rechts|150px|Stadtwappen Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Erfurt tabellarisch und graphisch wieder.

Am 31. Dezember 2025 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ von Erfurt nach Fortschreibung des Thüringer Landesamtes für Statistik 217.159.

Einwohnerentwicklung

mini|hochkant=1.5|Bevölkerungsentwicklung nach Stadtteilen von 2005 bis 2010 Erfurt erlebte bereits frühzeitig ein städtisches Wachstum, so hatte bereits die 1066 ummauerte Stadtfläche eine erhebliche Größe. In den folgenden Jahrhunderten wuchs die Stadt weiter, sodass sie bereits im 14. Jahrhundert knapp 20.000 Einwohner zählte. Damit war Erfurt zur damaligen Zeit eine der größten Städte Mitteleuropas. Allerdings ebbte das Stadtwachstum in der Zeit um 1500 ab und die Stadt erlebte einen Niedergang. Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648), die Bevölkerungszahl sank von 19.000 auf 13.000 Personen. 1682 und 1683 erlebte Erfurt die schlimmsten Pestjahre seiner Geschichte, allein 1683 erlag über die Hälfte der Bevölkerung der tödlichen Krankheit. Insgesamt starben 8792 Menschen an der Pest und 647 Personen an anderen Krankheiten.

Dadurch bedingt wuchs die Einwohnerzahl über 500 Jahre bis etwa 1820 nicht über die Werte des 14. Jahrhunderts hinaus. Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1802 erst 17.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 schon 85.000. Bereits 1906 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Erfurt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Im Zweiten Weltkrieg verloren durch die alliierten Luftangriffe ungefähr 1600 Menschen ihr Leben. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, aber im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten hielt sich das Ausmaß der Zerstörung mit ungefähr 17 Prozent der Wohnungen in Grenzen. So sank die Einwohnerzahl nur leicht von 167.500 im Jahre 1940 auf 164.998 im Dezember 1945. Nach Beendigung des Krieges stieg die Bevölkerung der Stadt durch den Zustrom zahlreicher Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten und der Eingemeindung mehrerer Orte bis August 1950 auf 188.650 Personen.

1972 lebten in der Stadt erstmals mehr als 200.000 Menschen. Ende der 1970er Jahre entstanden am Stadtrand die großen Wohngebiete Johannesplatz, Nordhäuser Straße, Rieth und Roter Berg mit zusammen über 17.000 Wohnungen. Die Bevölkerungszahl erreichte 1988 mit 220.016 ihren historischen Höchststand. Seit der Wende in der DDR verlor die Stadt bis 2006 aufgrund von Abwanderung, Suburbanisierung und Geburtenrückgang trotz zahlreicher Eingemeindungen rund 20.000 Menschen. Ende 2011 stand die Stadt mit 206.384 Einwohnern unter den deutschen Großstädten an 37., innerhalb Thüringens an 1. Stelle.

Innerhalb der Stadt gibt es jedoch große demografische Unterschiede. So gibt es junge, wachsende Stadtteile mit Geburtenüberschuss vor allem in den Gründerzeitquartieren um die Altstadt (beispielsweise die studentische Andreasvorstadt sowie Krämpfervorstadt und Johannesvorstadt im Osten) und in der Altstadt selbst. In diesen Stadtteilen stieg die Bevölkerungszahl zwischen 2000 und 2006 um 15 Prozent an. Des Weiteren gibt es einige demografisch stabile Stadtteile, die zwar keinen Geburtenüberschuss aufweisen, aber durch ausgleichenden Zuzug dennoch nicht schrumpfen. Dazu gehört vor allem der bürgerliche Süden von Erfurt (Löbervorstadt, Melchendorf) sowie die Arbeiterquartiere Ilversgehofen im Norden und Daberstedt im Osten. Langfristig werden aber auch diese Stadtteile überaltern. Als Gruppe der schnell schrumpfenden Stadtteile können die Plattenbaugebiete an der Peripherie im Norden und Südosten Erfurts gelten. Oftmals liegt die Sterbeziffer hier doppelt so hoch wie die Geburtenziffer, was gemeinsam mit Abwanderung und Überalterung zum raschen Rückgang der Einwohnerzahlen führt. Bei den innerstädtischen Wanderungen ist ein Trend vom Stadtrand ins Zentrum sichtbar.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1811 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1944), der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik (1945 bis 1989) und des Statistischen Landesamtes (ab 1990). Die Angaben beziehen sich ab 1840 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1840 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 1493 bis 1870 (jeweiliger Gebietsstand) Jahr Einwohner 1493 18.680 1511 16.000 1569 18.000 1620 19.000 1624 13.884 1632 13.000 1661 15.429 1664 11.231 1682 16.332 1684 7.000 1710 14.338 1740 17.196 Jahr/Datum Einwohner 1750 15.808 1758 13.602 1777 14.064 1782 14.621 1792 16.896 1798 17.634 1802 16.938 1811 18.154 1. Dezember 1817 ¹ 14.846 1. Dezember 1818 ¹ 16.491 1. Dezember 1819 ¹ 20.772 1. Dezember 1825 ¹ 23.680 Datum Einwohner 1. Dezember 1831 ¹ 27.536 3. Dezember 1840 ¹ 28.082 3. Dezember 1843 ¹ 29.256 3. Dezember 1846 ¹ 31.277 3. Dezember 1849 ¹ 32.224 3. Dezember 1855 ¹ 33.625 3. Dezember 1858 ¹ 35.412 3. Dezember 1861 ¹ 37.012 3. Dezember 1864 ¹ 40.143 3. Dezember 1867 ¹ 41.760 ¹ Volkszählungsergebnis

