mini|Bahnhofsanlage in Thusis mini|Kornwestheim Rangierbahnhof mini|Bahnhof Landsberg (Lech), Bahnhof des Jahres 2007 mini|Wartehalle eines modernen Bahnhofs in China (Shanghai Hongqiao), im Vordergrund Sicherheitskontrollen, an den Seiten Bahnsteigsperren ähnlich Flughafen-Gates

Ein Bahnhof (abgekürzt Bf oder Bhf, bahnamtlich normalerweise ohne Punkt, veraltet auch Eisenbahnhof, Stationsbahnhof oder Stationshof) ist eine Eisenbahnbetriebsanlage.

Definitionen und Benennungen In Deutschland und Österreich ist ein Bahnhof immer Betriebsstelle und Zugmeldestelle. Bahnbetrieblich ist die Definition eines Bahnhofs in beiden Staaten ähnlich, in der Schweiz etwas anders:

In Deutschland ist die Definition in § 4 Abs. 2 der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) enthalten: Bahnhöfe können in Bahnhofsteile unterteilt sein. Bahnhofsteile können durch Zwischensignale bzw. Signale Ne 14 gegeneinander abgegrenzt sein. In Österreich lautet die Definition in § 11 Abs. 11 der Eisenbahnbau- und -betriebsverordnung (EisbBBV): in § 2 Abs. 1 (a) Betriebsvorschrift der ÖBB: In der Schweiz wurde früher zwischen Bahnhof und Station im Sinne von zwei Größenklassen derselben Funktion (maßgebend waren die Verkehrspunkte) unterschieden. Heute werden die beiden Begriffe synonym verwendet, wobei sich der Begriff Bahnhof stärker durchsetzt. Die Gesetzgebung verwendet die Begriffe schon lange synonym, meint damit aber die Zugangsorte für den Publikumsverkehr,So lautet Art. 23 des Eisenbahngesetzes, die erste Stelle, an der das Wort auftaucht: „Das Eisenbahnunternehmen kann Vorschriften über die Benützung des Bahnhofgebiets erlassen, um den ordnungsgemäßen Betrieb zu gewährleisten.“

Die Eisenbahnverordnung (EBV, SR 742.141.1) verwendet nur den Begriff Station, beispielsweise in Art. 18 „Raum für Reisende in Stationen“ und im 5. Abschnitt „Stationen“, ohne jedoch den Begriff näher zu definieren.

Das Personenbeförderungsgesetz und seine Verordnung verwendet den Begriff Stationen für kommerzielle Haltepunkte und sagt in Art. 2 „In diesem Gesetz […] gelten als ‚Stationen‘ auch Bahnhöfe, Haltestellen, Schiffs- und Seilbahnstationen […]“.

Die Verordnung über die geografischen Namen definiert in Art. 3 „Stationen: Bahnhöfe, Stationen, einschließlich Tal-, Berg- und Zwischenstationen, sowie Haltestellen aller regelmäßigen, der Personenbeförderung dienenden Fahrten nach Artikel 1 Absatz 2 der Fahrplanverordnung vom 25. November 1998“. allenfalls den Güterverkehr. In der Fahrdienstsprache ist ein Bahnhof die Dies schließt somit auch Güterbahnhöfe, Rangierbahnhöfe und Dienststationen mit ein. Außerhalb des betrieblichen Kontextes wird mit Bahnhof häufig auch bezeichnet: eine Anlage (fachlich auch als Verkehrsstation bezeichnet), an der Reisende Züge besteigen oder verlassen können (das schließt also Haltepunkte und Haltestellen mit ein) bzw. die Anlagen, wo Züge be- oder entladen bzw. neu zusammengestellt oder umgruppiert werden das Empfangsgebäude (Deutschland) bzw. Aufnahmegebäude (Schweiz und Österreich) die Gesamtheit aus Bahnanlagen und Empfangsgebäude, für die der Bahnhofsbetreiber das Hausrecht besitzt

Ähnliche Definitionen sind auch in Mittel- und Osteuropa, auf dem Balkan, in Skandinavien und in Russland verbreitet. Anderswo gibt es oft keine Entsprechung eines Bahnhofs, sondern es wird sich an den völlig anderen Grundsätzen der britischen oder nordamerikanischen Bahnen orientiert.

In Großbritannien gibt es , die vom ersten Hauptsignal eines Stellwerks () bis zum darauffolgenden Blocksignal („“) reichen. Diese gibt es jedoch nur bei Strecken ohne selbsttätigen Streckenblock (). Auf anderen Strecken gibt es keine Unterscheidung zwischen freier Strecke und Betriebsstellen.

