mini|Die Mannschaft des Freiburger FC (v. l. n. r. August Falschlunger, Henri Sydler, Josef Glaser, Fritz Bodenweber, Max Haase, Max Mayer, Felix Hunn, Louis C. de Villiers, Paul von Goldberger, Otto Hofherr, Philipp Burkart). Deutscher Meister 1907

Die süddeutsche Fußballmeisterschaft 1906/07 des Verbandes Süddeutscher Fußball-Vereine gewann der Freiburger FC im Endrundenfinale gegen den 1. FC Nürnberg. Dies war der zweite Gewinn der süddeutschen Fußballmeisterschaft für die Freiburger, die sich dadurch für die deutsche Fußballmeisterschaft 1906/07 qualifizierten. Nach einem Freilos im Viertelfinale und einem Sieg im Halbfinale über den favorisierten, bis dahin in den deutschen Meisterschaftsendrunden ungeschlagenen VfB Leipzig (3:2) erreichten die Breisgauer das Endspiel. Auch in diese Partie gegen Viktoria 89 Berlin ging der Freiburger FC als Außenseiter, setzte sich aber gegen die mit Stars wie Helmut Röpnack gespickte Viktoria-Elf mit 3:1 durch und wurde erstmals deutscher Fußballmeister.

Modus und Übersicht Der Austragungsmodus änderte sich in diesem Spieljahr insofern, als für die beiden bayerischen Staffeln, die bisher dem Südkreis zugeteilt waren, der Ostkreis neu geschaffen wurde. Als erster Ostkreismeister qualifizierte sich der 1. FC Nürnberg für die Endrunde des VSFV, der 1. Hanauer FC 93 gewann die Nordkreis- und der Freiburger FC die Südkreismeisterschaft. Der Süddeutsche Meister wurde in der Endrunde dieser Spielzeit zwischen den drei Kreismeistern letztmals im K.-o.-System ermittelt.

Bezirk Bezirksmeister Nordkreis 1. Hanauer FC 1893 Ostkreis 1. FC Nürnberg Südkreis Freiburger FC

Nordkreis Der Nordkreis war in diesem Jahr in sechs Gaue aufgeteilt, deren Meister in einer Doppelrunde den Nordkreismeister ermittelten. Diese zersplitterte Struktur, die zur Folge hatte, dass etwa im Südmaingau – nach der Disqualifikation der Frankfurter Hermannia – lediglich vier Mannschaften gegeneinander antraten, wurde in den darauf folgenden Spielzeiten deutlich gestrafft. Der 1. Hanauer FC 93 erwies sich in der Nordkreis-Endrunde den Kontrahenten als weit überlegen und zog in die süddeutsche Endrunde ein.

Gau Mittelrhein Die Vereine des Gau Mittelrhein spielen ab der nächsten Saison im Gau Südmain.

Gau Mittelmain

(N) Aufsteiger

Gau Südmain

Gau Westmain

Gau Neckar

Gau Pfalz

Endrunde Nordkreis

Ostkreis In Franken gewann der 1. FC Nürnberg alle Ligaspiele in der mittelfränkischen A-Klasse und setzte sich erstmals auch auf bayrischer Ebene gegen die spielstarke Elf des MTV München von 1879 durch. Die Mannschaft um die Gymnasiasten Haggenmiller, Steinmetz und Hertel sowie den von der Berliner Viktoria zum FCN gestoßenen Mittelstürmer Willi Müller scheiterte in der süddeutschen Endrunde erst in den Endspielen am späteren deutschen Meister aus Freiburg. Im Gau Ostmain und im Gau Donau gab es in dieser Saison noch keine A-Klasse.

Gau Mittelfranken

(N) Aufsteiger

Gau Oberbayern

Endrunde Ostkreis

Wiederholungsspiele:

Südkreis Im Südkreis schaltete der Freiburger FC die elsässischen Mannschaften aus Straßburg und Mülhausen aus, die Stuttgarter Kickers den FC Union Stuttgart und den FC Karlsvorstadt und der Karlsruher FV war in Mittelbaden wieder die Nummer eins. In der Endrunde konnten sich die Breisgauer um Mittelstürmer „Sepp“ Glaser knapp durchsetzen und zogen in die süddeutsche Endrunde ein.

Gau Mittelbaden

(SM) süddeutscher Titelverteidiger

Gau Oberrhein

Gau Schwaben

Endrunde Südkreis

Endrunde um die süddeutsche Meisterschaft Der Sieger des Ostkreises erreichte direkt das Finale. Neun Jahre nach dem Gewinn des ersten süddeutschen Meistertitels überhaupt konnte sich der Freiburger FC zum zweiten Mal die Verbandsmeisterschaft sichern und zog damit erstmals in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft ein.

Halbfinale

Finale

Literatur Überregional

Süddeutscher Fußball-Verband (Hrsg.): 100 Jahre Süddeutscher Fußball-Verband. Vindelica-Verlag, Gersthofen 1997, . Der deutsche Fußball (1900–1920) (= Libero, Spezial deutsch, Nr. D3, 1992). IFFHS, Wiesbaden 1992, , insb. S. 84–94. Udo Luy: Fußball in Süddeutschland 1889–1908, Kleinrinderfeld 2016.

Regional Willi Adam, Thomas Riedel: Das große Tabellenbuch. Fußball Südbaden von 1898 bis 2000. Belchen Verlag, Freiburg 2000, ISBN 3-933483-56-5, S. 15. Ulrich Matheja: Schlappekicker und Himmelsstürmer. Die Geschichte von Eintracht Frankfurt. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-538-9. Dietrich Schulze-Marmeling: Die Bayern. Die Geschichte eines Rekordmeisters. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89533-669-0. Harald Schock, Christian Hinkel: Ein Jahrhundert FSV Frankfurt 1899 e. V. Die Geschichte eines traditionsreichen Frankfurter Sportvereins (Festschrift). FSV Frankfurt 1899 e. V. (Hrsg.). Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-89784-189-4. 90 Jahre Karlsruher Fussballverein. Eine illustrierte Chronik (Festschrift). Karlsruher FV (Hrsg.), Karlsruhe 1981, . Gerhard Zeilinger: Die Pionierzeit des Fussballspiels in Mannheim. Die ersten 25 Jahre von 1894 bis 1919. Fussball-Archiv, Mannheim 1992, ISBN 3-89426-044-0.

Einzelnachweise

Kategorie:Fußballsaison 1906/07 #1906