Stallegg ist ein Ort und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Rosenburg-Mold im Bezirk Horn in Niederösterreich.
Geografie Der Ort liegt am rechten Ufer des Kamps zwischen Rosenburg und Gars am Kamp. Die Seehöhe in der Ortsmitte beträgt 261 Meter. Die Fläche der Katastralgemeinde umfasst 0,46 km². Die Einwohnerzahl beläuft sich auf Einwohner (Stand: ).
Postleitzahl Die Katastralgemeinde Stallegg hat die Postleitzahl 3571.
Bevölkerung Religion mini|links|Blick auf Stallegg in der Bildmitte die Kapelle, Ansichtskarte um 1907. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist Römisch-Katholisch. Der Ort gehört zur Pfarre Gars. Im Dorfzentrum befand sich eine Ortskapelle, die während des Zweiten Weltkriegs abgebrochen wurde.
Bevölkerungsentwicklung
Geschichte mini|Blick auf Stallegg, Ansichtskarte um 1920.Der Ort und die Burg erhielt seinen Namen nach dem Rittergeschlecht von Staleche, das zwischen 1212 und 1365 urkundlich nachgewiesen ist. Die Nennung eines Otto von Stallegg 1263 als ministeriale Austriae weist ihn als hochrangigen Ministerialen unter König Ottokar II. Přemysl aus. Vor 1487 gelangte das Gut an die Besitzer der benachbarten Rosenburg. Um 1600 war die Burg Stallegg bereits zur Ruine verfallen.Stallegg. In: Falko Daim, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber (Hg.): Burgen Waldviertel Wachau Mährisches Thaytal. 2. Aufl. Wien 2009, S. 445–447. Auch die einzige Mühle am Ort, die Hagenmühle, war verödet, wurde jedoch im 17. Jahrhundert wieder instand gesetzt und bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts betrieben. Im Zuge des Ausbaus der Kamptalstraße wurden die Reste der Mühle 1978 abgetragen. Nach dem Bau der Kamptalbahn 1889 entwickelte sich Stallegg zu einer kleinen Sommerfrische mit rund zehn Villen. Nach 1945 konnte Stallegg nicht mehr an die Tradition der Sommerfrische anschließen. Veränderte Reisegewohnheiten, aber auch der Bau der Kamptal-Stauseen, der zu einem starken Temperaturrückgang des Kamps führte, entzogen dem Tourismus im Kamptal seine wichtigsten Grundlagen.Susanne Hawlik: Sommerfrische im Kamptal. Der Zauber einer Flusslandschaft. Wien/Köln/Weimar 1995.
Sehenswürdigkeiten
Ruine Stallegg Die Ruine Stallegg ist vom Ort Stallegg über den Wanderweg Richtung Etzmannsdorf (blaue Markierung) und den zweiten links abzweigenden, neu angelegten Holzbringungsweg erreichbar und ganzjährig zugänglich. Statue des Hl. Johann Nepomuk An der Brücke, die von der Kamptalstraße zum Ort Stallegg führt, befindet sich eine barocke Statue des Hl. Johann Nepomuk, die um 1730 vom damaligen Verwalter der Rosenburg, Johann Georg Zobl, an den eine Inschrift am Sockel erinnert, gestiftet wurde.Hanns Haas: Stege und Brücken (Teil 4): Die Johannes von Nepomuk-Statue an der Stallegger Brücke. In: Rosenburg-Mold Aktuell. Gemeindezeitung, Jg. 2003, unpag. Galgen auf dem Gerichtshügel Nördlich von Stallegg gegenüber der Ruine befinden sich auf dem Flur Gerichtshügel Überreste einer gemauerten, aus zwei Säulen bestehenden Galgenanlage.Ignaz Steininger: Geschichtliche Skizzen über Rosenburg, Manuskript. Rosenburg 1953–1978.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|ÖBB 5047 der Kamptalbahn an der Haltestelle Stallegg (2024) Verkehr Stallegg ist durch eine Straßenbrücke an die Kamptalstraße (B34) angebunden. Das Linienbusunternehmen PostBus fährt die Haltestelle Stallegg-Brücke an der Linie 1310 (Horn – St. Leonhard am Hornerwald) an. Der Ort liegt an der Kamptalbahn. Die ÖBB betrieben zwischen September 1991 und 14. Dezember 2024 die Bedarfshaltestelle Stallegg, die nächstgelegenen Haltestellen sind der Bahnhof Rosenburg oder die Haltestelle Kamegg. Zwei Radwanderwege, die Kamp-Thaya-March-Radroute und der Kamptalweg, führen durch Stallegg.
Literatur
Eine Wanderung vom Markt Gars zur Ruine Gars. Über Mannigfall, Bründlkapelle, Kamegg, Stallegg, Rosenburg nach Stift Altenburg, sodann zur Ruine Schauenstein am Kamp. Berger, Horn 1896 (Bilder aus dem Waldviertel 1, 2). Stallegg. In: Falko Daim, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber (Hrsg.): Burgen Waldviertel Wachau Mährisches Thayatal. 2. Auflage. Wien 2009, ISBN 978-3-7079-1273-9, S. 445–447. Julius Kiennast: Chronik des Marktes Gars in Nieder-Oesterreich. Horn 1920, S. 147–148. Gerhard Reichhalter: Die Burgruine Stallegg am Kamp. Messern 1993 (Gruber Burgblätter 9).
Weblinks
Website der Gemeinde Rosenburg-Mold Literatur über Stallegg in der Niederösterreichischen Landesbibliothek Zeitschriftenaufsätze über Stallegg in NÖ Bibliographie des Niederösterreichischen Instituts für Landeskunde Bilder von Stallegg in der Topographischen Sammlung der Niederösterreichischen Landesbibliothek
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Rosenburg-Mold) Kategorie:Ort im Bezirk Horn Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Horn