Der Futbolnyj klub Schachtar Donezk (; ), kurz Schachtar Donezk, ist ein Fußballverein aus der ostukrainischen Stadt Donezk. Der Verein wurde am 3. April 1936Geschichte des Vereins auf der offiziellen Webseite des Schachtar Donezk; abgerufen am 26. März 2018 (ukrainisch) gegründet und gehört mit Dynamo Kiew zu den Mannschaften, die noch nie aus der Premjer-Liha, der ersten ukrainischen Liga, abgestiegen sind.
Der Name ( / – „Bergarbeiter“) leitet sich vom wichtigsten Industriezweig der Region Donbass ab, dem Bergbau. Die Vereinsfarben sind Orange-Schwarz, gespielt wird gegenwärtig in orangefarbenem Hemd, oranger Hose und orangen Stutzen.
Der Klub gewann sechzehn Meistertitel, ist fünfzehnmaliger ukrainischer Pokalsieger, viermaliger sowjetischer Pokalgewinner und gewann 2009 den UEFA-Pokal. Er ist damit nach Dynamo Kiew der zweiterfolgreichste Fußballverein des Landes.
Seit 2014 trägt der Fußballklub wegen des Krieges in der Ostukraine seine Heimspiele nur in anderen Städten aus, aktuell im Olympiastadion Kiew bzw. internationale Partien zunächst in der Arena AufSchalke in Gelsenkirchen und im Volksparkstadion in HamburgShakhtar Donetsk absolviert Champions-League-Heimspiele im Volksparkstadion, hsv.de, veröffentlicht und abgerufen am 18. August 2023., seit 2025 im Henryk-Reyman-Stadion in Krakau.
Geschichte Russisches Kaiserreich und Sowjetunion mini|links|200px|Stachanowez Donezk im Jahr 1937 mini|Logo der sowjetischen Zeit Bereits 1911 wurde im metallurgischen Werk der Neurussland-Gesellschaft eine Sportvereinigung gegründet. Auf ihrer Grundlage entstand Anfang April 1936 der Fußballclub unter dem Namen Stachanowez Stalino (benannt nach der Stachanow-Bewegung), dessen erstes Spiel am 24. Mai 1936 ausgetragen wurde. Der Verein nahm im Folgenden an gesamtsowjetischen Wettbewerben teil. Schon 1938 spielte der Verein erstmals in der höchsten sowjetischen Liga. Zu Spielern des Vereins zählten die fußballerisch begabtesten Bergarbeiter aus der Region Donezk, die für Fußballspiele von der Arbeit beurlaubt wurden. Die für Donezk erfolgreich begonnene Saison 1941 wurde jäh vom Krieg und der deutschen Besatzung abgebrochen, in deren Verlauf bis zum Jahr 1944 ca. 60.000 Menschen in Donezk getötet wurden.
Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der Stadt, der Spielbetrieb wurde 1945 wieder aufgenommen. Ein Jahr später wurde der Verein in Schachtjor Stalino und 1961 in Schachtjor Donezk umbenannt. Das Team spielte bis 1991 fast durchgehend in der höchsten sowjetischen Spielklasse. 1971 war Schachtar Donezk zum ersten und einzigen Mal in die Perwaja Liga abgestiegen, doch bereits in der Saison 1975 wurde die Mannschaft sowjetischer Vizemeister.Erstklassigkeit Durch diesen Erfolg debütierte das Team aus Donezk in der Saison 1976/77 im UEFA-Pokal und erreichte dabei die dritte Runde, wo jedoch der spätere Sieger Juventus Turin sich durchsetzen konnte. Auch wenn in den Sowjetzeiten kein einziges Mal der Meistertitel gewonnen werden konnte, gewann das damals hauptsächlich als Schachtjor bekannte Team 1960, 1961, 1980 und 1983 jeweils den sowjetischen Pokal sowie 1984 den sowjetischen Supercup.
Ukraine 128px|mini|Logo 1997–2007 Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der damit verbundenen Unabhängigkeit der Ukraine begann Schachtar in der neuen ukrainischen Liga zu spielen. Zunächst wurde die Liga von dem Dauerrivalen Dynamo Kiew aus der Hauptstadt dominiert, doch seit der Übernahme Schachtars durch den Milliardär Achmetow wurde der Verein mit großzügigen Geldzuwendungen konsequent aufgebaut. Seitdem wurde Schachtar Donezk zum ernsthaften Konkurrenten des Teams aus der ukrainischen Hauptstadt, wurde vielfacher ukrainischer Meister und tritt auch in internationalen Wettbewerben zunehmend erfolgreich auf.
