mini|Manhattanville – 125th Street, Subway (vorn) und Riverside Drive mini|Die 125th Street Station an der Kreuzung von Broadway und 125th Street Manhattanville ist ein Viertel im Stadtteil Harlem im Stadtbezirk Manhattan auf der gleichnamigen Insel in New York City. Das Viertel ist ein Teil von „West Harlem“, hat 17.413 Einwohner (2020) und gehört zum Manhattan Community District 9.NYC Planning US Census 2020, Population FactFinder. In Manhattanville befindet sich ein neu errichteter Campus der Columbia University.

Lage Manhattanville liegt nördlich von Morningside Heights, südlich von Hamilton Heights, östlich des Hudson River und westlich von Harlem. Das Viertel befindet sich zwischen der West 125th und West 135th Street und erstreckt sich vom Hudson River bis zum St. Nicholas Park und der Saint Nicholas Avenue.

Geschichte Während des 19. Jahrhunderts war Manhattanville eine Stadt mit einem wichtigen Fähranleger. Es war die erste Haltestelle der Hudson River Railroad nördlich von New York City und Haltestelle der Postkutsche, von Bus- und Straßenbahnlinien.

Die Lage in der Nähe der Bloomingdale Road mit deren Hotels, Vergnügungsangeboten und Postamt machte Manhattanville zu einem beliebten Vorort und Ausflugspunkt für die Bewohner von New York City. Zugleich machte die direkte Lage am Hudson River es auch zu einem idealen Anlaufpunkt für Industriegüter, Baumaterial und andere Fracht, die für Upper Manhattan bestimmt war. Mit dem Bau einer Hochbrücke für den Zugverkehr über das Tal von Manhattanville wurde Manhattanville immer mehr von der wachsenden Stadt New York einverleibt, bis es ein eher unbedeutendes Industriegebiet New York Citys wurde.

Seit Anfang der 2010er Jahre entsteht im Viertel als Erweiterung ein neuer Campus der Columbia University, deren Campusse sich bislang in Morningside Heights im Süden und in Washington Heights im Norden befinden.

Kolonialzeit Manhattanville befindet sich in einem Tal, das während der holländischen Kolonialzeit „Moertje David's Vly“ hieß (niederländisch für „Mutter-Davids-Tal“) und während der englischen Kolonialzeit „Harlem Cove“ hieß. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs war das Tal auch unter dem Namen Hollow Way bekannt. Hier begann die Schlacht von Harlem Heights unter dem Kommando von General George Washington. Während des Britisch-Amerikanischen Kriegs (1812) befanden sich auf den Erhebungen auf dem Manhattanville Pass an der südlichen Grenze des Tals Verteidigungsanlagen – darunter das Fort Laight und das Blockhaus No. 4,Siehe auch Fort Laight und Blockhouse No. 4 wo sich heute die Gebäude von Morningside Gardens und die Public School No. 36 befinden (siehe auch: Manhattan Valley).

19. Jahrhundert 1806 wurde das Dorf Manhattanville in dem Tal gegründet, wo sich Bloomingdale Road und Manhattan Street trafen – heute ungefähr an der Stelle, wo sich der Broadway und die 125th Street kreuzen. Der Lageplan für die ursprünglichen Straßen des Dorfes wurde von Jacob Schieffelin und anderen wohlhabenden Händlern, meist Quaker, entworfen, die Landsitze in der Gegend hatten. Das Dorf florierte durch die Bebauung der Manhattan Street vom Hudson River aus. Der hier vorhandene gute Zugang zum Hudson River wurde auch zum entscheidenden Faktor für das Wachstum des älteren Dorfes Harlem südöstlich des Harlem Rivers. Harlem und Manhattanville befanden sich ungefähr auf gleicher Höhe und entwickelten sich wirtschaftlich während des 19. Jahrhunderts als die beiden wichtigsten Dörfer Upper Manhattans sehr gut.

