Pinocchio ( „Abenteuer von Piccolino“) ist eine Animeserie aus dem Jahre 1976, die in Koproduktion mit dem ZDF und ORF entstand. Die Serie basiert auf dem Kinderbuch Pinocchio von Carlo Collodi. Sie wurde genauso wie Wickie und die starken Männer, Heidi, Die Biene Maja und Sindbad im Auftrag von ZDF und ORF als Anime in Japan produziert.
Inhalt
mini|hochkant|Der Straßenkater (Wandbild in einer Fußgängerunterführung) Der Tischler Geppetto ist ein einsamer Mann und lebt mit seiner Katze Giulietta und dem Specht Rocco in einem bescheidenen Haus. Geppetto wünscht sich einen Sohn und nach kurzer Zeit erwacht eine Holzpuppe, an der er gearbeitet hat, zum Leben. Sie kann ihre Gliedmaßen bewegen und spricht. Geppetto ist begeistert. Pinocchio soll direkt am nächsten Tag zur Schule gehen wie ein ganz normaler Junge. Auf dem Hinweg begegnen er und seine Freundin Gina, eine Ente, jedoch dem hinterlistigen Fuchs und dem räudigen Straßenkater. Sie verführen ihn dazu, sich das städtische Puppenspiel anzusehen, und sind sehr freundlich zu Pinocchio. Eigentlich ist es aber ihre Absicht, ihn hinters Licht zu führen, um ihn an den Besitzer der Veranstaltung zu verkaufen. Pinocchio verdient Geld bei dem Puppenspieler und macht sich dann auf die Suche nach seinem Geppetto. Im weiteren Verlauf der Geschichte begegnet Pinocchio immer wieder dem Fuchs und dem Straßenkater, die versuchen, ihn davon abzuhalten, seinen Geppetto zu finden, ihm Streiche spielen und ihn ausnutzen. Pinocchio verbringt einige Zeit bei seiner guten Fee, die Geppetto bei der Erziehung Pinocchios helfen möchte. Er soll endlich ein braver Junge werden und Geppetto nicht mehr zur Last fallen. Jedoch spielen Fuchs und Straßenkater ihm wieder Streiche und Pinocchio nimmt eine lange Wanderung auf sich, um seinen Herrn zu finden. Auf dem Weg dorthin gerät er mit seinem Freund ins Spieleland. Im Spieleland verwandelt er sich in einen Esel. Er wird erst wieder zurückverwandelt, als er etwas Gutes und Uneigennütziges tut. Pinocchio muss zur Insel der Delfine und zur Stadt am Meer, wird jedoch in den Bauch eines Wales gespült, wo er Geppetto wieder sieht. Gemeinsam gelingt es den beiden, sich aus dem Bauch des Wales zu befreien. Zu Hause verspricht Pinocchio, ehrlich zu sein. Als er diesen Vorsatz einhält, wird am nächsten Tag aus der Holzpuppe ein Mensch.
Produktion und Veröffentlichung Die 52-teilige Serie wurde 1976 vom Studio Nippon Animation gemeinsam mit Apollo Film unter der Regie von Hiroshi Saitō und Shigeo Koshi produziert. Marty Murphy entwarf das Design und schrieb das Script. Die Serie war – nach Wickie und die starken Männer (1974) und Die Biene Maja (1975) – die dritte der Animeserien zu Kinderbuchklassikern, die als Koproduktionen zwischen ZDF, ORF und Nippon Animation entstanden.Josef Göhlen: Suspekt, doch erfolgreich – Der Weg der Anime ins ZDF in ga-netchū! Das Manga Anime Syndrom S. 238. Henschel Verlag, 2008.
Die Erstausstrahlung fand vom 27. April 1976 bis zum 16. Mai 1977 bei TV Asahi statt. Die deutsche Fassung wurde erstmals ab dem 8. September 1977 vom ZDF gesendet. Der Anime wurde unter anderem auch ins Französische, Spanische, Italienische und Polnische übersetzt. Später erschienen die Folgen in Japan und Deutschland auf DVD, für die deutsche Ausgabe wurden die Episoden in drei Staffeln partitioniert.
Synchronisation Für die Synchronisation war Eberhard Storeck verantwortlich. Rolle Japanischer Sprecher Deutscher Sprecheranimeaufdvd.info: Synchronsprecher Pinocchio Masako Nozawa Helga Anders Ente Gina Kazuko Sugiyama Christa Häussler Geppetto Junji Chiba Willy Friedrichs Specht Rocco Kaneta Kimotsuki Harald Baerow Katze Giulietta Miyoko Aso Monika John Fuchs Sanji Hase Fred Maire Straßenkater Ichirou Nagai Michael Rüth Gute Fee Mami Koyama Ursula Wolff Landstreicher Romeo Holger Ungerer Rosetta, die alte Frau Else Quecke 2. Wirt Harry Kalenberg Wirtin Margit Weinert Dr. Uhu Bruno W. Pantel Marionettenbudenbesitzer / Richter, der ein Affe war / 1. Wirt / Zirkusdirektor Herbert Weicker Dorfältester Leo Bardischewski 1. Bauer Bruno W. Pantel 2. Bauer Walter Ofiera Kutscher Peter Capell Bürgermeister Gustl Datz Fischer Walter Reichelt Maciello Wolfgang Hess Krämer Marcello Harry Kalenberg Herr Giovanni Leo Bardischewski Sieglinde Marianne Paar Gorilla Christian Marschall Mäusemutter Inge Schulz Schnecke Alice Franz Schildkröte Lorley Katz Kröte Käte Jaenicke Rabe Franz Rudnick Hase Carlos Placha Habicht Harald Baerow Delphin Manfred Lichtenfeld Eichhörnchenmutter Margit Weinert Tante Eichhörnchen Gusti Kreissl Eichhörnchenjunges Conny Franz Thunfisch Christian Marschall Erzähler Miyoko Aso Episode 1: Leon Rainerab Episode 2: Christa Häussler als Ente Gina PierrotEsel DonkeyLöwe RosarioHund KunibertPapagei KokoLeierkastenmann CamirioClown Hund Aridolo AffeMeerschweinchen Eberhard Storeck
Musik Den japanischen Soundtrack komponierte Yasushi Nakamura, die Musik der deutschen Fassung stammt von Karel Svoboda. Der japanische Vorspanntitel Boku wa picorīno stammt von Osugi Kumiko, ebenso wie das Abspannlied Orību no kokage. Der deutsche Vorspann wurde von Karel Svoboda komponiert, von Florian Cusano getextet und von Mary Roos gesungen.
Details der einzelnen Folgen Es folgt eine Aufzählung aller 52 Folgen mit einer kurzen Inhaltsangabe.
Erfolg in Deutschland Laut Bernd Dolle-Weinkauff erreichte die Anime-Serie in Deutschland, wie auch Heidi und Die Biene Maja, eine beachtliche Breitenwirkung, Pinocchio wird bis heute immer wieder im Fernsehen gezeigt.Bernd Dolle-Weinkauff: Fandom, Fanart, Fanzine – Rezeption in Deutschland in ga-netchû! Das Manga Anime Syndrom, S. 214, Henschelverlag, 2008.
Weblinks
Pinocchio bei Zeichentrickserien.de Pinocchio bei aniSearch.de Pinocchio im Anime News Network (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Anime-Fernsehserie Kategorie:Zeichentrickserie Kategorie:Fernsehserie (Österreich) Kategorie:Abenteuer-Fernsehserie Kategorie:Kinder- und Jugendfernsehserie Kategorie:Film über Pinocchio Kategorie:Fernsehserie der 1970er Jahre