Die Verwaltungsgliederung Dänemarks umfasst seit dem 1. Januar 2007 fünf Regionen und 98 Kommunen. Die Amtsbezirke/Kreise (amt) wurden im Zuge einer Kommunalreform abgeschafft. Ihre Zuständigkeiten wurden auf Regional- und kommunale Ebene verteilt.

Regionen

mini|Dänemarks Regionen (seit 2007) Seit 1. Januar 2007 gibt es fünf Regionen, Einwohnerzahl Stand :

Region Verwaltungssitz gebildet aus Einwohnerzahl Nordjylland(Nordjütland) Aalborg dem ehemaligen Nordjyllands Amt, der Mariager Kommune des ehemaligen Århus Amtes und Teilen des ehemaligen Viborg Amtes Midtjylland(Mitteljütland) Viborg dem ehemaligen Ringkjøbing Amt, dem Århus Amt ohne die Mariager Kommune und Teilen der ehemaligen Ämter Viborg und Vejle Syddanmark(Süddänemark) Vejle den ehemaligen Ämtern Fyn, Ribe und Sønderjylland (Nordschleswig) sowie Teilen des ehemaligen Amtes Vejle Sjælland (Zusammenlegung mit R. Hovedstaden 2027)(Seeland einschließlich der Inseln Møn, Lolland und Falster) Sorø den ehemaligen Ämtern Roskilde, Storstrøm und Vestsjælland Hovedstaden (Zusammenlegung mit R. Sjælland 2027)(Hauptstadt Kopenhagen und Umgebung zuzüglich Bornholm) Hillerød dem ehemaligen Københavns Amt und dem ehemaligen Frederiksborg Amt sowie den ehemals amtsfreien Kommunen København, Frederiksberg und Bornholm Ab 2027 entsteht Region Østdanmark (Region Ostdänemark).

Hauptaufgaben der Regionen sind: Krankenhäuser Öffentliche Krankenversicherung (Rückerstattung der Behandlungskosten bei Haus- und Fachärzten) Psychiatrie Angebote für Schwerbehinderte Regionale Entwicklungsrahmen für die Bereiche Natur, Umwelt, Unterricht und Kultur. Die praktische Umsetzung obliegt den Kommunen.

Im Vergleich zu den früheren Amtsbezirken sind die Aufgaben der Regionen eingeschränkt. Die Regionen haben kein selbständiges Besteuerungsrecht mehr, sondern werden durch staatliche Schlüsselzuweisungen finanziert.

Kommunen

mini|links|Dänemarks 98 Kommunen (seit 2007)

+ Gemeinden nach EinwohnerzahlEinwohnerzahl Anzahl Gemeinden Vor1. Apr.1970 Ab1. Apr.1974 Ab1. Jan.2007 > 150.000 1 4 4100.000 – 150.000 3 1 240.000 – 100.000 10 18 5020.000 – 40.000 22 25 3515.000 – 20.000 13 2 010.000 – 15.000 22 41 33.000 – 10.000 206 160 3 < 3.000 821 2 1Insgesamt 1.098 275 98

Unter der regionalen Ebene ist das Land in 98 Kommunen eingeteilt. Mit einer typischen Größe von über 30.000 Einwohnern gehören die dänischen Kommunen zu den drittgrößten (1. Großbritannien, 2. Irland) europa- und weltweit. 25 Kommunen haben weniger als 30.000 Einwohner (2010). Die kleinsten Kommunen (2025) sind Lemvig und Vallensbæk mit weniger als 18.800 Einwohnern, Dragør, unter 14.500, sowie Morsø mit 19.500 Einwohnern, Langeland mit weniger als 12.000, Ærø, unter 6.000, Samsø, unter 3.700, Fanø, unter 3.300, und Læsø, unter 1.720 Einwohnern; die letzten sechs bilden aber als Inseln Sonderfälle.

