Solingen ist eine kreisfreie Großstadt im Regierungsbezirk Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Sie gehört zum Bergischen Land und zum Bergischen Städtedreieck und ist Bestandteil der Metropolregion Rheinland und des Landschaftsverbands Rheinland.
Die Stadt Solingen ist das Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie, insbesondere bei der Herstellung von Klingen sind Unternehmen aus Solingen weltweit führend. Etwa 90 Prozent der deutschen Schneidwaren- und Besteckhersteller sind in Solingen ansässig. Solinger Schneidwaren sind mit der Herkunftsangabe Solingen durch die Solingenverordnung seit 1938 gesetzlich geschützt. Damit ist Solingen die erste Stadt weltweit, die auf diese Weise Schneidwarenprodukte schützt. Seit dem 19. März 2012 führt Solingen den amtlichen Namenszusatz Klingenstadt.
Die bekanntesten Wahrzeichen der Stadt sind Schloss Burg an der Wupper und die mit 107 Metern höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, die Müngstener Brücke. Darüber hinaus hat Solingen ein elektrisches Oberleitungsbussystem, das zu den größten Europas zählt.
mini|Solingen-Burg: Solinger Stadtwappen als Wegemal mini|hochkant|Solingen-Müngsten: Müngstener Brücke, mit 107,2 Metern höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands mini|hochkant|Solingen-Wald: Romanischer Westturm der Evangelischen Kirche Wald (erbaut um 1150, ältestes Bauwerk der Stadt Solingen)Andreas Sassen/Claudia Sassen: Ein vergessenes Baudenkmal – Die romanische Basilika in Wald. In: Romerike Berge. Zeitschrift für das Bergische Land 57 (2007), Heft 3, S. 13–18, hier S. 18. mini|Solingen-Burg: Schloss Burg an der Wupper mini|Solingen-Höhscheid: Standesamt der Stadt Solingen im Haus Kirschheide mini|Solingen-Gräfrath: Historischer Marktplatz mini|Solingen-Merscheid: Hofschaft Dahl mini|Solingen-Aufderhöhe: Aufderhöher Busbahnhof
Geographie Lage Solingen liegt ca. 24 Kilometer östlich von Düsseldorf und ca. 35 Kilometer nördlich von Köln.
Ausdehnung des Stadtgebiets Das Stadtgebiet Solingens hat eine Größe von 89,54 km². Die größte Ost-West-Ausdehnung beträgt 15,68 Kilometer, die größte Nord-Süd-Ausdehnung 11,7 Kilometer. Der geographische Mittelpunkt der Stadt befindet sich hinter dem Haus Damaschkestraße 17 in Solingen-Mitte. Er wurde offiziell ermittelt und mit einem Felsblock gekennzeichnet. Die Stadtgrenze hat eine Gesamtlänge von 62 Kilometern, wovon die Wupper als Fluss eine natürliche Stadtgrenze von ca. 26 Kilometern bildet. Solingen liegt auf 51 Grad 10 Minuten nördlicher Breite und 7 Grad 3 Minuten östlicher Länge und damit auf dem gleichen Breitengrad wie Leipzig, London und Quebec und auf dem gleichen Längengrad wie Monaco und Basel. Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich mit 276 Metern über Normalhöhennull am ehemaligen Gräfrather Wasserturm, dem heutigen Lichtturm. Der tiefste Punkt befindet sich in der Ohligser Heide und liegt nur 53 Meter über Normalhöhennull. auf solingen.de, abgerufen am 22. Januar 2015 (PDF; 6 KB)
Nachbargemeinden Die folgenden Städte und Kreise grenzen unmittelbar an die Stadt Solingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:
Wuppertal und Remscheid (beides kreisfreie Städte), Wermelskirchen und Leichlingen (beide Rheinisch-Bergischer Kreis), Langenfeld, Hilden und Haan (alle Kreis Mettmann).
