mini|hochkant=1.35|Schloss Alsbach und Alsbach-Hähnlein vom Melibokus aus gesehen
Alsbach-Hähnlein ist eine Gemeinde im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg an der Bergstraße.
Geografie Nachbargemeinden Alsbach-Hähnlein grenzt im Norden an die Gemeinde Bickenbach, im Osten an die Gemeinde Seeheim-Jugenheim, im Süden an die Städte Bensheim und Zwingenberg (beide Landkreis Bergstraße) sowie im Westen an die Stadt Gernsheim (Kreis Groß-Gerau).
Gemeindegliederung Alsbach-Hähnlein besteht aus den Ortsteilen Alsbach (Sitz der Gemeindeverwaltung), Hähnlein und Sandwiese in der Gemarkung Alsbach.
Geschichte Alsbach
Alsbach trat erstmals im Codex des Klosters Lorsch in den Jahren 773, 779 und 795 urkundlich in Erscheinung, und zwar unter den Bezeichnungen Aldolvesbach (773), Altdolfesbach (779) und Aldolfesbach (795).Kunz, Rudolf, Heimatbuch der Gemeinde Alsbach, Alsbach 1970, S. 28 ff Mitentscheidend für die seinerzeitige Gründung des Dorfes dürfte der günstige Umstand gewesen sein, dass Wasserläufe vorhanden waren, welche die Wasserversorgung der Bewohner sicherten. Beide Gewässer – an der nördlichen Ortsgrenze der Hasselbach und weiter südlich, etwa Ortsmitte der Viehwegsbach – verlaufen nahezu parallel von Ost nach West, bedingt durch die Hanglage hin zur Rheinebene. Passend hierzu ist die hufeisenförmige Dorfanlage mit zwei ebenfalls im Wesentlichen von Ost nach West verlaufenden Straßen: Hauptstraße und Kirchstraße. Letztere folgt ganz natürlich dem Lauf des Viehwegsbachs. Zwischen den beiden Straßen erstreckten sich Äcker und Gärten, was man noch heute stellenweise erkennen kann. Die beiden Straßen sind am unteren, westlichen Ende, wo sich auch das Rathaus befindet, durch ein bogenförmiges Teilstück miteinander verbunden. Die Hänge waren mit fruchtbarem Boden (Löss) gesegnet, und die Neigung West/Südwest begünstigte den Anbau von Wein und Obst. 1240 wurde das Alsbacher Schloss von den Herren von Bickenbach als Burg Bickenbach errichtet. Seit dem 1. Februar 1907 verfügte der Ort über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Frankfurt am Main–HeidelbergEisenbahn-Directionsbezirk Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 26. Januar 1907, Nr. 5. Bekanntmachung Nr. 32, S. 49., 1934 in Hähnlein-Alsbach umbenannt.Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 20. September 1934, Nr. 47. Bekanntmachung Nr. 522, S. 222. Seit 1895 existierte bereits eine die Orte Seeheim, Jugenheim, Alsbach und Bickenbach verbindende, im Pendelverkehr betriebene Nebenbahn. Die diesbezügliche Alsbacher Haltestelle befand sich am Bickenbacher Ende des heutigen Beunewegs, kurz vor dem Leichtböhl.Kunz, Rudolf, Heimatbuch der Gemeinde Alsbach, Alsbach 1970, S. 281 Diese Nebenbahn (und damit auch die zugehörigen Haltestellen) wurde in den Jahren 1958 (Personenverkehr) und 1963 (Güterverkehr) aufgegeben. Bemerkenswert ist, dass Alsbach, anders als das benachbarte Seeheim-Jugenheim, nicht über eine Straßenverbindung in den Odenwald verfügt. Dadurch wird das Verkehrsaufkommen im Ort angenehm in Grenzen gehalten.
Hähnlein
Hähnlein wurde das erste Mal 1333 im Lorscher Codex unter dem Namen Hennechen urkundlich erwähnt. Der Name hat jedoch nichts mit einem Hahn zu tun. Schreibweisen wie Hainlin(= kleiner Hain) (1578) zeigen, dass der Name von Hagen abstammt, also einer Siedlung im Wald. Eine Bestätigung hierfür kann auch in der heutigen mundartlichen Bezeichnung „Hejne“ für den Ort gesehen werden. Den Kern der späteren Dorfsiedlung bildete der Hainer Hof, das spätere Rettungshaus und die heutige Bürgermeisterei.