Im stark durch Timetable and Train Order geprägten Nordamerika gibt es , die jeweils einen Weichenbereich umfassen und von den sie deckenden Hauptsignalen (die hier jedoch – abgesehen von modernen Strecken mit – nur die Fahrstraßenfestlegung und teilweise die Zugfolge, aber nicht die Zugreihenfolge regeln) begrenzt werden. Außerdem gibt es , was in etwa den deutschen Nebengleisen oder Nahbedienbereichen entspricht, und , innerhalb derer ohne Zustimmung des s auf durchgehenden Hauptgleisen rangiert werden darf.

Bahnhof und Haltepunkt Nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung ist in Deutschland eine Verkehrsstation ohne Weiche kein Bahnhof im betrieblichen Sinne, sondern ein Haltepunkt. Bei einer teilweisen Streckensperrung wird in den meisten Fällen der Verkehr auf der Schiene bis zum nächstgelegenen Bahnhof aufrechterhalten, da die Züge an Haltepunkten in der Regel nicht ohne vergleichsweise aufwändige Änderungen der Sicherungsanlagen, insbesondere des Streckenblocks, wenden können.

Dem deutschen Haltepunkt entspricht annähernd die österreichische Haltestelle.

In Deutschland wiederum ist eine Haltestelle der Eisenbahn ein Haltepunkt, der mit einer Abzweigstelle oder einer Anschlussstelle zusammenfällt. Diese Definition hat aber praktisch keine Bedeutung mehr.

Es gibt Bahnhöfe, die keine Reisendenzugangsstellen sind. Neben Güter- und Rangierbahnhöfen handelt es sich dabei um Bahnhöfe, die ausschließlich eisenbahnbetrieblichen Funktionen dienen, insbesondere der Zugbildung und Auflösung von Zügen, der Zugkreuzung und dem Ausweichen bzw. Überholen von Zügen. Dient ein solcher Bahnhof auf Grund der Fahrplanlage vornehmlich einer dieser Funktionen, werden diese als Betriebsbahnhof, speziell auch als Zugbildungsbahnhof, Abstellbahnhof, Kreuzungsbahnhof, Ausweich- oder Überholbahnhof, bezeichnet.

Bei U-Bahnen wird im Allgemeinen nicht zwischen Bahnhöfen und Haltepunkten unterschieden. Unabhängig von der jeweiligen betrieblichen Funktion spricht man von einer U-Bahn-Station, einem U-Bahnhof oder einer U-Bahn-Haltestelle.

Namensgebung Bahnhöfe werden meistens nach der Ortschaft oder dem Ortsteil benannt, in dem sie sich befinden. Nach Eingemeindungen oder Umbenennungen können jedoch auch historische Namen erhalten bleiben. Namenszusätze zur Unterscheidung verschiedener Städte desselben Namens sind auch üblich und können gegebenenfalls erhalten bleiben, selbst wenn nur noch ein Bahnhof in einer Stadt gleichen Namens existiert (z. B. durch Umbenennung einer Stadt in den ehemaligen deutschen Ostgebieten oder Stilllegung der anderen Bahnhöfe). Teilweise wurden in Orten mit mehreren Bahnhöfen diese nach der Eisenbahnstrecke oder der Bahngesellschaft unterschieden, zu der sie gehörten. So hieß zum Beispiel der in Berlin gelegene Ausgangspunkt der Berlin-Görlitzer Eisenbahn Berlin Görlitzer Bahnhof (ähnlich bei den anderen Berliner Kopfbahnhöfen) oder der heutige Bahnhof Frankfurt (Main) Süd Bebraer Bahnhof. Die Namen der beiden Bahnhöfe der sächsischen Stadt Großenhain, Großenhain Berliner Bahnhof und Großenhain Cottbuser Bahnhof, haben sich bis in die heutige Zeit gehalten. Umgangssprachlich werden die Nord- und Südflügel des Münchner Hauptbahnhofes immer noch Starnberger Bahnhof bzw. Holzkirchner Bahnhof genannt. Ähnliche Namensformen gibt bzw. gab es auch in vielen anderen Ländern. Turmbahnhöfe bzw. Bahnhöfe, bei denen ein Teil der Gleise unterirdisch verläuft, beinhalten teilweise den Namenszusatz „tief“ auf Fahrkarten oder Fahrplänen, z. B. Berlin Hbf (tief) oder Leipzig Hbf (tief).