Stadtstruktur Das aktuelle Solinger Stadtgebiet entstand aus dem Zusammenschluss mehrerer Kleinstädte. Solingen existiert in der heutigen Größe seit 1975 mit der Eingemeindung der Stadt Burg an der Wupper. mini|Solingen-Höhscheid: Typische Wohnstraße mit gründerzeitlicher Bebauung Die meisten Stadtteile haben ihr eigenes, kleinräumiges Zentrum, um das herum sie entstanden sind. Die Entwicklungsgeschichte der Solinger Stadtteile ist dabei mitunter sehr verschieden. So entstand der Stadtteil Gräfrath rund um das alte Kloster Gräfrath schon ab den 1190er Jahren, während etwa Ohligs erst mit Anschluss an den Eisenbahnverkehr ab den 1870er Jahren aufblühte. Verbunden sind die einzelnen Stadtteile neben den Hauptdurchgangsstraßen oftmals auch durch kleinere, teils in Serpentinen geführten Straßen, die das ganze Stadtgebiet durchqueren. Die Stadtteile Gräfrath, Wald, Mitte, Höhscheid und Merscheid liegen im Wesentlichen auf fünf kleineren Höhenrücken, die von Osten nach Westen verlaufen. Solingen hat sechs tief gelegene und stark bewaldete Bachtäler. Dies sind im Einzelnen (von Norden nach Süden) das Ittertal, das Lochbachtal, das Viehbachtal, das Nacker Bachtal, das Pilghauser Bachtal und das Weinsberger Bachtal.
Die ursprüngliche Besiedelung in Solingen fand in den Hofschaften statt, einer Gruppe von wenigen Häusern. Diese bildeten sich nicht selten um einen Schleifkotten, eine Mühle oder ein Hammerwerk herum, deren große Verbreitung die vielen Bäche im Bergischen Land begünstigten. Die heute noch vorhandenen Hofschaften liegen deshalb außerhalb der Hauptdurchgangsstraßen in den Bachtälern oder an der Wupper.
Gemarkungsgrenzen mini|Heutige Gemarkungsgrenzen in Solingen und Stadtgrenzen bis 1889 Im Vergleich zu den Grenzen der aktuellen Stadtbezirke weichen die alten Gemarkungsgrenzen erheblich davon ab. Das gänzlich von der Landkarte verschwundene Dorp wurde beispielsweise von der alten Stadt Solingen eingemeindet und zur Gemarkung Höhscheid gehörte u. a. der heutige Stadtteil Aufderhöhe. Nur die Grenzen des Stadtteils Burg sind identisch mit den alten Gemarkungsgrenzen.
Stadtgliederung Das heutige Stadtgebiet Solingens besteht aus fünf Stadtbezirken mit eigener Bezirksvertretung. auf solingen.de, abgerufen am 24. Januar 2015. Der westlichste Bezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid ist mit einer Einwohnerzahl von über 43.000 der größte, Gräfrath im Norden ist mit 18.000 Einwohnern der kleinste Solinger Stadtbezirk.
Die fünf Stadtbezirke:
Gräfrath Wald Solingen-Mitte Burg/Höhscheid Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
Die acht Stadtteile:
Aufderhöhe Burg Gräfrath Höhscheid Mitte Merscheid Ohligs Wald
Weitere Ortsteile mini|Solingen-Gräfrath: Hofschaft Külf
Die heutige Großstadt Solingen verfügt historisch über mehr als 400 Ortsteile und Wohnviertel mit eigenem Namen und einer eigenen Geschichte. Einige davon sind für das Bergische Land typische Hofschaften, deren Grenzen nicht genau festgelegt sind. Die nachfolgende, nicht abschließende Auflistung gibt einen Überblick über einige dieser Orte. Sie ist alphabetisch nach Stadtbezirken gegliedert.
Burg/Höhscheid: Angerscheid, I., II., III. Balkhausen, Bertramsmühle, Breidbach, Bünkenberg, Dorperhof, Eichholz, Friedrichstal, Fürkelt, Glüder, Grünewald, Haasenmühle, I., II., III. Hästen, Höhrath, Jagenberg, Katternberg, Kohlsberg, Meiswinkel, Nacken, Obenrüden, Odental, Petersmühle, Pfaffenberg, Pilghausen, Rölscheid, Schaberg, Schellberg, Schlicken, Steinsiepen, Strohn, Unnersberg, Untenrüden, Weegerhof, Wippe, Widdert, Wüstenhof Gräfrath: Altenfeld, Apfelbaum, Aue, Bandesmühle, Bimerich, Blumental, Ehren, Flockertsberg, Flockertsholz, Focher Dahl, Fürkeltrath, Grünewald, Heider Hof, Ketzberg, Külf, Laiken, Mühlenbusch, Neuenkulle, Nümmen, Obenflachsberg, Obenscheidt, Oben zum Holz, Paashaus, Piepersberg, Rathland, Schafenhaus, Schieten, Steinbeck, I., II., III. Stockdum, Untenflachsberg, Unten