Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney war eine Hörspielserie von Roger Graf (1989–2022) auf dem Schweizer Radiosender Radio SRF 3 (ehemals DRS 3). Seit 2025 gibt es unter dem Namen Maloney eine Fernsehserie auf SRF 1 sowie als Stream.

Geschichte Die Hörspielserie begann 1989, als Roger Graf beauftragt wurde, für das Sonntagvormittagsprogramm von DRS 3 Sketche zu schreiben. Er schuf mehrteilige Kurzhörspiele, die mehrere Genres parodierten. Eines davon lehnte sich an das Genre des klassischen Detektivromans an, und als Parodie auf Philip Marlowe entstand Philip Maloney. Die erste Folge mit dem Titel Die kleine Schwester wurde am 8. Januar 1989 ausgestrahlt.

Bald wurde Maloney zum Publikumsliebling und zur Kultfigur und bekam seit der ersten Folge eine fixe Sendezeit am Sonntagmorgen von 11 bis 12 Uhr. Auch nachdem die Produktion der Serie beendet ist, werden die produzierten Folgen noch immer in zufälliger Reihenfolge jeweils Sonntags ausgestrahlt.

Bis Oktober 2019 erschienen 404 reguläre Folgen. Ausserdem gibt es einige Sonderfolgen, die zu bestimmten Anlässen produziert wurden. Roger Graf schrieb mehrere Romane mit Maloney als Hauptfigur.

Obwohl die Hörspielserie ursprünglich von DRS 3 in Auftrag gegeben wurde, wurden diese im Gegensatz zu anderen Serien vollumfänglich von Roger Graf produziert und als fertiges Produkt an DRS 3 abgeliefert. Graf fungierte hierbei „als Produzent, Ideengeber, Autor, Regisseur, Tontechniker, Redaktor und als mein eigener Sekretär.“Das Maloney-Team, auf rogergraf.ch

Die Serie wird auch beim deutsch-belgischen Sender Radio 700 ausgestrahlt. Bis zur Einstellung des Senders war Philip Maloney auch in SDR 3 zu hören.

Nach dem Tod von Michael Schacht im Jahr 2022 hat der Autor und Produzent Roger Graf beschlossen, die Serie für beendet zu erklären.

Handlung Philip Maloney (gesprochen von Michael Schacht) ist ein von ständigen Geldsorgen geplagter Privatdetektiv in einer namentlich nicht genannten Stadt in der Schweiz. Seine Fälle laufen nach dem gleichen Muster ab. Sie werden ihm von seinen Klienten zugetragen und beginnen oft harmlos, doch stösst Maloney im Laufe der Ermittlungen meistens auf eine Leiche. Widerwillig muss er mit der Polizei zusammenarbeiten. Der zuständige Beamte (in den Hörspielen namenlos, gesprochen von Jodoc Seidel, in den älteren Romanen und der TV-Serie heisst er Hugentobler) ist nicht der Hellste und löst lieber Kreuzworträtsel als Kriminalfälle. Am Ende klärt Maloney das Verbrechen in der Regel auf. Nach der Folge 384 Eine seltsame Erpressung trat Seidel nicht länger als Sprecher des «Zuständigen-Beamten-Polizisten» auf, womit gleichzeitig auch der Charakter aus den Geschichten verschwand. Seitdem trifft Maloney auf unterschiedliche Polizisten und Polizistinnen.

Figuren Die folgenden Figuren kommen in der Hörspielserie regelmäßig vor:

Philip Maloney Hauptcharakter der Hörspielserie. Maloney gilt als «erfolgreichster Privatdetektiv der Stadt», hat aber dennoch ständig finanzielle Probleme. Sein Charakter wird als Antiheld dargestellt: Er ist Alkoholiker, der ständig Whisky trinkt, Zyniker, Macho und lässt sich durch nichts emotional berühren. Da er sich nur ein kleines, schäbiges Büro ohne Schlafzimmer leisten kann, schläft er meistens unter seinem Schreibtisch. Maloney ist ohne Partnerin und flirtet ständig mit seinen Klientinnen oder anderen jungen Frauen.

Der Polizist Der bedeutendste Nebencharakter der Hörspielserie. Sein Name wird nie genannt, jedoch ist er durch die charakteristische Stimme von Jodoc Seidel stets erkennbar. Der Polizist führt ein spiessbürgerliches Leben, ist verheiratet (ein Umstand, über den Maloney jeweils einen Spruch zu machen pflegt) und verbringt seinen Alltag im Polizeipräsidium mehrheitlich mit Kreuzworträtseln statt Arbeiten.

