mini|Zentrale in Unterföhring mini|Haupteingang der Zentrale Die Sky Deutschland GmbH (ehemaliger Name bis Juli 2009 Premiere AG, danach bis November 2015 Sky Deutschland AG) ist ein deutscher Medienkonzern mit Sitz in Unterföhring bei München. Das Unternehmen betreibt über seine Tochtergesellschaft Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG ein Pay-TV-Angebot. Sky Deutschland besitzt Senderechte in Deutschland und Österreich, in Luxemburg können ausgewählte Pakete über das Bezahlfernseh-Angebot von Post Luxembourg und Eltrona, abgerufen am 29. Juli 2016. bezogen werden. In der Schweiz startete Sky 2017 seine Streaming-Plattform für Sport und 2018 für Serien und Filme. Das Angebot unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten vom Angebot in Deutschland und Österreich.

Während der Vorgänger von Sky, Premiere, im Jahr 2005 über 3,4 Millionen Abonnenten verzeichnete, waren es bei Sky im Jahr 2017 schon 5 Millionen Abonnenten.Sky Deutschland feiert Höchststand bei Abonnenten, Meldung bei Heise vom 27. Juli 2017, abgerufen am gleichen Tag. Für 2018 werden in den Medien 5,2 Millionen Abonnenten genannt.Milliarden-Monopoly beim Bezahlfernsehen, Meldung der sz vom 23. September 2018, abgerufen am 13. November 2024.Tauziehen um den Bezahlsender – Comcast kauft Sky, Meldung vom 23. September 2018, abgerufen am 15. November 2024. Die Zahl dürfte inzwischen gesunken sein. Seit dem Geschäftsjahr 2022 werden vom amerikanischen Mutterkonzern Comcast keine spezifischen Zahlen mehr für die Sky Gruppe und damit auch nicht für Sky Deutschland ausgewiesen.Manuel Weis, Comcast nennt keine Zahlen mehr über Sky, Meldung vom 27. April 2023, abgerufen am 15. November 2024.Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK): Kurzportrait Comcast / Sky, Schaubild Geschäftsbereiche und Umsatzzahlen, abgerufen am 15. November 2024.

Am 1. Juni 2026 schloss RTL Deutschland die Übernahme von Sky Deutschland ab.

Geschäftsmodell Sky betreibt zum einen eigene Sender, zum anderen dient Sky Sendern anderer Anbieter als Plattform in Deutschland und Österreich. Sky kann man legal in Deutschland und Österreich empfangen. Das komplette Programm ist über den Satelliten Astra zu empfangen, über die meisten Kabelnetzbetreiber – je nach Betreiber – unterschiedlich große Anteile der Programme. Außerdem kann man Sky über die IPTV-Plattformen der Deutschen Telekom und von Vodafone empfangen.

Die beiden Hauptsäulen des Programms bilden zum einen Filme, die vor der Ausstrahlung im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sind und Live-Sport-Ereignisse, vor allem Fußball. Einen wachsenden Anteil bilden Fernsehserien. Außerdem werden auf Spartenkanälen spezielle Interessen bedient.

Um das Programm von Sky zu empfangen, ist regelmäßig der Abschluss eines Abonnements erforderlich. Sky verschlüsselt seine Sender. Auf der Seite des Kunden ist ein Digitalreceiver mit Entschlüsselungssoftware und einer Smartcard notwendig. Je nach Umfang des Abonnements werden auf dieser Smartcard unterschiedliche Programmpakete freigeschaltet.

Ohne ein Abonnement ist die Nutzung einiger Inhalte von Sky über verschiedene eigene Dienste im Internet möglich. Zwischen dem 1. Dezember 2016 und 22. Juli 2021 war das Programm Sky Sport News frei empfangbar. Mitteilung von Sky Deutschland AG vom 13. Juli 2016, abgerufen am 17. Februar 2017.

Sky finanziert sich zum größten Teil über die Abonnementerlöse, zum Teil aus Werbeeinnahmen.

