Franz Drapela (* 25. November 1924 in Wien; † 13. Mai 2009 in Berndorf) war ein österreichischer Maler und Bildhauer.
Drapela studierte Malerei und Graphik bei Christian Ludwig Martin an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Lange Jahre arbeitete er als Maler und Bildhauer bei den österreichischen Bundestheatern. In den 1970er Jahren zog er nach Neulengbach.
Drapelas Werke beschäftigen sich mit religiösen Inhalten und mit Dingen, die man nicht sehen kann. Anfang der 1970er Jahre begann er sich mit philosophischen Fragen zu befassen. In dieser Epoche entstanden Tafelbilder wie Der Blick nach Anderswo, Der Läuterungsweg der Menschheit oder Die große Überraschung beim Durchgang.
Marienkirche Berndorf mini|Innenansicht der Marienkirche in Berndorf Im Zuge der Generalsanierung der Marienkirche in Berndorf gestaltete Drapela den Innenraum komplett neu. Er schuf neue Bleiglasfenster, einen Tabernakel, den Altartisch des Volksaltars aus Margaretener Sandstein, ein Bildnis des hl. Antonius und ein Mahnmal mit dem sterbenden Soldaten. Dominierendes Gestaltungselement ist der in Schwarz-Weiß-Tönen gehaltene Kreuzweg mit seinen überlebensgroßen Figuren und ihren kantigen und ausdrucksvollen Gesichtern. Die Bilder zu den einzelnen Kreuzwegstationen gehen ohne scharfe Grenzen ineinander über. In zwei langen Bändern bedecken sie beide Seitenwände der einschiffigen Kirche vom Boden bis zur Unterkante der Spitzbogenfenster über die fast volle Länge des Kirchenschiffes. Der Kreuzweg ist insgesamt 35 Meter lang und 2,80 Meter hoch. Den Abschluss bildet ein Flügelaltar mit Darstellungen von Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Jesu, im geschlossenen Zustand ist ein Ecce homo zu sehen. Mit dem 1966 gemalten Kreuzweg gelang Drapela der Durchbruch als Maler.
Werke Kreuzweg in der Marienkirche in Berndorf in Niederösterreich, 1966 Schöpfungsgeschichte auf sieben Tafeln, in deutschem Privatbesitz, 1970 mini|Aufbahrungshalle Ratten, 1973 Aufbahrungshalle in Ratten, 1973 Aufbahrungshalle in Kasten bei Böheimkirchen, 1988 Fassade der Neulengbacher Apotheke „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“, 2000 Familienkreuzweg im Liebfrauenhof, Neulengbach Buchillustration für den Lyrikband Gedankensplitter von Karl RaabKatalog der deutschen Nationalbibliothek, ISBN 3-85438-001-1
Drapela Art Prix Zu seinem 80ten Geburtstag hat Franz Drapela den Drapela Art Prix gestiftet, der ab 2006 alle zwei Jahre vergeben werden soll. Der Preis soll die zeitgenössische Kunst fördern und ist mit 30.000 Euro Preisgeld dotiert. Für die Durchführung des Art Prix ist Erich Drapela, Sohn des Stifters, verantwortlich.
Erste Preisträgerin war die Norwegerin Jette van der Lende 2007 in Burgau in der Steiermark.
Ehrungen Silberne Füger-Medaille der Akademie für bildende Künste Wien Preis Lorenzo il Magnifico für sein Lebenswerk, verliehen bei der Biennale für zeitgenössische Kunst in Florenz 2003 Ehrenring der Gemeinde Neulengbach, 2004 Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich, 2004 Goldenes Verdienstzeichen des Landes Niederösterreichs
Ausstellungen Burgau in der Steiermark, Dezember 2009: Franz Drapela „Maler und Philosoph“
Literatur Helene Schießl, Erwin Schindler: Berndorfer Gemeindechronik, herausgegeben aus Anlass 100 Jahre Stadt Berndorf. Hrsg.: Stadtgemeinde Berndorf. Seiten 230–235
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Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Wien) Kategorie:Bildhauer (Wien) Kategorie:Mäzen Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich Kategorie:Person (Neulengbach) Kategorie:Person (Berndorf, Niederösterreich) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1924 Kategorie:Gestorben 2009 Kategorie:Mann