Hermann Oskar Karl Bruno Prey (* 11. Juli 1929 in Berlin; † 22. Juli 1998 in Krailling) war ein deutscher Opern- und Liedsänger (Bariton).

Leben und Wirken mini|Gedenktafel am Haus Manetstraße 54 in Berlin-Alt-Hohenschönhausen Hermann Prey war der Sohn des Fleischgroßhändlers Hermann Prey (* 20. September 1901; † 26. Januar 1968) und dessen Ehefrau Anna. Er wurde in Berlin-Hohenschönhausen in der Löwenvilla der Familie in der Manetstraße 54 geboren auf www.gedenktafeln-in-berlin.de und nach seinem Vater und Großvater (* 31. Juli 1869; † 10. März 1944) Hermann benannt. Er hatte eine jüngere Schwester, Anne.Dreimal Hermann Prey: Erinnerung an prominente Berliner, von denen einer als Sänger weltberühmt wurde. In: Der Tagesspiegel, 31. Juli 2000, auf: tagesspiegel.de Bereits als Zehnjähriger sang Prey im Berliner Mozart-Chor der Berliner Hitler-Jugend,Der Chor zur Zeit des Nationalsozialismus. In: Berliner Mozart-Chor, auf: berliner-mozart-chor.de damals noch als Knabensopran. In dieser Zeit reifte in ihm der Wunsch, Sänger zu werden. Da seine Eltern ihm ein Studium nicht ermöglichen konnten, finanzierte Prey es sich durch Auftritte mit einer Tanzmusikkapelle in Nachtclubs und Bars und gelegentliche Aufnahmen für den RIAS.

Nach dem Studium an der Hochschule für Musik in Berlin (als Schüler von Jaro Prohaska, Günther Baum und Harry Gottschalk) gab Prey 1951 einen ersten Liederabend in Berlin, 1951 folgten erste Rundfunkaufnahmen, 1952 gewann er den Wettbewerb Meistersinger von Nürnberg, der als Preis eine vierwöchige Konzerttournee durch die USA beinhaltete. Preys berufliche Laufbahn begann 1952/53 am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden, von 1953 bis 1960 war er Mitglied der Hamburgischen Staatsoper. 1954 erste Fernsehaufzeichnung von Liedern, 1955 folgte eine Tournee durch England mit einem ersten Liederabend mit Gerald Moore. Der internationale Durchbruch gelang Prey 1957 in der Rolle des Figaro in Rossinis Der Barbier von Sevilla an der Wiener Staatsoper.Hermann Preys Auftritte an der Wiener Staatsoper 1959 debütierte er in der Partie des Barbier in Richard Strauss’ Oper Die schweigsame Frau bei den Salzburger Festspielen.Hermann Preys Konzerte und Opernauftritte bei den Salzburger Festspielen 1960 wurde er an die Bayerische Staatsoper in München verpflichtet, wo er 1964 erstmals eine seiner erfolgreichsten Partien, die des Papageno in Mozarts Zauberflöte sang. Ein weiterer, früher Höhepunkt in seiner Karriere war 1960 seine Interpretation des Wolfram in Wagners Tannhäuser an der Metropolitan Opera in New York.Hermann Preys Auftritte an der Metropolitan Opera in New York Fünf Jahre später sang Prey diese Partie auch bei den Bayreuther Festspielen.Hermann Preys Auftritte bei den Bayreuther Festspielen Ein weiterer Höhepunkt seiner Operntätigkeit war 1969 sein Auftritt als erster deutscher Bariton in der Titelpartie des Figaro in Rossinis Il Barbiere di Seviglia unter der Leitung von Claudio Abbado an der Mailänder Scala, an der Mailänder Scala 1973 gastierte er erstmals in dieser Rolle auch im Londoner Royal Opera House.Hermann Preys Auftritte im Royal Opera House/Covent Garden in London Sein letztes Rollendebüt war 1981 die Partie des Beckmesser in Wagners Meistersingern bei den Bayreuther Festspielen, in der er ein „Schaustück ernsthafter singschauspielerischer Charakterisierungskunst“ bot.Kurt Malisch: Art. Prey, Hermann. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2. Aufl., Personenteil 13, Kassel u. a. 2005, Sp. 930f., hier Sp. 930 Zahlreiche Tourneen (z. B. Japan 1981, Südamerika 1968) festigten zudem seinen Ruhm weltweit.

Neben der Operntätigkeit war die Liedinterpretation ein weiterer Schwerpunkt seiner sängerischen Laufbahn. In dem Zeitraum von 1971 bis 1975 entstand sein größtes Schallplattenprojekt, die Lied-Edition Hermann Prey, die insgesamt 446 Lieder vom Minnesang bis zur Gegenwart umfasst.Lied-Edition Hermann Prey Enthält: Vol. 1. Vom Minnesang bis zu Beethoven und Löwe, 2. Lieder von Franz Schubert, 3. Die Romantiker von Schumann bis Wolf, 4. Von der Jahrhundertwende bis zur Gegenwart

Der Komponist Franz Schubert hatte es Hermann Prey besonders angetan. Er hatte die Idee zu einer Schubertiade in Vorarlberg, der er ab 1975 als Künstlerischer Leiter vorstand. Zusammen mit dem für das Geschäftliche zuständigen Gerd Nachbauer bauten die beiden diese Veranstaltungsreihe zu einem erfolgreichen Kammermusikfestival aus. Preys Lebenstraum, sämtliche Werke Schuberts dort chronologisch aufzuführen, scheiterte aber aus finanziellen Gründen, weshalb er die künstlerische Leitung dieses Festivals 1980 niederlegte.Konzerte Hermann Preys bei der Schubertiade in Hohenems Von 1983 bis 1997 war Prey künstlerischer Leiter der Schubertiade im Wiener Musikverein, wo er seinen Lebenstraum nun verwirklichen konnte.

In den 1970er Jahren wurde Prey dem breiten Publikum vor allem durch seine Unterhaltungssendung Schaut her, ich bin’s bekannt, in der er viele Prominente der Opernszene präsentierte (unter anderem den jungen Plácido Domingo, der in der Sendung sein Debüt im deutschen Fernsehen gab). Eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Tenor Fritz Wunderlich, der oft mit ihm auf der Bühne stand.Duett mit Fritz Wunderlich aus Georges Bizets Oper Les pêcheurs de perles

1981 veröffentlichte er seine Autobiographie Premierenfieber. 1982 begann er an der Musikhochschule Hamburg Meisterklassen zu geben.Meisterkurs "Habe Dank" in Garmisch-Partenkirchen, Dokumentation 1997 1988 gab er außerdem sein Regiedebüt am Salzburger Landestheater mit Mozarts Le nozze di Figaro. Bei seinem letzten Auftritt, bei den von ihm 1981 mitbegründeten Herbstlichen Musiktagen Bad Urach,Die von Hermann Prey mitbegründeten Herbstlichen Musiktage in Bad Urach sang Prey am 4. Oktober 1997 erstmals eine von Yukikazu Suzuki für Orchester bearbeitete Fassung von Schuberts Winterreise. Begleitet wurde er vom Orchestra Ensemble Kanazawa unter der Leitung von Hiroyuki Iwaki.

Hermann Prey starb am 22. Juli 1998 in Krailling, wenige Tage nach seinem 69. Geburtstag an den Folgen eines Herzinfarkts, nachdem er noch am 12. Juli 1998 einen Liederabend im Prinzregententheater in München gegeben hatte. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Krailling (bei München).

Familie Ab dem 13. Februar 1954 war Hermann Prey mit Barbara, geb. Pniok, verheiratet. Das Paar bekam zwei Töchter, Annette und Franziska, und den Sohn Florian Prey (* 1959), der ebenfalls Bariton wurde und seit 2006 das Festival Herbstliche Musiktage Bad Urach leitet.

Ehrungen mini|Hermann-Prey-Platz in Bad Urach (2014)

1962: Bayerischer Kammersänger 1977: Bayerischer Verdienstorden 1981: Bundesverdienstkreuz: Großes Verdienstkreuz 1982: Münchener „Sänger des Jahres“ 1982: Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 1982: Professor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg 1986: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst 1986: Preis der italienischen Musikkritik „F. Abbiati“ für seine Darstellung des Beckmesser in Wagners Meistersinger beim Maggio Musicale in Florenz 1989: Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Krailling 1993: Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 1993: Ehrenbürger von Bad Urach 1998: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ÖsterreichAufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB).

In Hohenems ist die Hermann-Prey-Straße nach ihm benannt, in Bad Urach der Hermann-Prey-Platz. An seinem Geburtshaus in Berlin-Alt-Hohenschönhausen, Manetstraße 54, wurde im Jahr 2000 eine Bronzetafel angebracht, die darauf verweist.Dreimal Hermann Prey: Erinnerung an prominente Berliner, von denen einer als Sänger weltberühmt wurde. In: Der Tagesspiegel, 31. Juli 2000, auf: tagesspiegel.de

Siehe auch Leonard Hokanson, Sebastian Peschko und Michael Endres, langjährige Liedbegleiter Hermann Preys

Literatur Hermann Prey: Premierenfieber. Aufgezeichnet von Robert D. Abraham. Kindler, München 1981, ISBN 3-463-00821-1. Autobiographie mit einer ausführlichen Diskographie.

Hermann Prey, deutsche-biographie.de Hannelore Seibert: Hermann Prey: eine Diskographie. Hieber, München 1980.

Dokumentarfilm Prey – Stille meine Liebe, Dokumentarfilm-DVD, 2009Prey – Stille meine Liebe: Dokumentarfilm-DVD über Hermann Prey

Weblinks

Offizielle Website

Baritone Hermann Prey: A Conversation with Bruce Duffie, Transkript eines Audio-Interviews für den Radiosender WNIB, Classical 97 vom 12. Oktober 1985 in Chicago, Internetseite über Bruce Duffie, (englisch)

Alexandra-Maria Dietz: Hermann Prey zum 90. Geburtstag. Seine schönsten Rollen, BR-Klassik 9. Juli 2019

Hermann Prey, KlassikAkzente

Einzelnachweise

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