mini|Peggy March (2024) Peggy March (* 8. März 1948 als Margaret Annemarie Battavio in Lansdale, Montgomery County, Pennsylvania) ist eine US-amerikanische Pop- und Schlagersängerin sowie Liedtexterin. Der musikalische Durchbruch gelang ihr 1963 in den USA durch ihren Nummer-eins-Hit I Will Follow Him. In den 1960er und 1970er Jahren war sie in Deutschland als Schlagersängerin mit Liedern wie Mit 17 hat man noch Träume oder In der Carnaby Street erfolgreich.
Leben und Karriere Ausbildung und Durchbruch in den USA Peggy March absolvierte eine Ausbildung in Gesang, Tanz und Schauspiel. Als „Little Peggy March“, wie sich die Künstlerin seinerzeit nannte, gelang ihr 1963 als 15-Jährige mit dem Musiktitel I Will Follow Him ihr musikalischer Durchbruch. Das Lied, eine neue Version des Petula-Clark-Titels Chariot, wurde auf Anhieb Nummer eins in der US-Hitparade. March war damit die jüngste Sängerin, der das bis dahin gelungen war. Diesen Rekord hält March bis heute. Der Song erreichte auf der ganzen Welt Top-10-Notierungen, wurde Nummer 1 in Neuseeland, Australien, Japan und Skandinavien und erhielt eine Grammy-Nominierung. Bis 1964 landete Peggy March insgesamt fünf Hits in den US-Top 100.
1965–1979: Karriere in der Bundesrepublik Deutschland und Erfolge Mitte der 1960er Jahre kam March in die Bundesrepublik Deutschland und siegte 1965 bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden mit dem Lied Mit 17 hat man noch Träume (Musik und Text: Heinz Korn).Mit 17 hat man noch Träume. Deutsche Schlager-Festspiele 1965 auf YouTube. Sie sang Lieder in neun verschiedenen Sprachen und reiste auf Tourneen durch die ganze Welt, unter anderem 33-mal nach Japan.
mini|Guus Oster mit Peggy March, 1969 Außerdem spielte March in mehreren Musikspielfilmen mit. 1968 erhielt sie den bronzenen Otto der deutschen Jugendzeitschrift Bravo, 1969 trat sie beim Grand Prix RTL International mit dem Lied Mister Giacomo Puccini auf.
Ebenfalls 1969 nahm March – wie ihre beiden Mitstreiter Rex Gildo und Siw Malmkvist – mit drei Titeln am deutschen Vorentscheid zum Grand Prix Eurovision de la Chanson (Eurovision Song Contest) teil. In der ersten Runde wurde dem Titel Hey der Vorzug vor Karussell meiner Liebe und Aber die Liebe bleibt bestehen gegeben, sodass dieser Titel die Finalrunde erreichte, wo er auf dem zweiten Platz landete. 1975 kehrte sie zur Vorentscheidung zurück und belegte mit dem von Ralph Siegel komponierten Lied Alles geht vorüber erneut den zweiten Platz.
Zu Peggy Marchs bekanntesten Hits zählen neben Mit 17 hat man noch Träume insbesondere Romeo und Julia und Memories of Heidelberg; weitere Titel siehe unten. Neben zahlreichen Singles nahm March seit 1965 mehrere deutschsprachige LPs auf, darunter Meine Welt und Mein Lied für Peggy (beide 1970). March zählte zu den wenigen westlichen Stars, die auch in der DDR Tonträger veröffentlichten (im Jahr 1974 Meine Welt, im Gegensatz zur Original-LP eine Zusammenstellung der größten Hits auf Audiokassette). March unternahm auch eine Tournee durch die DDR.
1977 gewann March mit deutlichem Vorsprung das Musikfestival in Palma mit dem Lied You and I und trat als Stargast beim Internationalen Liederfestival in Sopot auf. Danach gelang ihr mit Fly Away Pretty Flamingo (aus der Feder von Drafi Deutscher) noch einmal ein kommerzieller Erfolg in Deutschland. Im selben Jahr brachte sie nach langer Pause auch wieder ein reines Popalbum in englischer Sprache, Electrifying, heraus, das unter anderem eine Disco-Version von I Will Follow Him enthielt, jedoch keine nennenswerte Aufmerksamkeit erreichte.
