mini|Lisa Wagner auf der Berlinale 2025 Lisa Wagner (* 22. April 1979 in Kaiserslautern) ist eine deutsche Schauspielerin und Hörbuch- sowie Hörspielsprecherin, deren Karriere 2001 am Bayerischen Staatsschauspiel begann. Seit 2006 steht sie für Film und Fernsehen vor der Kamera. Einem breiten Publikum wurde sie in der Rolle der ehrgeizigen Pflichtverteidigerin Regina Zimmer in der mehrfach preisgekrönten Tatort-Folge Nie wieder frei sein und als eigensinnige Kommissarin Winnie Heller in der ZDF-Krimireihe Kommissarin Heller bekannt.
Privatleben Lisa Wagner wurde im April 1979 als Tochter eines Akademiker-Ehepaars in Kaiserslautern geboren. und wuchs in einem pfälzischen Dorf auf. Sie hat einen älteren und einen jüngeren Bruder. Bereits im Alter von vier Jahren stand sie bei einem Sommerfest ihres Vaters auf der Bühne. In ihrer Kindheit und Jugend war sie Balletttänzerin. Ab ihrem 14. Lebensjahr bis zum Abschluss des Abiturs sammelte sie als Statistin am Pfalztheater in Kaiserslautern erste schauspielerische Erfahrungen. Sie lebt gegenwärtig in München.
Karriere Ausbildung und Theater Wagner studierte von 1999 bis 2003 an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. In dieser Zeit spielte sie bei den Münchner Kammerspielen. Ab der Spielzeit 2001/2002 erhielt sie noch während ihrer Ausbildung unter Intendant Dieter Dorn ein festes Engagement am Bayerischen Staatsschauspiel, das im Jahr 2011 endete. Unter Dorns Regie war sie u. a. als Antoinette Plucheux in Floh im Ohr nach dem Lustspiel von Georges Feydeau, in der Rolle der Kunigunde von Thurneck in Heinrich von Kleists Das Käthchen von Heilbronn und als Lavinia in Androklus und der Löwe nach der Vorlage von George Bernard Shaw zu sehen. Hierneben spielte sie in Jens-Daniel Herzogs Bühneninszenierung Turandot nach der Nachdichtung von Friedrich Schiller in der Titelrolle und war unter Thomas Langhoff die stumme Tochter Kattrin in Bertolt Brechts Mutter Courage und ihre Kinder.
2002 wurde sie als Mitglied des „Chors der kriegsgefangenen Frauen von Troja“ in der Tragödie Hekabe des Euripides’ mit dem Kurt-Meisel-Preis ausgezeichnet. 2003 erhielt sie den Förderpreis des Vereins der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels und den Bayerischen Kunstförderpreis.
Wagner ist seit 2017 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.Lisa Wagner bei der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, abgerufen am 18. August 2022.
Film und Fernsehen Ihr Filmdebüt gab Wagner 2006 als Mitglied des Hauptensembles in Ralf Westhoffs Kino-Episodenfilm Shoppen, wo sie die Rolle der Irina verkörperte, einer jungen Frau, die in München an einem Speed-Dating teilnimmt, bei dem neun Frauen und neun Männer aufeinander treffen. Diesem Film schlossen sich verschiedene kleinere Rollen in Fernsehfilmen an, unter anderem neben Wotan Wilke Möhring und Tim Bergmann in dem Fernsehdrama Ein riskantes Spiel und 2010 in Michael Gutmanns Beziehungsdrama Die letzten 30 Jahre. In der Münchner Tatort-Folge Nie wieder frei sein war sie im Dezember 2010 in der Episodenhauptrolle der ehrgeizigen Pflichtverteidigerin Regina Zimmer zu sehen. Für ihre dortige schauspielerische Leistung wurde sie mit dem Grimme-Preis, dem Bayerischen Fernsehpreis und einem Sonderpreis beim Deutschen Fernsehkrimifestival 2011 ausgezeichnet. 2012 spielte sie in der Polizeiruf 110-Folge Die Gurkenkönigin eine der beiden Töchter der von Susanne Lothar verkörperten Gurkenfabrikantin Luise König. In Matthias Tiefenbachers Gestern waren wir Fremde war sie im selben Jahr als zielstrebige, junge Bauingenieurin Sophie Ferber, deren Leben durch ein dunkles Familiengeheimnis eine dramatische Wendung nimmt, in der Hauptrolle zu sehen.
2013 bekam Wagner mit der ZDF-Krimireihe Kommissarin Heller eine eigene Fernsehserie; darin verkörperte sie die Titelfigur der eigensinnigen Kommissarin Winnie Heller.Kommissarin Heller. In: ZDF. 19. Dezember 2014, abgerufen am 12. Mai 2018. Für die Pilotfolge Tod am Weiher erhielt sie den Hessischen Fernsehpreis als beste Schauspielerin. Am 7. Dezember 2020 wurde bekannt, dass die Krimireihe nach der zehnten Episode Panik (ausgestrahlt am 16. Januar 2021) auf Wunsch der Hauptdarstellerin beendet wird. Von Mai 2014Der Münchner „Tatort“ mit neuen Gesichtern. In: Das Erste, abgerufen am 15. April 2014. bis Oktober 2016 gehörte sie als Leiterin der Operativen Fallanalyse zum Team des Münchner Tatorts.
