Hörblach ist ein Gemeindeteil des Marktes Schwarzach am Main im Landkreis Kitzingen (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Hörblach hat eine Fläche von 4,565 km². Sie ist in 673 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6783,04 m² haben.

Hörblach bis zum 31. März 1971 eine selbstständige Gemeinde. Die Geschichte des Dorfes ist eng mit dem benachbarten Kloster Münsterschwarzach verbunden, wobei Hörblach zunächst Filialort der zum Kloster gehörenden Pfarrei Gerlachshausen war und später zur Pfarrei Stadtschwarzach gehörte. Ab dem 16. Jahrhundert herrschte der Fürstbischof von Würzburg.

Hörblach wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg an der heutigen Stelle neu errichtet und erhielt erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine eigene Kirche. Mit dem charakteristischen Hörblacher Seengebiet entsteht seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ein Kranz von Baggerseen um den geplant besiedelten Altort. Die Seen sind insbesondere bei Badetouristen im Sommer beliebt. Daneben führt die Bundesautobahn 3 im Süden der Gemarkung an Hörblach vorbei.

Geografie Geografie und naturräumliche Lage Das Kirchdorf Hörblach liegt im äußersten Süden des Schwarzacher Gemeindegebietes. Von Norden kommend fließt der Main im Westen an dem Dorf vorbei. Der Nordosten wird von Stadtschwarzach eingenommen, das inzwischen mit Münsterschwarzach und Gerlachshausen zusammengewachsen ist. Im Osten beginnt das Gemeindegebiet von Kleinlangheim, der Gemeindeteil Stephansberg in der Gemarkung von Haidt liegt Hörblach am nächsten. Im äußersten Südwesten der Gemarkung grenzt Großlangheim an das Dorf. Im Süden ragt der Kitzinger Klosterforst und das Gebiet der Stadt Kitzingen selbst bis nahe an Hörblach. Westlich liegt Dettelbach-Mainsondheim und die Gemarkung von Dettelbach auf der anderen Mainseite.

Nächstgelegene, größere Städte sind Kitzingen, mit einer Distanz von etwa 7 Kilometern und Volkach, das ungefähr 8 Kilometer entfernt ist. Die nächste Großstadt ist das etwa 21 Kilometer entfernte Würzburg. mini|hochkant|Ein Gewässer des Hörblacher Seengebietes Hörblach und seine Gemarkung bilden den südlichen Abschluss der Schwarzacher Talweitung (auch Schwarzacher Becken). Dieser Naturraum ist Teil des Mittleren Maintales und zeichnet sich durch seine direkt an den Main anschließenden flachen Abschnitte aus. Hier münden drei Bäche mit ursprünglich nahezu gleicher Schüttung im Abstand von nur etwa 250 m in den Main, die flache Schwemmfächer vor sich her schieben. Daneben haben insbesondere die südlichen Bereiche Anteil am Albertshofener Flugsandgebiet, das von den großen Waldflächen des Kitzinger Klosterforstes dominiert wird und sich durch Flugsande kennzeichnet.

Der Gemeindeteil liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Klimazonen in Deutschland zählt. Das erklärt auch den Weinbau, der heute allerdings für Hörblach keine wirtschaftliche Rolle mehr spielt. Geologisch überwiegen auf der Ostseite des Maines bereits Keupergesteine, die eigentlich besonders typisch für das sogenannte Steigerwaldvorland weiter östlich sind. Daneben ragen auch Flugsandgebiete mit Dünenbildung in die Gemarkung.

Hydrologisch wird Hörblach vom Main dominiert, der im Westen die Gemarkung durchquert. Daneben spielt der Mainzuflus Wenzelbach, der im ebenfalls zu Schwarzach gehörenden Düllstadt entspringt, eine gewisse Rolle. Charakteristisch für das Dorf sind aber die vielen Seen, die teilweise als Baggerseen im 20. Jahrhundert zur Sandgewinnung entstanden, teilweise aber natürlichen Ursprungs sind. Die Seen werden von einigen unbenannten Bächen gespeist. Zwei Seen (das Sphagnum und der Botanische Garten) sind seit den 1940er Jahren als Naturdenkmäler unter Schutz gestellt. Ein weiteres Naturdenkmal ist eine Wiese im Norden der Bundesautobahn, auf der seltene Riedgräser wachsen. Teile der Gemarkung sind außerdem als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. → siehe auch: Hörblacher Seengebiet

Dorfgliederung Hörblach selbst wurde im 17. Jahrhundert als geplantes Straßendorf an der heutigen Stelle – zentral in der Gemarkung – errichtet, zuvor soll der Ort näher am Waldrand gelegen sein. Das Zentrum des langgestreckten Ortes bildet die kleine Filialkirche. Die einzigen Neubaugebiete sind im Norden und Osten des Altortes entstanden. Hörblach besitzt keinen eigenen Friedhof, die Verstorbenen werden in Stadtschwarzach bestattet.

