Tambura ist ein Ort im Bundesstaat Western Equatoria im Südsudan, nahe der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik.

Gemäß Zensus von 1973 hatte Tambura 8.778 Einwohner, 1983 lag diese Zahl bei 5.854.

Geschichte Der Ortsname ist von Tambura abgeleitet, einem Chief der Azande Ende des 19. Jahrhunderts, dessen Hof (gbanwa) auch Sitz eines Regierungspostens wurde.J. E. T. Philipps: Geographical Names in the Zande Country, in: The Geographical Journal, 75/5, Mai 1926, S. 433 Unter der anglo-ägyptischen Kolonialherrschaft wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine Straße nach Wau gebaut.Robert O. Collins: Land Beyond the Rivers, Yale University Press 1971

Im Sezessionskrieg im Südsudan war der Verwaltungsbezirk Tambura County bis 1989 unter der Kontrolle der sudanesischen Regierung, danach übernahm die Rebellenbewegung SPLA die Kontrolle. Ein Großteil der Azande-Bevölkerung verließ daraufhin den OrtP. A. Nyaba: The Politics of Liberation in Sudan: An Insider’s View, 2000 (zit. in Understanding Civil War: Evidence and Analysis, World Bank Publications, ISBN 9780821360477, S. 215). Der Krieg führte zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems, was die Ausbreitung der Schlafkrankheit ab Mitte der 1990er Jahre begünstigte.Georgina Pagey: Resurgence of sleeping sickness in Southern Sudan. (PDF; 400 kB) In: Journal of Rural and Remote Environmental Health 2(2), 2003, S. 60–65

Gegenwart Der Ort ist von der ugandischen Rebellengruppe Lord’s Resistance Army bedroht, die in dem Grenzgebiet zwischen dem Südsudan, der Zentralafrikanischen Republik und der DR Kongo aktiv ist.Richard Ruati: LRA maneuvers cause panic in Sudan’s Tambura town in W. Equatoria. Zudem gibt es in der Umgebung Konflikte zwischen den einheimischen Azande und den Ambororo- (Wodaabe-)Nomaden.Ambororo kill one and injure two in Bangala along Tambura – Nagero road, Western Equatoria state. Sudan Tribune, 28. Dezember 2010

Siehe auch Bistum Tambura-Yambio

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Südsudan Kategorie:Ort in Afrika