Hilders ist eine Marktgemeinde im osthessischen Landkreis Fulda.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt im Naturpark Hessische Rhön nordöstlich der Wasserkuppe auf 460 bis 800 Meter Höhe im Ulstertal, 30 km östlich von Fulda. Im Osten grenzt die Gemeinde an Thüringen.
Hilders liegt in Osthessen, östlich von Fulda direkt an der Grenze zu Thüringen.
Nachbargemeinden Hilders grenzt im Norden an die Stadt Tann (Landkreis Fulda), im Osten an die Stadt Kaltennordheim und die Gemeinden Oberweid, Frankenheim und Birx (alle im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen), im Süden an die Gemeinden Ehrenberg und Poppenhausen und im Westen an die Gemeinde Hofbieber (alle drei im Landkreis Fulda).
Gliederung Die Gemeinde besteht neben dem Hauptort Hilders aus den Ortsteilen: Batten mit Findlos, Brand, Dietges, Dörmbach mit Harbach, Eckweisbach, Liebhards mit Steinbach und Oberbernhards, Rupsroth, Simmershausen, Unterbernhards und Wickers.
mini|links|700px|Hilders
Geschichte
Mittelalter Im Jahr 915 gehörte das Gebiet um Hilders („Hiltiriches“) dem Kloster Fulda. Um 1090–1150 ist „Hilderiches“ als Besitz des Klosters Petersberg bei Fulda belegt. Die Auersburg wurde 1214 von den Grafen von Neidhartshausen an das Kloster Fulda verkauft. Später war Hilders Eigentum des Hochstifts Würzburg und wurde 1350 an die von der Tann verpfändet.
Zunächst war die Auersburg Amtssitz des späteren würzburgischen Zentamts Hilders mit den zugehörigen würzburgischen Orten Brauerz, Hilders, Lahrbach, Reulbach, Rommelsrain, Sandenhof, Simmershausen, Struthof und Wickers. Zum Centgericht gehörten außerdem die fuldischen Orte Batten, Findlos, Seiferts und Thaiden, die thüngisch-tannisch-schenkischen Orte Boppenrod, Brand, Melbers und Wüstensachsen, die steinrückischen Orte Reulbach und Umbrastein sowie Auer und Schwambach. Nach der Zerstörung der Auersburg im Bauernkrieg war Hilders der Amtssitz.
mini|Marktstraße, Hotel Engel (Sonne, Leist) mini|Marktstraße
Der Ort und das Amt lagen damit in einer Randlage des Hochstifts: im Norden lag die reichsfreie, evangelische Herrschaft Tann, etwas weiter im Süden lag die reichsfreie, evangelische Herrschaft Gersfeld und im Westen die Besitzungen des Klosters Fulda.
Neuzeit 1803 wurde das Hochstift Würzburg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, durch den Reichsdeputationshauptschluss säkularisiert und zum größten Teil Bayern zugeschlagen. Das bayerische Rentamt Hilders wurde 1818 bis 1820 aus dem Amt Hilders und dem Amt Motten gebildet. Im Rahmen der Verwaltungsreform von 1862 wurde im Königreich Bayern aus den Landgerichtsbezirken Hilders und Weyhers das Bezirksamt Gersfeld gebildet.
Im Anschluss an den Deutschen Krieg von 1866 musste Bayern das Bezirksamt Gersfeld mit den Ämtern Tann, Hilders und Weyhers an Preußen abtreten. Aus dem bayrischen Bezirksamt Gersfeld wurde der preußische Kreis Gersfeld, der Teil der neuen Provinz Hessen-Nassau wurde.
Der Kreis Gersfeld wurde 1932 aufgelöst und in den benachbarten Landkreis Fulda eingegliedert,„Geschichte Gersfelds – Teil III“, eingesehen am 14. Dezember 2009 welcher seit 1945 zu Hessen gehört.
Eingemeindungen Zum 31. Dezember 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bisher selbständigen Gemeinden Batten, Brand, Dietges, Eckweisbach, Liebhards, Rupsroth, Simmershausen und Wickers sowie der Hauptteil der ehemaligen Gemeinde Dörmbach an der Milseburg auf freiwilliger Basis eingemeindet. Zum 1. August 1972 kam kraft Landesgesetz das bis dahin im Landkreis Hünfeld gelegene Unterbernhards hinzu. Für die als Ortsteil eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hilders angehört(e):
vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Hochstift Würzburg, Amt Hilders 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Königreich Bayern, Landgericht HildersDurch den Reichsdeputationshauptschluss. 1806–1813: Großherzogtum Würzburg, Landgericht HildersInfolge der Napoleonischen Kriege. 1814–1816: Königreich Bayern, Landgerichtsbezirk Hilders 1817–1837: Königreich Bayern, Untermainkreis, Landgerichtsbezirk Hilders 1838–1861: Königreich Bayern, Regierung Unterfranken und Aschaffenburg, Landgerichtsbezirk Hilders 1862–1866: Königreich Bayern, Regierungsbezirk Unterfranken, Bezirksamt GersfeldTrennung zwischen Justiz (Landgericht Hilders) und Verwaltung. ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1871: Deutsches Reich,Deutsche Reichsgründung Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen,Infolge des Ersten Weltkriegs. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011/2022 Nach den Erhebungen des Zensus 2011/Zensus 2022 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 / 15. Mai 2022, in Hilders 4803/4626 Einwohner. Darunter waren 50/427 (3,8 % / 8,9 %) Ausländer, von denen 27/81 aus dem EU-Ausland, 15/140 aus anderen europäischen Ländern und 19/206 aus anderen Staaten kamen. Nach dem Lebensalter waren 841/844 Einwohner unter 18 Jahren, 1809/1629 zwischen 18 und 49, 915/1182 zwischen 50 und 64 und 1063/1149 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 2027/1327 Haushalten. Davon waren 602/? Singlehaushalte, 546/612 Paare ohne Kinder und 667/550 Paare mit Kindern, sowie 185/169 Alleinerziehende und 30/? Wohngemeinschaften. In 549/243 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1307/857 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung 1812: 920 Seelen in 170 Häusern
