Der SC Verl (vollständiger Name: Sportclub Verl von 1924 e. V.) ist ein Fußballverein aus der ostwestfälischen Stadt Verl im Kreis Gütersloh. Der Verein wurde am 6. September 1924 gegründet und hat 1401 Mitglieder (Stand: August 2026). Die Vereinsfarben sind Schwarz und Weiß. Die erste Mannschaft spielt seit 2020 in der 3. Liga. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Westfalenpokalsiege 1992, 1999, 2007 und 2026, die Meisterschaften in der Oberliga Westfalen 1991 und 2007, das Vordringen bis ins Achtelfinale des DFB-Pokals sowie der Aufstieg in die 3. Liga 2020.
Der Verein trägt seine Heimspiele in der Verler Sportclub Arena aus, die 5207 Zuschauern Platz bietet. Bekanntester ehemaliger Spieler ist das spätere Nationalspieler Arne Friedrich, der in der Saison 1999/2000 für den SC Verl auflief.
Geschichte
Frühe Jahre (1924 bis 1970) Saisondaten 1959–1986 Saison Liga Klasse Platz Punkte Tore 1928–1932 1. Kreisklasse ? ? ? ? 1932– ? 2. Bezirksklasse III ? ? ? 1945–1947 Kreisklasse Wiedenbrück III ? ? ? 1947/1948 Bezirksklasse, Gr. 1 III 11. 10:34 31:74 1948–1959 Kreisklasse Wiedenbrück IV ? ? ? --> 1959/60 1. Kreisklasse Wiedenbrück VI 1. 47:9 88:24 1960/61 Bezirksklasse, Gr. 2 V 7. 26:30 47:47 1961/62 Bezirksklasse, Gr. 2 V 9. 27:29 45:60 1962/63 Bezirksklasse, Gr. 2 V 4. 33:23 53:56 1963/64 Bezirksklasse, Gr. 2 V 3. 29:23 47:48 1964/65 Bezirksklasse, Gr. 2 V 12. 26:34 52:57 1965/66 Bezirksklasse, Gr. 2 V 14. 27:37 50:75 1966/67 Bezirksklasse, Gr. 2 V 13. 23:33 42:60 1967/68 Bezirksklasse, Gr. 2 V 9. 25:31 41:42 1968/69 Bezirksklasse, Gr. 2 V 6. 33:27 47:33 1969/70 Bezirksklasse, Gr. 2 V 1. 41:15 69:27 1970/71 Landesliga, Gr. 1 IV 3. 37:23 52:35 1971/72 Landesliga, Gr. 1 IV 6. 32:28 35:38 1972/73 Landesliga, Gr. 1 IV 3. 48:16 86:35 1973/74 Landesliga, Gr. 1 IV 3. 35:25 54:42 1974/75 Landesliga, Gr. 1 IV 7. 34:30 38:32 1975/76 Landesliga, Gr. 1 IV 7. 34:30 47:41 1976/77 Landesliga, Gr. 1 IV 7. 31:33 38:36 1977/78 Landesliga, Gr. 1 IV 2. 43:17 66:29 1978/79 Verbandsliga, Gr. 1 IV 4. 34:26 53:45 1979/80 Verbandsliga, Gr. 1 IV 5. 35:25 56:35 1980/81 Verbandsliga, Gr. 1 IV 2. 44:16 76:31 1981/82 Verbandsliga, Gr. 1 IV 8. 30:30 46:52 1982/83 Verbandsliga, Gr. 1 IV 4. 48:20 68:42 1983/84 Verbandsliga, Gr. 1 IV 4. 43:25 64:44 1984/85 Verbandsliga, Gr. 1 IV 2. 48:20 96:48 1985/86 Verbandsliga, Gr. 1 IV 1. 55:17 87:32
Sportbegeisterte junge Männer, die teilweise aus dem Ruhrgebiet stammten, gründeten am 6. September 1924 im Gasthaus Ignaz Schroeder den SC Verl. Dieser verfügte anfangs noch über eine Leichtathletikabteilung, die jedoch im Jahre 1929 geschlossen wurde. Die Gründung des Vereins sorgte anfangs beim Lokalrivalen TV Verl für Unmut. Der Verein drohte sogar seinen Mitgliedern mit dem Ausschluss, sollte sich jemand dem SC Verl beitreten. Nach wenigen Jahren legten sich die Streitereien und beide Vereine organisierten gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen. 1928 gelang der Aufstieg in die 1. Kreisklasse Bielefeld-Wiedenbrück. Den ersten Titel errang der Verein im Jahr 1931, als der SCV Gau-Pokalsieger im Kreis Wiedenbrück wurde. Ein Jahr später folgte der Aufstieg in die 2. Bezirksklasse. Während der Saison blieb die Mannschaft ohne Punktverlust. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden jüdische Mitglieder ausgeschlossen. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kam der Spielbetrieb zum Erliegen. Lediglich im Juniorenbereich wurde noch gespielt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs spielten die Verler zunächst überwiegend in der Kreisklasse. 1947 gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse, dem ein Jahr später der Abstieg als Tabellenvorletzter folgte. Ein Höhepunkt der Saison war ein 2:2 gegen den SVA Gütersloh vor 3000 Zuschauern. In den folgenden Jahren forcierte der Verein die Nachwuchsarbeit. 1960 stieg die erste Mannschaft erneut in die Bezirksklasse auf. 1967, als der Sportclub Verl den Abstieg aus der Bezirksklasse noch gerade so verhindern konnte, übernahm der Verler Unternehmer Wolfgang Beckhoff zunächst als Vorsitzender, ab 1973 dann als Verwaltungsrat und Hauptsponsor das Ruder, und wandelte den SC Verl in einen ambitionierten Verein um.Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 476. Bereits drei Jahre später gelang der Aufstieg in die Landesliga.
