mini|hochkant|Walter Arnold (1955) Walter Arnold (* 27. August 1909 in Leipzig; † 11. Juli 1979 in Dresden) war ein deutscher Bildhauer und Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler der DDR.

Leben mini|hochkant|Grab Walter Arnolds auf dem Loschwitzer Friedhof (2009) Walter Arnold war der Sohn eines Steinmetzen aus Leipzig.Peter H. Feist: Anmut und Appell; Beitrag zum 100. Geburtstag von Walter Arnold in der Tageszeitung Neues Deutschland vom 27. August 2009. Er absolvierte 1924 bis 1928 eine Ausbildung als Holz- und Steinbildhauer. Bis 1932 studierte Arnold unter Alfred Thiele an der Leipziger Kunstgewerbeschule die Ausformung von Plastiken und Keramiken. Bis 1933 war er Assistent bei Thiele, danach freischaffender Bildhauer. Das Adressbuch verzeichnet ihn 1943 als Bildhauer in der Hainstraße 20–24.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Arnold Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an 11 großen Ausstellungen sicher belegt,Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 383 passim darunter 1938 die Große Deutsche Kunstausstellung, wo er die Zementguss-Büste Mädchen mit Kopftuch zeigte.

In dieser Zeit sicherte er sein Einkommen vor allem durch Auftrags-Arbeiten für Grabmalfirmen oder bei Fassadensanierungen.

Arnold nahm ab etwa 1940 als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil und kam in Kriegsgefangenschaft in ein Lager nach Bad Kreuznach.

Er ging nach der Entlassung nach Leipzig, nahm 1946 eine Tätigkeit als Lehrer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig auf und trat der SED bei. 1949 folgte er dem Ruf an die Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK), an der er bis 1970 als Professor tätig war. Danach war er erneut Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, und nach seiner Emeritierung 1974 betreute er an der HfBK noch eine Meisterklasse.

Er hatte in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR eine bedeutende Anzahl von Einzelausstellungen und war auf nahezu allen großen Ausstellungen vertreten, u. a. von 1949 bis 1983 auf allen Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden.

Arnold war seit 1952 Mitglied der Deutschen Akademie der Künste. Von 1954 bis 1958 war er Kandidat und von 1958 bis 1961 Mitglied des Zentralkomitees der SED. Von 1958 bis 1964 war er Präsident des Verbandes Bildender Künstler.

Die Grabstätte Arnolds befindet sich auf dem Loschwitzer Friedhof. Die Grabplastik Es gibt kein fremdes Leid schuf Arnold selbst.

Ehrungen (Auswahl)

1939: 1. und 2. Preis im Wettbewerb zum Richard-Wagner-Hain in Leipzig

1952 und 1959: Nationalpreis der DDR II. Klasse 1958: Literatur- und Kunstpreis der Stadt Weimar für das Ernst-Thälmann-Denkmal 1959: Kunstpreis der Stadt Leipzig für seine Mitarbeit beim Aufbau der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig 1959: Vaterländischer Verdienstorden in Silber 1961: Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold 1962: Kunstpreis des FDGB 1969: Banner der Arbeit 1974: Karl-Marx-Orden 1974: Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis 1979: 2. Preis der Ausstellung Gegen den Krieg, Majdanek in Majdanek (mit der Plastik Geschlagene)

Darstellung Arnolds in der bildenden Kunst (unvollständig) Bernhard Heisig: Prof. Arnold (1973, Öl auf Leinwand, 77 × 58 cm) Herbert Naumann, Thomas Varga: Walter Arnold zum 27. August 1979 (1979, Plakette, Bronze, gegossen)

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Arnolds (unvollständig)

Altenburg/Thür.: Lindenau-Museum Berlin: Alte Nationalgalerie Berlin: Museum für Deutsche Geschichte Dresden: Skulpturensammlung Dresden: Kupferstichkabinett Dresden: Kunstfonds des Freistaates Sachsen Gera: Kunstsammlung Gera Schwerin: Staatliches Museum

Werkbeispiele Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur

Bronzeplastiken Tanzpause, 1947 ein frühes Denkmal für Opfer des Faschismus auf dem Leipziger Südfriedhof, 1949 Jugend – Baumeister der DDR, 1951: Ausgangspunkt für den ersten Nationalpreis der DDR an einen Künstler (verschollen)Kunstraum-Gespräch zu Walter Arnold am 15. November 2017, abgerufen am 20. Juni 2023. Traktoristin, 1953 Ernst-Thälmann-Denkmal in Weimar, 1958 Befreite Arbeit – schöneres Leben, 1961 Am Wasser, 1961; 1961 auf der Internationalen Gartenbauausstellung ErfurtRuth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Bezirk Erfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 148/149 Ernst-Thälmann-Denkmal in Stralsund, 1962 Bäuerin, Jahr unbekannt, von 1975 bis Frühjahr 2008 vor dem Agrarmuseum Wandlitz aufgestellt; nun eingelagert Clara-Zetkin-Denkmal in Leipzig, 1967 im Leipziger Johannapark (ehemals Clara-Zetkin-Park)Clara-Zetkin-Denkmal, in Leipzig-Lexikon (online) Bildhauerin, 1976, Hansaplatz in Frankfurt (Oder)

Holzplastiken Das Grauen 1934 Das Leid 1946: aus einer gespaltenen Bohle gearbeitet, erinnert an seine Kriegsgefangenschaft Vietnam klagt an, 1966 Vorwärts und nicht vergessen – die Solidarität, 1967 Venceremos, 1974 Anette Es gibt kein fremdes Leid

Porträtbüsten und -statuetten Felix Mendelssohn Bartholdy, 1947 im Leipziger MusikviertelDie erste Mendelssohnbüste, Leipzig-Lexikon (online) Carl Maria von Weber, 1952 Ernst Thälmann, 1956Objekt in der Deutschen Fotothek Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, 1957 Otto Buchwitz, 1962 Theodor Neubauer, um 1965 (heute auf dem Campus der Universität Erfurt)Kathleen Kröger: Bronzebüste auf dem Erfurter Uni-Campus, Beitrag auf thueringer-allgemeine.de vom 7. Mai 2019.

Literatur

Cay-Hugo von Brockdorff: Nationalpreisträger Professor Walter Arnold. In: Bildende Kunst. Berlin, Januar/Februar 1953, S. 49–53. Horst Jähner: Walter Arnold. Henschelverlag, Berlin 1961 (Reihe Welt der Kunst) Walter Arnold: 1909 - 1979; Holzbildwerke, Zeichnungen, Graphik Berlin 1982 Arnold, Walter. In: Saur. Allgemeines Künstlerlexikon, Band 5. KG Saur, München/Leipzig 1992, S. 231/232. Arnold, Walter. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, S. 332/334.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (DDR) Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Silber Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR II. Klasse für Kunst und Literatur Kategorie:Träger des Karl-Marx-Ordens Kategorie:Träger des Banners der Arbeit Kategorie:Träger der Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold Kategorie:Hochschullehrer (HGB Leipzig) Kategorie:Hochschullehrer (HfBK Dresden) Kategorie:Mitglied des ZK der SED Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Bildhauer (Dresden) Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1909 Kategorie:Gestorben 1979 Kategorie:Mann