mini|rechts|Luftbild von Langenenslingen (1983) Langenenslingen ist eine Gemeinde im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg.

Geographie Geographische Lage Langenenslingen liegt am Nordrand Oberschwabens im Altmoränenland. Der niedrigstgelegene Punkt befindet sich mit 549 m Höhe am Biberbach bei Andelfingen, der höchstgelegene, der auch der höchste des Landkreises Biberach ist, auf dem Rotreiß mit 800,8 m Höhe. Langenenslingen ist die flächengrößte sowie die waldreichste Gemeinde des Landkreises Biberach.

Nachbargemeinden Von Norden beginnend grenzt Langenenslingen an die Gemeinde Pfronstetten und die Gemeinde Zwiefalten, beide im Landkreis Reutlingen, die Stadt Riedlingen und die Gemeinde Altheim im Landkreis Biberach sowie die Stadt Scheer, die Gemeinde Bingen, und die Städte Hettingen und Gammertingen im Landkreis Sigmaringen.

Schutzgebiete

In Langenenslingen gibt es mit den Gebieten Tannenhalde, Heusteige, Kirchsteige, Sauloch und Warmtal insgesamt fünf Naturschutzgebiete.

Daneben hat Langenenslingen Anteil an den Landschaftsschutzgebieten Riedlinger Alb und Biberbachtal-Holzbachtal. Die Landschaftsschutzgebiete Ödung am Schelmengarten und Weiher nördlich Wilfingen liegen vollständig in der Gemeinde.

Einige Flächen auf der Gemeindefläche gehören zum FFH-Gebiet Glastal, Großer Buchwald und Tautschbuch.

Geschichte Langenenslingen wurde erstmals 935 urkundlich erwähnt. Es gehörte ursprünglich zur Grafschaft Veringen, mit der es 1291 an die Habsburger verkauft und damit vorderösterreichisch wurde. Im Jahre 1313 besaß Graf Heinrich von Veringen einen Weingarten zu Langenenslingen.

Die Habsburger verpfändeten Langenenslingen im Laufe des 14. Jahrhunderts mehrfach, an Graf Wolfrad von Veringen, an Burkard von Ellerbach, 1330 an Graf Eberhard von Landau, an Graf Heinrich von Veringen, 1344/1359 an die Grafen Eberhard und Ulrich von Württemberg. 1409 kam der Ort unter Vorbehalt des Kirchensatzes an die Grafen von Werdenberg, die 1399 bereits die Grafschaft Veringen als habsburgisches Lehen bekommen hatten. Seitdem war Langenenslingen Teil der Grafschaft Veringen. Das Kirchenpatronat lag 1369 bei Habsburg, 1409 bei Württemberg und nach 1476 bei Werdenberg. 1535 kam Langenenslingen nach dem Erlöschen der Werdenberger im Mannesstamm als österreichisches Lehen zusammen mit der restlichen Grafschaft Veringen in den Besitz von Karl I. Graf von Hohenzollern. Bis 1805 lag die Landesherrschaft über den Hauptort Langenenslingen bei Österreich.

1806 fiel Langenenslingen an das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen, wo es dem Oberamt Sigmaringen, dem späteren Landkreis Sigmaringen, zugeordnet wurde und damit mit diesem ab 1850 zum preußischen Regierungsbezirk Hohenzollernsche Lande gehörte. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Ort wie die gesamten hohenzollerischen Lande zur Französischen Besatzungszone und somit zum neugebildeten Land Württemberg-Hohenzollern. Seit 1952 gehörte die Gemarkung zum neu gegründeten Bundesland Baden-Württemberg. Nach der Kreisreform 1973 schloss sich Langenenslingen mit mehreren ehemals zum Landkreis Saulgau gehörenden selbständigen Gemeinden im Landkreis Biberach zusammen.

Eingemeindungen 1. Februar 1972: Egelfingen 1. Januar 1975: Andelfingen, Billafingen, Dürrenwaldstetten, Emerfeld, Friedingen, Ittenhausen und Wilflingen

Ortsteile Andelfingen mini|hochkant|Kirche St. Cyriakus in Andelfingen Siehe auch: Burg Andelfingen

Bereits 854 wurde der Ort Antolvinga in Urkunden erwähnt, als dortige Güter vom Kloster St. Gallen an den Bischof von Konstanz abgetreten wurden.StiASG, Urk. A4 A4. Online auf e-chartae, abgerufen am 12. Juni 2020. Im 13. Jahrhundert kam der Großteil des Ortes durch Kauf und Schenkungen an das Zisterzienserinnenkloster Heiligkreuztal, nach dessen Auflösung 1803 an das Kurfürstentum Württemberg. https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/17334/Andelfingen+-+Altgemeinde~Teilort 1807 kam Andelfingen zum Oberamt Riedlingen und 1938 zum Landkreis Saulgau.

