Die Los Angeles Kings (IPA: []) sind ein US-amerikanisches Eishockeyfranchise der National Hockey League aus Los Angeles im Bundesstaat Kalifornien. Es wurde am 9. Februar 1966 gegründet und nahm zum Beginn der Saison 1967/68 den Spielbetrieb auf. Die Teamfarben sind Schwarz, Weiß und Aluminiumgrau. Laut der Zeitschrift Forbes sind die Kings mit einem geschätzten Wert von zwei Milliarden US-Dollar das viertwertvollste Franchise der NHL (Stand: Dezember 2023).
Die Kings tragen ihre Heimspiele in der Crypto.com Arena aus und gingen aus der großen Erweiterung der Liga vor der Saison 1967/68 hervor, als die Teilnehmerzahl von sechs auf zwölf aufgestockt wurde. Nachdem das Team in den ersten 20 Jahren seines Bestehens sportlich nur sehr geringen Erfolg hatte, gelang am 9. August 1988 mit der Verpflichtung von Wayne Gretzky der wohl größte Transfercoup der NHL-Geschichte. Mit Gretzky hatte das Team zu Beginn der 1990er Jahre seine erste erfolgreiche Zeit und verpasste in der Saison 1992/93 erst im Finale den Gewinn des prestigeträchtigen Stanley Cups. Nachdem das Team in den folgenden 15 Jahren nur vier Mal die Play-offs erreichen konnte, folgte mit Beginn der 2010er ein sportlicher Aufschwung, der in der Saison 2011/12 mit dem ersten Gewinn des Stanley Cups gekrönt wurde. 2014 konnte dieser Erfolg wiederholt werden.
Geschichte Die „Forum Blue and Gold“-Jahre (1967 bis 1988) Schon in der Pacific Coast Hockey League und der Western Hockey League gab es in den frühen 1960er Jahren verschiedene Eishockey-Franchises aus Kalifornien, die dort große Erfolge feiern konnten, zudem war in diesem Bundesstaat eine große Anzahl kanadischer Auswanderer anzufinden. Ein großes Problem stellte jedoch das Fehlen einer NHL-fähigen Arena dar, was die Liga zunächst an einer Expansion nach Los Angeles hinderte, obwohl die Stadt zu dieser Zeit die drittgrößte in den Vereinigten Staaten war.
Als die NHL schließlich entschied, die Anzahl der Teams zur Saison 1967/68 zu erhöhen und zudem Gerüchte im Umlauf waren, die Pacific Coast Hockey League wolle selbst zu einer Major League werden, die um den Stanley Cup spielen würde, bezahlte der kanadische Unternehmer Jack Kent Cooke der NHL 2 Millionen US-Dollar um ein neues Team aus Los Angeles gründen zu können. Am 9. Februar 1966 erhielt Cooke die Lizenz, unter der Auflage, eine neue Arena in Los Angeles zu bauen. Der Vertrag mit dem Fernsehunternehmen CBS sah vor, zwei der neuen Teams in Kalifornien anzusiedeln, sodass ebenfalls die California Seals als Vertreter der Bay Area gegründet wurden. Ihre erste Saison in der NHL eröffneten die Kings am 14. Oktober 1967 in der Long Beach Arena mit einem 4-2-Sieg gegen die Philadelphia Flyers. In den nächsten zwei Monaten trug das Team seine Heimspiele in Long Beach und in der Los Angeles Memorial Sports Arena aus.
150px|mini|Das Logo der Kings von 1967 bis 1982 Im Dezember wurde schließlich mit „The Forum“ in Inglewood das neue Stadion der Los Angeles Kings eröffnet, auch hier waren die Flyers der erste Gegner, der erneut geschlagen werden konnte. Cooke wählte die Farben Lila („Forums blue“, wie er es nannte) und Gold für sein Team, da diese Farben lange mit dem Königtum assoziiert wurden. Zudem waren es die Teamfarben der Los Angeles Lakers, die sich ebenfalls im Besitz des Unternehmers befanden.
In den nächsten 32 Spielzeiten trugen die Kings ihre Heimspiele im Forum aus, Spieler wie Bill „Cowboy“ Flett, Eddie „The Jet“ Joyal, Eddie „The Entertainer“ Shack oder Réal „Frenchy“ Lemieux halfen mit, die Kings in der Region Los Angeles bekannt zu machen. Die verschiedenen Spitznamen waren hierbei ebenfalls eine Idee Cookes, der das Eishockey in Kalifornien damit zuschauerfreundlicher machen wollte und auch erwartete, dass die Fernsehkommentatoren die Spieler bei diesen Namen nannten.