1992–1996: Etablierung im Oberhaus Saisondaten 1992–1996 Saison Platz Torver-hältnis Punkte 1992/93 4 44:32 34:26 1993/94 2 64:32 49:19 1994/95 4 52:29 62 1995/96 10 44:43 45 In der ersten Saison wurde die ukrainische Liga noch in zwei Gruppen aufgeteilt und dauerte nur von März bis Juni. In Gruppe A konnte Schachtar hinter Tawrija Simferopol den zweiten Platz erreichen und nahm damit am Play-off um den gesamten dritten Platz teil. In diesem unterlag man jedoch dem FK Dnipro knapp mit 2:3. Seit der Saison 1992/93 wird die Liga im bis heute angewandten Modus ausgetragen. Nach einem vierten Platz gelang 1993/94 der zweite Platz hinter dem dominanten Dynamo Kiew. Damit nahm Schachtar erstmals an einem Europapokal teil, nämlich stieg man in die Vorrunde des UEFA-Pokals ein. Dort unterlag man Lillestrøm SK mit 1:4, woraufhin man mit einem 2:0 im Rückspiel das Ausscheiden nicht verhindern konnte.
In der Saison 1994/95 wurde man zwar nur Vierter, jedoch konnte man im Endspiel des ukrainischen Pokals den FK Dnipro im Elfmeterschießen bezwingen und sich so nicht nur den ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte, sondern auch die Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger 1995/96 sichern. Dort unterlag man jedoch schon in der ersten Runde dem FC Brügge. Nach einem 0:1 im Hinspiel erlangte man im Rückspiel lediglich ein 1:1. In der Saison 1995/96 ließ der Verein ein gutes Abschneiden in der Liga zu wünschen übrig. Der zehnte Platz ist bis heute die schlechteste Platzierung überhaupt. Dennoch nahm der Verein am UEFA Intertoto Cup 1996 teil, wo man mit Rotor Wolgograd, dem FC Basel, Antalyaspor und Ataka-Aura Minsk Gruppe 7 vervollständigte. Vor dem Verein aus Minsk belegte Schachtar lediglich den vierten Platz und verpasste daher die Teilnahme am Europapokal.
1996–2002: Erste nationale Titel Saisondaten 1996–2002 Saison Platz Torver-hältnis Punkte 1996/97 2 72:28 62 1997/98 2 61:25 67 1998/99 2 70:25 65 1999/2000 2 60:16 66 2000/01 2 71:21 63 2001/02 1 49:10 66 Am 11. Oktober 1996 wurde der Verein durch den aus Donezk stammenden Milliardär Rinat Achmetow übernommen. Damit sollte der Verein durch großzügige Geldzuwendungen einen sportlichen Aufschwung erleben und zunehmend mit den anderen großen Vereinen der Ukraine konkurrieren können. Das Vorhaben schien aufzugehen, da in der Saison 1996/97 der zweite Platz erreicht werden konnte. Hinzu kam der zweite Pokalsieg, erneut schlug man hierbei den FK Dnipro im Endspiel mit 1:0. Im Europapokal der Pokalsieger konnte man erstmals eine Runde überstehen. Mit 3:2 und 1:1 setzte man sich gegen Boavista Porto durch, aber in der zweiten Runde setzte es das Aus durch zwei Niederlagen gegen Vicenza Calcio mit 1:3 und 1:2.
Auch die weiteren Spielzeiten der ukrainischen Liga waren durch die Dominanz von Dynamo Kiew und Schachtar Donezk geprägt. An den Verein aus der Hauptstadt schaffte es Schachtar jedoch nicht vorbei und wurde immer Vizemeister. Nachdem man in der Saison 1999/2000 auf Dynamo Kiew 18 Punkte Rückstand hatte, war es in der Saison 2000/01 nur noch einer.
Auf internationalem Niveau nahm der Verein durch die serielle Vizemeisterschaft konstant an den Qualifikationsspielen des Europapokals teil. Im UEFA-Pokal 1998/99 besiegte man den maltesischen FC Birkirkara souverän mit 2:1 und 4:0. Jedoch schied man in der zweiten Qualifikationsrunde nach einer 0:4-Niederlage im Hinspiel und einem 3:2-Rückspielsieg gegen den FC Zürich aus. In der darauffolgenden Spielzeit gab es nur eine Qualifikationsrunde. Dort trat man gegen Sileks Kratovo aus Nordmazedonien an und setzte sich mit einem 3:1-Heimsieg und einer 1:2-Niederlage im Rückspiel knapp durch. Zwei Niederlagen gegen Roda JC Kerkrade mit 0:2 und 1:3 besiegelten jedoch das Aus in der ersten Runde.