Unter der Regie von Christine Hartmann übernahm sie 2014 in dem Fernsehfilm Elly Beinhorn – Alleinflug die Rolle der deutschen Fliegerin Marga von Etzdorf. In Friedemann Fromms Fernsehdrama Momentversagen war sie im selben Jahr als schwangere Ehefrau des von Felix Klare dargestellten untreuen Staatsanwalts Manuel Bacher zu sehen. In der Filmkomödie Vorstadtrocker, dem Debütfilm von Martina Plura, übernahm sie 2015 an der Seite von Fabian Busch die Rolle der Familienmutter Alex. Von September 2015 bis Mai 2018 gehörte sie zum festen Schauspielerensemble der Fernsehserie Weissensee. Sie war ab Folge 13 in der Rolle der Journalistin Katja Wiese zu sehen. 2016 spielte sie in dem Dokudrama Letzte Ausfahrt Gera – Acht Stunden mit Beate Zschäpe die Rechtsextremistin Beate Zschäpe und in dem ebenfalls dokumentarischen Film Erich Kästner – Das andere Ich Kästners Lebensgefährtin Luiselotte Enderle. In Wolfgang Murnbergers österreichisch-deutscher Tragikomödie Nichts zu verlieren übernahm sie die Rolle der Trauerbegleiterin Irma Anders. Eine weitere Zusammenarbeit zwischen Wagner und Murnberger erfolgte 2020 mit der Filmkomödie Schönes Schlamassel, in der sie mit Verena Altenberger als deren beste Freundin Laura Lorenz vor der Kamera stand. In dem am Ende des Zweiten Weltkrieges spielenden Filmdrama Das Glaszimmer war sie ebenfalls 2020 als Mutter des Protagonisten Felix zu sehen.
Von 2021 bis 2023 war Wagner in der Fernsehserie Die Wespe an der Seite von Florian Lukas als dessen untreue Ehefrau Manu Frotzke zu sehen. Die Rolle brachte ihr 2022 den Deutschen Schauspielpreis in der Kategorie „Schauspieler in einer komödiantischen Rolle“ ein. Doris Dörrie besetzte sie 2022 neben Andrea Sawatzki und Nilam Farooq in ihrer Komödie Freibad als resolute Freibadmeisterin Rocky, die in Bayern das einzige Frauenfreibad Deutschlands leitet. In Andreas Dresens vielfach preisgekrönter Filmbiografie In Liebe, Eure Hilde, die im Oktober 2024 uraufgeführt wurde, übernahm sie an der Seite von Liv Lisa Fries die Rolle der Gefängniswärterin Anneliese Kühn. In der achtteiligen deutsch-dänischen Serie Die Affäre Cum-Ex, die im Februar 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin Premiere hatte, verkörperte sie die Staatsanwältin Lena Birkwald.
Filmografie Kurzfilme 2006: Li 2010: Nebeneinander 2015: A Photo of Us 2017: Krampus
Kinofilme 2006: Shoppen 2013: Spieltrieb 2014: Beste Chance 2015: Vorstadtrocker 2016: Erich Kästner – Das andere Ich 2020: Das Glaszimmer 2022: Freibad 2024: In Liebe, Eure Hilde 2025: Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen
Fernsehen Fernsehfilme
Fernsehserien und -reihen
Theater (Auswahl) Residenztheater München 2016: Die schmutzigen Hände (als Jessica). Von Jean-Paul Sartre. Inszenierung: Martin Kušej 2023: James Brown trug Lockenwickler (als Die Psychiaterin). Von Yasmina Reza. Inszenierung: Philipp Stölzl 2024: Die Ärztin (als Ruth Wolff). Von Robert Icke, sehr frei nach Professor Bernhardi von Arthur Schnitzler. Inszenierung: Miloš Lolić 2026: Die Präsidentinnen (als Mariedl). Von Werner Schwab. Inszenierung: Claudia Bauer
Sprechrollen (Hörspiel/Hörbuch) 2007: Die Entdeckung des Himmels (von Harry Mulisch), Der Hörverlag 2008: Caravan (von Marina Lewycka), Der Hörverlag 2011: Die Abschaffung der Arten (von Dietmar Dath), BR 2017: Nach Mitternacht (von Irmgard Keun), rbb 2022: Terrorvögel (von Monika Geier, Reihe Radio-Tatort), SWR2 2024: Dillinger muss sterben - Wer erschoss Kommissar Karr? (von Monika Geier, Reihe Radio-Tatort), SWR 2025: Im Abseits (von Friedrich Ani, Reihe Radio-Tatort), SWR
Auszeichnungen 2002: Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters e. V. als Darstellerin im Chor kriegsgefangener Troerinnen 2011: Grimme-Preis für Tatort: Nie wieder frei sein 2011: Deutscher Fernsehkrimipreis, Sonderpreis für die schauspielerische Leistung in Tatort: Nie wieder frei sein 2011: Bayerischer Fernsehpreis in der Kategorie Beste Darstellerin Serien und Reihen für Tatort: Nie wieder frei sein 2011: Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin für Tatort: Nie wieder frei sein 2012: Nominierung für den Deutschen Schauspielerpreis in der Kategorie weibliche Nebenrolle für Tatort: Nie wieder frei sein 2013: Hessischer Fernsehpreis als Beste Schauspielerin für ihre Rolle in Kommissarin Heller: Tod am Weiher 2017: Goldene Kamera als Beste Schauspielerin für ihre Rolle in Letzte Ausfahrt Gera – Acht Stunden mit Beate Zschäpe 2022: Deutscher Schauspielpreis in der Kategorie Schauspieler in einer komödiantischen Rolle für Die Wespe
Weblinks
Lisa Wagner bei der Agentur Sandra Rudorff
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Grimme-Preisträger Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Darstellender Künstler (München) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1979 Kategorie:Frau