Die Minnesota Wild (IPA: ) sind ein US-amerikanisches Eishockeyfranchise der National Hockey League aus Saint Paul im Bundesstaat Minnesota. Es wurde am 25. Juni 1997 gegründet und nahm zum Beginn der Saison 2000/01 den Spielbetrieb auf. Die Teamfarben sind Waldgrün, Rot, Gold, Weizengelb und Weiß.

Die Wild tragen ihre Heimspiele in der Grand Casino Arena aus und sind eines der jüngsten der insgesamt 32 NHL-Teams. Nachdem bereits von 1967 bis 1993 mit den Minnesota North Stars ein NHL-Franchise in der Stadt beheimatet war, kehrte die Liga nach einer siebenjährigen Abstinenz im Jahr 2000 in die Stadt zurück. Der Gewinn des prestigeträchtigen Stanley Cup blieb dem Team bisher verwehrt. Minnesota ist aktuell eines von fünf Franchises, das zudem noch nie in der Finalserie stand.

Geschichte Einrichtung des neuen Franchises (1997 bis 2000) Im Juni 1997 gab die National Hockey League bekannt, dass ein neues Franchise in Minnesota errichtet werden soll, das zu Beginn der Saison 2000/01 bereits in der NHL spielen sollte. Ein halbes Jahr später im Januar 1998 wurde verkündet, dass das Team den Namen Minnesota Wild tragen würde und in Saint Paul beheimatet sei. Zuvor waren die Minnesota North Stars in der Nachbarstadt Minneapolis beheimatet gewesen, hatten den Staat aber 1993 in Richtung Dallas verlassen.

In den folgenden zwei Jahren wurden das finanzielle und das sportliche Management aufgebaut. Am 1. Mai 2000 wurde das Team offiziell in die NHL aufgenommen. Vier Tage später nahm es mit Steve Aronson den ersten Spieler unter Vertrag. Jacques Lemaire erhält den Posten als Cheftrainer und die Cleveland Lumberjacks aus der International Hockey League wurden das Farmteam der Wild. Außerdem wurden mit Manny Fernandez, Neffe von Trainer Lemaire, und Jamie McLennan zwei erfahrene Torhüter verpflichtet. Den Großteil des Kaders füllte das Team durch Spieler, die es im NHL Expansion Draft 2000 ausgewählt hatte, und am Tag darauf verpflichtete es im NHL Entry Draft 2000 das europäische Talent Marián Gáborík an dritter Gesamtposition in der ersten Runde. miniatur|Die Wild beim Auswärtsspiel gegen die Calgary Flames

Einstieg in die NHL (2000 bis 2002) Am 6. Oktober 2000 starten die Wild in ihre erste Saison. Im ersten Spiel unterlagen sie den Mighty Ducks of Anaheim mit 1:3. Gaborik schoss das einzige Tor für das Expansion Team. Ein besonderes Spiel war die Begegnung zwischen den Wild und den Dallas Stars in St. Paul. Die Dallas Stars spielten bis 1993 unter dem Namen Minnesota North Stars und waren der Nachfolger des Teams, das den Staat verlassen hatte. Die Wild konnten in der Partie einen 6:0-Sieg feiern. Die Saison beendeten die Wild auf dem vorletzten Platz der Western Conference mit 25 Siegen in 82 Spielen.

Im NHL Entry Draft 2001 wählten sie im Juni Mikko Koivu, den jüngeren Bruder von Montréals Saku Koivu, in der ersten Runde aus. Mit Dwayne Roloson wurde ein neuer Torhüter verpflichtet, der fortan das Torhütergespann mit Manny Fernandez bilden sollte. In die Saison 2001/02 starteten die Wild sehr gut und gaben nur einen Punkt in den ersten sieben Spielen ab, doch das noch junge Team konnte dieses Level nicht halten und endete auf dem drittletzten Platz der Conference. Marián Gáborík traf insgesamt 30 Mal in der Saison und deutete damit an, dass seine Wahl im Draft die richtige war. mini|links|150px|Das alternative Logo der Wild