Von 1871 bis 1944 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 1. Dezember 1871 ¹ 43.616 1. Dezember 1875 ¹ 47.942 1. Dezember 1880 ¹ 53.254 1. Dezember 1885 ¹ 58.386 1. Dezember 1890 ¹ 72.360 2. Dezember 1895 ¹ 78.174 1. Dezember 1900 ¹ 85.202 31. Dezember 1901 86.650 31. Dezember 1902 88.300 31. Dezember 1903 89.720 31. Dezember 1904 94.720 1. Dezember 1905 ¹ 98.849 31. Dezember 1906 101.582 31. Dezember 1907 104.105 31. Dezember 1908 106.628 31. Dezember 1909 109.151 Datum Einwohner 1. Dezember 1910 ¹ 111.463 31. Dezember 1911 125.502 31. Dezember 1912 127.942 31. Dezember 1913 129.038 1. Dezember 1916 ¹ 129.410 5. Dezember 1917 ¹ 125.358 8. Oktober 1919 ¹ 129.646 31. Dezember 1919 131.497 31. Dezember 1920 133.889 31. Dezember 1921 135.346 31. Dezember 1922 135.716 31. Dezember 1923 134.493 31. Dezember 1924 136.841 16. Juni 1925 ¹ 135.579 31. Dezember 1925 136.555 31. Dezember 1926 137.518 Datum Einwohner 31. Dezember 1927 139.403 31. Dezember 1928 140.133 31. Dezember 1929 140.309 31. Dezember 1930 141.799 31. Dezember 1931 141.735 31. Dezember 1932 142.603 16. Juni 1933 ¹ 144.879 31. Dezember 1933 146.270 31. Dezember 1934 147.083 31. Dezember 1935 148.045 31. Dezember 1936 149.301 31. Dezember 1937 152.651 31. Dezember 1938 160.600 17. Mai 1939 ¹ 165.615 31. Dezember 1940 167.500 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Stadt Erfurt

Von 1945 bis 1989 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 1. Dezember 1945 ¹ 164.998 29. Oktober 1946 ¹ 174.633 31. Dezember 1949 179.807 31. August 1950 ¹ 188.650 31. Dezember 1950 189.988 31. Dezember 1951 190.487 31. Dezember 1952 191.293 31. Dezember 1953 188.174 31. Dezember 1954 189.567 31. Dezember 1955 188.112 31. Dezember 1956 185.715 31. Dezember 1957 184.819 31. Dezember 1958 184.588 31. Dezember 1959 186.066 31. Dezember 1960 186.448 Datum Einwohner 31. Dezember 1961 186.369 31. Dezember 1962 188.452 31. Dezember 1963 189.817 31. Dezember 1964 ¹ 189.860 31. Dezember 1965 191.654 31. Dezember 1966 191.887 31. Dezember 1967 193.285 31. Dezember 1968 193.930 31. Dezember 1969 194.547 31. Dezember 1970 ¹ 196.528 31. Dezember 1971 198.265 31. Dezember 1972 200.837 31. Dezember 1973 201.826 31. Dezember 1974 202.979 31. Dezember 1975 203.974 Datum Einwohner 31. Dezember 1976 205.483 31. Dezember 1977 206.963 31. Dezember 1978 208.800 31. Dezember 1979 210.135 31. Dezember 1980 211.575 31. Dezember 1981 ¹ 212.012 31. Dezember 1982 213.100 31. Dezember 1983 214.231 31. Dezember 1984 214.955 31. Dezember 1985 216.046 31. Dezember 1986 217.134 31. Dezember 1987 218.701 31. Dezember 1988 220.016 31. Dezember 1989 217.035 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Staatliche Zentralverwaltung für Statistik

