Die Lauterecken-Formation ist in der Erdgeschichte eine lithostratigraphische Gesteinseinheit des Rotliegend des Saar-Nahe-Beckens. Sie folgt auf die Quirnbach-Formation und wird von der Meisenheim-Formation überlagert. Bei der Datierung der Formation existieren noch Unsicherheiten. Sie ist aber sehr wahrscheinlich ins basale Perm (Asselium) zu stellen.

Namensgeschichte Die Lauterecken-Formation ist nach der Stadt Lauterecken im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz benannt. Der Bezug zur Stadt Lauterecken findet sich erstmals bei Otto Atzbach und Klaus Schwab in ihren Erläuterungen zur Geologischen Karte von Rheinland-Pfalz 1:25000 Blatt Nr. 6410 Kusel: Sie sprachen dort von Lautereckener Schichten. Boy und Fichter nannten diese 1982 dann Lauterecken-Schichten. Karl Stapf änderte den Namen 1990 schließlich in Angleichung an die Richtlinien für Lithostratigraphie in Lauterecken-Formation um.

Definition, Gliederung und Sedimentationsbedingungen Die Formation besteht überwiegend aus graubraunen und gelbbraunen Sandsteinen und Peliten. Das Typus-Profil der Lauterecken-Formation hat folgende Charakteristika, an denen man die Formation im Gelände erkennen kann: Die Basis (ältester Teil) ist ein Konglomerat-Komplex: das "Feistkonglomerat". Im mittleren Abschnitt findet man ein schmales Kohlenflöz mit überlagerndem Kalkstein. Im oberen Abschnitt existiert ein weiterer Kalkstein-Horizont.

Das Profil gliedert sich dem Alter entsprechend in folgende Bänke:

Rötherhof-Bank Medard-Bank Kipp-Bank Wiesweiler-Bank Odenbach-Bank (mit Kohlenflöz) Feistkonglomerat

Oberhalb der Rötherhof-Bank folgt die "Obereisenbach-Bank", die nicht mehr zur Lauterecken-Formation gehört, sondern zur jüngeren "Meisenheim-Formation" (siehe Abb.).

Die Mächtigkeit der Lauterecken-Formation schwankt von 190 m in der Pfälzer Mulde bis zu 350 m bei Meisenheim. Die Mächtigkeit in der Typusregion bei Lauterecken beträgt 220 m.

Der untere Teil der Formation, insbesondere das Feistkonglomerat, entstand durch Sedimentation in Flüssen, der obere überwiegend durch See-Sedimentation. Der Ablagerungsraum war von Flüssen durchzogen, die in große, meist flache Seen mündeten. Deltas waren dort häufig.

Fossil-Vorkommen In der Lauterecken-Formation fand man bisher folgende Fossilien: Pflanzenreste, Muschelkrebse, syncaride Krebse, Kiemenfußkrebse, Muscheln, xenacanthide Haie, hybodontide Haie, Acanthodier, Knochenfische, Lungenfische, Quastenflosser und selten auch Amphibien-Reste.

Quellen Literatur Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Geologie von Rheinland-Pfalz. 400 S., E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung Stuttgart 2005. Manfred Menning, Reinhard Benek, Jürgen Boy, Bodo-Carlo Ehling, Frank Fischer, Birgit Gaitzsch, Reinhard Gast, Gotthard Kowalczyk, Harald Lützner, Wolfgang Reichel und Jörg W. Schneider: Das Rotliegend in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002 – „Paternoster-Stratigraphie“ auf dem Rückzug. Newsletters on Stratigraphy, 41(1-3), Stuttgart 2005, , S. 91–122. Andreas Schäfer: Sedimentologisch-numerisch begründeter Stratigraphischer Standard für das Permo-Karbon des Saar-Nahe-Beckens. Courier Forschungsinstitut Senckenberg (Stratigraphie von Deutschland V – Das Oberkarbon (Pennsylvanium) in Deutschland), 254, Frankfurt 2005, ISBN 3-510-61380-5, S. 369–394. Thomas Schindler und Ulrich H. J. Heidtke (Hrsg.): Kohlesümpfe, Seen und Halbwüsten. In: Pollichia Sonderveröffentlichung, 10, Neustadt an der Weinstraße 2007, S. 1–316. Karl R. G. Stapf: Einführung lithostratigraphischer Formationsnamen im Rotliegend des Saar-Nahe-Beckens (SW-Deutschland). In: Mitteilungen der POLLICHIA. Band 77, 1990, S. 111–124 ().

Einzelnachweise Stapf (1990: S. 118)

Jürgen A. Boy und Thomas Schindler: Ökostratigraphische Bioevents im Grenzbereich Stefanium/Autunium (höchstes Karbon) des Saar-Nahe-Beckens (SW-Deutschland) und benachbarter Gebiete. Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie, Abhandlungen, 216: 89-152, Stuttgart. Jürgen A. Boy und Jürgen Fichter: Zur Stratigraphie des saarpfälzischen Rotliegenden (Ober-Karbon - Unter-Perm; SW-Deutschland). Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, 133: 607-642, Hannover 1982. Fritz F. Steininger, Werner E. Piller: Empfehlungen (Richtlinien) zur Handhabung der stratigraphischen Nomenklatur. Courier Forschungsinstitut Senckenberg, Band 209, Frankfurt am Main 1999, , S. 1–19. Thomas Schindler: Geologie, Stratigraphie und Genese des permokarbonischen Saar-Nahe-Beckens. In: Thomas Schindler und Ulrich H. J. Heidtke (Hrsg.): Kohlesümpfe, Seen und Halbwüsten. Pollichia Sonderveröffentlichung, 10: 4-37, Neustadt an der Weinstraße 2007.

Weblinks Lithostratigraphische Definition der Lauterecken-Formation

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