Ihre erste NHL-Saison beendeten die Kings auf dem zweiten Platz der NHL Western Division, in der ersten Runde der Playoffs scheiterte man jedoch in sieben Spielen an den Minnesota North Stars. Auch in der zweiten Spielzeit erreichte das Team als Division-Fünfter erneut die Playoffs, dieses Mal folgte das Aus erst in der zweiten Runde gegen die St. Louis Blues. Nach zwei weiteren recht erfolgreichen Jahren folgten härtere Zeiten für das Franchise, was vor allem auf das schwache Teammanagement zurückging. So wurden beispielsweise mehrere Erstrunden-Draft-Picks für ältere Spieler transferiert, die den Zenit ihrer Karriere längst überschritten hatten.
mini|150px|links|Alternatives Logo der Kings, angelehnt an die Krone des spanischen Fußballteams Real Madrid
1972 verpflichteten die Kings den ehemaligen Maple-Leafs-Stürmer Bob Pulford als neuen Trainer, der nur zwei Jahre brauchte, um das Team zurück in die Playoffs zu führen. Dort unterlag man allerdings den Chicago Blackhawks in fünf Spielen, auch 1974 und 1975 erreichte das Franchise jeweils die erste Runde der Playoffs. Zur folgenden Saison verpflichteten die Kings den NHL-Superstar Marcel Dionne von den Detroit Red Wings, der zusammen mit Torhüter Rogatien Vachon und Stürmer Butch Goring maßgeblich am Erreichen der zweiten Playoff-Runde beteiligt war. Dort unterlagen die Kings jedoch den Boston Bruins in sieben Spielen, ebenso wie in der nächsten Spielzeit.
Am 13. Januar 1979 spielte Dionne erstmals zusammen mit den bisher unbekannten Dave Taylor und Charlie Simmer in einer Reihe. Diese Sturmformation, genannt die „Triple Crown Line“, wurde in den folgenden Jahren eine der erfolgreichsten in der gesamten NHL und spielte zudem im nächsten Jahr geschlossen beim NHL All-Star Game, welches im Forum ausgetragen wurde. Nach der Saison kaufte Jerry Buss die Kings, die Lakers, und The Forum für 67,5 Millionen Dollar von Jack Kent Cooke.
mini|160px|Logo von 1975 bis 1988 Trotz der Triple Crown Line schafften es die Kings bis 1982 jedoch nicht, die erste Runde der Playoffs zu bestehen. Im Spiel gegen die New York Rangers am 9. April 1981 in Los Angeles kommt es zu einem Strafminuten-Weltrekord. Die Schiedsrichter verhängten 58 Strafen gegen 25 Spieler mit insgesamt 267 Strafminuten.
1982 scheiterte man am späteren Stanley Cup Sieger, den Edmonton Oilers mit dem damals schon auf dem Weg zu Superstar befindlichen Wayne Gretzky. Im „Wunder von Manchester“ (da sich die Arena der Kings am Manchester Boulevard befand), schafften es die Kings zwar, einen 0:5-Rückstand in einen 6:5-Sieg umzuwandeln, das bisher beste Comeback in der Geschichte der Finalrunde, letztendlich besiegten die Oilers die Kings jedoch in fünf Spielen.
In den folgenden zwei Jahren verpasste das Franchise die Playoffs, 1985 waren es erneut die Oilers, die die Kings mit einem Sweep aus der ersten Playoff-Runde schossen. Am 10. März 1987 wurde Marcel Dionne zu den New York Rangers transferiert, neue aufstrebende Spieler wie Bernie Nicholls, Jimmy Carson, Luc Robitaille und Steve Duchesne halfen den Kings jedoch, die Playoffs weiterhin erreichen zu können.
Die „Schwarz und Silber“-Ära (1988 bis 1997) mini|160px|Das „Silver Logo“ von 1988 bis 1998
Bereits 1987 hatte Bruce McNall die Kings von Buss erworben und scheinbar über Nacht gelang es ihm, das Team zum Stanley-Cup-Favoriten zu machen, als er am 9. August 1988 Wayne Gretzky von den Edmonton Oilers verpflichtete. In Gretzkys erster Saison bei den Kings wurde er erneut zum Most Valuable Player der Liga gewählt und führte das kalifornische Team zudem auf Platz 4 der Liga. In der ersten Playoff-Runde 1989 standen sich erneut die Kings und Gretzkys altes Team, die Oilers gegenüber. Nach einem anfänglichen 1:3-Rückstand konnte die Runde, auch mithilfe des Stürmers Chris Kontos, der neun Tore erzielte, in sieben Spielen gewonnen werden. Das Playoff-Aus folgte in der zweiten Runde gegen die Calgary Flames.
In den nächsten drei Jahren scheiterten die Kings jeweils in den Playoffs an den Oilers, dennoch war es Gretzky 1991 gelungen, die Kings zu ihrem ersten Divisions-Titel in ihrer Franchisegeschichte zu führen.
