Schwyz ([], Die Schreibweise mit tz wird vom Guide du Typographe romand verwendet und ist dementsprechend häufig anzutreffen. oder , ) ist ein Kanton in der Deutschschweiz. Der Kanton zählt zur Grossregion Zentralschweiz (Innerschweiz) sowie zur Metropolregion Zürich. Der Hauptort ist die gleichnamige Gemeinde Schwyz, die bevölkerungsreichste Gemeinde ist Freienbach.

mini|Logo des Kantons Schwyz

Name Benannt ist der Kanton nach seinem Hauptort Schwyz. mini|Schweizer- und Schwyzerfahne am Regierungsgebäude in Schwyz Das Land Schwyz spielte in der Frühzeit des noch lockeren eidgenössischen Bündnissystems eine so aktive Rolle, dass die aggressiv-expansive Aussenpolitik der Schwyzer der Schweiz ihren heutigen Namen gab: Bereits im 14. Jahrhundert wurden die eidgenössischen Bündnispartner durch Chronisten im Heiligen Römischen Reich kollektiv als Schwyzer oder eben Schweizer bezeichnet.

Die ins Neuhochdeutsche übertragene Form Schweiz (mit dem typisch nicht-alemannischen Diphthong) wurde in der Folge im gesamten deutschen Sprachraum als Bezeichnung des Staates üblich; die einheimische Form (wie im Mittelhochdeutschen mit Monophthong) wurde hingegen als ins Französische übernommen. Die Schwyzer- und die Schweizerfahne sind dagegen unabhängig voneinander entstanden.

Geographie Der Kanton Schwyz liegt in der Zentralschweiz zwischen Zuger-, Vierwaldstätter- und Zürichsee und grenzt an die sieben Kantone Uri, Glarus, St. Gallen, Zürich, Zug, Luzern und Nidwalden. Er gehört grösstenteils zu den Schwyzer Voralpen, einem Teil der Zentralschweizer Voralpen. Ein kleiner Teil im Südosten gehört zu den Glarner Alpen (bzw. nach anderer Einteilung zu den Schwyzer Alpen). Dort liegt auf der Kantonsgrenze der Gipfel des Bös Fulen () als höchster Punkt des Kantons. Weniger als einen Kilometer südwestlich des Bös Fulen befindet sich mit dem Grisset (, auch Guet Fulen genannt) der höchste Gipfel, der vollständig im Kanton Schwyz liegt.

Bevölkerung Die Einwohner des Kantons werden Schwyzer genannt. Per betrug die Einwohnerzahl des Kantons Schwyz . Die Bevölkerungsdichte liegt mit  Einwohnern pro Quadratkilometer unter dem Schweizer Durchschnitt ( Einwohner pro Quadratkilometer). Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am auf  Prozent, während landesweit  Prozent Ausländer registriert waren. Per betrug die Arbeitslosenquote  Prozent gegenüber  Prozent auf eidgenössischer Ebene.

Sprachen Amtssprache und weitere Sprachen Amtssprache im Kanton Schwyz ist Deutsch. Im Zeitraum vom 31. Dezember 2016 bis 31. Dezember 2018 gaben 88,4 Prozent der Bevölkerung Deutsch, 2,9 Prozent der Bevölkerung Italienisch und 2,1 Prozent Französisch als Hauptsprache an. Angaben zu der anderen Schweizer Amtssprache Rätoromanisch wurden nicht gemacht. Englisch gaben 5,9 Prozent als Hauptsprache an.