Geschichte und Gesellschafterverhältnisse

Von Premiere zu Sky

mini|Letztes Logo der Marke Premiere (2007 bis 2009) mini|Logotausch in Unterföhring am 3. Juli 2009 Am 4. Juli 2009 startete in Deutschland und Österreich das Programmangebot von Sky. Sky übernahm die technische Infrastruktur und den Kundenstamm des Senders Premiere, der 1990 aus dem Deutschland-Geschäft des Schweizer Teleclubs hervorgegangen war und benannte sich am 9. Juli 2009 von Premiere AG in Sky Deutschland AG um. Die für den Kundenkontakt zuständige Premiere Fernsehen GmbH & Co. KG-Tochtergesellschaft wurde in Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG umbenannt.

Premiere war 1999 mit dem Konkurrenten DF1 zu „Premiere World“ fusioniert. 2002 trugen die hohen Verluste von Premiere World zur Insolvenz der Kirch-Gruppe bei. Eine Pleite von Premiere World selbst konnte nur knapp abgewendet werden. Das Unternehmen benannte sich in Premiere zurück und ging am 9. März 2005 an die Börse.Uwe Mantel, Schnelle Aufnahme: Premiere-Aktie bald im MDAX, Meldung vom 6. Juni 2005, abgerufen am 12. November 2024.

Am 7. Januar 2008 gab die News Corporation, ein US-amerikanisches Medienkonglomerat unter Leitung von Rupert Murdoch, bekannt, von Unitymedia 14,58 Prozent an Premiere erworben zu haben. Der Anteil wurde seitdem schrittweise erhöht. Im Jahr 2009 übertraf der Aktienanteil erstmals die 30-%-Marke.Uwe Mantel, Murdoch stockt Anteile an Sky Deutschland auf, Meldung vom 5. August 2009, abgerufen am 12. November 2024. Ein nach deutschem Aktienrecht vorgesehenes Pflichtübernahmeangebot musste den Kleinaktionären zu diesem Zeitpunkt nicht gemacht werden, da die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin einem Antrag der News Corporation auf Befreiung von der Regelung stattgegeben hatte. Bis zum Jahr 2010 erfolgte ein schrittweiser weiterer Ausbau des Anteils auf 39,96 %, der sich Anfang 2010 durch frisches Geld auf 45,42 % weiter erhöhteSky bekommt Finanzspritze von Murdoch, Digitalfernsehen.de am 19. Januar 2010, abgerufen am 12. November 2024. und im Herbst 2010 einen Anteil von 49,9 % erreichte.Sky bleibt auf Aktien sitzen, Meldung von n-tv am 28. September 2010, abgerufen am 12. November 2024.

Im Januar 2013 hatte die News Corporation erstmals die absolute Aktienmehrheit inne. Im Rahmen einer weiteren Kapitalerhöhung wurde der Anteil auf 54,8 % erhöhtUwe Mantel, Sky sammelt 91 Millionen Euro frisches Kapital ein, Meldung auf dwdl.de vom 5. Februar 2013, abgerufen am 12. November 2024., bis er bis Mitte 2013 auf 57,4 % stieg.

Umgliederung zu BSkyB Murdoch benannte die News Corporation im Zuge kartellrechtlicher Obliegenheiten unter Ausgliederung der Printmediensparte, die in der neuen News Corp.Das zweite Wort der neuen Gesellschaft wird immer abgekürzt, um sie von der fortbestehenden News Corporation zu unterscheiden. aufging, am 28. Juni 2013 in 21st Century Fox um. Die von der 21st Century Fox gehaltenen Gesellschaftsanteile an Sky Deutschland und Sky Italia übernahm die englische British Sky Broadcasting Group plc (BSkyB), die seinerzeit mit 39,14 %BSkyB: Wohl keine Komplettübernahme von Sky Deutschland, Meldung von digitalfernsehen.de vom 30. Juli 2014, abgerufen am 12. November 2024. ebenfalls unter der Kontrolle von Rupert Murdoch stand. Aus Murdochs Sicht war der Kauf lediglich eine Verschiebung innerhalb seines Konzerns, die aber zugleich Geld freisetzte, das Murdoch an anderer Stelle benötigte.Murdoch wurde nachgesagt, 80 Milliarden Dollar für den Kauf des US-Medienkonzerns Time Warner, zu dem nicht nur das Filmstudio Warner Bros., sondern auch der Nachrichtensender CNN und der mit seinen Serienproduktionen berühmt gewordene Pay-TV-Kanal HBO gehören, zu benötigen, vgl. Christian Kahle, Sky Deutschland soll unter das Dach von BSkyB gezogen werden., Meldung vom 25. Juli 2014, abgerufen am 12. November 2024, und BSkyB übernimmt Pay-TV-Sender Sky Deutschland, Meldung des Stern vom 25. Juli 2014, abgerufen am 12. November 2024.