Mit der Vergrößerung der Kommunen 2007 wurden die kommunalen Aufgaben erweitert. Dadurch sollte den Kommunen ermöglicht werden, den öffentlichen Dienst weiter auszubauen und zu rationalisieren. Jedoch befürchteten Gegner, dass der Abstand zwischen Bürgern und Kommunalpolitikern zu groß werden könnte und dass besonders Landgebiete und Dörfer infolge von Einsparungsmaßnahmen leiden könnten. So fürchtet der Verband dänischer Kleininseln Folgen wie Schulschließungen, verringerte Seniorenpflege, Einschränkungen im Fährverkehr und Einschränkungen bei der Unterhaltung der Deiche.Reform trifft Kleininseln, Danmarks Radio, 2. Juni 2007 (dänisch)

Als einzige Gebiete in Dänemark stehen Christiansø und Frederiksø außerhalb der Gemeindeeinteilung. Demzufolge zahlen die Einwohner keine Kommunalsteuer. Die Inseln sind dem Verteidigungsministerium unterstellt, das durch einen Administrator auf Christiansø vertreten ist.Statistisches Jahrbuch für Dänemark 2013

Historische Verwaltungsgliederungen Älteste Strukturen hochkant=1.7|mini|Mittelalterliche Einteilung in Syssel. hochkant=1.7|mini|Die Landstinge im Mittelalter

Älteste Einteilung des Landes waren die Syssel und Harden, die schon in der frühen Wikingerzeit entstanden. Die oberhalb der Hardentinge angesiedelten Landstinge bestanden in Viborg (Nørrejylland), in Urnehoved (Sønderjylland), in Ringsted (Dänische Inseln) und in Lund (Skåneland). Im Mittelalter folgte die Einteilung in Lehen nach feudalem Muster, meistens einem Herrensitz untergeordnet. Um 1200 bildete sich das Herzogtum Schleswig heraus, das dem Königreich als königlich-dänisches Lehen weiter verbunden blieb, aber zum Teil eigene Verwaltungsstrukturen entwickelte (siehe Ämter und Harden in Schleswig).

Bistümer (ab 10. Jahrhundert) hochkant=1.7|mini|Dänische Bistümer im Mittelalter GründungBistumDomstadtGebietAnmerkung 948Bistum SchleswigSchleswigSchleswig/SüderjütlandZur Zeit der Landesteilungen 1490–1523 / 1544–1711 umfasste das Bistum sowohl die königlichen, die herzoglichen und gemeinsam regierten Anteile in Schleswig, sofern nicht zum Bistum Ripen gehörig. 1864/67 preußisch948Bistum RipenRibeWestjütland948Bistum ÅrhusÅrhusOstjütland988Bistum FünenOdenseFünen, Langeland; Lolland und Falster bis 1803; Ærø und Alsen bis 1815991Bistum RoskildeRoskildeSjælland, Møn und ab 1653 Bornholm1536–1922 „Bistum Seeland“, 1922 Bistum Kopenhagen ausgegliedert1060Bistum ViborgViborgMitteljütland1060Bistum AalborgAalborgNordjütlandAnfangs „Bistum Vendelbo“ mit Bischofssitz in Vestervig, ab 1130er „Bistum Børglum“ mit Sitz in Børglum. 1554 Bistum Aalborg1066Bistum LundLundSchonen, Halland, Blekinge, Bornholm1103 Erzbistum. 1653 an Schweden, Bornholm zum Bistum Seeland1803Bistum Lolland-FalsterMariboLolland, Falsteraus dem Bistum Fünen ausgegliedert1819Bistum Alsen-ÆrøEgenAlsen, ÆrøAus dem Bistum Fünen ausgegliedert. Alsen 1864/67 preußisch und unter Schleswig, Ærø zum Bistum FünenPer Ingesman: Kirken, in: Leon Jespersen (Red.), Dansk forvaltningshistorie, Bd. 1, Kopenhagen 2000, ISBN 87-574-7691-8. S. 730–754, S. 741.1922Bistum KopenhagenKopenhagenOstseeland1922Bistum HaderslebenHaderslevÖstliches Süd- und Süderjütland, Alsen, ÆrøAn Dänemark abgetretene Gebiete 1920–22 übergangsweise unter Ribe1961Bistum HelsingørHelsingørNördliches SeelandAus dem Bistum Kopenhagen ausgegliedert Mit der Reformation wurden die Bistümer 1536 in Propsteien unterteilt, deren Grenzen sich an den Harden orientierten.