Dialekte Die im Kantonsgebiet verbreiteten deutschen Mundarten gehören mit Ausnahme des Bezirks Höfe, dessen Dialekt dem Zürichdeutschen nahesteht, dem Höchstalemannischen an.Das Folgende nach Stefan M. Fuchs: Die Mundart des Kantons Schwyz. Historische, sprachgeographische und semantische Aspekte der Mundart des Kantons Schwyz (= Beiträge zur schweizerdeutschen Mundartforschung. Band 22). Huber, Frauenfeld 1975; Rudolf Hotzenköcherle: Zur sprachlichen Stellung und Struktur der Innerschweiz. In: Ders.: Die Sprachlandschaften der deutschen Schweiz (= Sprachlandschaft. Band 1). Hrsg. von Niklaus Bigler und Robert Schläpfer. Sauerländer, Aarau / Frankfurt am Main / Salzburg 1984, S. 237–292; spezifisch zu Schwyz S. 277–286; Sprachatlas der deutschen Schweiz. Bände 1–8. Francke, Bern/Basel 1962–1997; ferner Peter Dalcher, Stefan M. Fuchs, Ephrem Holdener, Elvira Jäger, Viktor Weibel: Die Mundarten des Kantons Schwyz. Fünf Aufsätze über die ältern und jüngern Schwyzer Dialektverhältnisse (= Schwyzer Hefte. Band 61). Schwyzer Hefte, Schwyz 1994. Mittelhochdeutsche lange /iː/, /üː/ und /uː/ sind wie für das Höchstalemannische kennzeichnend auch im Hiat und im Wortauslaut und nicht nur wie im Hochalemannischen im Wortinnern erhalten geblieben, es heisst also nicht nur Ziit «Zeit», Füür «Feuer», Huus «Haus» wie im Hochalemannischen, sondern auch schniiä «schneien», nüü «neu», buuä «bauen». Von den benachbarten höchstalemannischen Mundarten im Süden unterscheidet sich das Schwyzerische durch die fehlende Rundung und Entrundung, man sagt also beispielsweise Baum «Baum» und Müüs «Mäuse», nicht Boüm und Miis wie in Uri. Vom benachbarten Höchstalemannisch im Osten unterscheidet sich Schwyzerdeutsch durch die Dehnung von mittelhochdeutsch /a/, /æ/ und /ë/ in offener Silbe, man sagt also wie in Uri etwa Naasä «Nase», nicht Nasä wie in Glarus. Charakteristisch für Teile der Schwyzer Mundart ist die Zerdehnung von langem (auch sekundär gelängtem und sekundär verdumpftem) /eː/, /oː/ und /öː/ zu /ei/, /ou/ und /öü/, beispielsweise Schnei «Schnee», schöün «schön» und Broud «Brot». Die in der Deutschschweiz weit verbreitete Verdumpfung von althochdeutsch /aː/ kennen im Kanton Schwyz nur dessen nördliche Gebiete; so gilt im Bezirk Höfe Òòbig und im Zusammenwirken mit der vorgenannten Zerdehnung in den Bezirken Einsiedeln und March Oubig , ansonsten aber Aabet «Abend» wie auch in der weiteren höchstalemannischen Nachbarschaft.

Staatsangehörigkeit + Nationalitäten im Kanton Schwyz bei der Volkszählung 2010 Staat Anteilin Prozent 81,37 4,29 2,22 2,12 1,29 0,84 0,80 0,79 0,66 0,65 0,59 0,51

Religionen – Konfessionen Von der gesamten Schwyzer Wohnbevölkerung sind derzeit (2024) etwa die Hälfte katholisch. Im Jahr 2023 sind 3000 der 167'000 Schwyzer aus der katholischen Kirche ausgetreten.

Seit der Volkszählung 2000 liegen keine genauen Mitgliederzahlen zu weiteren Religionsgemeinschaften (neben den beiden Landeskirchen) für die Gesamtbevölkerung des Kantons Schwyz mehr vor. Jedoch führt das Bundesamt für Statistik Stichprobenerhebungen durchSeit 2010 basieren die Daten des Bundesamts für Statistik zu den Religionsgemeinschaften im Kanton Schwyz auf einer Stichprobenerhebung, für welche Personen ab dem Alter von 15 Jahren befragt werden. Es gilt zu beachten, dass die Resultate der Erhebungen ein Vertrauensintervall aufweisen. (Siehe auch Volkszählung in der Schweiz#Strukturerhebung.) Seit der letzten Volkszählung im Jahr 2000 liegen keine Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Gesamtbevölkerung (jeden Alters) des Kanton Schwyz mehr vor. Eine Ausnahme bilden die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche (Landeskirchen), deren Mitglieder aufgrund der Kirchensteuer amtlich registriert werden., bei welchen auch andere Religionsgemeinschaften im Kanton erfasst werden. Bei der Stichprobenerhebung von 2017 gab fast ein Drittel der Befragten ab 15 Jahren im Kanton Schwyz an, keiner der beiden Landeskirchen anzugehören. Zudem unterscheidet sich gemäss der Erhebung die Religionszugehörigkeit der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, je nach Staatsangehörigkeit beziehungsweise Herkunft, teilweise deutlich:

+ Schwyzer Bevölkerung ab 15 Jahren nach Religionszugehörigkeit und Staatsangehörigkeit/Herkunft im Jahr 2017 (Angaben in Prozent, gerundet) Religion TotalallerBefragten SchweizerStaats-angehörigkeit Schweizerohne Migrations-hintergrund Schweizermit Migrations-hintergrund AusländischeStaats-angehörigkeit Christentum 75 82 86 60 47 – römisch-katholische Kirche 60 68 72 36 31 – evangelisch-reformierte Kirche 10 11 12 9 6 – andere christliche Kirchen 5 3 2 15 10 Islam 5 1 0 10 19 andere Religionen 1 1 0 3 3 konfessionslos 18 15 14 25 29 keine Angabe 1 1 1 2 1