Die Bevölkerung aus den frühen Tagen von Manhattanville war facettenreich und eine ungewöhnliche Mischung aus untereinander verheirateten amerikanischen Patrioten, britischen Loyalisten – darunter mindestens ein ehemaliger Sklavenhändler – Sklavenbesitzer und versklavte Afro-Amerikaner ebenso wie Quaker, Antisklaverei-Aktivisten, Geschäftsleute, Handwerker, arme Hilfsarbeiter und wohlhabende Industrielle.Eric K. Washington: Manhattanville. Introduction Viele waren über dieselben Institutionen miteinander verbunden – hauptsächlich über die St. Mary’s Protestant Church, die 1823 erbaut wurde und heute ein denkmalgeschütztes Wahrzeichen des Viertels ist. Sie war die erste Bischofskirche, die 1831 die „Kirchenbank-Miete“ abschaffte. Daneben gingen die Kinder vieler Bewohner in die Manhattanville Free School (gegründet 1827 – später Public School No. 43), die sich heute noch an derselben Stelle befindet.

Der berühmteste Einwohner von Manhattanville war der Industrielle Daniel F. Tiemann (1805–1899), dem Besitzer der „D.F. Tiemann & Company Color Works“ und Bürgermeister von New York City von 1858 bis 1859. Dessen Laboratorien und Fabrikgebäude standen ursprünglich an der 23rd Street Ecke Park Avenue in New York City in der Nähe des Madison Square Park und wurden 1832 nach Manhattanville umgezogen, wo sich heute 560 Riverside Drive befindet.Robert J.Baptista: D.F. Tiemann & Co. Color Works, Manhattanville, New York City. In: Colorants Industry History. 7. Juli 2009.

Zuzug und Urbanisierung

Nachdem die Hudson River Railroad 1850 eröffnet worden war, zogen viele irische Einwanderer nach Manhattanville und gründeten dort 1854 die Church of the Annunciation. Darüber hinaus siedelten sich hier auch viele deutsche Einwanderer an, die die St. Joseph's Roman Catholic Church 1860 gründeten. Nach dem Sezessionskrieg begannen jüdische Einwanderer, die in Harlem eine Heimat gefunden hatten, auch zunehmend in die westlichen Blocks von Manhattanville zu ziehen, wo sie 1911 die Cherva Talmud Torah Anshei Marovi Synagoge (auch „Old Broadway Synagogue“) gründeten. Eine weitere wichtige Gründung in Manhattanville im 19. Jahrhundert war die Academy of Convent of the Sacred Heart (später Manhattanville College und Manhattan College).

20. Jahrhundert 1904 wurde die neue Broadway Interborough Rapid Transit (IRT) Schnellbahn eröffnet. Diese Hochbahnlinie gewährleistete eine schnelle Anbindung von Manhattanville an die Innenstadt (Downtown Manhattan). Damit wurde schlagartig aus der noch ländlich geprägten Vorstadt Manhattanville eine Erweiterung der sich ausdehnenden Großstadt New York City.

Während des 20. Jahrhunderts zogen Einwanderer aus Kuba, der Dominikanischen Republik und Puerto Rico nach Manhattanville. In den 1970er Jahren lebten im südlichen Teil von Manhattanville – etwa bis zur 125th Street – viele Studierende, Mitarbeiter und Dozenten der Columbia University und des Barnard College während die Universität weiter wuchs. Diese Entwicklung setzt sich bis heute fort und dehnt sich Richtung Norden aus. 2006 baute die Columbia-Universität die neue School of Social Work an der Amsterdam Avenue Ecke 122nd Street. Darüber hinaus haben auch andere Colleges in dieser Studentenwohnheime erbaut (siehe unten). Der Westteil der 125th Street hat seit Ende der 1990er Jahre einen allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Damit ging eine höhere Nachfrage nach Wohnraum einher, sodass viele der Gebäude südlich der 125th Street im Rahmen der Gentrifizierung des Viertels in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden.

21. Jahrhundert Neuer Campus der Columbia-Universität mini|Columbia University: neue Business School mini|Columbia Campus im Bau, rechts hinten das „Forum“, in der Mitte das „Jerome L. Greene Science Center“ Auf dem Gebiet von Manhattanville ist eine große Erweiterung der Columbia-Universität geplant. Die Universität hat dafür mehrere Blocks dieses Viertels erworben. Diese Blocks befinden sich zwischen der 125th Street im Süden, der 133rd Street im Norden, dem Broadway im Osten und der 12th Avenue im Westen. Im Rahmen dieses Bauvorhabens nach den Plänen des italienischen Architekten Renzo Piano sollen Teile der vorhandenen Bebauung abgerissen werden, um u. a. einen neuen Campus und einen Park anzulegen.

