mini|hochkant|Hans Werner Dannowski, 2016

Hans Werner Dannowski (* 22. Juni 1933 in Petershagen bei Berlin; † 28. November 2016 in Hannoverhttps://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2016/11/2016_11_28_2) war ein deutscher evangelischer Theologe und Buchautor. Von 1980 bis 1998 war er Stadtsuperintendent des evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes Hannover und Pastor der Marktkirche.

Werdegang Hans Werner Dannowski wurde als Kind ostpreußischer Eltern in Petershagen bei Berlin geboren und wuchs in Königsberg auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchteten seine Eltern mit ihm nach Ramelsloh (Seevetal) in der Lüneburger Heide. 1953 machte er sein Abitur in Hamburg und begann eine Ausbildung bei der Post. Nachdem er auf dem Kirchentag 1953 Hanns Lilje in der Schlussansprache hörte, entschloss er sich, Pastor zu werden. Er studierte Evangelische Theologie u. a. in Hamburg und Göttingen und schloss 1962 sein Zweites Theologisches Examen ab.

1963 trat er seine erste Pfarrstelle in der St.-Marien-Kirchengemeinde in Göttingen an. Von 1969 bis 1974 war er Studiendirektor des Predigerseminars auf Schloss Imbshausen. Im Jahr 1974 wurde er Superintendent des Kirchenkreises Hannover-Linden und Pastor der St.-Nikolai-Kirchengemeinde.

mini|Dannowski und Juliane Ische-Thoms neben Ernst Thoms Gemälde Turmbau (1937) in einer Ausstellung 2011 in der Kreuzkirche von Hannover

1980 wurde Hans Werner Dannowski Stadtsuperintendent des evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes Hannover mit dem Vorsitz im Stadtkirchenverband, und er wurde Superintendent des Kirchenkreises Hannover-Mitte sowie Pastor an der Marktkirche. Als Stadtsuperintendent war ihm 1983 bis 1995 der jüdisch-christliche Dialog mit dem damaligen Landesrabbiner Henry G. Brandt vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen mit Sitz in Hannover besonders wichtig. Dannowski setzte sich für das Gespräch zwischen Kirche und Kunst ein und gestaltete 30 Jahre lang bis in das Jahr 2013 die von ihm initiierte KunstGottesdienste im Sprengel Museum Hannover. Hans Werner Dannowski war Mitbegründer der Konferenz leitender evangelischer Geistlicher in Großstädten und ihr langjähriger Vorsitzender.

Am 1. Juni 1998 ging Dannowski in den Ruhestand. Er blieb seitdem als Gastprediger, Redner und Autor aktiv. Nach Brandanschlägen auf türkische Familien Anfang der 1990er Jahre wurde er Mitinitiator von Lichterketten gegen Ausländerfeindlichkeit in Hannover.

In einer Filmpredigt sagte er 1991:

Weitere Ämter mini|Podiumsdiskussion 2013 im Historischen Museum zur Buchvorstellung Jüdische Persönlichkeiten in Hannovers Geschichte; Dannowski (2. von links) zwischen Rebecca Seidler und Andor Izsák neben Hugo Thielen und Thomas Schwark (im Vordergrund) 1981–1997: Mitbegründer und 16 Jahre lang Vorsitzender der Konferenz der evangelischen Stadtsuperintendenten und Stadtdekane aus deutschen Großstädten 1985–1992: Filmbeauftragter des Rates der EKD 1987–2003: Präsident der internationalen ökumenischen Film-Organisation Interfilm Jury-Mitglied der Berlinale Langjähriges Mitglied des Kuratoriums der Bürgerstiftung Hannover

Auszeichnungen 1999: Stadtplakette von Hannover 2001: Verleihung des Stadtkulturpreises durch den Freundeskreis Hannover Ehrenpräsident von Interfilm

Werke (Auswahl) mit Waldemar R. Röhrbein: Geschichten um Hannovers Kirchen. Studien, Bilder, Dokumente, Hannover: Lutherhaus-Verlag, 1983, ISBN 3-87502-145-2; Inhaltsverzeichnis Kompendium der Predigtlehre. 2. Aufl. Mohn, Gütersloh 1990, ISBN 3-579-00215-5. (mit Oskar Negt): Königsberg – Kaliningrad. Reise in die Stadt Kants und Hamanns. Steidl Verlag, Göttingen 1998, ISBN 978-3-88243-613-6 Klosterfahrten. Zwischen Harz und Heide, Weser und Leine, 2. Auflage, Hannover: Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei, 2009, ISBN 978-3-89993-661-2; Inhaltsverzeichnis und Verlagsangaben (als PDF-Dokument) „Dann fahren wir nach Hannover“. Ansichten und Eindrücke aus einer Stadt, mit acht Collagen von Siegfried Neuenhausen, Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2000, ISBN 3-87706-569-4; großteils online über Google-Bücher Hannover – weit von nah: In Stadtteilen unterwegs, Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei, 2002, ISBN 978-3-87706-653-9; Vorschau über Google-Bücher Unterwegs im Calenberger Land. Dörfer, Kirchen und alte Gutshöfe zwischen Deister und Leine, Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei, 2009, ISBN 978-3-89993-651-3 Der Himmel lacht: Bachs Kantaten im Rhythmus des Jahres, Lutherisches Verlagshaus, 2012, ISBN 978-3-7859-1090-0

Literatur Insa Becker-Wook, Theodor Bohlen, Oda-Gebbine Holze-Stäblein, Joachim Stever (Red.): Marktkirche 1998. Ein Rückblick zur Verabschiedung von Stadtsuperintendent Hans Werner Dannowski. Hrsg.: Ev.-luth. Marktkirchengemeinde und Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover, Hannover: Referat für Öffentlichkeitsarbeit im Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover, 1998

Weblinks

. Herausgegeben vom Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband Hannover, abgerufen am 19. Januar 2011 (PDF; 86 kB) Ausführliche Werkliste bei book-info.com, abgerufen am 19. Januar 2011.

Einzelnachweise

Kategorie:Lutherischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers) Kategorie:Person (Evangelische Kirche in Deutschland) Kategorie:Autor Kategorie:Träger der Stadtplakette Hannover Kategorie:Träger des Stadtkulturpreises Hannover Kategorie:Person des Christentums (Hannover) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1933 Kategorie:Gestorben 2016 Kategorie:Mann