Die Bekanntschaft von Maloney und dem Polizisten ist von gegenseitiger Abhängigkeit geprägt. Maloney braucht den Polizisten, da dieser ihm wertvolle Hinweise zu Verbrechen und Personen liefern kann und um die Tatperson am Ende eines Falles jeweils durch diesen verhaften zu lassen. Der Polizist ist auf Maloneys Hilfe angewiesen, da die Polizei in den meisten Fällen nicht fähig wäre, ein Verbrechen ohne Maloneys Hilfe aufzuklären. Obwohl der Polizist eher als kognitiv eingeschränkt dargestellt wird und ständig Fakten durcheinanderbringt, hat er oftmals ein hervorragendes Gedächtnis, was Namen von Verdächtigen oder Tatumstände von Verbrechen angeht.

Die Dialoge zwischen Maloney und dem Polizisten bestehen meistens daraus, sich gegenseitig zu piesacken und die Arbeit des anderen zu kritisieren.

Seinen ersten Auftritt hat der Polizist in der Folge Nr. 2 "Der Grosse Schlaf".

Nebenrollen Folgende Personen tauchen immer mal wieder in einem Fall auf:

Achim Bleisink Ein erfolgloser Nachwuchsdetektiv aus Deutschland, gesprochen von Tillbert Strahl-Schäfer, welcher immer mal wieder versucht, mit Maloney an einem Fall zusammenzuarbeiten. Maloney weiss das auszunutzen, indem er Bleisink Aufgaben delegiert, auf die er selber keine Lust hat, und ihn oftmals auch gratis für sich arbeiten lässt.

Oft wenn Bleisink auf Maloney trifft, begrüsst er diesen mit den überschwänglichen Worten "Maloney! Das kann kein Zufall sein!" und pumpt ihn meistens kurz darauf nach Geld an.

Bleisink hat zudem die Tendenz, regelmässig Redewendungen und Ausdrücke falsch zu benutzen ("Sie schiebt einen Teil zwischen uns, Maloney" - statt "Keil").

Achim Bleisink hat in folgenden Folgen einen Auftritt:

Folgennr. CD CD-Box Erstausstrahlung Titel Bemerkung 345 109 22 04.12.2011 Burn-Out 354 111 23 16.12.2012 Die verschwundene Tasche 360 112 23 06.10.2013 Ausser Kontrolle 362 113 23 15.12.2013 Sturmwarnung 365 111 23 04.05.2014 Die Heilerin 367 116 24 07.09.2014 Eine schillernde Frau 371 116 24 19.04.2015 Tödliche Koordinaten 374 118 24 04.10.2015 Die gelbe Gefahr 379 117 24 22.05.2016 Die Drohne 384 121 25 19.02.2017 Eine seltsame Erpressung 387 125 25 23.07.2017 Der Mann auf dem Dach 391 124 25 24.12.2017 Frohe Weihnachten 395 122 25 20.05.2018 Eine seltsame Entführung 399127 09.12.2018 Die Bombendrohung 404128 20.10.2019 Ein neues Leben

Der Wettkönig Gesprochen von Hans Peters. Ein Mann mit holländischem Akzent, dem Maloney immer mal wieder in dessen Wohnung begegnet und welcher stets dabei ist, für eine andere Wette zu üben, um damit bei der Fernsehshow Wetten, dass..? aufzutreten. Durch irgendwelche Gründe ist der Wettkönig jeweils in Maloneys Fall verwickelt, spielt in diesem jedoch meistens nur eine untergeordnete Rolle.

Der Wettkönig tritt in folgenden Folgen auf:

Folge 188: "Tödliches Frühstück" → «Ich besitze Videoaufzeichnungen aller Formel-1-Rennen der vergangenen 15 Jahre. [...] Ich erkenne anhand der Geräusche jeden Wagen und seine aktuelle Position im Rennen.» Folge 204: "Marsmenschen" → «17:43 Uhr! [...] Ich kann anhand des Geräusches, das dieser Toaster macht, die genaue Uhrzeit sagen. Ist das nicht toll?» Folge 233: "Die Sprengmeister" (auf der Website nicht als Rolle aufgeführt) → «Hier auf Band habe ich schon über 100 Sprengungen von Häusern. [...] Ich kann anhand der Detonation die Stockwerke des gesprengten Hauses voraussagen.» Folge 246: "In vino veritas" → «Ich werde anhand des Klirrens herausfinden, was für ein Wein gerade zu Boden gefallen ist.»

