hochkant|mini|Hugo Pernice Hugo Karl Anton Pernice (* 9. November 1829 in Halle (Saale); † 31. Dezember 1901 in Greifswald) war ein deutscher Hochschullehrer für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Greifswald.

Leben Als Sohn des Rechtsgelehrten Ludwig Pernice besuchte Pernice die Latina der Franckeschen Stiftungen. Nach dem Abitur studierte er an der Georg-August-Universität Göttingen Medizin.Immatrikulation in Göttingen am 2. Mai 1848 Er wurde 1848 zur Zeit der Deutschen Revolution 1848/1849 zunächst Mitglied des Corps Hannovera Göttingen, trat aber am 25. November desselben Jahres als Mitstifter mit weiteren Mitgliedern der Hannovera unter dem Revolutionär Wilhelm Pieper zu der burschenschaftlich orientierten Progressverbindung Teutonia über.Kösener Corpslisten 1930, 48/19.Erst gegen Ende der Reaktionsära wurde Teutonia am 15. Juni 1854 wieder zum Corps. Pernice wechselte an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die Friedrichs-Universität Halle und die Prager Karls-Universität. Am 4. April 1852 wurde er in Halle zum Dr. med. promoviert.Dissertation: De morbosis ovi hvmani degenerationibus qvas molarvm nomine scriptores comprehendvnt : commentatio. Von Februar 1853 bis April 1856 war er Assistent bei Anton Friedrich Hohl an der geburtshilflichen Klinik der Universität Halle. Dort habilitierte er sich am 3. April 1855 für Geburtshilfe.Habilitationsschrift: Operationum in arte obstetricia examinatio critica et historica. Am 29. Juni 1858 kam er auf den Lehrstuhl der Königlichen Universität zu Greifswald.Personalakte (PA 555) im Universitätsarchiv Greifswald.

Über 41 Jahre war er Direktor der geburtshilflichen und gynäkologischen Klinik. Er war außerdem erster Vorsitzender des 1863 gegründeten Medizinischen Vereins Greifswald. Für das akademische Jahr 1869/70 wurde er zum Rektor der Universität gewählt.Rektoratsreden (HKM) Im Sommersemester 1899 ersuchte er um Entbindung von seinen amtlichen Verpflichtungen. Nachdem seine Frau im Herbst 1901 gestorben war, erlag er mit 72 Jahren seiner Erkrankung. Unter seinen sechs Kindern war der Sohn Erich Pernice, ein Klassischer Archäologe, und Agnes Ballowitz, Ehefrau von Emil Ballowitz.

Ehrungen Königlicher Kronen-Orden (Preußen) 4. Klasse (18. März 1872) Kriegsdenkmünze für die Feldzüge 1870–71 (Deutsches Reich) Roter Adlerorden 4. Klasse (20. August 1879) Roter Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife Königlicher Kronen-Orden (Preußen) 2. Klasse, beim Krönungs- und Ordensfest 1892

Werke Die Geburten mit Vorfall der Extremitäten neben dem Kopfe. 1858. Über den Scheintod Neugeborener und dessen Behandlung durch electrische Reizungen. Danzig 1863. Beiträge zu Albert Eulenburgs Real-Encyclopädie der gesammten Heilkunde. Erste Auflage. Band 3 (1880) (Digitalisat), S. 18–27: Castration der Frauen Band 4 (1880) (Digitalisat), S. 333–372: Eierstöcke

Literatur hochkant|mini|Gedenktafel in Greifswald Wilhelm Fabricius: Geschichte und Chronik des Kösener SC-Verbandes. Nach den Akten von Dr. W. Fabricius. G. Elwert’sche Universitätsbuchhandlung, Marburg 1907. Berent Schwineköper: Der studentische „Progreß“ und die Entstehung der Göttinger Progreßverbindung Teutonia im Jahre 1848. Corpszeitung der Teutonia, Nr. 63, Göttingen 1937. Hans Gidion, Berent Schwineköper, R. Westermann: Geschichte des Corps Teutonia-Hercynia 1854–1962. Göttingen 1962. Berent Schwineköper: Zur Geschichte der Göttinger Corps und Verbindungen um 1848, zugleich ein Erinnerungsblatt an Wilhelm Pieper, Hanseatiae Göttingen (x), Miterneuerer der Göttinger Hannovera (xxx), Stifter der Göttinger Teutonia (xxx) und Mitbegründer des HKSCV. Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, Bd. 8 (1963), S. 70–78. Franz Stadtmüller (Hg.): Geschichte des Corps Hannovera zu Göttingen 1809–1959. Göttingen 1963. Berent Schwineköper: Wilhelm Pieper Teutoniae als Göttinger Revolutionär (1848) und als Emigrant in London im Kreise von Karl Marx und Friedrich Engels (1849–1859). Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, Bd. 9 (1964), S. 5–23. Heinrich F. Curschmann: Blaubuch des Corps Hannovera zu Göttingen. Bd. 1: 1809–1899. Göttingen 2002, Nr. 503.

Lothar Kämpfe: Pernice, Hugo (1829–1901). In: Dirk Alvermann, Nils Jörn (Hrsg.): Biographisches Lexikon für Pommern, Bd. 3. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2019 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern Forschungen zur Pommerschen Geschichte; 48,3), ISBN 978-3-412-50072-6, S. 245–248.

Weblinks

Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte (zeno.org)

Einzelnachweise

Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Greifswald) Kategorie:Gynäkologe, Geburtshelfer Kategorie:Geheimer Medizinalrat Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1829 Kategorie:Gestorben 1901 Kategorie:Mann Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse