Milhac-de-Nontron (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Nontronnais. Die Einwohner werden Milhacois und Milhacoises genannt.

Geografie

Milhac-de-Nontron liegt etwa 11 Kilometer südöstlich von Nontron, etwa 55 Kilometer südwestlich von Limoges und etwa 32 Kilometer nordnordöstlich von Périgueux im Norden des Départements am Übergang der Landschaft des Nontronnais zum Périgord central.

Zum großen Gemeindegebiet von Milhac-de-Nontron gehören neben dem Ortskern zahlreiche Weiler, Gehöfte, Mühlen, Herrensitze und Geländepunkte:

Au Petit Bos, Aux Boueygues, Belle Combe, Bois de Vitrac, Bordessoule, Chantres, Chez Billat, Coudert Ferry, Croze, Fontaine de Cardissou, Fousseyraud, Grosse Motte, La Bierge, La Coutille, La Fouillarge, La Gare, La Garelie, La Glaudie, La Grange, La Grelière, La Lande (zweimal), La Marthonie, La Mothe, La Privadie, La Robinie, La Roussarie, Labat, Lajaunie, Lamidet, Le Chadeuil, Le Chatenet, Le Chaudeau, Le Jord, Le Moulin de Chantres, Le Moulin de Panit, Le Moulin de Piogeat, Le Petit Moulin, Le Saudet, Le Soulier, Le Taravaud, Les Boissières, Les Combes, Les Fayes, Les Garroux, Les Grandes Terres, Les Jarisses, Les Landes de Pauthiers, Les Moulières, Les Vignes, Magnac, Maimbot, Mathaly, Maumont, Mazeroux, Mortegoutte, Négretterie, Panit, Peyrelevade, Piogeat, Planche Famy und Puyriol.

Der topografisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit Höhe am Flüsschen Ruisseau de Chantres im Nordwesten an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Pardoux-la-Rivière. Der höchste Punkt mit befindet sich im äußersten Nordosten an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Saud-Lacoussière. Der Ortskern befindet sich auf etwa Höhe.

Die Gemeinde wird von folgenden fünf Nachbargemeinden umgeben:

Bodenbedeckung mini|300px|Bodenbedeckung in Milhac-de-Nontron

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Milhac-de-Nontron schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

Wälder – 54,1 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 44,4 % Strauch- und/oder Kräutervegetation – 0,8 % Kulturboden – 0,7 %.

Wälder und seminaturelle Ländereien stehen im Vordergrund, ihr Anteil ist von 53,0 % im Jahr 1990 auf 54,9 % im Jahr 2018 angewachsen.

Klima Die Gemeinde Milhac-de-Nontron besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:

Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000

Jahresmittel: 12,1 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,3 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 6,9 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 15,1 °C Jahresniederschlag: 1089 mm Niederschlagstage im Januar: 13,3 Niederschlagstage im Juli: 7,3

Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 56 Kilometer entfernten Wetterstation am Flughafen von Limoges-Bellegarde das langjährige Jahresmittel von 11,2 °C für 1971–2000 über 11,4 °C für 1981–2010 auf 11,8 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,6 °C innerhalb von 20 Jahren.

Hydrografie mini|300px|Hydrografische Karte von Milhac-de-Nontron Der Ortskern wird in südwestlicher Richtung vom Trincou durchflossen, einem rechten Nebenarm der Côle. Der Verlauf der Randstörung des Grundgebirges macht sich im Flussprofil des Trincous oberhalb des Ortszentrums als Knickpunkt deutlich bemerkbar.

Der Ostteil des Gemeindegebietes wird vom Flüsschen Ruisseau de l’Étang Rompu und seinem rechten Nebenarm entwässert. Der Ruisseau de l’Étang Rompu fließt ebenfalls nach Südwesten ab, um dann bei Villars seinerseits in den Trincou zu münden.

Der Ruisseau de Chantres entwässert anfangs in Nordost-Südwest-Richtung den Norden der Gemeinde, biegt aber mit Verlassen des Grundgebirges nach Westen ab und mündet in Saint-Pardoux-la-Rivière linksseitig in die Dronne.

Alle genannten Flussläufe gehören zum Flusssystem Isle-Dronne.

Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes der Gemeinde Milhac-de-Nontron beträgt 22 Kilometer.

Geologie mini|hochkant=1.6|Geologische Karte von Milhac-de-Nontron mini|300px|Entlang der Randstörung rekristallisiertes und verkieseltes dolomitisches Hettangium von Milhac-de-Nontron

Das Gemeindegebiet von Milhac-de-Nontron wird bedingt durch die Randstörung des nordwestlichen Massif Central in zwei sehr unterschiedliche Bereiche geteilt: das Gebiet im Nordosten gehört dem metamorphen, variszischen Grundgebirge an, wohingegen der Südwestsektor den Rand des nordöstlichen Aquitanischen Beckens darstellt. Die Randstörung macht sich auch topographisch bemerkbar, so wurde an ihr das Grundgebirge gegenüber den Beckensedimenten herausgehoben.

Das Grundgebirge besteht vorwiegend aus neoproterozoischen Glimmerschiefern der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit (ξ1). Bei Lajaunie im Norden ist ein kleines Vorkommen des Saint-Mathieu-Leukogranits (γ2b-m) in den Glimmerschiefern erhalten geblieben. Die Glimmerschiefer gehören gewöhnlich zur Staurolithzone, können aber beim Weiler Chantres auch die Disthenzone erreichen. Sie streichen gewöhnlich Nordwest und fallen mit 17 bis 45° nach Nordost ein. Erkennbare Lineare zeigen flach nach Südost.

Die flachliegenden Sedimente setzen transgressiv im Lias ein. Unterstes aufgeschlossenes Schichtglied sind Sandsteine und Konglomerate des Unteren Hettangiums (Formation l1 westlich von Les Moulières). Es folgen Dolomite, dolomitische Mergel und feinkörnige Sandsteine des Oberen Hettangiums (Formation l2). Dieses Schichtglied findet sich auch auf dem Grundgebirge jenseits der Randstörung(en) und liegt dann stark verkieselt vor. Nächsthöheres Schichtglied sind Kalke und teils dolomitische Oolithkalke des Sinemuriums (Formation l3-4), die ebenfalls verkieselt sein können. Der Lias schließt mit Tonsteinen des Toarciums (Formation l7-9), Pliensbachium fehlt. Der Lias wird vom Dogger überlagert, in der Regel Oolithkalke und kryptokristalline Kalke des Oberbajocs (Formationen j1b und j1c-2a) und des Bathoniums (Formation j2b). Bei Milhac ist der Dogger rekristallisiert. Südlich und westlich des Ortskerns transgredieren über das Bathonium die Kreidekalkschichten des Cenomaniums (Formation c1-2). An der Südgrenze sind auch noch überlagerndes Ligérien (Formation c3a) und Unteres Angoumien (Formation c3b) zu sehen.

Die Randstörung wird von (wahrscheinlich) eozänem Sidérolithique gesäumt – roten, tonigen, eisenreichen Sanden der Formation e-p. Hanglagen werden oft von pleistozänem Alluvium (Flussschotter der Formation Fs und daraus hervorgegangenem Kolluvium (Formation CF')) maskiert. Die Glimmerschiefer des Grundgebirges im Nordosten werden weitflächig von Kolluvium der Formation AC verdeckt, das wahrscheinlich aus der Würm-Kaltzeit stammen dürfte. Südlich von La Marthonie liegt Kalkhangschutt aus der Würm-Kaltzeit (Formation GP). Die sich südwestlich der Randstörung weitenden Talungen des Trincou und des Ruisseau de l'Étang Rompu sind mit würmzeitlichem bis holozänem Alluvium verfüllt (Formation K).

Die Randstörung macht nördlich des Ortskerns einen bedeutenden Richtungswechsel von Nordwest nach Nordnordwest. Sie wird beckenwärts von mehreren sekundären Störungen begleitet, die oft parallel zu diesen beiden Richtungen verlaufen, aber auch Nordnordost, Nordost und Ostnordost orientiert sein können. Beim Weiler Chantres im Norden spaltet die Randstörung in zahlreiche Riedelbrüche auf, welche auf einen zusätzlichen seitenverschiebenden Charakter hinweisen. Gleichzeitig erscheint hier konsolidiertes Alluvium (bis zu 30 Meter mächtige Sande und Kiese) der Formation H-F, das bis zu 30 Zentimeter große Grundgebirgsgerölle enthält und als Eozän/Pliozän angesehen wird.

An Mineralisierungen sind zu erwähnen: Baryt an der Basis von verkieseltem Liaskalk beim Weiler Maumont, sowie Mangan, ebenfalls bei Maumont. Im Sidérolithique enthaltener Kaolin zur Porzellanherstellung wurde einst beim Weiler Croze abgebaut.

Natürliche und technologische Risiken mini|hochkant=1.6|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Milhac-de-Nontron Natürliche Risiken manifestieren sich in Milhac-de-Nontron neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Milhac-de-Nontron ist einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 80 % des Gemeindegebiets von einer mittleren, meist aber von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Hiervon ausgenommen sind die kalkigen Sedimente des Doggers im Südwesten. Die Dürreperioden in den Jahren 1992, 2003 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Meyrals besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hängt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.

Technologische Risiken bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Es handelt sich hierbei um eine frühere Tankstelle.

Ökologie Naturpark Die Gemeinde Milhac-de-Nontron bildet seit 1998 einen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Schutzgebiet Das Einzugsgebiet des Ruisseau de Chantres (als Teil des Dronne-Oberlaufs) im Norden der Gemeinde Milhac-de-Nontron ist gemäß Natura 2000 unter Schutz gestellt worden.

mini|300px|Kapelle im Weiler Chantres Etymologie und Geschichte Die heutige Form des Dorfnamens ist im Jahr 1252 belegt und er erschien ebenfalls im 13. Jahrhundert als Millats, archiprêtré de Condaco. Condaco ist hier Condat-sur-Trincou, ein ehemaliges Erzpriestertum, das die Grenze zwischen den Bistümern Limoges und Périgueux bildete. Wie bei Milhac-d’Auberoche stammt das Toponym von einem Personennamen, Emelius, einer romanisierten Form des lateinischen Aemilius, gefolgt von einem Suffix -acum.