thumb|upright Karel Josef Beneš (* 21. Februar 1896 in Prag; † 27. März 1969 in Rožmitál pod Třemšínem) war ein tschechoslowakischer Erzähler, der seine Helden zumeist unter extremen Umständen handeln (oder verzweifeln) lässt. In seinen Vorkriegswerken habe sich Beneš „nicht immer über das Niveau guter Unterhaltungsliteratur“ erhoben, heißt es in Kindlers Neuem Literaturlexikon. Ab ca. 1939 (Roman Das Zauberhaus) habe sich zur „professionellen Routine“ der früheren Werke ein „humanistisches Anliegen“ gesellt, „das mit moralischem und gesellschaftskritischem Engagement vorgetragen wird.“München 1988 Er verwendete folgende Pseudonyme: Karel Beneš, Karel Beneš-Jizerský, K. Jizerský, K. J.
Leben
Beneš stammte aus einer Arzt-Familie. Nach dem Abitur (Prag 1915) in die Armee eingezogen und an der Front schwer verwundet, studierte er Naturwissenschaften, Philosophie, Musikgeschichte, Medizin. Er promovierte 1921 an der medizinischen Fakultät. Bis 1938 war er Angestellter der Universitätsbibliothek, anschließend Direktor der Staatlichen Comenius-Bibliothek. Seit April 1939 in der Widerstandsgruppe Petiční výbor Věrni zůstaneme gegen die deutschen Besatzer aktiv, wurde er im Dezember 1941 festgenommen und zu sieben Jahren Haft verurteilt; er durchlief mehrere Gefängnisse. Im April 1945 überlebte er einen der berüchtigten Todesmärsche. Nach der Befreiung arbeitete er als kaufmännischer Angestellter in der Staatlichen Planungsbehörde; daneben schrieb er vermehrt für den Film. 1950 zog er sich nach Rožmitál zurück, wo er 1969 starb. Beneš war mit der Geigenvirtuosin Ervína Brokešová (1900–1987) verheiratet.Siehe diese Webseite, abgerufen am 3. Februar 2011
Werke
Děvče s květinami, 1921 Dobrý člověk, Roman, 1925 Ogelala, ein Ballettmysterium nach einer alten mexikanischen Vorlage, Wien 1925 (Musik von Erwin Schulhoff) Kov hovoří, 1926 Nesmrtelní se setkávají, 1928 Ozáření lidé, 1929 Plameny, Libretto für eine Oper, 1932, bearbeitet von Max Brod, Musik Erwin Schulhoff, dts. Flammen, München 1950 Rok 1848 v projevech současníků, Dokumente der 1848er Revolution, 1932, erweitert 1948 Uloupený život (Das geraubte Leben), Roman, 1935, zweimal verfilmtPsychologischer Roman über eine schwierige Beziehung zwischen Zwillingsschwestern, die sich schließlich verfeinden. Verfilmt unter A stolen Life von P. Czinner, GB 1939 sowie C. Bernhardt, USA 1946 Vítězný oblouk, Roman, 1937 Kouzelný dům (Das Zauberhaus), Roman, 1939, verfilmt von O. Vávra 1939 Červená pečeť, Roman (über eine Geigenvirtuosin), 1940, dts. Das rote Siegel, Prag 1960 Pohádka o zakleté písni, 1946 Rudá v černé, Erzählung, 1947 Ohnivé písmo (Die Flammenschrift), Roman, 1950Thema: Kampf ums Überleben bei Kriegsende A přece se dočkal, 1952 Rodný hlas, Roman, 1953Spielt zur Zeit der Besatzung Mezi dvěma břehy, Historischer Roman, 1954, dts. Zwischen zwei Ufern, Berlin 1961 Studentský hrdina, 1956 Dračí setba, Historischer Roman, 1957, dts. Drachensaat, Berlin 1962 Hra o život, Roman, 1958 Setkání v Karlových Varech, 1959, dts. Die Begegnung: Der Weg einer Filmschauspielerin, Berlin 1960 Past, dts. Die Falle, Berlin 1961 Útok, Historischer Roman, 1963, dts. Die Vergeltung, Berlin 1964 Cesta do neznáma, Roman, 1973 posthum
Literatur
Ervína Brokešová: Ty a já (Du und ich), Prag 1947, dt. Ich lebte von der Hoffnung, Berlin 1965 Günther Jarosch: Nachwort zu Die Vergeltung, Berlin 1964 Vladimir Forst u. a.: Lexikon der tschechischen Literatur, Prag 1985, Seite 189–190
Einzelnachweise
Weblinks
Biografischer Abriss und Werkliste auf Tschechisch: Karel Josef Beneš, abgerufen am 3. Februar 2011
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Tschechisch) Kategorie:Erzählung Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Geboren 1896 Kategorie:Gestorben 1969 Kategorie:Mann