Da die ukrainischen Vereine konstant in den Europapokalen gute Leistungen zeigten, änderten sich ab der Saison 1999/2000 die Bestimmungen für die Qualifikationsplätze, die man über die ukrainische Liga erspielen konnte. Trotz anhaltender Vizemeisterschaft durfte Schachtar daher erstmals an der Qualifikation zur UEFA Champions League teilnehmen. Der Verein stieg in der zweiten Runde ein, wo man den FC Levadia Maardu mit einem Gesamtergebnis von 9:2 deutlich bezwang. In der dritten Runde verlor man im Hinspiel gegen Slavia Prag mit 0:1, gewann dafür aber zuhause nach Verlängerung mit 2:0 und qualifizierte sich so für die erste Gruppenphase. Dort trat man in Gruppe B gegen den FC Arsenal, die SS Lazio und Sparta Prag an. Aus sechs Spielen holte man lediglich zwei Siege – darunter auch ein beachtliches 3:0 gegen Arsenal – verlor dafür aber alle anderen Partien. Als Drittplatzierter durfte Schachtar in der dritten Runde des UEFA-Pokals weiterspielen, jedoch ging diese mit 0:0 und 0:1 knapp gegen Celta Vigo verloren.
In der Saison 2000/01 wurde erneut der ukrainische Pokal gewonnen, doch im Hinblick auf die Teilnahme am Europapokal stand die Vizemeisterschaft über dem Pokalsieg. Der Verein nahm daher erneut an den Qualifikationsspielen zur UEFA Champions League 2001/02 teil. Nachdem man in der zweiten Runde den FC Lugano erledigte, gab es in der dritten Runde jedoch kein Weiterkommen gegen Borussia Dortmund. Daraufhin ging es in die erste Runde des UEFA-Pokals, wo man jedoch ZSKA Sofia unterlag. Eine 0:3-Niederlage aus dem Hinspiel wurde hierbei mit einem 2:1-Sieg im Rückspiel nur unzureichend kompensiert.
In der Saison 2001/02 gelang schlussendlich der lang ersehnte Meistertitel mit einem Punkt Vorsprung auf Dynamo Kiew. Schachtar blieb in dieser Saison ungeschlagen (20 Siege, sechs Remis) und kassierte nur zehn Gegentore. Der Verein wurde in der gleichen Spielzeit erneut Pokalsieger, sodass er zum ersten Mal auch das nationale Double gewonnen hat. Es handelt sich um das fünfte Double seit der Unabhängigkeit der Ukraine und Schachtar Donezk ist der zweite ukrainische Verein nach Dynamo Kiew, der dieses erreichen konnte.
2002–2009: Der lange Weg zum UEFA-Pokalsieg Saisondaten 2002–2009 Saison Platz Torver-hältnis Punkte 2002/03 2 61:24 70 2003/04 2 62:19 70 2004/05 1 63:19 80 2005/06 1 64:14 75 2006/07 2 57:20 63 2007/08 1 75:24 74 2008/09 2 47:16 64 Der Meistertitel berechtigte Schachtar zur Teilnahme an der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League. Nach einem doppelten 1:1 unterlag der Verein jedoch dem FC Brügge im Elfmeterschießen und musste sich erneut mit dem UEFA-Pokal zufriedengeben. Aber auch dort kam man nicht über die erste Runde hinaus, da man im Hinspiel gegen den FK Austria Wien mit 1:5 verlor und im anschließenden Rückspiel nur 1:0 gewann. Auf nationalem Niveau gelang in der Spielzeit 2002/03 sowohl in der Liga als auch im Pokal nur der jeweils zweite Platz. Die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation blieb dem Verein aber nicht verwehrt. In der zweiten Runde bestand man gegen Sheriff Tiraspol nach einem torlosen Hinspiel mit 2:0 im Rückspiel. Allerdings unterlag man in der dritten Runde trotz eines 1:0-Hinspielsieges Lokomotive Moskau mit 1:3 und rutschte erneut in den UEFA-Pokal. Der Verein unterlag abermals in der ersten Runde, diesmal gab es ein 2:3 und ein 0:2 gegen Dinamo Bukarest.