1980–1999: Tätigkeit als Texterin und Comeback in Deutschland In den 1980er Jahren betätigte sich Peggy March verstärkt als Liedtexterin und war Mitautorin des europaweiten Hits Manuel Good-bye (1983) der US-amerikanischen Sängerin Audrey Landers. 1984 landete sie einen großen Erfolg mit When the Rain Begins to Fall in der Interpretation von Pia Zadora und Jermaine Jackson. Beide Titel erreichten in ganz Europa die Spitze der Charts; March erhielt Gold- und Platinauszeichnungen als Texterin.
March gelang Anfang der 1990er Jahre ein bescheidenes Comeback als Sängerin in Deutschland. Auch in den USA wurde sie wiederentdeckt, insbesondere mit I Will Follow Him. Das Lied bescherte ihr Ende der 1980er Jahre einen Gastauftritt in der amerikanischen TV-Soap Throb und wurde 1992 für den Kinoerfolg Sister Act von Whoopi Goldberg neu interpretiert.
Seit 2000: Rückzug und Albumveröffentlichungen ab 2005 In den 2000er Jahren zog sich March aus der Öffentlichkeit zurück. 2005 erschien das Studioalbum Get Happy mit American Standards und Jazzaufnahmen. Mit diesen Titeln gab sie in den USA auch Konzerte. 2008 versuchte March ein erneutes Comeback in Deutschland. Das Doppelalbum Meine Liebe ist stark genug – Meine großen Erfolge stellte sie in diversen Fernsehsendungen vor, der Titelsong konnte sich in den Schlagercharts platzieren. 2010 präsentierte sie im Duett mit Andreas Zaron eine aktuelle eigene Version des von ihr getexteten When the Rain Begins to Fall.Peggy March & Andreas Zaron – When the rain begins to fall. Bei: Radio-VHR.de. 8. Juni 2010, abgerufen am 8. März 2018.
2012 erschien ihr englischsprachiges Album Always and Forever in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 2019 veröffentlichte sie ihr deutschsprachiges Album Man ist nie zu alt für Träume in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Privates Peggy March heiratete am 19. Mai 1968 ihren zweiten Manager Arnold „Arnie“ Harris,Hans-Jürgen Finger: Peggy March feiert Geburtstag: Mit 70 hat man noch Träume. Bei: SWR4 Baden-Württemberg. 6. März 2018, abgerufen am 8. März 2018. mit dem sie 45 Jahre lang verheiratet war. Sie lernte ihn kennen, als sie 19 Jahre alt war. Harris starb im Frühjahr 2013 an Lymphdrüsenkrebs. Das Paar lebte von 1969 bis 1981 in München, wo 1974 ihre gemeinsame Tochter Sande-Ann „Sandy“ zur Welt kam. 1981 zog Peggy March mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter Sande zurück nach Amerika, da Sande ihre Schulausbildung in den USA absolvieren sollte. Mit ihrer Tochter nahm Peggy March eine Schallplatte auf. Später versuchte sich die Tochter als Schauspielerin in Los Angeles und ließ sich, da sie mit der Schauspielerei nicht glücklich wurde, zur Tierarzthelferin ausbilden.Peggy March: “Immer wieder musste ich weinen”, abgerufen am 17. Dezember 2020 Bereits in den 1970er Jahren hatte das Ehepaar in Fort Lauderdale ein Haus gekauft, dort jedoch nie allzu viel Zeit verbracht. Seit 1999 lebt March durchgehend in Florida und kommt noch oft für Auftritte und längere Aufenthalte nach Deutschland. Fünf Jahre nach dem Tod ihres Ehemanns zog March in ein kleineres Haus in Fort Lauderdale. Ihren 75. Geburtstag feierte sie in München. Wenn sie zu Besuch in Deutschland ist, übernachtet sie zum Beispiel bei ihrer Freundin und Kollegin Mary Roos.
Diskografie Hinweis: In Deutschland wurden die Singlecharts bis 1964 monatlich, bis 1970 halbmonatlich und anschließend wöchentlich ermittelt. Die Albumcharts wurden bis 1976 monatlich, von Januar 1977 bis August 1978 halbmonatlich und danach wöchentlich ermittelt.
