Ringgenberg () ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie Die Gemeinde liegt am nördlichen Ufer des Brienzersees am Südhang des Harder. Sie besteht aus den beiden Dörfern Ringgenberg und Goldswil bei Interlaken. Zwischen den beiden Ortsteilen liegt das Burgseeli. Ringgenberg grenzt an die Gemeinden Niederried, Interlaken und Habkern.

Von der Gemeindefläche sind etwa 64,1 % bewaldet und werden 19,5 % landwirtschaftlich genutzt, 11,7 % sind überbaut und 4,8 % unproduktive Flächen.

Name Der ursprüngliche Name von Ringgenberg war Ringgenwil. Dieser Name besteht aus dem althochdeutschen Personennamen Rinco, Rincho und der Ortsnamenendung ‑wilari («kleines Dorf»). Der heutige Name beruht auf einer Übertragung von Ringgenwil auf die Burg, die im Hochmittelalter gebaut wurde.

Geschichte mini|Luftbild von Werner Friedli (1956) Als im Jahre 1230 der Ritter Kuno von Brienz vom deutschen Kaiser Friedrich II. (HRR) zum Reichsvogt des Brienzerseegebietes ernannt wurde, liess er die Burg Ringgenberg erbauen. Die Adelsfamilie nannte sich fortan von Ringgenberg. Johann von Ringgenberg war deren bedeutendstes Glied. Als Spruchdichter wurde er als «Ritter, der Schwert und Leier gleich gut führt» bezeichnet. Seine Lieder sind um 1300 in Zürich in die Manessische Liedersammlung aufgenommen worden.

In der Zeit von Philipp von Ringgenberg (1351–1374) begann der Ruin des Herrschaftshauses. 1351 mussten Teile der Herrschaft an das Kloster Interlaken verpfändet werden. 1380 wurde die Burg Ringgenberg angezündet und geplündert, der Burgherr Freiherr Petermann gefangen genommen.

Mit dem Bau der Burgkirche von Ringgenberg wurde im Jahre 1670 unter dem Architekten Abraham Dünz angefangen. Sie steht auf einem Hügel zwischen Dorf und See.

1853 fusionierte die bis dahin selbstständige Gemeinde Goldswil mit Ringgenberg.

Verkehr Der Bahnhof Ringgenberg liegt an der Bahnstrecke Luzern–Interlaken Ost (Brünigbahn) und wird im Stundentakt von Regionalzügen der Zentralbahn bedient. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich sechs Bushaltestellen, welche von Postautos bedient werden. An Wochenenden halten Busse der Moonliner-Linie M42 in Goldswil und Ringgenberg. Im Sommer wird Ringgenberg von Kursschiffen der BLS Schifffahrt bedient.

Von der Autobahn A8 gelangt man über die Abfahrt 26 Interlaken-Ost auf die Hauptstrasse 6, welche durch die Gemeinde führt.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1850 1880 1900 1930 1950 19601970 1980 1990 2000 2010 2015 2019 2023 Einwohner 1005 1423 1320 1450 1763 1780 1824 2001 2467 2554 2588 2658 2574 2651

Sehenswürdigkeiten

Ruine Ringgenberg Ruine Schadburg Kirchenruine St. Peter Burgseeli

Persönlichkeiten Stephan Siegrist (* 1972), Extrembergsteiger, lebt in Ringgenberg. Ueli Steck (1976–2017), Extrembergsteiger, lebte in Ringgenberg. Manfred Tripps (1925–2010), deutscher Kunsthistoriker, Kommunalpolitiker und Hochschullehrer, wohnte unter anderem in Ringgenberg Friederich Frutschi (1892–1981), Bildhauer und Künstler, lebte in Ringgenberg

Literatur G. Ritschard: Heimatbuch Ringgenberg-Goldswil.

Weblinks

Offizielle Website der Einwohnergemeinde Ringgenberg

Einzelnachweise

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