mini|Die Piazza XX Settembre im Stadtzentrum mini|hochkant|Altstadtstraße Tolmezzo (, deutsches Exonym Schönfeld od. Tolmein, slowenisch Tolmeč, lateinisch Tulmetium, Tiliaventum u. a.) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit Einwohnern (Stand ) in der Region Friaul-Julisch Venetien.
Geographie Die Kleinstadt liegt in den Karnischen Alpen auf am Fluss Tagliamento im Friaul. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf 65,69 km². Tolmezzo ist der Hauptort der historischen Region Karnien. Zur Gemeinde Tolmezzo gehören auch die neun Fraktionen Cadunea, Caneva, Casanova, Cazzaso, Fusea, Illegio, Imponzo, Lorenzaso und Terzo.
Geschichte Seit der Zeit um 1000 n. Chr. war Tolmezzo im Besitz der Patriarchen von Aquileia. 1258 erhielt die Gemeinde vom Patriarchen Gregorio da Montelongo das Marktrecht für ganz Karnien. 1275 verlieh Patriarch Raimondo della Torre der Gemeinde das Stadtrecht.
Das Landgericht Tolmezzo, bis an die heutige österreichische Grenze reichend, gehörte seit 1420 und bis zu deren Ende im Jahre 1796 zur Republik Venedig. Nach der napoleonischen und österreichischen Zeit ist Tolmezzo seit dem Ende des Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1866 italienisch.
Kaufleute und Wanderhändler aus Tolmezzo und den Tälern von Karnien unterhielten Kontakte bis weit über die Alpen hinaus und waren über die Sommermonate im gesamten Donauraum unterwegs.
Es gab sowohl familiäre Beziehungen zum Großraum München als auch Wirtschaftsbeziehungen dorthin. So ist am 25. Februar 1609 in den Briefprotokollen der Klosterhofmark Fürstenfeld (Fürstenfeldbruck bei München) ein Schuldbrief verzeichnet, in dem ein Daniel Phillip, Sohn des Peter Philipp aus „Paluz (d.i. Paluzza) im Schönvelder Gricht, Venedißcher Herrßchaft“ seinem „Vetter“ (= allgemein „Verwandter“), ebenfalls Peter Philipp, Kramer im Markt Bruck (= Fürstenfeldbruck bei München) einen Schuldschein ausstellt für den Erhalt von Ware, welche jener Brucker Kramer an ihn geliefert hatte.
Verkehr Tolmezzo wurde durch die Bahnstrecke Carnia–Tolmezzo–Villa Santina erschlossen. Diese ist stillgelegt, aber noch weitgehend erhalten. Reaktivierungsvorhaben schlugen bisher fehl. Denkmale und Sehenswürdigkeiten Der Duomo di San Martino, an der Piazza XX Settembre wurde 1764 am Ort einer früheren Kirche nach den Plänen von Domenico Schiavi aus Tolmezzo errichtet. Das Gemälde des Hochaltars von Francesco Fontebasso (1763) zeigt die Madonna mit Kind zwischen den hll. Martin und Karl Borromäus. Auf der Turmspitze steht ein Engel als Wetterfahne.
Die Kirche Hl. Katharina von Alexandrien. Im Deckenfresko ist die hl. Katharina dargestellt. Das Hochaltarbild von Pomponio Amalteo (1537) zeigt die mystische Hochzeit der hl. Katharina, die Predella ihr Martyrium.
Städtepartnerschaft Simbach am Inn, (Niederbayern) St. Florian, (Oberösterreich)
Persönlichkeiten Rocco Boni (1520–1574), Dichter Giuseppe Marchi (1795–1860), Archäologe und Jesuit Pietro Brollo (1933–2019), Erzbischof von Udine Dante Spinotti (* 1943), Kameramann Claudio Jupe (* 1948), deutscher Rechtsanwalt, Notar und Politiker (CDU) Maurizio Ganz (* 1968), Fußballspieler Giorgio Di Centa (* 1972), Skilangläufer Marina Piller (* 1984), Skilangläuferin Andrea Morassi (* 1988), Skispringer Stefano Bar (* 1990), Alpin- und Geschwindigkeitsskifahrer Alessandro Pittin (* 1990), nordischer Kombinierer Roberta D’Agostina (* 1991), Skispringerin Claudio Muller (* 1992), Skilangläufer Federico Cecon (* 1994), Skispringer Cristina Pittin (* 1998), Skilangläuferin Martina Di Centa (* 2000), Skilangläuferin Jonathan Milan (* 2000), Radsportler Francesco Cecon (* 2001), Skispringer Davide Toneatti (* 2001), Radrennfahrer Matteo Milan (* 2003), Radrennfahrer Martina Zanitzer (* 2005), Skispringerin
Literatur Furio Bianco, Aldino Bondesan, Paolo Paronuzzi, Michele Zanetti, Adriano Zanferrari: Il Tagliamento. Universität Udine; Cierre Verlag, 2006, ISBN 88-8314-372-8, S. 414 (italienisch). Roberta Costantini, Fulvio Dell’Agnese, Micol Duca, Antonella Favaro, Monica Nicoli, Alessio Pasian: Friuli-Venezia Giulia. I luoghi dell’arte. Bruno Fachin Editore, Triest, ISBN 88-85289-57-6, S. 276–277.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Friaul-Julisch Venetien Kategorie:Ort am Tagliamento Kategorie:Südliche Karnische Alpen Kategorie:Träger der Tapferkeitsmedaille in Silber (Italien)