Die ausgedehnte Gemarkung wird von dreierlei Landschaften eingenommen. Westlich des Altortes sind die meisten Baggerseen zu finden, deren Flächen weiterhin stetig vergrößert werden. Der größte dieser Seen wird heute als Badesee auch touristisch genutzt. Im Süden, durch die Bundesautobahn von der restlichen Gemarkung getrennt, beginnen die ausgedehnten Waldgebiete um den Kitzinger Klosterforst. Die Waldabteilungen Knock und Sandgrube liegen in Hörblacher Gemarkung. Eine weitere Waldfläche liegt im äußersten Südwesten der Gemarkung, das sogenannte Bauernholz.

Geschichte Vor- und Frühgeschichte Das Schwarzacher Becken besitzt eine lange Siedlungsgeschichte, die bereits bis in das Paläolithikum reicht. Zwischen Hörblach und Haidt wurden die ältesten Funde gemacht. Die dort ausgegrabenen Steinklingen verweisen auf die frühe Steinzeit. Vor 4000 Jahren siedelten dann Schnurkeramiker der Jungsteinzeit in der Umgebung von Schwarzenau, Hörblach und seine Gemarkung besitzt keinerlei Funde dieses Zeitschnittes. Beim Bau der Bundesstraße entdeckte man Hinterlassenschaften der Urnenfelderzeit um Hörblach.

Besonders bedeutsam sind die Hügelgräber um Hörblach, die im heute sogenannten Bauernholz von der damals wohnhaften, keltischen Bevölkerung angelegt wurden. Bei Grabungen tauchten Urnen, Armringe und Bronzenadeln auf, die der Hallstattzeit zwischen 800 und 500 vor Christus zuzuordnen sind. Die Gräber machen eine in der Nachbarschaft gelegene Siedlung wahrscheinlich. Eventuell geht das heutige Hörblach auf die keltisch-suebische Mischbevölkerung zurück, die damals in diesem Raum lebte.Rüthlein, Hans: Hörblach. S. 138.

Die Sueben schlossen sich im 3. nachchristlichen Jahrhundert zusammen und tauchten erstmals unter dem Namen Alemannen auf. Die Alemannen, die ebenfalls für die Entstehung von Hörblach verantwortlich sein könnten, verschwanden bald darauf.Gaßner, Erwin: Aus der Geschichte von Hörblach. S. 2. Sie machten den Burgunden Platz, die bis ins 4. Jahrhundert zwischen Main und Schwarzach siedelten. Diese germanischen Stammesverbände etablierten auch den Namen Schwarzach für das Fließgewässer im Zentrum der Talweitung.

Die Franken begannen ab dem 6. Jahrhundert in das Becken vorzustoßen. Sie brachten das Christentum an den Main mit und etablierten erste Verwaltungsgrenzen, die sogenannten Gaue. Das spätere Hörblach lag südlich des Schwarzachbachs und war damit Teil des Iffgaus. Allerdings tauchte der Ort nicht in den Quellen auf, als im 8. Jahrhundert das Kloster Münsterschwarzach gegründet wurde, und fand auch in einer Urkunde von 918 auf, in der die meisten Orte der Talweitung erstmals genannt wurden.

Mittelalter Über die Ersterwähnung von Hörblach herrscht in der Literatur Uneinigkeit. Zwei Jahreszahlen kursieren in der Forschung, die allerdings beide ins 12. Jahrhundert datieren. Manche Veröffentlichungen bevorzugen das ältere 1113Vgl.: Gaßner, Erwin: Aus der Geschichte von Hörblach. S. 3., andere verweisen vage auf die Zeit vor 1135 bzw. das Jahr 1134. Über den Inhalt der Urkunde herrscht wiederum Einigkeit: Abt Rupert von Kloster Münsterschwarzach erwarb von Graf Heinrich zu Castell alle seine Güter und Rechte in Gerlachshausen, wozu auch das Patronatsrecht über die Pfarrei mit ihrer Filiale „Hurwilaha“ gehörte.Bauer, Hans: Landkreis Kitzingen. S. 39. Bauer datiert auf 1134.

