mini|hochkant|Samuel Wolf Oppenheimer (1630–1703) mini|hochkant|David ben Abraham Oppenheim(er) (1664–1736) mini|hochkant|Salomon Oppenheim (1772–1828) mini|hochkant|Gustav Ferdinand Hertz (1827–1914) mini|hochkant|Heinrich Hertz (1857–1894) mini|hochkant|Gustav Hertz (1887–1975) Aus dem jüdischen Geschlecht Oppenheimer gingen die Adelsfamilien „von Oppenheim“, „von Oppenheimer“, „von Oppenfeld“ sowie die „Lichtenstein“ hervor. Die Familie ist mit den Familien Wertheimer, Cohen, Gomperz, Guggenheim, Auspitz, Lieben und Todesco verwandt.
Geschichte Ihren Ursprung scheint die Familie in Oppenheim am Oberrhein (Rheinhessen, zwischen Mainz und Worms) zu haben. Es war damals üblich, sich zu seinem jüdischen Namen den Ortsnamen als Beinamen zuzulegen. In den Städten Worms, Mainz und Speyer waren bereits im 10. und 11. Jahrhundert Judengemeinden nachweisbar; in Oppenheim wurde eine kleine Gemeinde im königlichen Steuerverzeichnis von 1241 erwähnt. Viele von ihnen führten ab dem 16. Jahrhundert zur Unterscheidung einen Hausnamen, zum Beispiel „(Goldenes) Schwert“: Das Haus wurde um 1538 in der Westgasse in Frankfurt am Main erbaut, bewohnt wurde es von den Oppenheimern bis 1700; oder „Weißer Löwe“: Erbaut von Joseph Oppenheim um 1573 unweit des vorgenannten, wurde es von den Oppenheimern bis 1760 bewohnt, ebenso wie das Haus „Zur weißen Gans“, das 1707 in der Judengasse als Wohnhaus des Jacob Oppenheim errichtet wurde.
1285 gab es in Oppenheim eine Judengasse, in welcher sich jüdische Einwohner ansiedeln mussten. Als die Stadt zwischen 1300 und 1353 an das Erzbistum Mainz verpfändet wurde, kam es zu einem Pogrom gegen die Juden in Oppenheim, bei dem die Einwohner 1349 die Synagoge zerstörten, da sie Juden für die Verursacher der Pest hielten.
Die meisten Häuser der Wormser Judengasse waren an die Stadtmauer angebaut. Als Worms während der Eroberung der Stadt durch die Franzosen im Jahre 1689 in Schutt und Asche gelegt wurde, waren die Bewohner dieser Häuser die ersten, die vom Einfall der Franzosen betroffen waren. Sie flohen zusammen mit den Bewohnern aus Speyer und Oppenheim (deren Städte ebenfalls angegriffen wurden) in die umgebenden Dörfer und vor allem nach Frankfurt am Main. Mit dem Ende des Pfälzischen Erbfolgekrieges begannen Verhandlungen mit der Stadt Worms, um die Rückkehr zu ermöglichen. Es wurde vereinbart, dass die Juden von 1697 an zehn Jahre lang vom Hauszins befreit würden, um ihre Häuser wieder aufbauen zu können. Die Leibeigenschaft der Juden solle ebenfalls aufgehoben werden. Am 7. Juni 1699 wurde die Rückkehr durch das besiegelte Dokument ermöglicht.Gerson Wolf: Zur Geschichte der Juden in Worms und des deutschen Städtewesens, Beilage XXVII, H. Skutsch Breslau 1862, S. 95.
Stammvater Lewe (Leo, Leib, Löw) Oppenheim († ca. 1445 in Worms) Amschel Oppenheim (* ca. 1450 in Worms; † nach 1505 in Worms), verehelicht mit Edel Majer Oppenheim „Zum Hirsch“ Frankfurt am Main († 1511 in Worms) + Gutlin Weisenau (* in Weisenau; † um 1530 in Frankfurt am Main) (II) Joseph „Jusbel“ Oppenheim „Zum Weissen Löwen“, „Zum Schwert“ († 1598 in Frankfurt am Main) ehelichte Bela, Tochter des Meir „Zur Leiter“. Er betrieb gemeinsam mit seinem Bruder Mosche einen schwunghaften Tuchhandel Leib Oppenheim († 1574 in Mainz), Gastwirt, der sich nach der christlichen Taufe Paulus Renatus nannte Juda Loeb Oppenheim „Zum Riesen“ Worms, „Im roten Hirsch“ Frankfurt am Main. (* 1500; † 1572/1573 in Frankfurt am Main), ehelichte (I) Edel Weisenau († 1523 in Frankfurt am Main), sie stammte von der Familie Cohen ab und war die Tochter von Simon von Weisenau „Zum Hirsch“ und Emelin. Juda Loeb ehelichte (II) Sorlin Cayn († 23. Januar 1579 in Frankfurt am Main), Tochter des Majer Cayn (Katz) „Zur Pforte“ Süsskind Oppenheim „Zum Riesen“ Worms († 1630) Beifus (Feibusch) „Oppenheim Zum Riesen“ genannt († 1635 während der Pest)Memorbuch der Stadt Worms, S. 13. ehelichte Dajne „Deiche“ (Teiche) „Zum Rad“ († 4. Juni 1652), Tochter des Mosche „Zur Pulverflasche“ Anselm († 19. April 1633) David († um 1654) (II) Joseph „Jusbel“ Oppenheim „Zum Weissen Löwen“, „Zum Schwert“ († 1598 in Frankfurt am Main) ehelichte Bela, Tochter des Meir „Zur Leiter“. Er betrieb gemeinsam mit seinem Bruder Mosche einen schwunghaften TuchhandelCilli Kasper-Holtkotte: Die jüdische Gemeinde von Frankfurt/Main in der Frühen Neuzeit: Familien, Netzwerke und Konflikte eines jüdischen Zentrums, de Gruyter 2010, ISBN 3-11-023157-3, S. 357. Juda Löb (Löw, Lew) Oppenheim „Zum weißen Löwen“ († 1633), verehelicht mit Gela, Tochter des Mordechai von Wasungen, dessen Frau, Gelas Mutter, war die Tochter des Abraham von Schleusingen seiner Ehefrau Gütle. Ihr Onkel, Abrahams Bruder war Hans Cunrath, der um 1528 konvertierte und eng mit dem konvertierten Leib Oppenheim († 1574 in Mainz), der sich nun Paulus Renatus nannte, zusammenarbeitete. Diese Familienverhältnisse gaben erheblichen Anlass zum Unmut in der Frankfurter Judenschaft. Amschel Oppenheim „Zum Esel“ Meir Oppenheim (* um 1580; † um 1640) „Zur goldenen Kante“ konvertierte am 21. Dezember 1606 zum Christentum und nahm den Namen Johann Daniel Lichtenstein an. Seine Ehefrau Brendle (Brendlin) „Zur Kante“ konvertierte nicht, die gemeinsamen Kinder wurden jedoch getauft. Sie forderte von ihm die Scheidung, er verweigerte ihr diese und die Auseinandersetzungen dauerten bis nach 1620, da Lichtenstein aus dem gemeinsamen Vermögen mit seiner Ehefrau, es handelte sich um eine Summe von 18.000 Gulden, einen Anteil von 13.500 Gulden für sich forderte. Dieser wurde ihm jedoch verweigert und nur 5000 Gulden zugestanden. Im Mai 1609 beklagte sich ein Syndikus der Stadt über Lichtenstein, da dieser begann, angesehene jüdische Bürger zu verleumden, und auch seine Frau nicht verschonte, daraufhin musste er im Jahre 1609 eine Strafe von