Die katholische Pfarrkirche St. Cyriakus stammt aus dem 14. Jahrhundert; das seltene Patrozinium ist seit 1377 belegt. Ein tiefgreifender Umbau erfolgte vermutlich 1489. Der Turm wurde 1519 erneuert. Das Innere der gotischen Kirche wurde 1760 unter der Heiligkreuztaler Äbtissin Maria Josepha Holzapfel von Herxheim (amtierte von 1723 bis 1761) mit Freskenausmalung und Stuck in Rocailleformen barockisiert. Ihr Wappen befindet sich über dem Chorbogen am Übergang zur Langhausdecke. Eine Renovierung der Kirche erfolgte 1876–1878; aus dieser Zeit stammt das Wandgemälde mit einer Darstellung des hl. Cyriakus an der Wand über dem Hochaltar. Eine weitere umfassende Sanierung der Kirche wurde 2017 abgeschlossen; dabei wurden der komplette Innenraum, die Außenfassaden und das tragende Gebälk renoviert.https://st-konrad-langenenslingen.drs.de/unsere-kirchengemeinden/st-cyriakus-andelfingen.html https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/17334/Andelfingen+-+Altgemeinde~Teilort

Direkt neben der Pfarrkirche befindet sich das historische Pfarrhaus. Nach 20 Jahren Leerstand wurde es vom Land Baden-Württemberg der Kirchengemeinde übereignet und komplett renoviert. An diesem Gebäude befindet sich ein historischer Wappenstein, datiert auf das Jahr 1591. Drei Schilde sind in einer Reihe nebeneinander aufgereiht. Der Schild in der Mitte zeigt den Zisterzienserbalken, der Schild links zeigt das Kreuz von Kloster Heiligkreuztal, und der dritte Schild rechts ist das Wappen der Heiligkreuztaler Äbtissin Elisabeth Ifflinger von Graneck (amtierte von 1569 bis 1602), geviert aus dem Stammwappen der Ifflinger von Graneck und demjenigen der Keller von Schleitheim.https://st-konrad-langenenslingen.drs.de/unsere-kirchengemeinden/st-cyriakus-andelfingen.htmlhttp://welt-der-wappen.de/Heraldik/aktuell/galerien4/galerie2788.htm

Billafingen mini|rechts|Luftbild von Billafingen (1985) Alemannische Gräberfunde deuten auf eine Besiedlung schon im 7. Jahrhundert hin. Im 13. Jahrhundert kam der Ort als Pilofingen an die Grafen von Grüningen-Landau, später an Habsburg. Die Habsburger verpfändeten den Ort an Württemberg, das ihn an die Grafen von Werdenberg weitergab. 1535 kam der Ort als österreichisches Lehen an Graf Karl von Zollern. Billafingen gehörte zum Oberamt Sigmaringen und wurde wie Langenenslingen 1850 ein Teil des Königreichs Preußen. Bei der Verwaltungsreform 1925 kam Billafingen zum neuen Landkreis Sigmaringen. Bei der Kreisreform 1973 wurde der Ort, obwohl ehemals hohenzollerisch, dem Landkreis Biberach zugeordnet. 1975 wurde der Ort in Langenenslingen eingemeindet.

Dürrenwaldstetten Dürrenwaldstetten ist ein Dorf auf der Schwäbischen Alb, das seit 1975 zur Gemeinde Langenenslingen gehört. Durch die Lage im Landkreis Biberach bzw. vorher im Landkreis Saulgau ist Dürrenwaldstetten jedoch nach Oberschwaben und Riedlingen orientiert.

Die Ortschaft wurde erstmals 1273 in einer Urkunde des Klosters Heiligkreuztal eindeutig genannt. Die Pfarrei des Ortes Dürrenwaldstetten wurde zwei Jahre später 1275 erstmals in einer Urkunde erwähnt, was auf einen alsbaldigen Kirchen- oder Kapellenbau schließen lässt. Bereits im Jahre 1350 wurde die älteste noch vorhandene Kirchenglocke von Dürrenwaldstetten gegossen (Gewicht: 349 kg).

Die Vogtei Dürrenwaldstetten wurde 1350 von den Brüdern Barthold und Friedrich Kaib dem Älteren an das Kloster Zwiefalten verkauft. Damit war das Kloster aber noch nicht endgültig Ortsherr. Bis ins 15. Jahrhundert wurde Dürrenwaldstetten Walstetten oder Waltstetten geschrieben. Eine weitere, die bislang größte Kirchenglocke von Dürrenwaldstetten, heute noch erhalten, wurde 1471 bei Hans Eger in Reutlingen gegossen. 1564 gingen Pfarrei und Kirchensatz mit Großem und Kleinem Zehnten durch Kauf an das Kloster Zwiefalten. Verkäufer war Philipp Dietrich von Späth.