+ Religionszugehörigkeit nach der eidgenössischen Volkszählung 2000 Religionsgemeinschaft Einwohnerabsolut Anteilin Prozent römisch-katholisch 92'868 72,20 evangelisch-reformiert 15'140 11,80 konfessionslos 6'331 4,90 islamische Gemeinschaften 5'598 4,35 ohne Angabe 3'752 2,92 orthodox 2'758 2,14 evangelische Freikirchen 724 0,56 hinduistische Vereinigungen 429 0,33 neuapostolische Kirche 343 0,27 buddhistische Vereinigungen 272 0,21 Zeugen Jehovas 177 0,14 andere christliche Gemeinschaften 136 0,11 übrige Religionsgemeinschaften 62 0,05 jüdische Gemeinschaft 51 0,04 christkatholische Kirche 46 0,04 evangelisch-methodistische Kirche 17 0,01 Gesamt 128'704 100,00

Der Kanton Schwyz gehörte zu den fünf inneren katholischen Bergkantonen, die an den zwei Kappelerkriegen teilnahmen. Infolge des Zweiten Kappeler Landfriedens durften im Kanton Schwyz keine Angehörigen anderer Konfession wohnen. Erst die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 12. September 1848 garantierte die Religions- und Niederlassungsfreiheit.

Mit der Verfassung des eidgenössischen Standes Schwyz vom 11. Juni 1876 wurde die vollständige Religionsfreiheit, auch für nichtchristliche Religionen, eingeführt.

Die katholische Kirche blieb bis 1957 einzige anerkannte Religionsgemeinschaft (Staatskirche) für den Kanton Schwyz. Am 27. September 1992 stimmten die Bürger des Kantons Schwyz einer Neuordnung des Verhältnisses zwischen Kirchen und Staat zu. Sie sprachen sich damit für eine Aufgabenentflechtung und die Schaffung zweier konfessionsgebundener Kantonalkirchen aus. Diese wie auch die Kirchgemeinden sind in finanz- wie steuerrechtlicher Hinsicht vom Kanton und von den Gemeinden unabhängig.

Römisch-katholische Kirche Die römisch-katholische Kirche ist die zahlenmässig grösste Konfessionsgemeinschaft im Kanton Schwyz. Die römisch-katholische Kantonalkirche Schwyz wurde 1998 gegründet. Sie gehört zum Bistum Chur. Grosse, auch internationale Ausstrahlungskraft hat das im Hochmittelalter gegründete Benediktinerkloster Einsiedeln.

Evangelisch-reformierte Kirche Im Jahr 2013 lebten 18'683 Reformierte im Kanton Schwyz, das entsprach etwa zwölf Prozent der Bevölkerung. 15,9 Prozent waren es im an Zürich orientierten Ausserschwyz, das schon um 1830 erste Reformierte ansiedeln liess. In Innerschwyz waren nur 7,7 Prozent der Bevölkerung reformiert. Die erste evangelisch-reformierte Kirchgemeinde wurde 1868 im Bezirk March gegründet. Die Kirche von Siebnen wurde 1878 eingeweiht. 1886 wurde der erste reformierte Pfarrer in Brunnen angestellt. Diese Entwicklung wurde massgeblich durch den protestantisch-kirchlichen Hilfsverein des Kantons Zürich unterstützt, der seine Aufgabe in der Förderung des evangelischen Glaubenslebens in der Diaspora sah.

Die Anerkennung der sechs evangelisch-reformierten Kirchgemeinden als öffentlich-rechtliche Körperschaft mit dem Recht, Steuern einzuziehen, erfolgte mit dem Kantonsratsbeschluss vom Oktober 1957. Die Gründung einer evangelisch-reformierten Kantonalkirche erfolgte 1998. Die Evangelisch-reformierte Kantonalkirche Schwyz umfasst sechs Kirchgemeinden.

Freikirchen und andere christliche Gemeinschaften Gründung Neuapostolische Kirche Lachen, 1931 Neuapostolische Kirche Immensee, 1961 FEG Höfe Wilen, 1977 FEG March, 1979 Chrischona Arth-Goldau, 1984 FEG Einsiedeln, 1987 Chrischona Brunnen-Schwyz, 1986

Verfassung und Politik Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert vom 24. November 2010 und ist in der Volksabstimmung vom 15. Mai 2011 angenommen worden. Sie löste die bisherige, vielfach geänderte Verfassung von 1898 ab.

Legislative

Gesetzgebendes Organ (Legislative) ist der Kantonsrat mit 100 Mitgliedern. Diese werden vom Volk gemäss Verhältniswahlrecht fest auf vier Jahre gewählt, wobei jede Gemeinde einen Wahlkreis bildet.