Sportlicher Aufschwung (1970 bis 1986) mini|links|hochkant|Stadion an der Poststraße (2008) Sportlich konnte sich die Mannschaft schnell in der Landesliga etablieren und belegte stets Positionen in der oberen Tabellenhälfte. In der Saison 1972/73 wurden die Verler mit nur zwei Punkten Rückstand auf Meister SC Herford Dritter. Das Spitzenspiel gewannen die Herforder im eigenen Stadion vor 8000 Zuschauern mit 2:1. Ein Jahr später wurden die Verler erneut Dritter, diesmal jedoch mit deutlichen 20 Punkten Rückstand auf den Bünder SV. Während der Saison trat der Vorsitzende Karl-Theodor Füßmann zurück, nachdem bekannt wurde, dass der Verein es versäumte, die Umsatzsteuer aus den Eintrittsgeldern abzuführen. Der Verein musste daraufhin 30.000 Mark nachzahlen. 1978 wurde der SC Verl unter Trainer Georg Stürz Vizemeister seiner Landesligastaffel hinter dem BV Bad Lippspringe. Durch die Einführung der Oberliga Westfalen kam es zu einem erhöhten Aufstieg, so dass der SC Verl in die nun viertklassige Verbandsliga Westfalen aufstieg.
In der Saison 1979/80 nahm der SC erstmals am DFB-Pokal-Wettbewerb teil. In der ersten Runde sorgte die Mannschaft mit einem 2:1-Sieg beim Oberligisten VfB Oldenburg für eine Überraschung. Es folgte ein 3:1-Sieg über die SV Elversberg. Das Aus kam in der dritten Runde durch eine 1:7-Heimniederlage vor 3500 Zuschauern gegen den Zweitligisten Stuttgarter Kickers, bei der der spätere Nationalspieler Karl Allgöwer alleine vier Tore erzielte. Den Ehrentreffer für die Verler erzielte Dieter Brandy. In der Verbandsliga Westfalen erreichte der SC Verl stets Platzierungen in der oberen Tabellenhälfte. 1981 wurde die Mannschaft mit zwei Punkten Rückstand auf Eintracht Heessen Vizemeister. Ein Jahr später wurden die Verler Achter, die schlechteste Platzierung der Verbandsligaära. Zur Saison 1984/85 übernahm Fritz Grösche den Trainerposten und führte sein Team erneut zur Vizemeisterschaft. Dieses Mal fehlte den Verlern ein Punkt auf den Meister 1. FC Recklinghausen. Ein Jahr später wurde der SC Verl mit vier Punkten Vorsprung auf den Bünder SV Meister und stieg in die seinerzeit drittklassige Oberliga Westfalen auf.
Oberliga Westfalen (1986 bis 1994) Saisondaten 1986–1994 Saison Liga Klasse Platz Punkte Tore Zuschauer 1986/87 Oberliga Westfalen III 9. 29:31 56:53 1027 1987/88 Oberliga Westfalen III 13. 25:35 43:51 1037 1988/89 Oberliga Westfalen III 7. 31:29 41:38 1267 1989/90 Oberliga Westfalen III 6. 29:31 41:37 1113 1990/91 Oberliga Westfalen III 1. 44:16 65:32 1504 1991/92 Oberliga Westfalen III 3. 44:16 65:35 1640 1992/93 Oberliga Westfalen III 2. 49:19 68:33 1451 1993/94 Oberliga Westfalen III 5. 35:25 47:37 1569 mini|hochkant|links|Heribert Bruchhagen, Trainer von 1988 bis 1989
Die als „Dorfelf“ bezeichnete Verler Mannschaft konnte sich auf Anhieb in der Oberliga etablieren. Sie erreichte in der Saison 1986/87 den neunten Platz. Erstmals traf der Verein dabei auf den Lokalrivalen FC Gütersloh. Beide Mannschaften konnten ihre jeweiligen Auswärtsspiele gewinnen. In der folgenden Saison 1987/88 mussten die Verler hingegen lange um den Klassenerhalt bangen. Am letzten Spieltag konnte die mittlerweile von Günther Rybarczyk trainierte Mannschaft durch einen 4:1-Sieg bei Rot-Weiß Lüdenscheid den Klassenerhalt sichern. Dabei wies der SC Verl gegenüber den punktgleichen Amateuren des VfL Bochum eine um sechs Tore bessere Tordifferenz auf.