Studioalben
1966: Little Peggy March (Italien-Produktion u. a. Ennio Morricone) 1965: In Our Fashion (mit Bennie Thomas) 1965: Tagebuch einer 17-jährigen 1966: Amor (mit Los Cruceños Y Ritmo) 1966: Lass mir meine Träume 1967: Hello Boys! 1968: No Foolin’ 1969: Around The World (Japan-Produktion) 1969: Hey, das ist Musik für dich 1970: Mein Lied für Peggy 1970: Meine Welt 1971: Love Story (Japan-Produktion) 1972: Lady Music (Doppel-LP) 1973: Für Dich 1975: Männer 1976: Costa Brava 1978: Fly Away Pretty Flamingo 1979: Electrifying 1991: Memories Of Heidelberg (Neuaufnahmen früherer Erfolgstitel) 1993: Alle Frauen wollen nur das Eine… 1995: Die Freiheit, Frau zu sein 1997: Eine Handvoll Paradies 1997: Meilensteine (Best-Of-CD inkl. drei Neuproduktionen) 2005: Get Happy 2008: Meine Liebe ist stark genug (Best-Of-CD inkl. fünf Neuproduktionen) 2010: Always And Forever 2019: Man ist nie zu alt für Träume
Mitwirkung 1977: Stars & Schlager aus Musik ist Trumpf (Titel Hollandmädel) 1978: Stars & Schlager aus Musik ist Trumpf (Neuaufnahme von In der Carnaby Street) 1978: Südfunk-Rhythmus (Titel Lach dem Regen ins Gesicht, Doppel-LP des Süddeutschen Rundfunks) 1982: 1000 Takte immergrüner Melodien (LP mit Medleys zur gleichnamigen TV-Sendung) 1984: Gute Laune mit Musik (Titel Bonjour, Bonjour, Promo-LP zur gleichnamigen TV-Sendung) 1988: Das große deutsche Schlagerfestival der 60er Jahre (Neuaufnahme Romeo und Julia, Doppel-LP zur gleichnamigen TV-Sendung) 1995: ORF Schlager Karussell Weihnacht (Titel Weihnachten lebt, CD zur gleichnamigen TV-Sendung) 1998: His Way - Juhnke singt Sinatra (Duett Was kann ich denn dafür? als deutsche Version von Something Stupid) 2019: Schlagerspaß mit Andy Borg (Duett Romeo und Julia, CD zur gleichnamigen TV-Sendung)
Livealben 1972: Peggy March in Kyoto 1999(?): Little Peggy March – Live in Concert (Live-Mitschnitt eines Benefiz-Konzerts)
Werkausgaben 1991: Mit 17 hat man noch Träume (Die deutschen RCA-Aufnahmen 1963–1966) 1991: Memories of Heidelberg (Die deutschen RCA-Aufnahmen 1966–1969) 1996: In der Carnaby Street (Die deutschen DECCA-Aufnahmen 1969–1972) 1996: Ich denk’ zurück an die Zeit (Die deutschen DECCA-Aufnahmen 1970–1972) 1997: The Very Best Of Little Peggy March (The Essential Singles Collection 1962-1968) 2017: If You Loved Me (RCA Recordings Around The World 1963-1969)
Kompilationen (Auswahl) 1969: Die großen Erfolge 1972: Die großen Erfolge 2 1972: Einmal verliebt – immer verliebt (Club-Sonderauflage) 1978: Star-Discothek 1986: Boy Crazy! (als Little Peggy March) 1996: I Will Follow Him (als Little Peggy March) 2025: Mit 17 hat man noch Träume – Die Jubiläums-Edition
Singles
Weitere Singles (Auswahl)
Filmografie Kino 1964: Holiday in St. Tropez 1964: Die lustigen Weiber von Tirol 1965: Ein Ferienbett mit 100 PS 1965: Tausend Takte Übermut 1965: Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut 1966: Das Spukschloß im Salzkammergut 1966: Das sündige Dorf 1971: Das haut den stärksten Zwilling um 1972: Heute hau’n wir auf die Pauke
Fernsehen (Auswahl) 1979: Flotte Formen - Kesse Kurven 1987: Vicki (Fernsehserie, 1 Folge) 1989: Throb (Fernsehserie, 1 Folge)
Publikationen Peggy March – I will follow me: wie ich anfing, ich selbst zu sein mit Nina Faecke, Marie von Mallwitz Verlag, München 2023, ISBN 978-3-946297-27-7.
Weblinks
Offizielle Website – Deutschland Offizielle Website – USA Management – Deutschland Diskografie bei Barkos Collection Biografie in Englisch, original von Andreas Zaron . Aktuelle Version.
Peggy March im Memory Magazin
Einzelnachweise
Kategorie:Popsänger Kategorie:Schlagersänger Kategorie:Liedtexter Kategorie:Teilnehmer an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Frau