Ab 1990 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 31. Dezember 1990 208.989 31. Dezember 1991 204.912 31. Dezember 1992 203.134 31. Dezember 1993 200.799 31. Dezember 1994 213.472 31. Dezember 1995 211.108 31. Dezember 1996 208.179 31. Dezember 1997 205.361 31. Dezember 1998 202.931 31. Dezember 1999 201.267 Datum Einwohner 31. Dezember 2000 200.564 31. Dezember 2001 200.126 31. Dezember 2002 199.967 31. Dezember 2003 201.645 31. Dezember 2004 202.450 31. Dezember 2005 202.844 31. Dezember 2006 202.658 31. Dezember 2007 202.929 31. Dezember 2008 203.333 31. Dezember 2009 203.830 Datum Einwohner 31. Dezember 2010 204.994 31. Dezember 2011 206.384 31. Dezember 2012 203.485 31. Dezember 2013 204.880 31. Dezember 2014 206.219 31. Dezember 2015 210.118 31. Dezember 2016 211.113 31. Dezember 2017 212.988 31. Dezember 2018 213.699 31. Dezember 2019 213.981 Datum Einwohner 31. Dezember 2020 213.692 31. Dezember 2021 213.227 31. Dezember 2022 218.769 31. Dezember 2023 219.549 31. Dezember 2024 218.793 31. Dezember 2025 217.159

Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Einwohnerentwicklung in den Ortsteilen Die Bevölkerungsentwicklung in den einzelnen Ortsteilen verlief höchst unterschiedlich. Die folgende Tabelle enthält die 53 Ortsteile.1990: Hauptartikel; 2000/2010/2020:

StadtteilEinwohner (1990)Einwohner (2000)Einwohner (2010)Einwohner (2020) Altstadt13.72817.50519.658 Löbervorstadt11.12711.62812.178 Brühlervorstadt10.87912.44213.837 Andreasvorstadt13.13015.55617.026 Berliner Platz8.4736.3955.8356.008 Rieth9.3916.5265.7586.285 Johannesvorstadt6.4855.0696.0407.556 Krämpfervorstadt13.82512.12515.03216.850 Hohenwinden2.0481.9061.889 Roter Berg8.6195.6616.111 Daberstedt14.81413.83713.42813.502 Dittelstedt646722821 Melchendorf12.22510.84910.21110.652 Wiesenhügel6.6215.2035.462 Herrenberg10.6528.0328.001 Hochheim2.6892.6492.818 Bischleben-Stedten1.6001.6761.584 Möbisburg-Rhoda1.0621.0951.041 Schmira704749935947Bindersleben1.1801.3341.511Marbach9662.9253.7504.401 Gispersleben3.6983.9314.1234.104Moskauer Platz9.5537.6527.538 Ilversgehofen9.91410.82312.183 Johannesplatz5.4245.2525.257Mittelhausen1.1221.0841.050 Stotternheim3.6213.4023.432 Schwerborn667592637 Kerspleben1.4931.7101.761 Vieselbach2.1232.2152.141 Linderbach801781932 Büßleben1.2131.3111.255 Niedernissa1.4771.5601.722 Windischholzhausen1.3281.6391.914 Egstedt517496523 Waltersleben329441435427 Molsdorf577550508 Ermstedt384456424 Frienstedt1.3961.3431.375 Alach9771.012990Tiefthal1.1991.1011.051Kühnhausen1.1861.1521.131Hochstedt307285263Töttelstädt625661633633Sulzer Siedlung7741.0531.008Urbich1.0701.1301.113Gottstedt225224213Azmannsdorf359351356 Rohda (Haarberg)291299251Salomonsborn1.0311.1171.090Schaderode319299274Töttleben340321328Wallichen168164167

Bevölkerungsprognose

mini|400px|Die in den Tabellen dargestellten Prognosen im Vergleich zur realen Entwicklung von 1990 bis 2017

Prognose der Bertelsmann-Stiftung In ihrer 2009 veröffentlichten Publikation „Wer, wo, wie viele? – Bevölkerung in Deutschland 2025“, in der die Bertelsmann Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl für alle Kommunen ab 5000 Einwohnern in Deutschland liefert, wird für Erfurt ein Rückgang der Bevölkerung zwischen 2006 und 2025 um 2,4 Prozent (4812 Personen) vorausgesagt.

Absolute Bevölkerungsentwicklung 2012–2030 – Prognose für Erfurt (Hauptwohnsitze):Bertelsmann Stiftung: Bevölkerungsprognose. In: wegweiser-kommune.de, abgerufen am 17. November 2017. Datum Einwohner 2012 203.410 2020 210.690 2025 211.970 2030 211.260 Quelle: Bertelsmann Stiftung

Prognose der Postbank