Die Einwohner von Manhattanville befürchteten, dass durch dieses Bauvorhaben es zu einer weiteren Gentrifizierung kommen könnte – neben der umstrittenen Möglichkeit Enteignungen für dieses Projekt vorzunehmen. Im Juni 2007 bestätigte das Bauamt von New York City (New York City Department of City Planning), dass der Antrag der Columbia University zur Umwidmung des Areals fertig ist. Anschließend hatte die Öffentlichkeit bis Ende 2007 die Möglichkeit im Rahmen der städtischen „Uniform Land Use Review Procedure“, Einsicht in das konkrete Vorhaben zu nehmen und Stellungnahmen dazu abzugeben.

Im November 2007 fasste die New York Daily News das Vorhaben folgendermaßen zusammen: „Columbia besitzt 65% (des Gebiets). Der Staat und Con Ed haben 23%. Das erlaubt der Universität Zugang zu 88% des Gebiets. Das meiste der übrigen 12% besteht aus zwei Tankstellen und einem halben Dutzend Gewerbeobjekten. Die Hochschule versucht die Käufe abzuschließen. Auf den gesamten 17 Acres (69.000 m²) gibt es nur 132 Apartments mit weniger als 300 Bewohnern und allen wurden gleichwertige oder bessere Wohnungen angeboten mit einer Garantie, dass keine Enteignung vorgenommen wird, um das Wohneigentum zu erwerben. Keines der Apartments ist in der ersten Phase des Projekts; keines wird bis mindestens 2015 angerührt.“"Columbia owns 65% [of the tract]. The state and Con Ed have 23%. That gives the university access to 88% of the tract. Most of the remaining 12% consists of two gas stations and a half-dozen commercial properties. The school is trying to negotiate purchases. In the entire 17 acre (16,000 m²), there are only 132 apartments with fewer than 300 tenants, and all have been offered equivalent or better housing, with a guarantee that eminent domain will not be used to acquire homes. None of the apartments are in the first phase of the project; none will be touched until at least 2015. In: New York Daily News. 28. November 2007. Am 19. Dezember 2007 stimmte der Stadtrat von New York City (New York City Council) für die von der Universität vorgeschlagenen Umwidmung des Areals., City Council press release, 19. Dezember 2007.

Im Norden des Viertels (St. Nicholas Terrace) wurde im Juni 2006 ein Studentenwohnheim mit 600 Plätzen als Erweiterung des City College of New York fertiggestellt – bekannt als „The Towers“. Dies ist das erste Mal, dass das City College Studierende auf dem Campus untergebracht hat. Die Belegung begann im Herbst 2006.

Im Süden, in der Nähe der 122nd Street, erbaute die Manhattan School of Music ebenfalls um 2003 ein Wohnheim. 2006 eröffnete das Jewish Theological Seminary of America ein kleineres Wohnheim ebenfalls an der 122nd Street zwischen Broadway und Amsterdam Avenue. Die Zunahme an Studierenden ist einer von mehreren Faktoren, die den Charakter von Manhattanville rasch verändern. So haben im Zuge der steigenden Einwohnerzahlen im Viertel auch Cafés und Restaurants auf dem Broadway, der La Salle Street und Amsterdam Avenue eröffnet.

Im August 2009 wurde an der Ecke 135th Street und Covent Avenue das neue Gebäude der School of Architecture and Urban Design mit einer Fläche von über 12.500 m² (135.000 Quadratfuß) durch das City College fertiggestellt – die Bernard and Anne Spitzer School of Architecture (benannt nach dem New Yorker Bauträger und Philanthropen Bernard Spitzer und dessen Frau).Website des Architekturbüro Rafael Viñoly. Dort wird auch die „Bernard and Anne Spitzer School of Architecture“ vorgestelltThe Bernard and Anne Spitzer School of Architecture. New York, New York. Rafael Viñoly Architects. In: Architectural Record. Der Bau bezieht sich auf Gebäude, das dort vorher stand – die alte Cohen Library auf dem South Campus. Der neue Bau wurde vom Architekturbüro von Rafael Viñoly geplant und gebaut, um eine moderne Ästhetik dem vielseitigen Architekturmix dieser Gegend hinzuzufügen.

West Harlem Piers miniatur|West Harlem Piers