Alois Schwertfeger Der Immobilienmakler Alois Schwertfeger, bei seinem erstmaligen Erscheinen noch als Doppelrolle von Jodoc Seidel gesprochen, ist Präsident eines Golfclubs, auf dem sich mysteriöse Unfälle ereignet haben. Zwei Jahre später in einem anderen Fall, nun gesprochen von Ueli Beck, taucht er wieder auf, jedoch nicht als Auftraggeber, sondern als Mitverantwortlicher eines Mordes. Seine Immobilienfirma brach inzwischen zusammen und er zog zu seiner Schwester in eine Wohnung.

Alois Schwertfeger taucht in folgenden Folgen auf:

Folge 14: "Das achte Loch" Folge 58: "Hundeleben"

Er wird auch im Fall um das 400-Folgen-Jubiläum erwähnt, jedoch ist der in der Folge auftauchende David Schwertfeger nicht mit ihm verwandt:

Folge 400: "Das Jubiläumsgeschenk"

Meier8, Meier 34 etc. Bei der Polizei arbeiten immer wieder Personen mit dem Nachnamen "Meier" und einer Nummer dazu. Dies ist zum Beispiel Meier8 (gesprochen von Roger Graf unter dem Pseudonym des Marco Biondi) in den Folgen "Burn-Out" (Hörspiel-Nr. 345) und "Das Schneeballsystem" (Hörspiel-Nr. 348). Die Durchnummerierung der "Meiers" im Polizeipräsidium ist wohl eine Anspielung an die Häufigkeit von Menschen mit einem solchen Nachnamen (in der Schweiz ist es der zweithäufigste Nachname) sowie die auch sonst in den Hörspielen oft sehr "bürgerlich" dargestellte Polizei.

Ortschaften Die Hörspiele handeln grösstenteils in einer nicht genannten Schweizer Stadt. Da die Stadt an einem See liegt und zudem über eine Strassenbahn verfügt (Episode "Der Tote im Tram"), dürfte es sich um Zürich handeln oder zumindest davon inspiriert sein.

Viele Fälle handeln auch in der fiktiven Schweizer Ortschaft "Grünwil". Laut Autor Roger Graf symbolisiert Grünwil "alles ausserhalb der Stadt" sowie "die Agglo"https://www.facebook.com/philipmaloney.ch/posts/wo-geht-es-nach-gr%C3%BCnwil/1357234379009823/. Der Ortsname leitet sich von der in der Schweiz sehr häufigen Ortsbezeichnung "-wil" ab, was als Synonym für "kleine Ansiedlung" steht.

Grundsätzlich verlässt Maloney für seine Ermittlungen nie die Schweiz. Ausnahmen dabei sind die Folge Nr. 12 "Die alten Griechen", in welcher Maloney zusammen mit seiner Klientin für Ermittlungen nach Griechenland reist, die Folge Nr. 183 "Zum Kuckuck", in welcher Maloney seinen Klienten auf einem Flug nach London begleitet und die Folge Nr. 27 "Der Aussteiger", in welcher Maloney sich für seine Ermittlungen in einem Lastwagen nach Holland schmuggeln lässt.

Musik Die Maloney-Hörspiele werden seit dem Beginn mit der immer gleichen, eingängigen Titelmelodie begonnen. Die Melodie wurde ursprünglich 1977 unter dem Namen "Face of Great Danger" vom britischen Filmkomponist John Scott als Produktionsmusik geschrieben, also Musik, die für eine Lizenzierung in Film, Radio, TV etc. produziert wird.Mehr Film Noir, weniger Krieg Philip Maloneys Melodie bekommt ein Makeover, auf srf.ch

Der Song war Teil der Kompilation "Thriller / Suite Of The Hurricane / Suite Of The Shark", welche eigentlich für Militär- und Kriegsszenen konzipiert war.Thriller / Suite Of The Hurricane / Suite Of The Shark, auf last.fm Auf derselben Kompilation findet sich auch der Track "Danger Face of Danger", welcher jeweils als Hintergrundmusik für die von Peter Schneider gesprochenen Zusammenfassungen der einzelnen Hörspielteile benutzt wurde.

Hörspiele Ein Teil der Hörspiele von Philip Maloney wurde auf CDs veröffentlicht. Es erschienen 25 CD-Boxen mit jeweils fünf CDs (Stand: Dezember 2022), drei weitere Sonder-CDs sowie eine DVD ausserhalb der Reihe.