Schönbrunn ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Landshut in Niederbayern. mini|Die Stadtteile (rot) und Gemarkungen von Landshut.

Der Stadtteil liegt östlich der Landshuter Altstadt am rechten Ufer der Isar und umfasst neben dem Kernort Schönbrunn die Ortsteile Schweinbach, Seethal, Attenkofen, Haag und Unterschönbach.

Das Gebiet weist eine lange Siedlungsgeschichte auf, die bis in vorgeschichtliche Zeit zurückreicht.

Schweinbach wurde bereits 822 erstmals urkundlich erwähnt. Bis zur bayerischen Gebietsreform bildete Schönbrunn eine eigenständige Gemeinde, die am 1. Juli 1972 nach Landshut eingegliedert wurde. Heute prägen das Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn, die Kirche St. Michael, der Löschzug Schönbrunn der Freiwilligen Feuerwehr Landshut sowie mehrere Sport- und Vereinsanlagen das örtliche Leben.

Geographie

Lage Das eigentliche Schönbrunn liegt im Osten von Landshut am rechten Ufer der Isar.

Der Landshuter Stadtteil Schönbrunn umfasst außer Schönbrunn selbst die Ortsteile Schweinbach, Lurzenhof, Attenkofen, Haag, Kranzed, Seethal und Unterschönbach.

Die aus der Gemeinde Schönbrunn hervorgegangene Gemarkung Schönbrunn (096620) umfasst 8,539 km² und hat 3645 Einwohner.

Landschaft und Naturraum Der Stadtteil liegt im Naturraum des Isartals und wird durch eine Mischung aus Siedlungsflächen, landwirtschaftlichen Nutzflächen und kleineren Waldstücken geprägt. In der Flur Schweinbach befinden sich mehrere Bodendenkmäler, darunter die Kleine und die Große Schwedenschanze, die als vorgeschichtliche Siedlungen und mittelalterliche Burgställe geführt werden. Der Schweinbach durchzieht den südlichen Bereich des Stadtteils und bildet ein lokales Gewässer, das die Landschaft zusätzlich strukturiert.

Geschichte

Frühgeschichte und frühes Mittelalter Das Gebiet des heutigen Stadtteils Schönbrunn weist eine bis in vorgeschichtliche Zeit zurückreichende Siedlungsgeschichte auf. In der Flur Schweinbach befinden sich mehrere Bodendenkmäler, darunter die Kleine und die Große Schwedenschanze, die als vorgeschichtliche Siedlungen und mittelalterliche Burgställe geführt werden.

Schweinbach ist erstmals am 11. Dezember 822 urkundlich erwähnt. In einer Tradition des Hochstifts Freising erscheint der Ortsname als Sweinpach.

Eine Grenzbeschreibung des Pfarrbezirks Hohenegglkofen aus der Zeit um 1000 zeigt, dass das Gebiet der späteren Gemeinde Schönbrunn ebenso wie das spätere Stadtgebiet Landshuts in ein weit ausgedehntes frühmittelalterliches Pfarrgebiet eingebunden war.

Schweinbach im Hochmittelalter Im ersten bayerischen Herzogsurbar (1231–1237) werden ein Hof zu „Schwampach“ sowie ein Hof zu „nidern Schwainpach“ genannt, beide dem Schergenamt Helmsdorf im Amt Landshut zugeordnet.

Spätmittelalter und frühe Neuzeit Schweinbach und Schönbrunn erscheinen ab dem 14. Jahrhundert regelmäßig in kirchlichen und grundherrschaftlichen Quellen. Die Kirche St. Michael in Schweinbach geht auf eine ältere kirchliche Tradition zurück; der heutige Bau entstand um 1775 im Stil des bäuerlichen Spätbarocks.

Edelsitz und Hofmark Schönbrunn Der Landschaftssekretär Johann Bernhard Pockmayr erwarb 1667 die Zierlmühle und errichtete dort einen Herrensitz, der 1687 durch Kurfürst Max Emanuel zum Edelsitz erhoben wurde.

Der Hofmarkssitz Schönbrunn wird in der Konskription von 1752 nicht aufgeführt. Eine gesicherte Nennung als Hofmark findet sich erst im Hofanlagsbuch von 1777.

Die Hofmark umfasste lediglich den Ort Schönbrunn mit fünf Anwesen und verfügte über die niedere Gerichtsbarkeit.

Gemeinde Schönbrunn (1818–1972) Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die politische Gemeinde Schönbrunn, die neben Schönbrunn selbst auch Schweinbach, den Lurzenhof und weitere kleinere Siedlungen umfasste.

Die 1872 gegründete Kreisackerbauschule entwickelte sich zu einem bedeutenden agrarischen Bildungsstandort und bildet den Ursprung des heutigen Agrarbildungszentrums Landshut‑Schönbrunn.

Gebietsreform und Eingemeindung nach Landshut Im Zuge der bayerischen Gebietsreform wurde die Gemeinde Schönbrunn zum 1. Juli 1972 in die Stadt Landshut eingegliedert. Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Fritz Forster.

Die Stadt Landshut dokumentierte das 50‑jährige Jubiläum der Eingemeindung 2022/2024 mit historischen Tafeln und Veröffentlichungen des Stadtarchivs.