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 86 evangelische (= 8,24 %), 475 katholische (= 91,76 %), ein anderer christlich-konfessioneller (= 0,21 %) Einwohner • 1961: 208 evangelische (= 12,78 %), 958 katholische (= 91,76 %) Einwohner • 1987: 477 evangelische (= 10,7 %), 3888 katholische (= 87,0 %), 105 sonstige (= 2,7 %) Einwohner • 2011: 702 evangelische (= 15,2 %), 3436 katholische (= 74,3 %), 488 sonstige (= 10,5 %) Einwohner • 2022: 737 evangelische (= 15,3 %), 3036 katholische (= 63,2 %), 1030 sonstige (= 21,4 %) Einwohner
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Marktgemeinde Hilders erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Hilders 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 54,71341,8947,81154,21257,71351,816 45,31033,2835,1828,5729,3732,410 OBH Offene Bürgerliste Hilders——17,0417,0417,24———— HA Hilders aktiv——7,92———————— ————————13,0315,85 Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 67,6 64,9 63,2 60,8 56,9 66,6
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Marktgemeinde Hilders neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und fünf weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 16. April 2021 der parteiunabhängige Ronny Lars Günkel. Er wurde als Nachfolger von Hubert Blum, der nach drei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 22. November 2020 im ersten Wahlgang bei 65,6 Prozent Wahlbeteiligung mit 83,3 Prozent der Stimmen gewählt.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 22. November 2020 in Hilders
Amtszeiten der Bürgermeister 2021–2027 Ronny Lars GünkelLars Günkel: Über mich – Fuldaer Zeitung, 23. November 2020: Hilders: Ronny Günkel ist neuer Bürgermeister – Vorgänger spricht von „fulminantem Wahlergebnis“ 2003–2021 Hubert BlumOsthessen News, 8. April 2021: Abschied nach 18 erfolgreichen Amtsjahren: Alt-Bürgermeister Hubert Blum: „Meine jetzige Amtszeit endet am 15. April 2021“ 1991–2003 Lothar Klüber (CDU)Osthessen News, 27. Oktober 2002: Überraschender Amtswechsel in der Rhön: Blum schlägt Klüber: „Der 42-jährige Christdemokrat Klüber ist seit 12 Jahren Bürgermeister“
Ortsbeiräte Gemeinde Hilders Für Hilders, Liebhards (mit Steinbach, Oberbernhards und Milseburg), Batten, Rupsroth, Brand, Simmershausen, Dietges, Unterbernhards, Dörmbach (mit Harbach), Wickers und Eckweisbach besteht je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung. Die Ortsbezirke entsprechen den Gebieten der ehemaligen Gemeinden. Die Ortsbeiräte bestehen aus drei bis neun Mitgliedern. Die Ortsbeiräte werden im Rahmen der Kommunalwahlen gewählt. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin. Für die Wahlergebnisse siehe die entsprechenden Ortsteile.
Ortsbezirk Hilders (Kerngemeinde) Der Ortsbezirk umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hilders. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 59,04 %. Es wurden gewählt vier Mitglieder der CWE, drei Mitglieder der CDU und zwei Mitglieder der „Offenen Bürgerliste Hilders“ (OBH). Der Ortsbeirat wählte Ella Faulstich (CWE) zur Ortsvorsteherin.
Wappen
Partnerschaft Kachtem, Stadtteil der Gemeinde Izegem im belgischen (Westflandern)
mini|hochkant|Die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus ist weithin sichtbar
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke und Einrichtungen Evangelische Kirche, erbaut 1895–1896, erweitert 1961 Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert Burgruine Auersburg Reste der Burg Eberstein auf dem Tannenfels beim Ortsteil Brand. Mariengrotte/Lourdesgrotte Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert Hessische Verwaltung des Biosphärenreservates Rhön mit Biosphären-Infozentrum
Parks Hilders liegt inmitten des Biosphärenreservats Rhön mit einer Fläche von 243.323 ha (davon 64.828 ha in Hessen).
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Der ehemalige Bahnhof ist heute in Privatbesitz mini|Der Radweg am ehem. Bahnhof
Hilders liegt an der Bundesstraße 278. Südlich vom Ort mündet in diese die Bundesstraße 458, welche in Fulda-Mitte die Bundesautobahn 7 erreicht.
Der Bahnhof Hilders war Knotenpunkt der Bahnstrecke Götzenhof–Wüstensachsen und der Ulstertalbahn. Er war von 1889 bis zur Stilllegung 1986 für den Personenverkehr in Nutzung. Nach Einstellung des Güterverkehrs 1993 wurden 1995 die Gleise demontiert. Teile der früheren Bahnstrecken sind in den Ulsterradweg und den Milseburgradweg, die auf dem ehemaligen Bahnkörper angelegt wurden, einbezogen worden.
Tourismus Die Kerngemeinde Hilders ist ein anerkannter Luftkurort. Die Ortsteile Batten-Findlos und Simmershausen sind anerkannte Erholungsorte.
Neben den Wander- und Schwimmmöglichkeiten (Freizeitbad Ulsterwelle) wurde 2004 die Gemeinde durch den Milseburgradweg aufgewertet, er führt auf der 1986 stillgelegten Rhönbahntrasse Fulda–Hilders. Im Winter sind gespurte Loipen und an der nahen Wasserkuppe Skipisten für Alpinski vorhanden.