Die Kaijō Hoan-chō (dt. etwa „Behörde für Sicherheit auf See“; japanisch , kurz oder , , kurz JCG) ist die Küstenwache des Staates Japan.

Abkürzung und Übersetzungen Die heutige japanische Küstenwache – Kaijō Hoan-chō () – wird im Japanischen gelegentlich auch mehrdeutig als Hoan-chō () abgekürzt. Sie ist nicht zu verwechseln mit der historischen von 1952 bis 1954 bestehenden, gleichnamigen Behörde (), die meist als National Safety Agency ins Englische übersetzt wird, zu verwechseln. Vor 2000 war die heutige Küstenwache Japans auch als Maritime Safety Agency of Japan, kurz MSA oder JMSA bekannt. Die jetzige englische Eigenbezeichnung der Behörde als Japan Coast Guard (JCG), , gibt es erst seit dem Jahr 2000.

Allgemeines Die Behörde ist ein eigenständiges Amt (gaikyoku) des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus (englisch für das japanische Ministerium für Land & Verkehr) mit Sitz im Zentralen Regierungsgebäude Nr. 3 in Kasumigaseki, einen Stadtteil des Bezirks Chiyoda der Präfektur Tokio und hat rund 12.000 Mitarbeiter. Ihre Aufgaben sind Schutz und Überwachung der küstennahen Gewässer, die Sicherheit des Schiffsverkehrs, die Seerettung und der Katastrophenschutz.

Eingerichtet wurde die Kaijō Hoan-chō bereits unter dem Kabinett Ashida 1948 während der Besatzungszeit vom damaligen Verkehrsministerium. 1952 wurde ein Teil der Kaiho in die neue Sicherheitsbehörde ausgegliedert, aus der zwei Jahre später die Verteidigungsbehörde und die Selbstverteidigungsstreitkräfte hervorgingen.

mini|Die elf Regionalbüros der Kaiho. Der Behördenleiter (chōkan, engl. Commandant) untersteht prinzipiell dem Minister für Land, Infrastruktur und Verkehr, bei Aufgaben, die in die Zuständigkeit anderer Ministerien fallen, auch anderen Ministern, auf Weisung des Premierministers oder des Verteidigungsministers im Ausnahme- oder Verteidigungsfall aber nach US-Vorbild dem Verteidigungsministerium. Ihm untersteht ein Stellvertreter (jichō, Vice Commandant), der kaijō-hoan-kan"Keibi-kyūnan-kan" – (dt. etwa „Leiter von [Operationen für] Sicherheit und Rettung“, ) vor dem 15. Mai 2013. (dt. etwa „Stellvertreter für Operationen“, Vice Commandant for Operations), sechs Abteilungen der Zentralbehörde, die Akademie der Behörde, die Kaijō Hoan Daigakkō, in Kure und die Schule der Behörde (kaijō-hoan-gakkō) in Maizuru, Moji und Miyagi. In elf regionalen Hauptquartieren (kan-ku kaijō hoan hombu) sind die über 60 Stützpunkte und Außenbüros organisiert. Die Kaiho verfügt über insgesamt rund 450 Schiffe und Boote sowie 27 Flugzeuge und 46 Hubschrauber.

Ausrüstung (Auswahl) 5 Einheiten der Shikishima-Klasse (9300 t) 9 Einheiten der Tsugaru-Klasse (4037 t) 6 Einheiten der Iwami-Klasse (1250 t) 6 Einheiten der Tsurugi-Klasse (220 t) 18 Hubschubrauber Airbus Helicopters H225 General Atomics MQ-9B

Dienstgrade + Offiziere Dienstgradgruppe Rangabzeichen Japanisch Deutsch AnmerkungFlaggoffiziererahmenlos|20pxChōkanAdmiralPosten des Behördenleitersrahmenlos|20pxJichō und Kaijō-hoan-kanVizeadmiralPosten des Stellvertreters und Stellvertreters für Operationenrahmenlos|20px ()Ittō Kaijō-hoan-kan (Kō)Vizeadmiralrahmenlos|20px ()Ittō Kaijō-hoan-kan (Otsu)KonteradmiralStabsoffiziererahmenlos|20pxNitō Kaijō-hoan-kanKapitän zur Küsterahmenlos|20pxSantō Kaijō-hoan-kanFregattenkapitänrahmenlos|20pxIttō Kaijō-hoan-seiKorvettenkapitänSubalternoffiziererahmenlos|20pxNitō Kaijō-hoan-seiKapitänleutnantrahmenlos|20pxSantō Kaijō-hoan-seiLeutnant zur See

+ Unteroffiziere und Mannschaften Dienstgradgruppe Rangabzeichen Japanisch DeutschUnteroffiziererahmenlos|47x47pxIttō Kaijō-hoan-shiBootsmannrahmenlos|47x47pxNitō Kaijō-hoan-shiObermaatrahmenlos|47x47pxSantō Kaijō-hoan-shiMaatMannschaftenVeraltet seit 1990.rahmenlos|47x47pxIttō Kaijō-hoan-shi-hoObergefreiterrahmenlos|47x47pxNitō Kaijō-hoan-shi-hoGefreiterrahmenlos|47x47pxSantō Kaijō-hoan-shi-hoMatrose

Zwischenfälle Am 2. Januar 2024 kollidierte ein im Landeanflug auf den Flughafen Tokio-Haneda befindlicher Airbus A350-941 der Japan Airlines mit einer Bombardier DHC-8-315Q der Japanischen Küstenwache, die zum Transport von Hilfsgütern für Betroffene des Noto-Erdbebens am 1. Januar 2024 eingesetzt war. Von den sechs Personen an Bord der De Havilland starben fünf, ein Küstenwacheflieger (der Kommandant des Flugzeuges) überlebte schwer verletzt (siehe auch Flugzeugkollision von Tokio-Haneda 2024).

Weblinks

Offizielle Website (japanisch, englisch, Navigationsinformationen auch chinesisch, koreanisch, russisch) e-Gov, Gesetzesdatenbank: ī-gabu, kaijō-hoan-chō-hō [] vom 27. April 1948: (japanisch)

Einzelnachweise

Japan Kategorie:Behörde (Japan) Kategorie:Organisation (Chiyoda) Kategorie:Behördengründung 1948