Helen Worrell Clarkson McCloyDer vollständige Name ist in Bibliotheks- und Verbundkatalogen nicht gebräuchlich (* 6. Juni 1904 nur in Novelguide aufgefunden in New York; † 1994) war eine US-amerikanische Journalistin, Literaturkritikerin, Verlegerin und Kriminalschriftstellerin, die auch unter dem Pseudonym Helen Clarkson schrieb.

Leben Helen McCloy war die Tochter von William Conrad McCloy – langjähriger Herausgeber der New York Evening Sun – und der Schriftstellerin Helen Worrell McCloy (Geburtsname Clarkson). Ihre Schulzeit verbrachte Helen McCloy auf der 1867 von Quäkern gegründeten New Yorker Brooklyn Friends School. (englisch) 1923 ging sie nach Frankreich und studierte dort bis 1924 an der Pariser Sorbonne. Zwischen 1927 und 1932 arbeitete sie als Frankreich-Korrespondentin im Nachrichtenbüro Hearst's Universal News Service des amerikanischen Verlegers William Randolph Hearst, als Kunstkritikerin für The International Studio und andere Magazine und als freie Mitarbeiterin für die konservative Londoner Tageszeitung Morning Post. Nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten (1932) begann McCloy ihre schriftstellerische Arbeit. Der erste große Erfolg gelang ihr 1938Das vereinzelt im Web angegebene Veröffentlichungsjahr „1933“ ist nach den einschlägigen Bibliotheks- und Verbundkatalogen falsch mit dem Roman Dance of Death und ihrem Serien-Protagonisten Dr. Basil Willing.Eine ausführlichere Betrachtung des Protagonisten Dr. Basil Willing befindet sich auf der

1946 heiratete Helen McCloy den Kriminalschriftsteller Davis Dresser, der unter dem Pseudonym Brett Halliday mit seiner Mike Shayne-Serie auch in Deutschland bekannt wurde. McCloy und Dresser hatten eine Tochter mit Namen Chloe. Gemeinsam gründeten sie die Literaturagentur Halliday and McCloy und die Torquil Publishing Company, bei der die Romane von Brett Halliday und anderen Schriftstellern von 1953 bis 1965 erschienen. In den fünfziger und sechziger Jahren schrieb McCloy nebenbei als Rezensentin für verschiedene Zeitungen in Connecticut. Ihre Ehe mit Davis Dresser ging 1961 auseinander.

Helen McCloy war die erste Frau, die 1950 zur Präsidentin des amerikanischen Schriftstellerverbandes Mystery Writers of America (MWA) gewählt wurde.Liste der MWA-Präsidenten Sie unterstützte 1971 die Gründung der MWA-Sektion Neuengland (Maine, Massachusetts, New Hampshire, Rhode Island und Vermont) des Schriftstellerverbandes. Bis heute (2013) existiert die Helen McCloy / MWA Scholarship for Mystery Writing,Nähere Details auf der offiziellen Homepage der MWA (englisch) in der Schriftstellertalente in verschiedenen Sparten gefördert werden.

Auszeichnungen 1954 Edgar Allan Poe Award – Kategorie Beste Literaturkritik für ihre Kritiken im Westport Town CrierOffizielle Hp Westport Town Crier (englisch) und anderen Zeitungen in Connecticut (gemeinsam mit Brett Halliday) 1980 Nero Wolfe Award – Kategorie Bester Roman für Burn This 1990 Grand Master Award, die höchste Auszeichnung der Mystery Writers of America (MWA) in Anerkennung der besonderen Leistungen im Krimi-Genre und gleichbleibend hohe Qualität ihrer Werke

Darüber hinaus fanden mehrere Werke von Helen McCloy höchste Anerkennung in internationalen Bestenlisten. So findet sich „Do Not Disturb“ aus 1943 als Spitzentitel in der populären amerikanischen Anthony Boucher's List of Best Titels 1930–1967.Roger M. Sobin: The Essential Mystery List: For Readers, Collectors, and Librarians. Poisened Pen Press, Arizona 2007, S. 302.

Der bekannte britische Literaturkritiker und Schriftsteller H. R. F. Keating verewigte Helen McCloy mit „Mr. Splitfoot“ als besten Roman für das Jahr 1968 in seiner Auflistung der 100 besten Kriminalromane von 1845 bis 1986.H. R. F. Keating: Crime & Mystery: The 100 Best Books. Xanadu, London 1987. (Online-Liste bei Classic Crime Fiction)

Im The Mystery Lover's CompanionArt Bourgeau: The Mystery Lover's Companion. Crown, New York 1986. nimmt der Literaturkritiker Art Bourgeau McCloys „Cue for Murder“ aus 1942 mit der höchsten Anzahl von fünf Daggern auf. Bourgeau bewertete etwa 2.500 Bücher aus den Jahren 1860–1985, von denen 226 Titel diese höchste Auszeichnung erhielten und von ihm als A True Classic eingestuft wurden.

William F. Deeck (1936–2004), ein in den USA bekannter Kritiker, Rezensent und Namensgeber des Literaturpreises William F. Deeck Malice Domestic Grant for Unpublished Writers, der ungezählte Artikel für The Armchair Detective, Mystery Readers Journal und andere Publikationen schrieb, berücksichtigte McCloy ebenfalls in seiner Bestenliste My One Hundred Best Mystery Books.Roger M. Sobin: The Essential Mystery List: For Readers, Collectors, and Librarians. Poisened Pen Press, Arizona 2007, S. 339. Mit „Through a Glass, Darkly“ nahm er sie für 1950 in seine Liste auf.