17. und 18. Jahrhundert Nach der Einführung des Absolutismus ließ König Friedrich III. Dänemark und Norwegen 1662 in Ämter (dän. amt) gliedern.

mini|Dänemarks Ämter 1662–1793 Nr.AmtsbezirkNr.AmtsbezirkNr.Amtsbezirk1 Åstrup, Sejlstrup, Børglum Amt16 Koldinghus Amt31 Ringsted Amt2 Dueholm, Ørum, Vestervig Amt17 Stjernholm Amt32 Korsør Amt3 Ålborghus Amt18 Hindsgavl Amt33 Antvorskov Amt4 Skivehus Amt19 Assens Amt34 Sorø Amt5 Mariager Klosters Amt20 Rugård Amt35 Sæbygård Amt6 Hald Amt21 Odensegård Amt36 Kalundborg Amt7 Dronningborg Amt22 Nyborg Amt37 Holbæk Amt8 Bøvling Amt23 Tranekær Amt38 Dragsholm Amt9 Lundenæs Amt24 Halsted Klosters Amt39 Jægerspris Amt10 Silkeborg Amt25 Ålholm Amt40 Kronborg Amt11 Kalø Amt26 Nykøbing Amt41 Frederiksborg Amt12 Skanderborg Amt27 Møn Amt42 Hørsholm Amt13 Havreballegård Amt28 Vordingborg Amt43 Københavns Amt14 Åkær Amt29 Tryggevælde Amt44 Bornholms Amt15 Riberhus Amt30 Roskilde Amt

Für das als Lehen und in Personalunion mit Dänemark verbundene Herzogtum Schleswig siehe den Artikel Ämter und Harden in Schleswig.

Von 1793 bis 1970 Nach Bildung des dänischen Gesamtstaates wurden die Ämter 1793 vergrößert und neu zugeschnitten. Diese Gliederung wurde bis 1970 im Wesentlichen beibehalten. mini|Dänemarks Ämter 1920–1970.Nr. 13 u. 14 wurden 1932 zusammengelegt Nr.AmtsbezirkNr.AmtsbezirkNr.Amtsbezirk1 Hjørring Amt9 Skanderborg Amt (ab 1824)17 Holbæk Amt2 Thisted Amt10 Vejle Amt18 Frederiksborg Amt3 Ålborg Amt11 Tønder Amt1 19 Københavns Amt4 Viborg Amt12 Haderslev Amt120 Roskilde Amt (bis 1808, danach zu Københavns Amt)5 Randers Amt13 Aabenraa Amt1,2 21 Sorø Amt6 Ringkøbing Amt14 Sønderborg Amt1,2 22 Præstø Amt (ab 1803)7 Ribe Amt15 Odense Amt23 Maribo Amt8 Århus Amt16 Svendborg Amt24 Bornholms Amt 1 Die Einrichtung dieser Ämter 1920 folgte auf die Abtretung Nordschleswigs an Dänemark aufgrund einer Bestimmung des Versailler Vertrags. 2 Sønderborg Amt und Aabenraa Amt wurden 1932 teilweise zum Aabenraa-Sønderborg Amt zusammengelegt.

Von 1970 bis 2006

230px|rechts Am 1. April 1970 wurden die 22 Ämter auf 14 reduziert und als Amtskommunen neu definiert. Die Kommunen Kopenhagen und Frederiksberg übten wegen ihrer besonderen Voraussetzungen (großstädtischer Ballungsraum) die amtskommunalen Aufgaben selbst aus.

