Schönfeld ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Thermalbad Wiesenbad im Erzgebirgskreis.

Geografie Lage Schönfeld liegt etwa 4,5 Kilometer nordnordwestlich von Annaberg im Erzgebirge. Südlich des Ortes verläuft die Zschopau, welche hier gleichzeitig die Flur begrenzt, westlich der ihr zufließende Greifenbach aus dem Geyerschen Wald. Unweit des nördlichen Ortsausganges liegt der hohe Vogelberg.

Durch Schönfeld verläuft die Bundesstraße 95 Chemnitz–Oberwiesenthal, nördlich des Ortes besteht Anschluss an die dort verlaufenden Staatsstraße 222 Elterlein–Schönbrunn. Über Kommunalsstraßen besteht zudem Anschluss an Wiesa.

Nachbarorte

Geschichte mini|Rittergut Schönfeld (um 1860) mini|hochkant|Kursächsischer Viertelmeilenstein von 1723 an der heutigen B 95 Schönfeld wurde 1375, abgerufen am 13. Februar 2011. gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert von 1386, 1501 schreibt man ihn Schonffeltvgl. . Kirchlich gehört Schönfeld zur Parochie Ehrenfriedersdorf. August Schumann nennt 1823 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Schönfeld betreffend u. a.: miniatur|Rittergut Schönfeld, ehem. Herrenhaus, 2017 Das hiesige Rittergut betreffend führt er an:

Mit dem Bau der Zschopautalbahn erhielt der Ort mit der Station „Schönfeld-Wiesa“ am 1. Februar 1866 Eisenbahnanschluss. Der Bahnhof lag jedoch dieser fast 2 Kilometer südöstlich der Ortsmitte. Mit Bau und Eröffnung der Schmalspurbahn nach Geyer am 1. Dezember 1888 wurde dieser Spurwechselbahnhof und erfuhr dahingehend umfangreiche Erweiterungen.

Mit der Schmalspurbahn erhielt der Ort den Haltepunkt „Schönfeld (Zschopautal)“ an dieser Strecke, jedoch lag dieser ebenfalls etwa 2 km entfernt vom Ort. Am 16. August 1967 wurde der Personenverkehr eingestellt.Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 3. Januar 2013.

Am 1. Januar 1999 erfolgte der Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Neundorf, Schönfeld, Wiesa und Wiesenbad zur neuen Gemeinde Wiesa.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 1999 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen, S. 2 (PDF-Datei; 38 kB), abgerufen am 12. Februar 2011. Am 1. Januar 2005 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde in Thermalbad Wiesenbad.

Zum 1. April 2007Bilderstrecke zum Bahnhof Schönfeld-Wiesa, abgerufen am 12. Februar 2011. wurde der Bahnhof „Schönfeld-Wiesa“ zugunsten des wenig später in der Ortsmitte von Wiesa neu eingerichteten Haltepunktes „Wiesa (Erzgeb)“ aufgelassen, heute existiert von den ehemals umfangreichen baulichen Anlagen nur noch das Empfangsgebäude.

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1551 29 besessene Mann, 27 Inwohner1764 27 besessene Mann, 10 Häusler, 6 Hufen1834 4031871 5961890 639 Jahr Einwohnerzahl1910 7831925 9191939 8931946 9281950 1063 Jahr Einwohnerzahl1964 9561990 8111998 957

Sehenswürdigkeiten mini|Modellbahnland Erzgebirge mini|Dampfspeicherlok nahe der B 95 am südlichen Ortsausgang – früher in der örtlichen Papierfabrik im Einsatz, heute als Werbeträger für die Preßnitztalbahn Modellbahnland Erzgebirge; gezeigt werden die Eisenbahnen des ehemaligen Landkreises Annaberg um das Jahr 1980. Mit ca. 760 m² Ausstellungsfläche ist sie derzeit Europas größte Schauanlage in Spur I und Ie.

Schönfelder Papierfabrik 1911 wurde die Schönfelder Papierfabrik gegründet. Sie besaß zu der Zeit eine der größten Papiermaschinen der Welt. Das Werk besaß einen Gleisanschluss an der Schmalspurbahn. 1951 wurde das Unternehmen enteignet, im Jahr 1985 wurde die Papiermaschine durch eine neue Anlage in gleicher Arbeitsbreite ersetzt und versorgte die damalige DDR mit Pressepapieren, nach Betriebseinstellung auf der Schmalspurbahn 1967 wurde ein Restgüterverkehr zwischen Fabrik und dem Bahnhof Schönfeld-Wiesa aufrechterhalten. Aufgrund des starken Gefälles mussten weiterhin Dampflokomotiven eingesetzt werden und somit war der Zugbetrieb für die DR unwirtschaftlich. Da die Fabrik nicht auf den Eisenbahnanschluss verzichten konnte, wurde 1985 der verbliebene Anschluss auf Normalspur umgebaut.

Eine Rückübertragung des Werkes erfolgte schließlich im März 1996. Mit umfangreichen Investitionen wurde das Werk bis Juni 1997 auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.

Das Werk lieferte im Jahr 2011 etwa 45.000 Tonnen Papier pro Jahr und beschäftigt 85 Mitarbeiter,Geschichte der Schönfelder Papierfabrik, abgerufen am 13. Februar 2011 im Jahr 2023 sind es 50.000 Jahrestonnen und 130 Mitarbeiter. Die Saveco GmbH verkauft das Papier an Händler.

Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehen Carl Friedrich Reiche-Eisenstuck (1790–1864), Politiker und Präsident der II. Kammer des sächsischen Landtags, Rittergutsbesitzer in Schönfeld

Literatur

Weblinks

STREIFZÜGE durch die Geschichte des oberen Erzgebirges: Kartografische Darstellung unserer Heimat - Schönfeld

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Erzgebirgskreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erzgebirgskreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1999 Kategorie:Thermalbad Wiesenbad