Der Ort wurde wie viele andere nicht von der Pest verschont. Sie forderte 1611/12 in Dürrenwaldstetten 95 und 1635/36 43 Tote. Dies geht aus Aufzeichnungen im Kirchenbuch hervor. Während des Dreißigjährigen Krieges 1644 wurde Dürrenwaldstetten von den eingefallenen schwedischen Truppen in Mitleidenschaft gezogen.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde 1665 ein hölzerner Glockenstuhl im Kirchturm eingebaut, der noch in Benutzung ist. Ein Neubau der Pfarrkirche erfolgte 1781, der Turm blieb allerdings erhalten. Der Maler Januarius Zick aus München gestaltete die Deckengemälde im Auftrag des Klosters Zwiefalten. 1803 wurde das Kloster Zwiefalten säkularisiert und der Klosterbesitz kam zum Kurfürstentum Württemberg. Die Klosterpfarreien, also auch Dürrenwaldstetten kamen zum Bistum Konstanz. Im Jahre 1809 gelangte Dürrenwaldstetten zum Oberamt Riedlingen und 1938 zum Landkreis Saulgau.

1881 wurde ein neuer Hochaltar anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Pfarrkirche errichtet. Dürrenwaldstetten wurde 1922 an das elektrische Stromnetz der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW, später EVS, heute EnBW) angeschlossen. Im Zuge der Kreisreform wurde 1972 der Landkreis Saulgau aufgelöst, Dürrenwaldstetten kam zum Landkreis Biberach. 1975 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde aufgelöst und der Ort Teil der Gemeinde Langenenslingen. 1999 wurde das Flurbereinigungsverfahren beendet, 2003 die renovierte Pfarrkirche eingeweiht.

Das Dorf war lange Zeit landwirtschaftlich geprägt, in jüngerer Zeit nahm die Bedeutung der Landwirtschaft allerdings sehr stark ab. Es gibt nur noch wenige Höfe im Dorf, von weit über 10 Vollerwerbsbetrieben ist einer übrig geblieben. Fast alle Bewohner sind außerhalb des Dorfes im tertiären bzw. sekundären Sektor beschäftigt.

Seit 1972 findet jährlich am letzten Juli-Wochenende das sogenannte Schwebefest statt, das viele Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung anzieht.

Egelfingen Egelfingen gehörte im ausgehenden Mittelalter zur Ritterherrschaft Wilflingen, die Vasallen der Grafen von Veringen waren. 1487 wurde der Ort von den Grafen von Hornstein an Hans Mulflingen zu Sigmaringen verkauft, dessen Erben es samt der Burg Schatzberg an den Schenk von Stauffenberg veräußerten.

Am 23. Juli 1611 wurde Waldburga Millerin aus Egelfingen wegen Hexerei in Veringenstadt enthauptet und anschließend verbrannt.Thomas Fink: Materialien zur Geschichte der Stadt Veringen. Band 20: 1600 – 1699. Stadtarchiv Veringenstadt. Zitiert nach S. Locher: unveröffentl. Handschriften o. J.; S. 216. Nur wenige Jahre später, am 1. Juni 1617, wurde Christina Lacherin aus Egelfingen ebenfalls wegen Hexerei enthauptet und verbrannt. Diese soll „den größten Körper und den kleinsten Kopf“ gehabt haben.Thomas Fink: Materialien zur Geschichte der Stadt Veringen. Band 20: 1600 – 1699. Stadtarchiv Veringenstadt. Zitiert nach S. Locher: unveröffentl. Handschriften o. J.; S. 221. Im Jahre 1805 fiel Egelfingen an das Kurfürstentum Württemberg und wurde dem Oberamt Riedlingen zugeteilt. Bei der Verwaltungsreform 1938 gelangte der Ort zum Landkreis Saulgau.

Emerfeld mini|hochkant|Pfarrkirche St. Pankratius in Emerfeld

Emerfeld gehörte ehemals zur Reichsherrschaft Gundelfingen, später den Fürsten von Fürstenberg. 1133 wurde die Kirche vom Bischof von Konstanz konsekriert. Sie gehörte lange Zeit zum Kloster St. Blasien, danach zum Kloster St. Georgen im Schwarzwald, ehe sie an die Grafen von Helfenstein verkauft wurde. Lange Zeit wurde im Ort Eisenerz abgebaut, das im nahe gelegenen sigmaringischen Laucherthal verhüttet wurde.

Im Jahre 1806 wurden die Territorien der Fürsten von Fürstenberg mediatisiert und Emerfeld gelangte somit zum Königreich Württemberg, wurde 1808 dem Oberamt Riedlingen und 1938 dem Landkreis Saulgau zugeteilt.

Friedingen

1278 schenkte Gräfin Sophia von Veringen dem Kloster Heiligkreuztal ein Gut zu Friedingen.