Mialet (oft auch Miallet, , ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Périgord-Limousin. Die Einwohner werden Mialletais und Mialletaises genannt.

Geografie

Mialet liegt etwa 19 Kilometer ostnordöstlich von Nontron, etwa 41 Kilometer südwestlich von Limoges und etwa 43 Kilometer nordnordöstlich von Périgueux im Norden des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Haute-Vienne. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Nontronnais, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.

Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Ortskern zahlreiche Weiler, Gehöfte, Schlösser, eine Mühle und Geländepunkte: Bois de Grafeuille, Bois de la Gratte, Bois de Massavit, Bois de Vieilles Forges, Boissonnie, Château la Congerie, Château de Lambertie, Chatelavy, Chez le Chevalier, Durmareix, Étang Chevrière, Étang de Chatelavy, Étang de Fougeras, Étang de Puyraud, Étang de Vivale, Feyte, Fougeras, Garrelie, Gatelinie, Grafeuille, Jambe de Banc, La Brousse, La Congerie, La Filature, La Gratte, La Maison Rouge, La Nolphie, La Valette, Lacaud, Lacouchie, Lassudrie, Le Bois des Roses, Le Clocheton, Le Dognon, Le Grand Clos, Le Maine, Le Maine du Bost, Le Montetchabroulet, Le Montibus, Le Moulin du Blé, Le Moulin de Puyraud, Le Petit Claud, Le Petit Trois Cerisiers, Le Pintou, Le Salignier, Le Soleil, Le Trou du Papetier, Lépinotte, Les Parcs, Les Places, Les Rivaux, Les Terres de Saint-Roch, Les Thermes, Les Trois Cerisiers, Lesudrie, Lordebert, Magnesse, Magoubert, Mamont, Massavit, Mazoubert, Mialet, Montéricout, Petit Mamont, Pierrebrune, Plan d’Eau de Mialet, Pommerède, Puyraud, Puyregonde und Veyssièras.

Der topografisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes mit liegt beim Weiler Boissonnie an der Côle im Süden. Der höchste Punkt mit befindet sich im äußersten Norden in der Nähe des Weilers Les Trois Cerisiers an der Grenze zur Nachbargemeinde La Chapelle-Montbrandeix. Das Zentrum der Gemeinde an der Kirche weist eine Meereshöhe von etwa auf.

Die Gemeinde wird von folgenden acht Nachbargemeinden umgeben:

Bodenbedeckung mini|300px|Bodenbedeckung in Mialet (2018)

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Mialet schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

Wälder – 41,6 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 14,9 % Grünland – 36,7 % baulich beansprucht – 1,4 % Kulturboden – 3,4 % Binnengewässer – 2,0 %.

Die landwirtschaftliche Nutzung steht im Vordergrund und hat für die rein landwirtschaftliche Nutzung (bestehend aus heterogener Landwirtschaft inklusive Wiesen und Ackerland) ausgehend von 54,9 % im Jahr 1990 auf 55,0 % im Jahr 2018 einen minimalen Zuwachs erfahren.

Klima Die Gemeinde Mialet besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:

Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000

Jahresmittel: 11,5 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 2,7 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 4,7 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 14,7 °C Jahresniederschlag: 1099 mm Niederschlagstage im Januar: 14,2 Niederschlagstage im Juli: 7,9

Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 43 Kilometer entfernten Wetterstation am Flughafen von Limoges-Bellegarde das langjährige Jahresmittel von 11,2 °C für 1971–2000 über 11,4 °C für 1981–2010 auf 11,8 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,6 °C innerhalb von 20 Jahren.

Hydrografie mini|300px|Hydrografische Karte von Mialet

Die mäandrierende Dronne durchfließt von Osten kommend den Nordwestteil der Gemeinde Mialet und bildet vor Verlassen des Gemeindegebiets nach Südwesten die Westgrenze zu Saint-Saut-Lacoussière. Den Südostteil durchquert die Côle, die etwas östlich vom Ortskern zu einem 77 Hektar großen Stausee aufgestaut wird (Retenue de Miallet). Die Côle nimmt kurz unterhalb von Mialet als rechten Nebenfluss den Coly auf, der von Nordosten kommend das Gemeindegebiet in etwa mittig durchzieht. Er fließt im Westen des Ortskerns vorbei und wird dort seinerseits in einem kleineren Stausee, dem Étang de Vivale, zurückgehalten. Etwas weiter westlich (in unmittelbarer Nähe der Westgrenze) entspringt die in Südrichtung entwässernde Queue d’Ane. All diese Wasserläufe entwässern nach Süden und Südwesten und bilden Teil des Einzugsgebietes Isle-Dronne.

Entlang der Nordwestgrenze verläuft in etwa die Wasserscheide zum nördlich angrenzenden Flusssystem des Bandiats, der bereits zum Einzugsgebiet der Charente gehört.

Die Gesamtlänge der Wasserläufe im Gemeindegebiet von Mialet beträgt 60 Kilometer.