Erste Erfolge und Etablierung in der Western Conference (2002 bis 2009) Die Saison 2002/03 sollte einen ersten Höhepunkt in der Geschichte des Teams darstellen. Gáborík wiederholte seine 30 Tore vom Vorjahr und wurde als erster Spieler der Wild zum NHL All-Star Game eingeladen. Hinzu kam, dass das Team am Ende der regulären Saison auf Platz sechs der Western Conference lag und somit erstmals für die Playoffs qualifiziert war. In der ersten Runde trafen sie auf die favorisierte Colorado Avalanche. Nach vier Spielen führte Colorado in der Serie mit 3–1-Siegen und musste im eigenen Stadion nur noch einen Sieg schaffen. Doch Minnesota kämpfte sich zurück und gewann die nächsten drei Spiele und damit auch die Serie mit 4–3. Die zweite Runde bestritten sie gegen die Vancouver Canucks, die sie in sieben Partien knapp besiegten und erreichten somit erstmals das Conference-Finale. Gegen die Mighty Ducks of Anaheim unterlagen sie bereits in vier Spielen. Den Minnesota Wild gelang nur ein Tor gegen die Ducks, bei denen Jean-Sébastien Giguère der beste Spieler der Serie war. Jacques Lemaire wurde nach der Saison als bester Trainer der NHL mit dem Jack Adams Award ausgezeichnet.

Zu Beginn der Saison 2003/04 weigerte sich Gáborík einen neuen Vertrag zu unterschreiben, da er mit den Konditionen nicht zufrieden war. Nachdem die Wild einen schlechten Start erwischten, brachte das Management Gáborík dann doch zur Vertragsunterschrift. Doch die Wild konnten nicht an die Erfolge des Vorjahrs anknüpfen. Am Ende stand das Team auf Platz zehn der Conference und hatte somit die Playoffs verpasst. Das NHL All-Star Game fand im Februar 2004 erstmals im Xcel Energy Center in St. Paul statt und mit Torhüter Dwayne Roloson und Verteidiger Filip Kuba standen zwei Spieler der Wild im Kader des Teams der Western Conference. mini|Innenansicht des Xcel Energy Center

Vor der Saison 2004/05 verhandelten Spieler, Teams und die Liga über ein neues Collective Bargaining Agreement, eine Art Tarifvertrag, allerdings konnte keine schnelle Einigung getroffen werden. Im September 2004 begann der Lockout, die Spieler wurden von ihren Teams ausgesperrt und gingen zum größten Teil nach Europa, um dort die Saison zu bestreiten. Im Februar 2005 kam die endgültige Absage der Saison. Ein neues Abkommen zwischen den drei Parteien wurde erst im Juli 2005 getroffen.

Die Saison 2005/06 konnte wie geplant gestartet werden. Minnesota hatte weiterhin einen Kader mit jungen Spielern, aber konnte sich nicht sonderlich verbessern. Zum Saisonende wurde der elfte Platz in der Conference belegt und die Qualifikation für die Endrunde verfehlt. Marián Gáborík wies mit 38 Toren und insgesamt 66 Scorerpunkten die zweitbeste Bilanz des Teams auf, obwohl er nur 65 Spiele bestritten hatte. Während der Saison wurde Torhüter Roloson zu den Edmonton Oilers transferiert und die Wild erhielten dafür einen Erstrunden-Draftpick und wählten damit Trevor Lewis aus, den das Franchise noch während des NHL Entry Draft 2006 zu den Los Angeles Kings transferierte und im Austausch den erfahrenen Stürmer Pavol Demitra erhielt. Weitere Neuverpflichtungen wurden mit den NHL-erfahrenen Kim Johnsson, Mark Parrish und Keith Carney getätigt, die alle zu den Leistungsträgern des Teams avancierten.

Die Wild erwischten einen guten Start in die Saison 2006/07. Zwischenzeitlich führten sie in ihrer Division und lagen sogar auf dem ersten Platz der gesamten NHL. Mit insgesamt 104 Zählern in der regulären Saison belegten die Wild den zweiten Rang in der Northwest Division und sorgten somit für einen neuen Punkterekord des Franchises. Die Mannschaft verfügte zudem mit dem Torwart Niklas Bäckström über einen starken Schlussmann, der die beste Fangquote aufwies und mit dem Roger Crozier Saving Grace Award ausgezeichnet wurde. Zusammen mit seinem damaligen Teamkollegen Manny Fernandez erhielt er zudem auch die William M. Jennings Trophy für die wenigsten Gegentore. In der ersten Playoff-Runde unterlagen die Wild in fünf Spielen gegen den späteren Stanley-Cup-Sieger Anaheim Ducks. Dabei gewann die Mannschaft lediglich die vierte Begegnung mit 4:1.