sechs Wochen „auf dem Katharinen Turm bei Wasser und Brot“ verbüßen. Kurz darauf wurde bekannt, dass er einen Juden öffentlich im Römer vor der Audienz geschlagen hatte; so erlegte man ihm eine Strafe von 50 Gulden auf und entließ ihn unter der Bedingung, sein „liederliches Wesen“ abzustellen. Im November 1609 erklärte er, er wolle das Bürgerrecht in Speyer annehmen und bitte um Beurkundungen durch die Stadt. Da die Scheidung immer noch nicht vollzogen war, reichte Brendle am 19. April 1610 Klage beim Rat ein. Mangels rechtlicher Grundlagen wurden vier nichtjüdische Advokaten als Berater herangezogen, diese sollten gleichfalls entscheiden, wem die nunmehr 5500 Gulden zur Absicherung ihrer Familie übergeben werden sollte. Brendle drohte nun, sich an die Richter in Mainz zu wenden. Lichtenstein fürchtete, seine Forderung nicht umsetzen zu können; so verklagte er im November 1610, seine „gewesene jüdische Hausfrau“ und ihre Verwandten ebenfalls, der Streit führte auch in den Folgejahren zu keiner Einigung, da die Stadtherren weder die Handelsbeziehungen zu den finanzkräftigen jüdischen Familien stören noch die christliche Gemeinde verärgern wollten. Meir Oppenheimer/Johann Daniel Lichtenstein fiel nach der Taufe jedoch wieder vom christlichen Glauben ab, wurde erneut jüdisch und floh nach Polen. Seinen Brüdern Mosche „Zum Schwert“ und Juda Löb „Zum weißen Löwen“ unterstellte man, die Fluchthelfer gewesen zu sein. Sie flohen vor der Androhung, mittels Folter ein Geständnis zu erzwingen, und wandten sich an das Kammergericht, daraufhin erließ der Rat ein Urteil, das Mosche zu einer Zahlung von 9000 Gulden und Löb zu 3000 Gulden zwang. Nach diesem Urteil ließ sich Meir 1626 erneut taufen.Ludwig Geiger: Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland, Bd. 3, C. A. Schwetschke und Sohn Braunschweig, Nachdruck 1975, S. 362. → weiter bei Lichtenstein Sara Oppenheim wurde Ursula Lichtenstein Joseph Oppenheim wurde Hieronimus Achilles Lichtenstein Süßkind Meyer (* 26. März 1606 in Frankfurt am Main; † 6. Februar 1682) erhält den Namen Georg Philipp Josef Lichtenstein (Lichtstein), lutherischer PastorF. A. de le Roi: Die evangelische Christenheit und die Juden in der Zeit der Herrschaft christlicher Lebensanschauungen unter den Völkern. Von der Reformation bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Karlsruhe, Leipzig 1884, S. 124f. (II) Mosche (Moses) Oppenheim(er) „Zum Schwert“ Worms († 12. März 1626 in Frankfurt am Main)Andreas Gotzmann: Jüdische Autonomie in der Frühen Neuzeit. Recht und Gemeinschaft im deutschen Judentum, Wallstein 2008, ISBN 3-8353-0242-6, S. 547f., ehelichte (I) eine Gumbricht Friedberg († 26. April 1624 in Frankfurt am Main), Tochter des Isaac Ephraim (Jizchak Efraim) „Zum Schwert“ Friedberg (* um 1505; † 21. Oktober 1569 in Frankfurt am Main) und der Endlin Friedberg Nauheim (* um 1515; † um 1568 in Frankfurt am Main). Er stammte von Salomon Shlomo Friedberg (* um 1480 in Friedberg; † 1530 in Friedberg) ab. (II) Hindle Zunz „Zur Sonne“. Loeb Josef Yehuda Oppenheim(er) „Zum Schwert“, „Zur Kante“ Worms, (* in Frankfurt am Main; † 7. April 1655 in Frankfurt am Main), Gemeindevorsteher in Frankfurt am Main und Worms. Er ehelichte Fromet Ballin (* in Worms; † 26. Januar 1649 in Frankfurt am Main), Tochter des Gemeindevorstehers Samuel Abraham Ballin „Zur Kante“Cilli Kasper-Holtkotte: Die jüdische Gemeinde von Frankfurt/Main in der Frühen Neuzeit: Familien, Netzwerke und Konflikte eines jüdischen Zentrums, de Gruyter 2010, ISBN 3-11-023157-3, S. 342. Simon Wolf (Wolf Schimon) Oppenheim „Zur Blume“, „Zur Kante (Kanne)“ (* 1580 in Frankfurt am Main; † 4. November 1664 in Worms) ehelichte Edel Bacharach (* um 1605 in Frankfurt am Main; † 14. Dezember 1668 in Worms), Tochter des Schmul Bacharach „Zum Drach“ Samuel Wolf Oppenheimer (* 21. Juni 1630 in Heidelberg; † 3. Mai 1703 in Wien), auch Samuel Heidelberg genannt, war ein Geldleiher, Armeelieferant, Hofverwalter und Diplomat. Er ehelichte (II) Sandela Sentille Carcassonne, Tochter des Manoach Carcassonne von Mannheim.Samuel Wolf Oppenheim Ashkenazi Amsterdam in the Eighteenth Century. Oppenheimers bis zu 20 % verzinsten Darlehen stellten den größten Posten unter den Schulden Österreichs nach dem Spanischen Erbfolgekrieg dar. Sie sollen sich auf ca. sechs Millionen Gulden belaufen haben, welche größtenteils über Dritte refinanziert waren. Nach dem Tod Oppenheimers entledigte sich Österreich dieser Schulden, indem es nicht zurückzahlte, sondern den Konkurs über den Nachlass verfügte. Die kaiserliche Konkurserklärung stürzte alle mit Oppenheimer in Verbindung stehenden Geldgeber und nachweislich auch die Frankfurter Börse in eine schwere Krise. Sein engster Vertrauter und Vertreter war Samson Wertheimer (1658–1724).Selma Stern: The Court Jew. A Contribution to the History of the Period of Absolutism in Central Europe, The Jewish Publication Society of America 5710–1950, ISBN 0-88738-019-0, S. 17ff. Daniel Moses Oppenheimer (* um 1656; † 1675/1677 in Worms) → weiter bei Mähren Nathan Oppenheimer († 1730) Mendel Menachem Emanuel Oppenheimer (* 1657; † 13. September 1721 in Wien) verheiratet mit Judith Juta Tamar Gomperz (* 1671; † 18. April 1738 in Wien), Tochter des Josef Elias Cleve-Gomperz († 1689) Baer Mendel (Emanuel) Oppenheim († vor 1755) ehelichte Maria Gude Benedictus Gomperz (* in Nijmegen; † vor 1755) Samuel Oppenheimer, als erster jüdischer Arzt erhielt er am 12. Februar 1786 die Zulassung für WienGerson Wolf: Die jüdischen Friedhöfe und die „Chewra kadischa“ (fromme Bruderschaft) in Wien, Alfred Hölder Wien 1879, S. 27. Lea Eleonora Oppenheimer (* 1695; † 15. Oktober 1742 in Wien), ehelichte Simon Wolf Wertheimer (* 1681; † um 1764 in München), Sohn des Samson Wertheimer (1658–1726) Simon Wolf Oppenheimer († 10. November 1726 in Hannover) übersiedelte nach Hannover und gründete dort ein Bankhaus. Er war verheiratet mit Fradel Behrens († 2. Mai 1717), einer Enkelin des Leffmann Behrens Lea Oppenheimer († 26. April 1705) heiratete Mendel Emanuel Drach (Trach) († 15. Oktober 1744 in Frankfurt am Main). Bereits im Jahre 1422 wurde Henn Drach in Oppenheim erwähnt.