zum Holz, Zentral Mitte: Büschberg, Dingshaus, Eick, Grunenburg, Hasseldelle, Kannenhof, Kohlfurth, Krahenhöhe, Kullen, Lehn, Mangenberg, Meigen, Mittelgönrath, Obengönrath, Papiermühle, Schlagbaum, Schrodtberg, Stöcken, Theegarten, Untenscheidt, Vorspel, Weyersberg, Windfeln Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid: Aufderbech, Birkendahl, Börkhaus, Broßhaus, Caspersbroich, Dahl, Deusberg, Engelsberg, Engelsberger Hof, Fürk, Gosse, Hackhausen, Hoffnung, Holzhof, Hübben, Josefstal, Keusenhof, Kuckesberg, Kovelenberg, Landwehr, Limminghofen, Maubes, Neu-Löhdorf, Poschheide, Riefnacken, Rupelrath, Scharrenberg, Scheuren, Schmalzgrube, Schnittert, Siebels, Steinendorf, Suppenheide, Verlach, Wiefeldick, Wilzhaus Wald: Bavert, Bech, Demmeltrath, Dültgenstal, Eckstumpf, Eschbach, Eigen, Felder Hof, Foche, Fuhr, Garzenhaus, Heide, Kotzert, Rolsberg, Sonnenschein, Vogelsang, Weyer, Wittkulle
Siehe auch: :Kategorie:Ortsteil von Solingen
Klima Solingen liegt im nordwestdeutschen Klimabereich, was zu normal warmen Sommern und relativ milden Wintern führt. Einflüsse der örtlichen Topografie führen dabei zu unterschiedlichen Ausprägungen der Klimaparameter Temperatur und Niederschlag. So kommt es oft im Winter vor, dass im wesentlich höher gelegenen Solingen-Gräfrath einige Zentimeter Neuschnee fallen, während es zeitgleich im geografisch tieferen und flacheren Ohligs regnet. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 10,2 °C.
Solingen gehört nach der Nachbarstadt Wuppertal zu den Städten in Deutschland mit den höchsten Niederschlagsmengen. Dies ist primär darin begründet, dass das Bergische Land von Nordwesten her die erste nennenswerte Erhebung darstellt, so dass sich Wolken vielfach anstauen. auf presseportal.de, 12. März 2008.
Die nachfolgenden Daten beziehen sich auf den Zeitraum von April 2015 bis März 2020. Gemessen wurde an der Wetterstation in Wuppertal-Buchenhofen, die sich an der Stadtgrenze zu Solingen-Gräfrath befindet.
Klimaschutz In Solingen gibt es einen Klimaschutzmanager und eine Nachhaltigkeitsbeauftragte sowie den Beirat Nachhaltige Kommune Solingen. Dieser sollte in Zusammenarbeit mit Fridays For Future Solingen einen Machbarkeitskatalog zu besseren klimaschützenden Maßnahmen ausarbeiten.
Naturräume Naturräumliche Gliederung Der größte Teil des Solinger Stadtgebiets liegt gemäß der Gliederung der ehemaligen Bundesanstalt für Landeskunde überwiegend naturräumlich in den Mittelbergischen Hochflächen innerhalb des Rheinischen Schiefergebirges. Der westliche Randbereich bei Ohligs befindet sich bereits in der Randzone des Schiefergebirges im Übergang zur Niederrheinischen Bucht.Karlheinz Paffen, Adolf Schüttler, Heinrich Müller-Miny: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Blatt 108/109: Düsseldorf/Erkelenz. 1963 und Digitalisat der zugehörigen Karte (PDF; 7,4 MB)
Die 1963 erfolgte naturräumliche Feingliederung teilt das Stadtgebiet in sechs Naturräume auf. Der Solinger Höhenrücken erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung von Gräfrath bis Hästen und basiert auf Gesteinen des Schiefergebirges. Östlich davon fällt der Höhenrücken steil in das Westliche Wupperengtal ab, das sich in Unterburg im weiteren Flussverlauf in dem Unteren Wuppertal fortsetzt. Westlich des Solinger Höhenrückens befinden sich mit einer Geländekante deutlich abgestuft die Ohligser Terrassenriedel, die Teil der höher gelegenen altdiluvialen Rheinterrassen sind. Die Stadtteile Wald, Merscheid, Höhscheid, Widdert, Aufderhöhe und der östliche Teil von Ohligs liegen in diesem Naturraum. Das Heidegebiet der Ohligser Heide und der Bereich südlich davon bis nach Rupelrath gehören zu den Hilden-Lintorfer Sandterrassen. Das Solinger Stadtgebiet bei Burg östlich und südlich der Wupper zählt geologisch und naturräumlich zum Remscheider Bergland.
Landschaften mini|Wupperberge bei Müngsten mini|Der Lochbach in Solingen-Wald