Entwicklung seit 1972 Nach der Eingemeindung entstanden entlang der Wildbachstraße neue Wohngebiete, die den Stadtteil baulich mit dem Landshuter Stadtgebiet verbanden. Die Nähe zur Hochschule Landshut, die seit den 1970er Jahren ausgebaut wurde, führte zu einer zunehmenden Verdichtung und zur Entwicklung neuer Wohn- und Gewerbebereiche.

Schönbrunn weist heute eine Mischung aus historischen Ortsbereichen, landwirtschaftlich geprägten Strukturen und modernen Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen auf. Zu den örtlichen Institutionen gehören der Löschzug Schönbrunn der Freiwilligen Feuerwehr Landshut, die Wildbachschützen Landshut e.V. sowie der SSV Schönbrunn und weitere kirchliche und kulturelle Einrichtungen.

Einrichtungen

Kirche St. Michael Die katholische Filialkirche St. Michael in Schweinbach geht auf eine ältere kirchliche Tradition zurück und wurde um 1775 im Stil des bäuerlichen Spätbarocks neu errichtet. Der Bau ist ein charakteristisches Beispiel für die ländliche Sakralarchitektur des 18. Jahrhunderts im Landshuter Raum und prägt den historischen Ortskern von Schweinbach.

Eigentlich befindet sich das Baudenkmal aufgrund seiner Lage östlich des Schweinbaches auf dem Gebiet der Pfarrei St. Vinzenz von Paul in Auloh und damit des Bistums Regensburg, doch wurde 1975 die seelsorgliche Zuständigkeit vertraglich an die zum Erzbistum München und Freising gehörende Pfarrei St. Peter und Paul übertragen.

Der nach Osten ausgerichtete Saalbau ist schlicht gestaltet. Im Innenraum zeigt ein Deckengemälde den Kirchenpatron Michael, das Hauptbild des Rokokoaltars stellt den Erzengel im Kampf gegen Luzifer dar. Die Kirche ist ein bedeutendes Beispiel für die regionaltypische barocke Bauweise und bildet einen prägenden Bestandteil des historischen Ortsbildes.

Freiwillige Feuerwehr Landshut, Löschzug Schönbrunn Der Löschzug (Schönbrunn) bildet die örtliche Feuerwehr des Stadtteils Schönbrunn und ist Teil der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Landshut. Seine Ursprünge gehen auf einen 1886 gegründeten Rettungsverein zurück; die Freiwillige Feuerwehr Schönbrunn wurde am 31. Oktober 1909 offiziell ins Leben gerufen.

Im Zuge der bayerischen Gebietsreform wurde die bis dahin eigenständige Feuerwehr Schönbrunn 1972 als Löschzug (Schönbrunn) in die Freiwillige Feuerwehr Landshut eingegliedert. Letzter Kommandant der Gemeindefeuerwehr war Maximilian Forster.

Die aktuelle Feuerwache befindet sich seit 2010 an der Kiem‑Pauli‑Straße. Der Löschzug verfügt neben seinen ~45 aktiven Feuerwehrdienstleistenden über Mitglieder der Jugendfeuerwehr sowie passive und fördernde Mitglieder. Die Zugführung liegt seit 2026 bei Jörg Seidl; sein Stellvertreter ist Andreas Forster.

Sport- und Vereinsanlagen Im Stadtteil Schönbrunn bestehen mehrere Sport- und Vereinsanlagen. In Schweinbach verfügen die Wildbachschützen Landshut e.V. über ein Vereinsheim mit eigenem Schießstand. Die Sportanlage des SSV Landshut‑Schönbrunn an der Sandstraße umfasst einen Fußballplatz, Trainingsflächen und vereinseigene Einrichtungen. Ebenfalls an der Sandstraße betreibt der Stemmclub Bavaria 20 Landshut e.V. vereinseigene Trainingsräume für den Kraftsport.

Bildung und Erziehung Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut

Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn Landmaschinenschule Staatliche Fachschule für Agrarwirtschaft Fachrichtung ökologischer Landbau Staatliche Fachschule für Agrarwirtschaft Fachrichtungen Gartenbau sowie Garten- und Landschaftsbau Berufliche Schulen Staatliche Berufsschule IV für Agrarwirtschaft Staatliche Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Staatliche Berufsfachschule für Kinderpflege ,Staatliche Fachoberschule für Agrarwirtschaft Staatliche Berufsoberschule für Agrarwirtschaft und Sozialwesen Grundschule Ost Landshut

Vereine Wildbachschützen Landshut e.V. SSV 63 Landshut-Schönbrunn e.V. Stemmclub Bavaria 20 Landshut e.V.

Sehenswürdigkeiten im Stadtbezirk Schönbrunn Ehemaliges Schloss Schönbrunn, jetzt Gast- und Tafernwirtschaft. Der stattliche zweigeschossiger Bau mit Walmdach stammt im Kern aus dem 17. Jahrhundert. Im Obergeschoss liegt die Schlosskapelle mit barockem Altar. Sogenanntes Monischlösschen in Moniberg Katholische Kirche St. Michael in Schweinbach

Literatur Georg Schwarz: Vilsbiburg: Die Entstehung und Entwicklung der Herrschaftsformen im niederbayerischen Raum zwischen Isar und Rott. Historischer Atlas von Bayern I/XXXVII, München 1976, ISBN 3-7696-9898-3 (Digitalisat)

Weblinks

Chronik von Schloss Schönbrunn

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Landshut Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landshut)