mini|Basel SBB

Mitunter bestehen Doppelnamen für den gemeinsamen Bahnhof zweier Orte. In Orten mit mehreren Bahnhöfen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die dortigen Bahnhöfe unterschiedlich zu benennen, nämlich nach

der dort verkehrenden Bahngesellschaft. Das war historisch sehr verbreitet, beispielsweise beim Main-Weser-Bahnhof in Frankfurt am Main. Wird heute noch beim Bahnhof Basel SBB genutzt, sonst vorrangig bei Privat- und Museumsbahnen, der betrieblichen Bahnhofsart (Personen-, Güter-, Rangierbahnhof usw.), der betrieblichen Hierarchie von Bahnhöfen in Form der Bezeichnung des wichtigsten Personenbahnhofes als Hauptbahnhof (siehe oben) sowie in wenigen Ländern des wichtigsten Güterbahnhofes als Hauptgüterbahnhof in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) gibt es häufig eine Union Station als (ehemaligen) Gemeinschaftsbahnhof verschiedener Gesellschaften. Einige dieser Bahnhöfe haben inzwischen keinen Personenverkehr mehr, jedoch wird der Name zumeist bei aktiven Stationen bis heute verwendet; der geografischen Lage des Bahnhofs: der Himmelsrichtung: Vielerorts gibt es je einen Nord-, Ost-, Süd- und/oder Westbahnhof, der Höhe: in Thüringen und Sachsen, Ungarn, Italien u. a. gibt es mancherorts einen oberen und einen unteren Bahnhof, der Lage zur Stadt: Mitte, Stadt oder Zentrum für einen zentral gelegenen Bahnhof von i. d. R. untergeordneter Verkehrsbedeutung. Im Umkehrschluss wird manchmal der Zusatz Land für besonders abseits der Stadt gelegene Bahnhöfe verwendet (Metelen Land, Bahnhof Hagenow Land); weitere Beispiele sind Brilon Wald und Blankenheim (Wald). Stadtteilen, Vororten oder eingemeindeten Orten, und zwar bestehend aus: dem vorangestellten Namen des Hauptortes und nachfolgend dem Namen des Ortsteiles (in manchen Ländern mit und in anderen Ländern ohne Bindestrich, in Deutschland immer mit Bindestrich,Preuß: So funktioniert ein Bahnhof. S. 35f. in der Schweiz immer ohne Bindestrich, außer Namen in französischer Sprache immer mit Bindestrich) oder nur dem Namen des Ortsteils. dem Namen der Stadt, des Ortsteiles und einer weiteren, genaueren, Ortsangabe, z. B. Bahnhof Lübeck-Travemünde Strand wichtigen vom Bahnhof aus erschlossenen Zielen, beispielsweise Paris Gare de Lyon oder ehemals Berlin Hamburger Bahnhof Straßennamen z. B. Philadelphia 30th Street Station Eigennamen von Einrichtungen oder Unternehmen, die sich in der Nähe des Bahnhofs befinden oder befanden; gelegentlich behält hierbei der Bahnhof den Namen, auch wenn der Namensgeber umbenannt wird (z. B. Bahnhof Nürnberg Frankenstadion) Namen von Persönlichkeiten, darunter in den USA mehrere nach Präsidenten der jeweiligen Eisenbahngesellschaft benannte Rangierbahnhöfe, z. B: Robert R. Young Yard in Elkhart Zahlen: Nummerierung der Bahnhöfe. In einigen Ländern, besonders im Bereich der ehemaligen Sowjetunion, wurden die Bahnhöfe vieler Ortschaften durchgehend nummeriert (beispielsweise gibt es im Eisenbahnknoten Pensa fünf Bahnhöfe mit den Bezeichnungen Pensa I bis Pensa V). Die Nummerierung sagt dabei nichts über die Art und Bedeutung der Bahnhöfe aus. Benennung der Bahnhöfe nach dem Streckenkilometer, an dem sie liegen. Dies ist besonders in Gegenden verbreitet, in denen sich in der Nähe keine Siedlung befindet. Der Lage an einer bestimmten Eisenbahnstrecke. So gibt es in Berlin den Bahnhof Berlin Ostkreuz an der Berliner Ringbahn und den Ostbahnhof gelegen unter anderem an der Berliner Stadtbahn sonstige geographische Namen wie Täler oder Berge, beispielsweise der Bahnhof Drängetal an der Harzquerbahn oder der ehemalige Bahnhof Durlesbach an der Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen.

Personal mini|Aufforderung der Reichsbahndirektion Mainz an ihr BahnhofspersonalDeutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hrsg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 28. März 1931, Nr. 17, S. 109. mini|Mitarbeiterin bei der Deutschen Reichsbahn bei einer Durchsage am Hauptbahnhof Dresden (Foto ca. 1975–1980)

Die verantwortliche Gesamtleitung des Verkehrs- und Betriebsdienstes lag in der Hand des Bahnhofsvorstands, Bahnhofsvorstehers, Dienstvorstehers bzw. Leiters der Dienststelle. In Deutschland gibt es diese Funktion seit 1994 nicht mehr, in einigen anderen Ländern blieb sie bis zur Auftrennung in Verkehr und Infrastruktur bestehen. Wo sich die Funktion des Bahnhofsvorstands gehalten hat, gehört sie heute in der Regel zur Infrastruktur. Der Personalbestand der im Bahnhofsbereich angesiedelten technischen Dienststellen für die Anlagen- und Fahrzeugunterhaltung gehörte jedoch nicht zum Bahnhofspersonal.