BSkyB zahlte umgerechnet 3,1 Milliarden Euro für 100 % der Anteile an Sky Italia. Für Sky Deutschland zahlte BSkyB 3,6 Milliarden Euro.BSkyB übernimmt Pay-TV-Sender Sky Deutschland, Meldung des Stern vom 25. Juli 2014, abgerufen am 12. November 2024.

BSkyB war infolge der Übernahme verpflichtet, den Aktionären des im Streubesitz liegenden Minderheitsanteils von 46,6 % ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. Das geschah im September 2014. BSkyB bot den Aktionären über die Sky German Holdings GmbH den Kauf je Aktie von 6,75 Euro an.Angebotsunterlage – Freiwilliges Öffentliches Übernahmeangebot (Barangebot) vom 2. September 2014, (PDF; 637 kB), abgerufen am 12. November 2024. Bis zum Ablauf der Annahmefrist hielt BSkyB etwa 69 % der Sky Deutschland-Anteile.Timo Nöthling, Durch Aktionärsflucht: BSkyB übernimmt 69 Prozent der Sky-Anteile, Meldung vom 21. Oktober 2014, abgerufen am 12. November 2024.

Am 12. November 2014 wurde das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot der Sky German Holdings GmbH abgeschlossen. Zu dieser Zeit hielt Sky German Holdings GmbH 89,05 % der Aktien. Bis 7. Januar 2015 betrug der Stimmrechtsanteil der Sky German Holdings GmbH an der Sky Deutschland AG 95,80 %., abgerufen am 12. November 2024.

Mit Erreichen von 95 % der Gesellschaftsanteile war es möglich, im sog. Squeeze-out-VerfahrenSky plc gehört Sky Deutschland nun komplett, Meldung von medienmagazin.de vom 23. Juli 2015, abgerufen am 12. November 2024. die letzten verbliebenen Minderheitsaktionäre mit 6,68 Euro je Aktie abzufinden und somit 100 % der Gesellschaftsanteile zu erwerben., Mitteilung von Sky Deutschland vom 8. Juni 2015, abgerufen am 12. November 2024.

Das Delisting der Aktien von der Frankfurter Wertpapierbörse fand am 15. September 2015 (formell letzter Handelstag) statt.

Am 27. September 2015 wurde die Sky Deutschland AG in die Sky Deutschland GmbH umgewandelt.

Von BSkyB zu Comcast mini|hochkant=1

BSkyB und damit indirekt auch Sky Deutschland als deren Tochtergesellschaft stand im Jahre 2018 ihrerseits zum Verkauf. Kaufinteressenten waren die 21st Century Fox, die im Juni 2018 in großen Teilen an den US-Unterhaltungskonzern The Walt Disney Company verkauft worden war,US-Kartellwächter genehmigen Übernahme – Disney darf Fox kaufen - unter Auflagen, Meldung des Spiegel vom 27. Juni 2018, abgerufen am 13. November 2024. und die US-amerikanische Comcast Corporation, die der größte Kabelanbieter und zweitgrößter Internet-Provider in den USA ist und bereits NBCUniversal und DreamWorks Animation gekauft hatte. Comcast zahlte im September 2018 umgerechnet gut 33 Milliarden Euro für BSkyB.Milliarden-Monopoly beim Bezahlfernsehen, Meldung der sz vom 23. September 2018, abgerufen am 13. November 2024. Dabei übernahm Comcast nicht nur den 39%igen Anteil von 21st Century Fox, sondern erwarb weitere Aktienanteile von anderen Aktionären, sodass Comcast nun im Besitz von mehr als 75 % der Anteile von BSkyB ist. BSkyB als auch Sky Deutschland sind damit zu amerikanischen Unternehmen geworden.Sandra Pfister, Sky-Übernahme – Vom Ende der Ära Murdoch, Meldung des DLF vom 11. Oktober 2018, abgerufen am 13. November 2024.