Pui (veraltet Puiu; , ) ist eine Gemeinde im Kreis Hunedoara in Siebenbürgen, Rumänien.
Geographische Lage mini|links|Lage der Gemeinde Pui im Kreis Hunedoara Die Gemeinde Pui liegt nördlich des Retezat-Gebirges, an der Mündung des Baches Râu Bărbat in den Oberlauf des Strei (Strell). In der Südhälfte des Kreises Hunedoara, an der Bahnstrecke Simeria–Petroșani und der Europastraße 79 gelegen, befindet sich der Ort etwa 18 Kilometer südöstlich der Kleinstadt Hațeg (Hatzeg); die Kreishauptstadt Deva (Diemrich) liegt ca. 65 Kilometer nordwestlich von Pui entfernt.
Geschichte Der Ort Pui, ein Marktflecken, wurde 1426 erstmals urkundlich erwähnt und war Sitz eines Stuhlbezirks im historischen Komitat Hunyad des ungarischen Königreichs.Webpräsenz der Gemeinde Pui, abgerufen am 25. Dezember 2010. Die Geschichte der Besiedlung des Ortes reicht jedoch – nach einem Bericht von D. V. Rosetti – bis in die Frühbronzezeit zurück. Im Gebiet der Gemeinde wurden nach Berichten von G. Téglás, J. F. Neigebauer, J. Ackner und anderen auf dem von den Einheimischen Grădiștea genannten Areal (ca. 4 km von Pui entfernt auf der rechten Seite des Strei) Reste einer römischen Befestigung gefunden.Repertoriul Arheologic al României – Pui, abgerufen am 2. November 2010 (rumänisch).
Die Hauptbeschäftigung der Bevölkerung ist heute die Landwirtschaft, die Viehzucht und die Holzverarbeitung. Etwa 52 % der Gesamtfläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich bearbeitet. Auf ca. 870 Hektar wird Mais angebaut, das entspricht 42 % der Anbaufläche (Stand 2010).
Bevölkerung Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt: VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 2. November 2008 (PDF; 1 MB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere 1850 5.245 4.843 175 27 200 1900 6.966 6.339 416 95 116 1941 6.520 6.246 134 48 92 1977 5.788 5.706 63 6 13 2002 4.745 4.624 29 3 89 2011 4.122 3.927 12 3 180 2021 3.682 3.289 3 2 388 (46 Roma) Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl mit 7432, gleichzeitig die der Rumänen mit 6610 und die der Ungarn im Jahre 1910 mit 606 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Deutschen wurde 1900 und die der Roma (196) 1850 registriert. Des Weiteren bekannten sich einige Einwohner als Serben (2 im Jahr 1930), als Ukrainer (höchste Einwohnerzahl 37 im Jahr 1966) sowie als Slowaken (2 im Jahr 1992).
Sehenswürdigkeiten Der südöstliche Ortsteil von Pui (im 19. Jahrhundert errichtet) und die Anwesen Nr. 71–73 (im 18. Jahrhundert errichtet) stehen unter Denkmalschutz.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 551 kB). Die orthodoxe Kirche Pogorârea Sf. Duh im eingemeindeten Dorf Ponor, im 18. Jahrhundert errichtet, steht unter Denkmalschutz. Auf dem Areal des eingemeindeten Dorfes Ohaba-Ponor befinden sich mehrere Höhlen (Peștera Bordu Mare, Peștera Poienii), in denen Behausungen aus der Altsteinzeit gefunden wurden.Repertoriul Arheologic al României – Ohaba-Ponor, abgerufen am 2. November 2023 (rumänisch). Die Höhle Peștera Bordu Mare steht unter Denkmalschutz. Der Ort ist auch Ausgangspunkt zum ca. 130 Quadratkilometer großen Retezater Nationalpark (Parcul Național Retezat).
Söhne und Töchter der Stadt
Dorin Alicu (1938–2013), Provinzialrömischer Archäologe Romulus Gabor (* 1961), Fußballspieler
Weblinks
Pui bei ghidulprimariilor.ro
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1426