Als Gretzky zur Saison 1992/93 ausfiel, wurde Luc Robitaille als neuer Kapitän verpflichtet, der die Kings bis zur Rückkehr Gretzkys nach 39 Saisonspielen führen konnte. In der ersten Playoff-Runde schossen die Kings 33 Tore gegen die Calgary Flames, in der zweiten Runde besiegte das Team die favorisierten Vancouver Canucks, die in der regulären Saison fünf von sieben Spielen gegen die Kings gewonnen hatten, in sechs Spielen. Im Finale der Campbell Conference trafen die Kings erneut als Außenseiter auf die Toronto Maple Leafs. Die Kalifornier besiegten die Maple Leafs schließlich mit zwei Overtime-Siegen in sieben Spielen und erreichten, geführt durch den überragenden Wayne Gretzky, zum ersten Mal in ihrer Teamgeschichte das Finale um den Stanley Cup, wo sie auf die Montréal Canadiens trafen. Das erste Spiel der Finalserie gewannen die Kings mit 4:1, im zweiten Spiel folgte dann jedoch die Wende, als die Canadiens nach Verlängerung gewinnen konnten. Von dieser Niederlage erholten sich die Kings nicht mehr, sodass die Serie mit 1–4 Spielen verloren wurde.
Trotz der Niederlage im Finale lösten die Kings um Wayne Gretzky einen Eishockey-Boom in Kalifornien aus, was zur Folge hatte, dass sämtliche Spiele zu Beginn der folgenden Spielzeit ausverkauft waren und schließlich mit den Mighty Ducks of Anaheim ein neues Team in der Region angesiedelt wurde. Gretzkys Popularität im Süden folgte schließlich sogar dazu, dass die NHL in weitere Sun-Belt-Städte wie Phoenix, Arizona, Dallas, Texas oder Miami, Florida expandieren konnte.
Die nächsten vier Spielzeiten verliefen für die Kings enttäuschend, da die Playoffs nicht mehr erreicht werden konnte. Besitzer Bruce McNall wurde wegen betrügerischen Transaktionen zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt und verkaufte das Team noch im Gefängnis an Joseph Cohen und Jeffrey Sudikoff, die es jedoch ebenfalls nicht schafften, die Kings zurück auf die Erfolgsspur zu führen. Im Oktober 1995 wurde das Franchise schließlich vom US-amerikanischen Unternehmer und Öl-Milliardär Philip Anschutz sowie von Edward Roski Jr. aufgekauft, die es schafften, die Kings in eine neue Ära zu führen.
Die „Staples Center“-Ära (1996–2011) Am 27. Februar 1996 wurde Wayne Gretzky, der zuvor angekündigt hatte, den Verein zu verlassen, wenn er es nicht schaffen würde, 50 Saisontore zu erzielen, zu den St. Louis Blues transferiert, die Kings erhielten in diesem Trade die Stürmer Craig Johnson, Patrice Tardif und Roman Vopat sowie zwei Draftpicks. Keiner war jedoch in der Lage, die entstandene Lücke, die „The Great One“ hinterlassen hatte, zu füllen. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Neuanfang sollte die Verpflichtung des ehemaligen Spielers Dave Taylor darstellen, der den in der Kritik stehenden Sam McMaster als General Manager ablöste. Auch 1997/98 sowie 1998/99 schafften es die Kings nicht, die Playoff-Runde zu erreichen, was zur Folge hatte, dass der Vertrag von Trainer Larry Robinson nach der Saison nicht verlängert wurde.
mini|150px|Auch stilistisch der Beginn einer neuen Ära: das Logo von 1998 bis 2002
Sein Nachfolger wurde der bisher unerfahrene und dadurch schon bei seiner Verpflichtung zusammen mit Manager Taylor in der Kritik stehende Andy Murray, zudem wurden die erfahrenen Spieler Žigmund Pálffy und Bryan Smolinski verpflichtet. Das Team zog zur Saison 1999/2000 vom Great Western Forum in die Crypto.com Arena in Downtown Los Angeles um, das zuvor von Anschutz und Roski als moderne Arena für das neue Jahrtausend erbaut worden war.
Mit einem neuen Trainer, einem neuen Stadion und Spielern wie Rob Blake, Luc Robitaille, Glen Murray, Jozef Stümpel, Donald Audette, Ian Laperrière und Mattias Norström verbesserten sich die Kings in der neuen Saison so stark, dass man als Zweiter der Pacific Division in die Playoffs einzog. Dort scheiterte man allerdings einmal mehr in der ersten Runde, in diesem Jahr am späteren Stanley Cup Sieger, den Detroit Red Wings.