Ab 1988 geriet der SC Verl in der Oberliga nie wieder in Abstiegsnöte. Nach dem Abschluss der Saison 1989/90 war der SC zum ersten Mal die sportliche Nummer eins im Kreis Gütersloh, da der FC Gütersloh als Vorletzter in die Verbandsliga absteigen musste. Die folgende Saison 1990/91 brachte mit der Meisterschaft der Oberliga Westfalen den ersten Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Die Verler schlossen die Spielzeit mit einem Punkt Vorsprung auf den ASC Schöppingen und mit zwei Zählern auf den VfR Sölde ab. Am letzten Spieltag sicherten sich die Verler durch ein Tor von Martin Menzel in der letzten Minute beim DSC Wanne-Eickel den Titel. Kurz vor Saisonende trennte sich der Verein vom Trainer Fritz Grösche, da dieser für die kommende Saison bei Arminia Bielefeld unterschrieben hatte. Sein Nachfolger wurde Günter Luttrop.
Als Meister der Oberliga Westfalen erreichten die Verler die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, wo sie auf den VfL Wolfsburg, den 1. SC Göttingen 05 (Meister bzw. Vizemeister der Oberliga Nord), den FC Remscheid (Meister der Oberliga Nordrhein) und Tennis Borussia Berlin (Meister der Oberliga Berlin) trafen. Da das heimische Stadion an der Poststraße für die Aufstiegsrunde nicht geeignet war, trug der SC Verl seine Heimspiele im Gütersloher Heidewaldstadion aus. Die Verler starteten mit einem Remis gegen Göttingen und einem Sieg in Berlin. Es folgten zwei Niederlagen gegen Wolfsburg und in Remscheid. Nach zwei Siegen in Göttingen und gegen Berlin keimte noch einmal Hoffnung auf den Aufstieg auf, die aber durch eine 2:3-Niederlage in Wolfsburg zerschlagen wurde. Am letzten Spieltag erreichten die Verler noch ein 3:3 gegen den Aufsteiger FC Remscheid und belegten den vierten Platz.Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 2: Bundesliga & Co. 1963 bis heute. 1. Liga, 2. Liga, DDR Oberliga. Zahlen, Bilder, Geschichten. AGON Sportverlag, Kassel 1997, ISBN 3-89609-113-1, S. 214.
→ Daten zur Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga 1991
mini|hochkant|Bernard Dietz, Trainer von 1992 bis 1994 In der Saison 1991/92 konnten die Verler den Titel nicht verteidigen und verpassten aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter dem VfR Sölde auch die Vizemeisterschaft. Durch einen 2:1-Finalsieg über die SpVg Beckum gewann der SC Verl 1992 indes zum ersten Mal den Westfalenpokal und qualifizierte sich für den DFB-Pokal 1992/93. Nach einem Freilos in der ersten Runde unterlagen die Verler dem Fünftligisten Sportfreunde Ricklingen mit 4:5 nach Verlängerung. In der Oberliga-Saison 1992/93 war die vom Ex-Nationalspieler Bernard Dietz trainierte Mannschaft erfolgreicher. Sie wurde mit fünf Punkten Rückstand auf Preußen Münster Vizemeister. Damit qualifizierte sich der SC Verl erstmals für die Deutsche Amateurmeisterschaft. Nach drei knappen Niederlagen gegen den 1. FC Bocholt (1:2), den Halleschen FC (1:2) und den BSV Brandenburg (0:1) unterlagen die Verler am letzten Spieltag den Amateuren von Werder Bremen mit 0:5. Ohne Punktgewinn war der SC Verl damit Letzter der Nordgruppe.Hardy Grüne (1997), S. 231.
→ Daten zur Deutschen Amateurmeisterschaft 1993
Zur Saison 1994/95 führte der DFB als dritte Spielklasse die Regionalliga ein. Um sich für diese Liga zu qualifizieren, mussten die Mannschaften der Oberliga Westfalen mindestens Sechster in der Saison 1993/94 werden. Der SC Verl verstärkte sich mit zahlreichen regionalen Spielergrößen, darunter mit Dirk Otten, Gerrit Meinke und Andreas Golombek drei ehemalige Spieler von Arminia Bielefeld. Nach einem verpatzten Saisonstart musste Trainer Bernard Dietz im Februar 1994 gehen und wurde durch Dieter Brei ersetzt. Dennoch musste die Mannschaft lange um die Qualifikation zittern, die als Fünfter schließlich erreicht wurde.
Die erste Regionalligaära (1994 bis 2003) Saisondaten 1994–2003