Sandwiese
Sandwiese wurde 1949 auf einer Sanddüne westlich von Alsbach rund um den Bahnhof Hähnlein-Alsbach gegründet. Das Gebiet des späteren Ortsteils – im Volksmund „Hutzelschweiz“ genannt – war bereits 1947 von sudetendeutschen Vertriebenen besiedelt worden. Diese errichteten dort alsbald die Gardinenfabrik Wölfel & Co., die den Menschen Arbeit und Brot verschaffte. Das bildete die wirtschaftliche Grundlage für den neuen Ortsteil. In den Folgejahren kamen dann weitere Industrie- und Handwerksbetriebe hinzu, und die Einwohnerzahl wuchs stetig.
Alsbach-Hähnlein Die Gemeinde entstand im Rahmen der Gebietsreform in Hessen am 1. Januar 1977 durch den Zusammenschluss der beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Alsbach und Hähnlein Kraft Landesgesetz unter dem Namen Alsbach. Am 1. Januar 1978 wurde diese Gemeinde in Alsbach-Hähnlein umbenannt. Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Alsbach-Hähnlein 9072 Einwohner. Darunter waren 764 (8,4 %) Ausländer, von denen 359 aus dem EU-Ausland, 172 aus anderen europäischen Ländern und 233 aus anderen Staaten kamen. Die Einwohner lebten in 3854 Haushalten. Davon waren 1081 Singlehaushalte, 1126 Paare ohne Kinder und 1325 Paare mit Kindern, sowie 356 Alleinerziehende und 66 Wohngemeinschaften. 4033 Einwohner gehörten der evangelischen (44,5 %) und 1597 Einwohner der katholischen (17,6 %) Konfession an.
Einwohnerentwicklung
Im Jahr 1970 zählten die in der Gemeinde Alsbach-Hähnlein zusammengeschlossenen Gemeinden 5829 Einwohner. Bei den Kommunalwahlen 1977 wurden, mit dem Stand Juni 1976, 6168 Einwohner zugrunde gelegt. Bei den Kommunalwahlen 1985 wurden, mit dem Stand 30. Juni 1984, 6864 Einwohner zugrunde gelegt. Bei den Kommunalwahlen 1993 wurden, mit dem Stand 31. März 1992, 8349 Einwohner zugrunde gelegt. Das Hessische Gemeindelexikon nennt für das Jahr 2000: 9200 Einwohner. Laut Hessischem Statistischem Landesamt wohnen am 30. Juni 2005 9301 Einwohner in Alsbach-Hähnlein. Das Hessische Statistische Landesamt meldete für den 30. Juni 2010: 9246 Einwohner. Beim Zensus 2011 wurden 9072 Einwohner gezählt. Für den 30. Juni 2015 gibt das Hessische Statistische Landesamt 9273 Einwohner an.
Erwerbstätigkeit Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen: Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk HessenSozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2017 2.448 74.525 1.695.567 2.524.156 Veränderung zu 2000 −4,7 % +21,1 % +16,1 % +16,0 % davon Vollzeit 2017 71,4 % 68,3 % 72,8 % 71,8 % davon Teilzeit 2017 29,6 % 31,7 % 27,2 % 28,2 % Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2017 509 15.305 224.267 372.991 Veränderung zu 2000 +33,9 % +14,4 % +9,0 % +8,8 % Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk HessenProduzierendes Gewerbe 2000 52,1 % 41,1 % 27,0 % 30,6 % 2017 43,8 % 31,3 % 20,4 % 24,3 % Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 19,2 % 26,1 % 26,4 % 25,1 % 2017 24,8 % 26,8 % 24,7 % 23,8 % Unternehmensdienstleistungen 2000 16,9 % 11,6 % 25,1 % 20,2 % 2017 13,7 % 17,1 % 31,6 % 26,1 % Sonstige Dienstleistungen 2000 10,7 % 18,8 % 20,1 % 22,5 % 2017 17,4 % 23,6 % 23,0 % 25,4 % Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 1,1 % 2,4 % 1,4 % 1,5 % 2017 0,8 % 1,1 % 0,4 % 0,4 %
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Alsbach-Hähnlein erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 41,81132,41033,51029,3929,9922,47 20,5625,8822,9725,6829,2933,810 16,0416,9523,0711,4420,9725,58 IUHAS Initiative Umweltschutz Hähnlein Alsbach Sandwiese21,7624,9820,6733,71020,1618,46 Gesamt 100,0 27 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 58,9 55,7 49,5 50,8 44,6 55,7