Die Urkunde ermöglicht eine herrschaftliche Zuordnung Hörblachs in den Einflussbereich der Abtei Münsterschwarzach, die auch in den folgenden Jahrhunderten noch Grundherr über die Hörblacher Bevölkerung blieb. Allerdings musste sie sich diese Aufgabe mit dem Hochstift Würzburg teilen, das im 13. Jahrhundert auf Kosten der Grafen zu Castell am Maindreieck aufstieg. So verzichtete Graf Rupert zu Castell im Friedensvertrag vom 18. Januar 1230 auf alle seine Rechte an Stadtschwarzach, Gerlachshausen und damit auch auf die Filiale Hörblach.Gaßner, Erwin: Aus der Geschichte von Hörblach. S. 3.

Neben den großen Herren der Umgegend waren auch andere Adelige in Hörblach begütert. 1250 gelang es dem Münsterschwarzacher Klostervorsteher Rütger mehrere Huben im Ort vom Edlen Friedrich von Scheinfeld zu erwerben. Im 14. Jahrhundert erwähnte man die Ritter von Dettelbach, die einen Gutshof im Dorf besaßen. 1384 erwähnte man Endres Truchseß aus einer der Rittergeschlechter des Hochstifts, der mehrere Weidwerke um Hörblach an den Würzburger Bischof Gerhard von Schwarzburg verkaufte. Auch die Benediktinerinnen von Kloster Kitzingen waren begütert.

Einen Einschnitt erfuhren die Dorfbewohner in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der Adelige Erkinger VI. von Seinsheim, der sich auch nach seinem Gut Schwarzenberg bei Scheinfeld nannte, kam, wohl durch Kauf, in den Besitz des Dorfes Hörblach. Diese Erwerbung führte in der Folgezeit zu mehreren Auseinandersetzungen mit dem Würzburger Hochstift und dem benachbarten Kloster. Zeitweise wurden die Hörblacher deshalb mit dem Kirchenbann belegt.

Frühe Neuzeit Die Frühe Neuzeit ist auch in Hörblach mit vielen kriegerischen Auseinandersetzungen verbunden. Sie begann mit dem Deutschen Bauernkrieg, in dem sich die von der Landwirtschaft lebende Bevölkerung Frankens 1525 gegen die Obrigkeit und ihre Abgaben erhob. Ein Bauernhaufen zog von Großlangheim kommend durch Hörblach und viele Bewohner schlossen sich ihm an. Die Hörblacher beteiligten sich am Überfall auf Schloss Stephansberg und plünderten auch das Kloster Münsterschwarzach. Über eine Bestrafung der Rädelsführer schweigen die Quellen.

Im Jahr 1539 gelangte das Dorf an die Markgrafen von Ansbach und blieb damit vorerst außerhalb des hochstiftischen Machtbereichs. Dennoch meldeten auch andere Herren Ansprüche auf das Dorf an. Erst 1551 gelang es Würzburg, sich nach dem Verkauf durch Sigmund von Schwarzenberg wieder in den Besitz des Dorfes zu bringen. Allerdings verwüsteten noch 1553 würzburgische Truppen Hörblach und setzten im Zweiten Markgrafenkrieg den Ort in Brand. Bereits 1545 war Hörblach von Einquartierungen im Schmalkaldischen Krieg betroffen gewesen.Dresch, Hans A.: Quellen und Berichte zur Geschichte der Marktgemeinde Schwarzach am Main. S. 67.

Ab 1556 war Hörblach wieder Teil des Hochstifts Würzburg und die Markgrafen verzichteten auf ihre Ansprüche. Würzburg teilte Hörblach dem Amt Dettelbach zu. Die Fürstbischöfe von Würzburg verpfändeten ihr Dorf allerdings in der Folgezeit. So gelangte 1567 Wolf Radolf von Westerstetten in den Besitz des Ortes. Zugleich breitete sich in der Mitte des 16. Jahrhunderts der Protestantismus in Hörblach schnell aus. 1572 intervenierte der Schwarzacher Abt Johannes Burckhardt und holte gelehrte Jesuiten hierher, um den Leuten den Katholizismus wieder nahe zu bringen.

Die Gegenreformation erhielt ihren sinnfälligsten Ausdruck in der 1590 erfolgten Umpfarrung von Hörblach, das bisher Teil der Pfarrei Gerlachshausen gewesen war, in die näher gelegene Kirche Heiligkreuz in Stadtschwarzach.Gaßner, Erwin: Aus der Geschichte von Hörblach. S. 19. Damit war der Ausbreitung des Luthertums ein Riegel vorgeschoben und Hörblach blieb katholisch. Im Jahr 1622 wurde die Anna-Guthwill-Stiftung erstmals erwähnt, die für die Frauen des Dorfes einmal jährlich einen Fastnachtsumtrunk finanzierte.