sturmgeschütze.
Ardennenoffensive Am 16. Dezember 1944 wurde die 212. VGD zusammen mit dem LXXX. Armeekorps der 7. Armee in der Ardennenoffensive an der Westfront eingesetzt. Im April 1945 wurde der Division noch die Ausbildungs-Division Bayern unterstellt.
Der Kommandeur der 7. Armee General der Panzertruppe Erich Brandenberger, stufte die 212. VGD als einen seiner besten Verbände ein und befahl ihr die südliche Flanke des Operationsgebietes zu sichern. Im Laufe der bei angelsächsischen Historikern als „Battle of the Bulge“ bekannt gewordenen Schlacht, stieß die 212. VGD auf die 4. US-Infanteriedivision. Die 212. VGD verzeichnete einige Anfangserfolge, konnte letztlich ihre Operationsziele nicht erreichen, zog sich auf den Rhein zurück.
Kapitulation Die Division kapitulierte bei Kriegsende vor den US-amerikanischen Truppen.
Personen
+ Divisionskommandeure der 212. ID:Dienstzeit Dienstgrad Name 26. August bis 15. September 1939 Generalmajor Walter Friedrichs 15. September 1939 bis 1. Oktober 1942 Generalleutnant Theodor Endres 1. Oktober 1942 bis 30. Juni 1943 Generalmajor/Generalleutnant Hellmuth Reymann30. Juni 1943 bis 11. August 1943OberstHerbert Wagner 1. Oktober 1943 bis 1. Mai 1944 Oberst/Generalmajor Karl Koske 1. Mai bis Oktober 1944 Generalmajor/Generalleutnant Franz Sensfuß
+ Generalstabsoffiziere (Ia) der 212. ID:Dienstzeit Dienstgrad Name 1939 bis April 1940 Oberstleutnant Heinz von Gyldenfeldt 1940 Hauptmann Hoefs 1941 bis September 1941 Hauptmann Reichel 1942 bis März 1943 Major Hermann Lassen März 1943 bis September 1944 Oberstleutnant Horst Ogilvie September 1944 Major Adolf Wicht
+ Divisionskommandeure der 212. Volksgrenadier-Division:Dienstzeit Dienstgrad Name Oktober 1944 bis Januar 1945 Generalleutnant Franz SensfußJanuar 1945GeneralmajorEugen TheilackerFebruar 1945 bis März 1945GeneralleutnantFranz Sensfuß 1.–21. April 1945 Generalmajor Max Ulich 21. April bis 8. Mai 1945 Generalmajor Hans-Jobst Freiherr von Buddenbrock
+ Generalstabsoffiziere (Ia) der 212. Volksgrenadier-DivisionDienstzeit Dienstgrad Name 20. September bis 30. Dezember 1944 Major Wolfgang Köstlin 30. Dezember 1944 bis 1945 Oberstleutnant Hans Ritter und Edler von Rosenthal
Gliederung Veränderungen in der Gliederung der 212. ID von 1939 bis 1943 1939 1943 Infanterie-Regiment 316I.–III. Btl. durch Ausbildungsleiter Landsberg am Lech, Ersatz-Bataillon in Augsburg Grenadier-Regiment 316 Infanterie-Regiment 320I.–III. Btl. durch Ausbildungsleiter Rosenheim, Ersatz-Bataillon in Ingolstadt Grenadier-Regiment 320 Infanterie-Regiment 423I.–III. Btl. durch Ausbildungsleiter Landshut, Ersatz-Bataillon in Neuburg Grenadier-Regiment 423Artillerie-Regiment 212Pionier-Bataillon 212 Panzerabwehr-Abteilung 212 Panzerjäger-Abteilung 212 Aufklärungs-Abteilung 212 Divisions-Füsilier-Bataillon 212 -- Feldersatz-Bataillon 212Nachrichten-Abteilung 212Nachschubstruppen 212
Literatur Egid Gehring: Von der Saar bis an die Mosel. Marsch, Kampf und Sieg einer Infanterie-Division im Westen. Ein Erinnerungsbuch (= 212. Infanterie-Division), München 1942.
Weblinks (PDF; 461 kB), Nafziger Collection, Combined Armed Research Library.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Kategorie:Division der 3. Aufstellungswelle Kategorie:Division der 32. Aufstellungswelle Kategorie:Gegründet 1939 Kategorie:Aufgelöst 1944