Gleichzeitig wurde mit dieser Reform die Zahl der Kommunen reduziert. Die Kommunen waren im Jahr 1841 eingerichtet worden, damals 1021. Hinzu kamen die Städte mit Marktrecht (dän. købstad). Die Anzahl der Städte und Landgemeinden hatte 1965 ihren Höchststand von 1345 (88 Städte und 1257 Landgemeinden) erreicht.Grethe Jensen, Benito Scocozza: Politikens bog om danskerne og verden. Hvem Hvad Hvornår i 50 år. Politikens Forlag. København 1996, ISBN 87-567-5697-6. S. 168. Mit der Kommunalreform 1970 verschwand der Titel Købstad aus dem offiziellen Vokabular, die Harden (dän. herred) wurden ebenfalls abgeschafft und die Zahl der Kommunen nach einigen freiwilligen Zusammenschlüssen Ende der 1960er Jahre von noch 1098 auf 277 reduziert. 1974 wurden die Kommunen Sengeløse und Høje-Taastrup zu Høje-Taastrup Kommune sowie Store Magleby und Dragør zur Dragør Kommune zusammengelegt. Die Anzahl der Kommunen betrug somit 275.

+ Liste der dänischen Amtskommunen (dän. amter) 1.4.1970–31.12.2006 Wappen Name lfd. Nr.zugleich ISO-Code(Karte) Verwaltungssitz Geografische Lage Bevölkerung(2006) Flächein km² Einwohnerpro km² 40px Københavns KommuneAmtsfreie Stadt 101 Kopenhagen Ost-Seeland 501.158 91,3 5.489,1 40px Frederiksbergs KommuneAmtsfreie Stadt 147 Frederiksberg Enklave in der Københavns Kommune 91.855 8,7 10.560,5 40px Københavns Amt 015 Glostrup Umland von Kopenhagen 618.529 526 1.175,9 40px Frederiksborg Amt 020 Hillerød Nord-Seeland 378.686 1.347 281,1 40px Roskilde Amt 025 Roskilde Mittel-Seeland 241.523 891 271 40px Vestsjællands Amt 030 Sorø West-Seeland 307.207 2.984 103 40px Storstrøms Amt 035 Nykøbing Süd-Seeland, Lolland, Falster, Møn 262.781 3.398 77,3 40px Fyns Amt 042 Odense Fünen, Langeland, Ærø 478.347 3.485 137,2 40px Sønderjyllands Amt 050 Aabenraa Süd-Jütland, Rømø, Alsen 252.433 3.939 64,1 40px Ribe Amt 055 Ribe Südwest-Jütland 224.261 3.132 71,6 40px Vejle Amt 060 Vejle Südost-Jütland 360.921 2.997 120,4 40px Ringkjøbing Amt 065 Ringkøbing West-Jütland 275.065 4.854 56,7 40px Viborg Amt 076 Viborg Nordwest-Jütland 234.896 4.122 57 40px Nordjyllands Amt 080 Ålborg Nord-Jütland 495.090 6.173 80,2 40px Århus Amt 070 Århus Nordost-Jütland 661.370 4.561 145 40px Bornholms Amtab 1. Jan. 2003 Regionskommune 040 Rønne Insel Bornholm 43.245 587 73,6 gesamt 5.427.459 43.093 125,9 Anmerkung: Ringkjøbing Amt wurde offiziell anders geschrieben als sein Verwaltungssitz Ringkøbing.

Fusionen bis Ende 2006 und große Kommunalreform

Von 1975 bis 31. Dezember 2006 wurden viele Änderungen diskutiert, jedoch nur wenige durchgeführt. So wurden in den letzten Jahren die relativ kleinen und finanzschwachen Kommunen der Inseln Bornholm (fünf Kommunen, 2003) bzw. Ærø (zwei Kommunen, 2006) zu inselweiten Kommunen zusammengelegt. Bornholms Amt, das als Amtsbezirk seit 1662 unverändert bestanden hatte, wurde dabei am 1. Januar 2003 zur amtsfreien „Regionskommune“ Bornholms Regionskommune. Damit verblieben noch 270 Kommunen und 13 Amtskommunen (Kreise).