In der folgenden Spielzeit stellte Marián Gáborík neue Franchise-Rekorde auf, als er in 77 Partien mit 42 Toren und 41 Assists insgesamt 83 Punkte erzielte und somit den bisherigen Rekord von Brian Rolston übertraf, der in der Saison 2005/06 eine Bilanz von 79 Punkten erreichte. Nur wenige namhafte Spieler wie Éric Bélanger, Sean Hill und Todd Fedoruk wurden unter Vertrag genommen, von denen sich nur Bélanger als längerfristige Verstärkung erwies. Die Mannschaft erspielte sich in der Saison 2007/08 insgesamt 98 Punkte und gewann erstmals in der Geschichte die Northwest Division mit drei Zählern Vorsprung vor der Colorado Avalanche. Die erste Runde der Play-offs gegen die Avalanche begann ausgeglichen und drei Begegnungen endeten in der Overtime, ehe Colorado die Serie nach sechs Spielen für sich entschied. Dadurch scheiterten die Minnesota Wild erneut in der ersten Runde.

Zur Saison 2008/09 verpflichteten die Wild mit Marc-André Bergeron, Andrew Brunette, Owen Nolan und Marek Židlický mehrere erfahrene Akteure, die alle zu wichtigen Stützen der Mannschaft wurden. Dennoch folgte wieder ein Rückschritt, mit 89 Punkten verfehlte das Team die Qualifikation für die Endrunde. Der bisherige Cheftrainer Jacques Lemaire trat nach neun Jahren von seinem Amt zurück und der Vertrag von Manager Doug Risebrough wurde nicht verlängert.

Neuanfang nach der Lemaire-Risebrough-Ära (seit 2009) Auf den vakanten Positionen wurden der US-Amerikaner Todd Richards und der Kanadier Chuck Fletcher als Nachfolger eingesetzt. Richards, der in der Vorsaison beim Ligaprimus San Jose Sharks als Assistent gearbeitet hatte, übernahm als erst zweiter Cheftrainer der Wild die Geschicke hinter der Bande. Fletcher bekleidete den Posten des General Managers.

In der Spielzeit 2009/10 sorgten die Wild erneut vor allem abseits des Spielbetriebs für Aufsehen, als mit Cam Barker, Shane Hnidy, Martin Havlát und Petr Sýkora erneut gewichtige Neuzugänge präsentiert wurden. Doch auch die Spielzeit 2009/10 war nicht von Erfolg gekrönt; die Play-offs fanden zum zweiten Mal in Folge ohne Minnesota statt.

Spielstätten mini|Die Grand Casino Arena, die aktuelle Spielstätte Die Wild tragen ihre Heimspiele seit 2000 in der Grand Casino Arena, einer 18.064 Zuschauer fassenden Multifunktionsarena, aus. Den besten Besuch gab es, als die Wild Gastgeber des NHL All-Star Games waren. Hier wurde mit 19.434 ein Besucherrekord aufgestellt. Die Halle befindet sich im Besitz der Stadt Saint Paul. 1999 kaufte der Energieversorger Xcel Energy die Namensrechte an der Arena, diese galten bis 2025. Das Unternehmen zahlte für die gesamte Dauer von 25 Jahren 75 Millionen US-Dollar.andrewsstarpage.com, Im September 2025 wurde das Xcel Energy Center in Grand Casino Arena umbenannt.

Als bis 1994 die Minnesota North Stars in der Region spielten, war das Met Center deren Heimat. Vor dem Abriss wurde die Anzeigetafel der Halle eingelagert. Diese wurde später im Xcel Energy Center erneut installiert und ist damit eines der wenigen Dinge, die bei den Wild an die North Stars erinnern sollen.

Farmteams Saison Farmteam Liga 2000/01 Cleveland Lumberjacks IHL 2000/01 Jackson Bandits ECHL 2001/02–2004/05 Louisiana IceGators ECHL 2001/02–2012/13 Houston Aeros AHL 2005/06–2008/09 Texas Wildcatters ECHL 2006/07–2007/08 Austin Ice Bats CHL 2009/10 Johnstown Chiefs ECHL 2010/11–2011/12 Bakersfield Condors ECHL 2012/13 Orlando Solar Bears ECHL 2013/14–2016/17 Quad City Mallards ECHL seit 2013/14 Iowa Wild AHL 2014/15 Alaska Aces ECHL 2017/18 Rapid City Rush ECHL 2018/19–2020/21 Allen Americans ECHL seit 2021/22 Iowa Heartlanders ECHL Wie alle NHL-Teams unterhalten auch Minnesota Wild mehrere Farmteams in unterklassigen Ligen. Die wichtigste und beste Talentschmiede besitzen die Wild seit Beginn der Saison 2013/14 in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa, wo die Iowa Wild in der American Hockey League spielen. Die American Hockey League ist als Minor League der Klasse AAA und somit der höchstmöglichen Stufe unterhalb der NHL deklariert. Neben dem AHL-Klub arbeiten die Wild noch seit Beginn der Saison 2021/22 mit den Iowa Heartlanders zusammen.

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