Bürgermeister mini|Das Rathaus in Alsbach Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Alsbach-Hähnlein neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und acht weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. August 2019 Sebastian Bubenzer (CDU), der bis dahin als Erster Beigeordneter dem Gemeindevorstand angehörte. Er wurde als Nachfolger von Georg Rausch (IUHAS), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 17. März 2019 im ersten Wahlgang bei 56,8 Prozent Wahlbeteiligung mit 55,3 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl ohne Gegenkandidaten im März 2025.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 16. März 2025 in Alsbach-Hähnlein
mini|hochkant|Bürgermeister Sebastian Bubenzer Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Gemeinde Alsbach-Hähnlein, seit 2003; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2013 sind nicht aufbereitetGemeinde Alsbach-Hähnlein: Chronik der Bürgermeister 2019–2031 Sebastian Bubenzer (CDU)Sebastian Bubenzer: Persönlich 2007–2019 Georg Rausch (IUHAS)Melibokus Rundblick, Februar 2013: Startschuss für die zweite Runde. Die Bürgermeisterwahl in Alsbach-Hähnlein bestätigte mit klarem Vorsprung Georg Rausch im Amt und 29. August 2019: Ein feiner Mensch geht. Georg Rausch wurde als Bürgermeister von Alsbach-Hähnlein verabschiedet – Amtseinführung von Sebastian Bubenzer: „Bubenzer, gelernter Bankkaufmann und zuletzt Erster Beigeordneter der Gemeinde, gewann die Wahlen im Frühjahr gegen Anke Paul (SPD) und begann seinen Dienst als Bürgermeister im Rathaus am 1. August 2019.“ 1989–2007 Reinhard Wennrich (BfW) 1983–1989 Hans Christ 1977–1983 Wolfgang Steinmetz
+ Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlen Jahr Wahlbeteili-gung in % Kandidaten Partei Stimmenin % 2025 44,1 Sebastian Bubenzer CDU 79,4 2019 56,8 Sebastian Bubenzer CDU 55,3 Anke Paul SPD 44,7 2013 54,2 Georg Rausch IUHAS 60,0 Sebastian Bubenzer CDU 40,0 2007wiederholteStichwahlAufgrund von Unregelmäßigkeiten bei der Briefwahl im ersten Wahlgang war diese zu wiederholen, denn der zweitplatzierte Georg Rausch lag nur zwei Stimmen vor dem drittplatzierten Kandidaten Werner Schneider und dieser stritt um den Einzug in die Stichwahl. 45,4 Georg Rausch IUHAS 53,9 Jürgen Götz SPD 46,1 2001 55,6 Reinhard Wennrich BfW 75,1 Christel Fleischmann IUHAS 24,9 1995 70,5 Reinhard Wennrich BfW 66,1 Christel Fleischmann IUHAS 17,6 Rainer Maurer SPD 16,3
Wappen
Neben dem Wappen existiert seit 2009 ein neues Logo der Gemeinde. Darauf findet sich erstmals der Ortsteil Sandwiese wieder. Mit der Aufschrift „Gemeinde im Dreiklang“ wird eine versöhnliche Botschaft vermittelt.
Eine offizielle Flagge führt die Gemeinde nicht. Es gibt jedoch eine nichtamtliche Flagge, die auf rot-weiß-rotem Flaggentuch das Gemeindewappen zeigt.
Partnerschaften Alsbach-Hähnlein unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Diósd in Ungarn seit 1989 und zu Crinitzberg in Sachsen seit 1991.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Alsbach-Hähnlein
Museen Museum in der Anstalt ist ein regionales Museum für die Gemeinde Alsbach-Hähnlein sowie die Region Hessische Bergstraße und Hessisches Ried.
Natur und Schutzgebiete In den Gemarkungen Alsbach-Hähnlein und Hähnlein befindet sich das Naturschutzgebiet „Altneckarlachen von Alsbach, Hähnlein und Bickenbach“, ein Feuchtgebiet mit seltenen Pflanzenarten und -gesellschaften. Es ist eingebunden in das EU-Vogelschutzgebiet „Hessische Altneckarschlingen“.
Das Naturschutzgebiet „Im Dulbaum bei Alsbach“ schützt trockene, kalkreiche Sand- und Steppenrasen mit zahlreichen seltenen Arten im Gebiet einer ehemaligen Sandgrube.
In der Gemarkung Alsbach stehen große Waldgebiete als FFH-Gebiet „Kniebrecht, Melibocus und Orbishöhe bei Seeheim-Jugenheim, Alsbach und Zwingenberg“ unter Schutz.
Regelmäßige Veranstaltungen Chr. Himmelfahrt: Görschelfest Juni: Marktplatzfest