Geologie mini|hochkant=1.6|Geologische Karte von Mialet

Die Gemeinde Mialet befindet sich auf dem metamorphen Grundgebirge des nordwestlichen Zentralmassivs. Strukturell tiefst gelegene Einheit sind Glimmerschiefer der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit, die entlang der Dronne im Westen anstehen. Ihre Foliation streicht generell Nordnordwest (kann aber von Nord bis Westnordwest streuen) und fällt mit 35° bis 50° in östliche Richtung ein. Lineare zeigen unter relativ flachem Einfallen vorwiegend nach Ostsüdost bis Ost.

Der größte Teil des Gemeindegebietes liegt jedoch auf strukturell höherliegenden Augengneisen der Unteren Gneisdecke des Limousins, die ebenfalls Nordnordwest streichen und um 40° nach Ostnordost einfallen. Die Augengneise können in ihrem Mittelabschnitt sehr massiv auftreten, es dürfte sich hier wahrscheinlich um Metagranite handeln. Zum Hangenden (im Ostabschnitt des Gemeindegebietes) nehmen sie zusehends leptynitischen Charakter an (ehemalige Rhyodazite und Rhyolithe). Gelegentlich können auch noch Glimmerschieferzüge (zwischen Le Montibus und Puyraud) und -inseln (bei La Gratte, Montéricout und östlich von Montetchabroulet) in die Augengneise eingelagert sein. Die Kontaktverhältnisse zwischen Glimmerschiefern und Augengneisen sind nicht ersichtlich, dürften aber sehr wahrscheinlich anormaler Natur sein (Überschiebung), zu erkennen am ansteigenden Metamorphosegrad gen Osten.

Südlich vom Ortskern kreuzt eine bedeutende, Nordost-Südwest-streichende Störungszone (La Coquille Störung), die ein örtliches Umbiegen der Foliation in dieselbe Richtung bewirkt.

Ausgedehnte Höhenlagen werden oft von pleistozänen Alteriten des Grundgebirges oder Kolluvium verhüllt, beispielsweise südlich von Veyssièras und bei Les Parcs. Im südlichen Côle-Tal liegt Alluvium aus der Würm-Kaltzeit und dem Holozän.

An Vererzungen in den Augengneisen, die mit dem weiter im Westen anstehenden Saint-Mathieu-Leukogranit in Zusammenhang stehen, sind zu nennen: Zinn (Cassiterit) bei Le Montibus und Wolfram (Scheelit) bei Le Moulin de Blé.

Ökologie Naturpark Die Gemeinde Mialet bildet seit 1998 einen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Schutzgebiete Natura 2000 mini|300px|Schutzgebiete des Typus 2 in Mialet mini|300px|Gelbbauchunke Bombina variegata

Die acht Kilometer des Dronnetals in der Gemeinde Mialet sind gemäß Natura 2000 unter Schutz gestellt. Der Fluss mit seinem Uferbereich und den anschließenden Feuchtwiesen, Heidegebieten, Feldern und Wäldern beherbergt eine sehr reichhaltige Fauna. Dieser Abschnitt der Dronne stellt für die Nachzucht der Flussperlmuschel (Margaritafera margaritafera) einen der bedeutendsten Standorte in ganz Frankreich dar. Ferner finden sich hier in Europa vom Aussterben bedrohte Taxa wie beispielsweise die Gelbbauchunke (Bombina variegata), die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale), der Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydras aurinia), der Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes), die Groppe (Cottus gobio) und das Bachneunauge (Lampetra planeri), mehrere Säugetiertaxa wie z. B. der Fischotter (Lutra lutra) sowie drei FledermausartenEntwässerungsnetz des Dronne-Oberlaufs gemäß Natura 2000. Abgerufen am 1. April 2018..

Schutzgebiete des Typus 1 Die Gemeinde beherbergt ferner eine Schutzzone erster Ordnung (Französisch ZNIEFF = zone naturel d'interêt faunistique et floristique)RESEAU HYDROGRAPHIQUE DE LA COLE EN AMONT DE SAINT JEAN DE COLE. Abgerufen am 1. April 2018., das im Gemeindegebiet folgende Ökotope umfasst: das oben bereits angeführte schluchtartige Dronnetal. Je nach Ausrichtung der Hanglagen wechselt in ihm atlantisch geprägte Flora mit mediterraner Flora ab. Es enthält zahlreiche Farntaxa. die 25 Hektar großen Sumpf- und Moorlandschaften entlang der Weiher um La Maison Rouge im Norden der Gemeinde enthalten seltene botanische Taxa.

Schutzgebiete des Typus 2 Die Täler der Côle und des Coly stehen unter Schutz, das Tal des Coly beinahe in seiner gesamten Länge; in Letzterem ist beispielsweise das Schlanke Wollgras (Eriophorum gracile) beheimatet.

Empfindlicher Naturraum Der 77 Hektar große Stausee von Mialet ist als empfindlicher Naturraum eingestuft worden (Französisch: espace naturel sensible), da sich an seinem Ufer zahlreiche Wasservögel aufhalten; das Ostufer wird insbesondere als Nist- und Brutraum geschützt.

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Mialet Naturrisiken manifestieren sich in Mialet neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen Waldbrände Bodensetzungen Radonemanationen.

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1983, 1988 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Mialet ist einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, ist über die Hälfte des Gemeindegebiets von einer mittleren, meist aber von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 2003, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.

In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Mialet der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.