Die 1957 von dem New Yorker Verlag Dell Publishing eröffnete Serie The Dell Great Mystery Library erfasste die besten Kriminalromane zwischen 1902 und 1962. McCloy wurde dort mit „Before I Die“ beste Krimiautorin für das Jahr 1963.

Ellery Queens Queen's QuorumEllery Queen: Queen's Quorum: A History of the Detective-Crime Short Story as Revealed by the 125 Most Important Books Published in This Field, 1845–1967. Greenhill Books, London 1986. verzeichnet als beste Kurzgeschichte McCloys „Surprise, Surprise!“ (Original: The Singing Diamonds) für das Jahr 1965.Die Erstveröffentlichung gab es bereits 1951 in den USA. In Großbritannien erstmals 1965 bei Victor Gollancz, London, unter dem Titel Surprise, Surprise!

Werke Dr. Basil Willing-Serie 1938 Dance of Death (UK: Design for Dying) 1940 The Man in the Moonlight 1941 The Deadly Truth (dt. Lüg, wenn du kannst. Rowohlt, Reinbek 1969) 1942 Who's Calling? 1942 Cue for Murder 1943 The Goblin-Market 1945 The One That Got Away 1948 Through a Glass, Darkly 1951 Alias Basil Willing 1955 The Long Body (dt. Es begann in Mexico. Scherz, Bern u. a. 1960) 1956 Two-Thirds of a Ghost (dt. Drei in einem Sarg. Rowohlt, Reinbek 1963) 1968 Mr. Splitfoot 1980 Burn This

Sonstige 1943 Do Not Disturb 1944 Panic 1948 She Walks Alone (dt. Sie ging allein. Nest, Nürnberg 1952) 1949 Better Off Dead 1954 Unfinished Crime (dt. Die andere Karriere. Scherz, Bern u. a. 1961) 1957 The Slayer and the Slain 1963 Before I Die 1967 The Further Side of Fear 1971 A Question of Time (dt. Das Bild des Schreckens. Heyne, München 1973) 1973 A Change of Heart 1974 The Sleepwalker 1975 Minotaur Country 1976 The Changeling Conspiracy (UK: Cruel as the Grave) 1977 The Impostor 1979 The Smoking Mirror

Helen McCloy als Helen Clarkson 1959 The Last Day

Kurzgeschichten 1941 The Nameless Clue. In: Five–Novels Monthly. 1941 1946 Chinoiserie. In: EQMM. Juli 1946 1949 The Case of the Duplicate Door.Eine Dr. Basil Willing-Kurzgeschichte In: Mystery Puzzle of the Month. 1949 1949 The Singing Diamonds. In: EQMM. Oktober 1949 1951 Murder is Everybody's Business. In: EQMM. Februar 1953 1955 Thy Brother Death. In: This Week. 1955 1957 The Murder Stops the Music. In: (Minneapolis) Star Tribune January 27, 1957 1964 Murder Ad Lib. In: EQMM. November 1964 1970 The Pleasant Assassin. In: EQMM. Dezember 1970 1978 A Case of Innocent Eavesdropping. In: EQMM. März 1978 1979 Murphy's Law. In: EQMM. Mai 1979 1979 That Bug That's Going Around. In: EQMM. August 1979 EQMM = Ellery Queen (Hrsg.): Ellery Queen’s Mystery Magazine.

Anthologien als Herausgeberin 1951 20 Great Tales of Murder (gemeinsam mit Brett Halliday)

Anthologien mit Storys von Helen McCloy 1946 Murder Cavalcade: An Anthology. Herausgeber: Lockridge, Richard; August William Derleth; Mystery Writers of America 1969 Alfred Hitchcock Presents: A Month of Mystery. Herausgeber: Alfred Hitchcock 1989 Tales of the Occult. Herausgeber: Isaac Asimov; Martin Harry Greenberg; Waugh, Charles u. a.

Sammlungen 1965 The Singing Diamonds and Other StoriesDie Story The Singing Diamonds erschien zuerst in: Ellery Queen (Hrsg.): The Queen's awards. Fourth series, The winners of the fourth annual detective short-story contest. Victor Gollancz, London 1951. (UK: Surprise, Surprise) 2003 The Pleasant Assassin and Other Cases of Dr. Basil Willing (Kurzgeschichten mit Basil Willing)

Film 1957: The Other Side of the Curtain. US-amerikanische TV-Verfilmung der Revue Studios aus der Serie Suspicion. Regie: James Neilson. Hauptdarsteller: Donna Reed, Jeff Richards, Herbert Anderson, Harold J. Stone und Ainslie Pryor. 1959: Through a Glass, Darkly. Englische TV-Verfilmung der BBC aus der Serie Saturday Playhouse, adaptiert von John Hopkins. Hauptdarsteller: Andrew Osborn, Diane Clare, Julia Arnall und Joyce Heron. 1989: Cue for Murder. Französische TV-Verfilmung von France 3 aus der Serie Le masque unter dem Titel En scène pour la mort. Regie: Pascal Goethals. Hauptdarsteller: François Perrot, Roger Dumas und Françoise Viau.

Weiterführende Literatur Jay P. Pedersen (Hrsg.): St. James Guide to Crime & Mystery Writers. St. James Press, Detroit 2006. (englisch) Robert Allen Papinchak: Woman of Mystery. In: Robin W. Winks (Hrsg.): Mystery and Suspense Writers: The Literature of Crime, Detection, and Espionage. Scribner’s Sons, New York 1998. (englisch)

Weblinks

(englisch)

Anmerkungen

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